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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Onlinesucht/Kommunikationssucht - Wie kommt man davon los?



Nickname
29.01.2019, 02:41
Seit ich seit letztem Sommer erstmals ein Smartphone habe (noch keinen Desktop-Rechner), bin ich regelrecht kommunikationssüchtig geworden.
Mindestens 5 bis 10 Stunden täglich hänge ich an diesem "Gerät" und komme einfach nicht los davon.
Obwohl ich in einer Großstadt lebe, gibt es hier keinerlei Hilfs- und Beratungsstellen diesbezüglich. Nun habe ich online ein diesbezügliches Hilfs-Angebot der BZgA angenommen, bei dem ich auch schon wieder ein irgendwie ein schlechtes Gefühl habe, da es ja wieder online ist und ich möchte von online einfach Stück für Stück loskommen.
Was würdet ihr mir dazu noch raten?

Ilythia
29.01.2019, 15:27
Wie ist das dann bei dir? Hängst du die ganze Zeit am Apparat und geisterst auf FB rum? Sitzt im Kaffee und schreibst deinen Tischnachbarn SMS, anstatt dich mit ihnen zu unterhalten? Bekommst die Krise, wenn das Ding nicht die ganze Zeit am Klingeln oder Piepen ist, weil neue Nachricht?
Dann solltest du dir tatsächlich einmal Gedanken machen, dieses Handy öfter einmal zu Hause zu lassen oder nur noch zu bestimmten Zeiten einzuschalten. An sonsten ist es völlig normal, wenn man über den Tag verteilt, immer mal wieder einen Blick aufs Handy wirft.
Bei dir scheint das Handy - so wie du es beschreibst - momentan die einzige Möglickeit zu sein, ins Internet zu kommen? Dann kommen auch einmal gut und gern ein paar Stunden zusammen, ohne, dass man das Teil aus der Hand legt. Vielleicht wäre dann doch zu überlegen, sich einen Laptop oder PC anzuschaffen. Das bringt mehr "Ruhe" in die Sache. Zumal einiges mit einem Lappi oder PC wesentlich bequemer und schneller zu erledigen ist, als mit dem Handy. Einschließlich das suchen nach Informationen. Zumindest meiner Erfahrung nach, lässt man dann das Handy doch auch über Tag mal öfter links liegen und konzentriert sich auf andere Dinge.
Und dann achte auch einmal auf dich selbst. Bei welchen Gelegenheiten du sofort zum Handy greifst. Ist es nötig, eine Nachricht gleich zu beantworten? Muss sofort eine Email beantwortet werden? Ist es so schlimm, wenn man mal auf FB etwas verpasst?
Oder reicht es aus, mal schnell in der Mittagspause einen Blick drauf zu werfen. Abends nach der Arbeit. Ich kann dir nur raten, dir ein gewisses Verhalten anzutrainieren. Wenn du nicht ständig mit der Nase online sein willst, musst du lernen, es auch einmal bleiben zu lassen und dir Prioritäten zu setzen. Das gilt natürlich auch, wenn du einen PC oder Laptop hast. Auch den kann man abschalten und sich dann mit anderen Dingen beschäftigen. Beim Handy kannst du zum Beispiel auch den Nachmodus nutzen. Dann kannst du dir bestimmte Zeiten einprogrammieren, in denen du gar nicht mitbekommst, ob sich auf deinem Handy etwas tut.

Nickname
29.01.2019, 18:18
Vielen Dank erstmal, Ilythia, für deine Antwort!
Bei mir ist die Situation ganz oder ziemlich anders als du annimmst.
Ich bin seit ca. anderthalb Jahren im Ruhestand, also Rentner. Zuvor, als ich noch im Job war, war uns als Mitarbeiter auch ausdrücklich die private Nutzung des Internets inklusive Mailen NACH der offiziellen Arbeitszeit erlaubt, wovon ich natürlich auch einigen Gebrauch machte, da ich zuhause noch keinen Rechner/Laptop/Smartphone hatte. Das reichte mir auch aus.
Danach hatte ich zuhause nur erstmal Internetzugang über mein Smart-TV und seit Sommer letzten Jahres eben über Smartphone. Und da ich jetzt eben im Ruhestand bin, habe ich auch sehr viel Zeit dazu, mich im Internet zu bewegen. Bei FB bin ich überhaupt nicht, interessiert mich auch nicht. SMS auch nur wenig, dafür nutze ich relativ viel Whatsapp, Wire, YT, bin auf Börsenseiten und in anderen Foren als Mitleser unterwegs; auch lese ich relativ viel bei Wikipedia nach.
Und so kommen bei mir täglich nach wie vor 5 bis 10 Stunden Smartphone-Nutzung zusammen, was irgendwie nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann, was ich selbstkritisch schon seit einiger Zeit erkannt habe, aber dieses Level auch nach wie vor nicht deutlich senken konnte.
Hinzu kommt noch, daß ich mit der Beendigung meines aktiven Berufslebens nach über 17 Jahren wieder zurück in meine Heimatstadt gezogen bin und mir erstmal wieder einen völlig neuen Freundes- und Bekanntenkreis aufbauen muß, wo ich immer noch dabei bin. Und dies ist um so schwerer, da alle meine bisherigen neuen Bekannten noch im Job eingespannt und daher sehr wenig Zeit für persönliche Begegnungen haben.
So hänge ich so manches Mal allein zuhause an meinem Smartphone fest und finde es noch immer faszinierend, was man alles damit machen kann und gleichzeitig stelle ich aber jeden Tag erneut fest, was durch diese Onlinesucht alles nicht z.B. im eigenen Haushalt geworden ist und bin aber dennoch festen Willens, dies bald einmal deutlich zu ändern. Aber ganz allein wird es mir sicher nicht gelingen, denke ich.

cinderella467
30.01.2019, 11:36
hallo Nickname,
Deine "Sucht" kann ich gut nachvollziehen, da ich mich in einer fast identischen Situation befunden habe. Das Internet ist eben schon eine gute Möglichkeit sich zu beschäftigen wenn der sonst übliche Tagesablauf sich mit dem Renteneintritt verändert hat. Auch bei mir waren 10 Stunden im world wide web keine Seltenheit. Allerdings muß ich dazu sagen, dass fast alle meine Freunde und Bekannte weit entfernt von mir wohnen und ich Dank Internet,Whatsapp und Skype in der Lage war, den Kontakt zu halten. Auch das nimmt ja Zeit in Anspruch, aber mit Internet wird die Welt klein.
Dann habe ich mal überlegt, was genau für Interessen ich habe und mit welchem Hobby ich meine Zeit auch ohne übermäßigen Gebrauch von Internet verbringen kann. Wie sieht das denn bei Dir mit einem Hobby aus?
Im Übrigen würde ich mir nicht so viele Gedanken über einen "übermäßigen" Gebrauch des Internets machen. Es IST faszinierend, bietet unendliche Möglichkeiten etwas zu lernen, Kontakte zu knüpfen und neue Interessengebiete kennenzulernen. Der Rest mit liegengebliebenen Dingen im Haushalt usw. ist eine Sache der Disziplin. Mach für Dich selber einen festen "Stundenplan" wann Du was erledigen willst. Bei mir hat es funktioniert...na ja, ab und an nehme ich mir schon das "Rentnerrecht" gräßlich faul zu sein :D

Nickname
31.01.2019, 00:56
Hallo cinderella,
irgendwie erstmal gut zu erfahren, daß du gewisses Verständnis für meine derzeitige Situation haben kannst.
Zu deiner Frage nach den Hobbys:
Da gab es so einige in meinem Leben, die mich aber jeweils nur eine Zeitlang echt begeisterten. Zuletzt, vor meiner Verrentung, ging ich noch mit meinen einstigen Kollegen relativ regelmäßig Kegeln und da hatte ich auch noch von Frühjahr bis Herbst meinen "Mietergarten" gleich anschließend an die Terrasse meiner einstigen Wohnung. Das alles gibt es jetzt seit meinem Zurück-Umzug in die alte Heimat einfach nicht mehr. Also praktisch fast alles, was ich zuvor noch hatte, war für mich weggebrochen. Der direkte Kontakt zu den Kollegen und auch die Freizeitaktivitäten. Zudem kam der Umstand, daß ich mit meinem doch für mich empfundenen relativ plötzlichen Rentnerdasein überhaupt nicht zurecht kam.
Zurück in der eigentlich alten Heimat, die mir nach über 17 Jahren Abwesenheit ziemlich fremd vorkam und dann noch völlig raus aus ca. 46 Jahren Berufsleben. Erst mal keinerlei Orientierung mehr, wie es weitergehen sollte, könnte. Auch ein bisschen wie Endzeit-Stimmung und das Gefühl, wie in einer Sackgasse angekommen zu sein.
Ich besann mich dann, vor etwa 2 Jahren, auf meine psychotherapeutischen Erfahrungen, als ich zweimal von massivem Mobbing im Job betroffen war und die damals unterm Strich sehr positiv für mich waren. Und so suchte ich monatelang nach neuer therapeutischer Hilfe in meiner aktuellen Situation...bis ich schließlich auch erfolgreich war...und da bin ich bis heute noch in Therapie. Und zu dem Nicht-Klarkommen mit meiner Verrentung und dem Fremdheitsgefühl in der eigentlich alten Heimat kam jetzt (in der Therapie) noch meine aktuelle Kommunikationssucht als zusätzliches Thema hinzu.
Insoweit kenne ich das mit "Stundenplan-machen" nicht nur als Vorschlag von meiner Therapeutin, sondern zuvor auch schon von meinem Sohn, dem meine Problematik seit längerem auch schon bekannt ist. Und dennoch habe ich es bisher für mich noch nicht geschafft, dies, so etwas, für mich auch zu realisieren. Der Vorsatz dazu ist fast jeden Tag da, dies endlich zu ändern, wenn ich munter werde besonders. Doch dann falle ich stetig in bisherige Verhaltensweise zurück.
Gestern habe ich mir z.B. auf youtube mindestens 4 bis 5 Stunden Musik reingezogen, die mich unwahrscheinlich interessiert hat und zwar ohne dabei irgendein schlechtes Gewissen zu haben, was ich hätte eigentlich haben müssen, weil es wieder einmal meinen Internet-Konsum in die Höhe trieb und ich mich nur noch auf dies konzentrieren konnte.
Und möchte ich einfach langsam lernen, mit dem Medium Internet besser umzugehen und mich davon unabhängiger zu machen.
Zur Zeit bestimmt allerdings noch der Zugang zum Web weitgehend meinen Alltag. Vielleicht ist dies auch einfach nur eine Frage der Zeit, bis sich das ganz allmählich von selber gibt (?).

Ilythia
31.01.2019, 03:07
Hallo Nickname,

so, wie du deine Situation beschreibst, kommst du kaum raus. Weißt auch sonst nicht, wie du die viele Zeit, die du inzwischen hast, totschlagen sollst. Die Idee mit dem Stundenplan halte ich auch für sinnvoll. Das bringt wieder etwas Routine und einen geregelteren Tagesablauf zurück. Auch solltest du das vor die Tür gehen nicht vergessen. Plane doch auch jeden Tag einen kleinen Spaziergang mit ein.
Wie sieht es mit alten Kontakten aus? Gibt es noch von früher her Leute, die du vielleicht mit einem Anruf überraschen kannst`?

Ich kann mittlerweile recht gut verstehen, warum du deine Zeit im Internet verbringst. Was sollst du auch sonst viel anderes tun, wenn du allein bist. Den ganzen Tag aus dem Fenster schauen, ist ja auch nichts. Aber schon in deinem eigenen Interesse, suche dir etwas, dass dir Spaß macht. Schau doch mal in die Zeitungen nach Vereinen oder Interessensgruppen. Da kannst du Kontakte knüpfen.
Es wundert mich ansonsten nicht, dass du momentan mit deinem Rentnerleben nicht klar kommst. Den ganzen Tag irgendwo zu Hause "herumeiern", nur im Internet unterwegs... Da fällt einem doch auf die Dauer die Decke auf den Kopf.

Nickname
31.01.2019, 06:19
Da hast du (leider) absolut Recht.
Es fehlt mir derzeit, nach einigen Enttäuschungen, noch der eigene Wille zu einschneidenden Veränderungen.
Als ich vor wenigen Jahren wieder in meine alte Heimat zurückgezogen war, hatte ich vor Weihnachten dann ca. 20 Karten an alle möglichen Leute, auch von früher, verschickt mit meiner neuen Adresse und Telefonnummer. Doch da kam dann nur eine eine einzige Reaktion darauf, die letztlich auch wie im Sande verlief. Und dies war für mich erst einmal sehr frustrierend. Logischerweise!
Ich schlafe auch ungewöhnlich viel täglich. Meist mindestens 10 Stunden und mehr. Klar ist auch das mit dem einfach mal Spazierengehen sehr wichtig. Mache ich ja auch, aber wahrscheinlich nicht genügend.
Das "Verrückte" bei/an mir ist vielleicht noch, daß ich noch nie Langeweile kannte oder das Gefühl kannte, daß mir die Decke auf den Kopf fallen könnte.
Es ist einfach jetzt die Sucht nach Kommunikation im Internet, die mich befallen hat und die mich kaum noch losläßt.
Doch mir ist auch bewußt, daß ich da letztendlich nur mit eisernen Willen selbst da wieder herauskommen kann. Und ich denke und hoffe darauf, daß sich dies in kommender Zeit wie von selbst erledigen wird. Vielleicht ein gefährlicher Trugschluß? Ich weiß es nicht ...

cinderella467
31.01.2019, 07:00
Hallo Nickname,
ein schlechtes Gewissen mußt Du überhaupt nicht haben, schon garnicht wenn Du Zeit mit Musik verbringst. Allerdings sehe ich die Sache mit dem Internet auch etwas lockerer als Du. Ich kenne das Gefühl der Leere wenn man vom Berufsleben ins Renterdasein wechselt. In der ersten Zeit ist das wie Ferien, dann kommt die Zeit, in der man sich fragt, warum der Tag so lang ist. Ebenso sicher kommt dann aber auch der Tag an dem Du anfängst Deine Freiheit zu geniessen. Ich fand das Internet in dieser ganzen Zeitspanne sehr hilfreich, zumal mich diese Technik per se schon interessiert hat. Zu Deiner Frage ob sich der sehr intensive Gebrauch des Internets allmählich gibt, ja, tut es in gewissem Umfang. Es kommt immer darauf an, WIE Du es nutzt. Wie ich schon vorher geschrieben habe, Du kannst neue Leute im Net kennenlernen. Nein, ich rede nicht von virtuellen Freunden, die man nie zu Gesicht bekommt. Ich rede von realen Personen, mit denen man sich auch trifft und gemeinsam etwas unternehmen kann. Abgesehen nun vom Internet und abhängig von Deinem jetzigen Wohnort gibt es ja auch Seniorentreffs ( klingt nach Mumien, aber man kann seine Überraschungen erleben), Schach- oder Bridgeclubs,ggf. Literaturabende etc. bei denen man neue Kontakte knüpfen kann. Schau mal auf "meine Stadt.de" ( schon wieder Internet ;) ). Du wirst überrascht sein, was da so alles geboten wird. Was ich mit all dem sagen möchte ist,nutze das Internet sinnvoll und mache Dir keinen Kopf darüber,wie lange Du dich dort tummelst. Allerdings wäre vielleicht ein Laptop oder Desktop PC etwas besser geeignet als Dein "Smartfön". Und was bitte verstehst Du unter " Kommunikationssucht" ??? Kein Mensch ist gerne alleine. Jeder möchte andere Leute um sich haben, mit denen er sich austauschen kann. Du scheinst in Deiner dir nun ziemlich fremd gewordenen " alten Heimat" momentan nocht recht alleine zu sein. Ein Therapeut als mehr oder weniger einzigem Gesprächspartner ist etwas ärmlich. Der sollte Dir lieber mal ein paar Tipps geben, wie Du mit Hilfe des Internets einen Bekanntenkreis aufbauen kannst, einen realen Bekanntenkreis natürlich. Und fang an Dich darüber zu freuen, dass Du nach einem langen Arbeitsleben endlich Herr Deiner Zeit bist. Geniesse diese Freiheit und fülle diese mit Tätigkeiten aus, die Dir Freude machen. Nicht alles, was dabei zeitintensiv ist, ist dann gleich eine "Sucht".
P.S.
Ich sehe gerade, dass Du online bist und ein Langschläfer. Na und? Schlafen,wie man es braucht, egal wie lang, ist doch auch einer der Vorteile des Rentnerlebens. Endlich mal nicht von der Uhr bestimmt werden

iceberg
31.01.2019, 11:14
Mindestens 5 bis 10 Stunden täglich hänge ich an diesem "Gerät" und komme einfach nicht los davon.


Warum denkst du nicht mal an das Lied: als Büblein klein an der Mutterbrust :)

Nickname
31.01.2019, 20:08
Hallo, cinderella und auch an alle Anderen, die sich hier zu Wort gemeldet haben,

Erst einmal recht vielen Dank für eure bisherigen Rückmeldungen, An- und Einsichten, Anregungen u.v.m.!!
Dies hat mir unterm Strich doch schon etwas weitergeholfen, vor allem mein eigenes Verhalten zu reflektieren und zu überdenken. Ohne euch, besonders ohne cinderella, wäre mir dies wahrscheinlich nicht gelungen.
Doch stehe ich beim Reflektieren und Überdenken noch ganz am Anfang. Ist wohl auch normal so (?).
Durch's Web habe ich auch schon zwei reale Bekanntschaften, eigentlich sogar 3 schließen können. Die Dritte ist nur telefonisch, weil wir einfach zu weit voneinander weg wohnen. Die ersten beiden bestehen schon fast ein Jahr, aber sind vor allem dadurch eingeschränkt, weil diese Bekannten so in ihrem jeweiligen Berufs- und Privatleben "eingespannt" sind, daß persönliche Treffen nur aller paar Monate möglich sind, meinerseits aber mindestens einmal monatlich stattfinden sollten/könnten bzw. erwünscht wären.
Außerdem habe ich ja noch meinen Sohn, zu dem ich ein optimales Verhältnis habe und wir uns monatlich im Schnitt ein- bis zweimal persönlich begegnen.
Aber das alles ist mir einfach, mittlerweile, zu wenig. Ich suche vielleicht so viel Kommunikation, wie ich sie einst im Job mit vielen Kollegen hatte. Unrealistische Vorstellung, ich weiß. Aber vielleicht! besteht genau darin meine "Sucht".
Dem mit "meinestadt.de" muß ich mal noch nachgehen.
Auf jeden Fall haben mir cinderella's letzte Ausführungen sehr gut getan und weitergeholfen, indem sie mir irgendwie klar machen konnte, daß allein die Zeit, die man am Smarti verbringt, noch keine wirkliche "Sucht" sein kann. Was aber dann?
Und dennoch ärgere ich mich weiterhin selbst darüber, daß ich soviel Zeit mit dem Smartphone verbringe, in der ich doch auch vieles andere machen könnte. Das ist vergleichsweise so, wie jemand in einem anderen Thread darüber schreibt, wie sehr er noch trotz Mobbings an seinem Job hängt. Und da könnte man jetzt sogar die Frage stellen, ob mich mein Smartphone nicht indirekt mobbt... - Nee, eigentlich absurd, so eine Fragestellung.
Ich habe jetzt viele Vorschläge und Möglichkeiten von euch auf der Hand, wie ich etwas ändern könnte. Mit was fange ich bloß an? Wahrscheinlich mit einer Art Stundenplan...
Das Kuriose dabei: Ich war die letzten 20 Jahre in meinem Job Planer und scheue mich jetzt doch ziemlich davor, meinen eigenen Internet-Konsum zu planen...
Aber eine andere Alternative habe ich sicherlich nicht. Und wie mir erst heute bewußt geworden ist, geht es ja im Endeffekt darum, eine "gesunde" Balance zwischen online und offline zu finden, die ich bei weitem noch nicht habe.

Nickname
12.02.2019, 13:19
@Simon:
Ich habe vorhin gerade deine PN gesehen und versucht, dir darauf zu antworten. Aber wahrscheinlich funktioniert das nicht mit meinem ausschließlich mobilen Zugang hier (per Smartphone).
Deshalb möchte ich dich bitten, dies das doch auch hier zu kommunizieren. Ich habe damit jedenfalls keinerlei Problem.
Wenn ich mal schon den Anfang machen darf:
Mir ist durchaus klar und bewußt, was ich alles tun müßte und auch muß, um von dieser Sucht wegzukommen... und ich arbeite ja schon daran. Hab bitte etwas Geduld, ich denke, es wird schon...

VG Nickname

simon59
14.02.2019, 11:48
@Nickname,

mittlerweile habe ich herausgefunden was Kommunikationssucht/Onlinesucht ist.

Als Kommunikationssucht im Internetwird dabei die zwanghafte Kommunikation in Chats, über E-Mail und inForen bezeichnet.

Die Onlinesucht bewirkt, dass es in Folge einer übermäßigen Nutzung des MediumsInternet zu verschiedenen Veränderungen kommt, die den Alltag einesSüchtigen immer mehr vereinnahmen. Eine der einschneidendsten Folgeneiner Onlinesucht ist oft, dass sich Süchtige nach und nach immermehr vom realen Leben abkapseln und den allergrößten Teil ihrerFreizeit oder gar ihres gesamten Lebens lieber im Netz verbringen.

Ähnlich wie bei anderenSuchterkrankungen sind jedoch labile Menschen im allgemeinen ehergefährdet als Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl, die mit"beiden Beinen im Leben stehen."

Demnach sollte der Betroffene professionelle Hilfe suchen, ein Forum ist da eher ungeeignet und kann die Sucht fördern.

Im Zusammenhang mit Anerkennung durch das Internet lässt sich sagen: "Auch wenn eine Lüge beliebig oft wiederholt wird, wird sie nicht automatisch zur Wahrheit."

Grüße

Simon59

Nickname
14.02.2019, 17:43
@Simon59
Kenne ich weitgehend, die "Studien" darüber. Aber: Was möchtest du mir damit sagen?
Einem wie einen Spiegel vorzuhalten, kann ja da auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein.
Es geht ja im Endeffekt darum, eine "gesunde" Balance zwischen Online und Offline zu finden bzw. zu erlernen. Das eine sollte das andere nicht ausschließen, denke ich mittlerweile.
Und diesbezüglich arbeite ich schon an mir. Was mir erst mal schon auch geholfen hat, war, daß du in deiner PN von eisernem Willen schriebst. Da ist wohl was sehr Wahres dran.

Was professionelle Hilfe anbelangt, so gibt es hier (trotz Großstadt) in der Nähe nichts, was direkte Beratung oder Selbsthilfegruppen anbelangt, leider.
Aber ich beteilige mich schon an einem "Programm" der BZgA diesbezüglich. Leider bzw. natürlich auch nur online. Etwas anderes gibt es derzeit nicht für mich.
Doch ich denke, daß ich mit dem ganzen Bewusstsein von dieser Sucht und seinen Auswirkungen mittlerweile auch weiß, auch mithilfe der BZgA, wie ich da gegensteuern kann und muß. Und, wie gesagt: Ich arbeite daran.

VG
Nickname

simon59
14.02.2019, 22:28
@Nickname
ZITAT:"Einem wie einen Spiegel vorzuhalten, kann ja da auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein."

Es ist natürlich nicht gemeint jemanden einen Spiegel vorzuhalten.

Sondern erst zu erkennen wo die Sucht liegt, ob es hauptsächlich mit Anerkennung in einem Forum zu tun hat oder auch Selbstbestätigung durch das Online-Verhalten zu suchen und ob es ohne nicht mehr geht.

Im Übrigen führt der Link zu einem Gutachten, nicht zu einer Studie.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann informieren, Prävention betreiben, aber nicht einen Arzt, eine Krankenkasse oder eine Selbsthilfegruppe ersetzen.
Mich würde mal interessieren ob die zuständige Krankenkasse Vorschläge hat. Ich hoffe es ist nicht einfach eine Schutzbehauptung das es keine geeignete Hilfe gibt, das wäre dann ein Argument weiter zu machen, vielleicht auch mit Einschränkungen.

Online an etwas beteiligen was die Onlinesucht betrifft halte ich persönlich für bedenklich. Man stellt einem Alkoholiker auch nicht ein Glas Bier auf den Tisch um dann über seine Sucht zu reden.

Onlinesucht, oder in dem Zusammenhang Spielsucht ist ein eher neuzeitliches Problem das immer öfter zu finden ist.

Für die klassischen Suchtformen wie Alkohol, Tabak, Drogen, (Fr)Esssucht, Magersucht etc. gibt es reichlich an Therapieangeboten.

Ich bevorzuge eher die reale Welt, "die Scheinwelt" Interessiert mich nicht mehr als nötig (Es soll Menschen geben die ohne Internet auch in einer Scheinwelt leben:))

Grüße

Simon59

Nickname
15.02.2019, 03:42
@Simon59
Ziemlich sarkastische Antwort von dir unterm Strich, wie ich finde, die mir zeigt, daß du nur wie an der Oberfläche kratzt, aber das eigentliche Problem nur sehr wenig verstehen kannst.
Ich bin erst seit ca. 6 Monaten der Kommunikationssucht erlegen geworden und bin gerade dabei, mich da wieder selbst herauszukämpfen.
Du hast wahrscheinlich keinerlei Suchterfahrung, so wie du schreibst. Etwas oberlehrerisch und mit erhobenem Zeigefinger. So etwas hilft im Endeffekt keinem Ratsuchendem.
Denkst du wirklich, die Krankenkassen können mehr als Initiativen vor Ort, die sich wirklich dieser Probleme annehmen?
Die BZGA war mir bisher ein wichtiger Ratgeber und auch du mit der PN an mich. Den "Rest" muß ich nun mal selbst in den Griff kriegen. Bleibt mir ja auch gar nix anderes übrig.
Für jemanden, der aus eigener Erfahrung sprechen bzw. schreiben kann, habe ich jederzeit gern ein offenes Ohr. Bei dir habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, daß du eben diesbezüglich kaum Erfahrung hast und nur mal so etwas "Wichtiges" zum Thema mitteilen möchtest.
Verständnis, Empathie, echte Hilfe und Beistand, Lösungswege... all so etwas könnten, würden mir sicher weiterhelfen, aber nicht so etwas zusätzlich Draufhauendes wie jetzt von dir.

simon59
15.02.2019, 23:19
@Nickname,

leider voll daneben mit Deiner Antwort!

Ich habe in meiner 12-jährigen Tätigkeit als Vertrauensmann für die Schwerbehinderten oft mit Suchtkranken oder "Süchtigen" zu tun gehabt.
Da wird mit Ämtern, Krankenkassen, Vereinen, Selbsthilfegruppen etc. zusammengearbeitet, und nicht jede Hilfe in Frage gestellt.

Du nimmst keinen Rat an, allein wirst Du diese Sucht nicht in den Griff bekommen! Jede Hilfe ablehnen oder von vornherein schlechtreden bringt es nicht.

Ich habe genaue Kenntnis was eine Sucht bedeutet, Erfahrung habe ich reichlich, auch früher im Familienkreis, daher kann ich eine Sucht sehr gut beurteilen und weiß wo es endet.
Nur in diesem Forum geht es hauptsächlich um Mobbing, und nicht um Suchtberatung!

Eines haben Mobbing und Sucht gemeinsam, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird, kann es die Gesundheit stark beeinträchtigen.

Letzten Endes muss der Süchtige Hilfe in Anspruch nehmen, ohne geht es nicht. Wenn diese Einsicht da ist wird es erst besser.

Ich sehe von Dir immer die gleichen Antworten, das lässt für mich den Schluss zu das Du nichts ändern möchtest.

Vielleicht ist es Dir ja schon aufgefallen das Du auf Beiträge antwortest, die ich vor Jahren geschrieben habe.

Nickname
16.02.2019, 06:30
@Simon59
Zunächst zu Letzterem:
Wenn ich eher zufällig auf ältere Beiträge antworte, liegt es einfach daran, daß ich dazu etwas von mir aus noch mitteilen möchte.

Zu dem anderen:
Du bist und warst also, was Süchte anbetrifft, stets nur Außenstehender. Ich möchte hier allerdings vor allem mit Leuten kommunizieren, die auch eigene Suchterfahrung haben und erfolgreich in der Überwindung dieser waren.
Ratschläge von Außenstehenden habe ich jetzt en masse und diese helfen mir nunmal nur begrenzt weiter.

ZITAT von dir:
"Du nimmst keinen Rat an, allein wirst Du diese Sucht nicht in den Griff bekommen! Jede Hilfe ablehnen oder von vornherein schlechtreden bringt es nicht."

ANTWORT von mir:
Ich habe seit vielen Monaten Rat von unterschiedlichster Seite angenommen, weil ich mir eben selbst bewußt bin, daß ich Rat von anderen unbedingt brauche, ich es aber letztlich selbst in den Griff bekommen muß.
Ich rede überhaupt keine Hilfe schlecht. Das ist absoluter "Quark" von dir. Es gibt nun mal keinerlei Offline-Hilfsangebote in meiner näheren Umgebung diesbezüglich für mich und das solltest du zunächst erst einmal akzeptieren, weil es einfach fakt ist!
Gewiß habe ich meine Krankenkasse diesbezüglich zu allererst kontaktiert und habe mich z.B. bis zum Blauen Kreuz durchgefragt und sämtliche andere, mögliche Hilfestellen in meiner (Groß)Stadt kontaktiert. - Alles ohne Erfolg! - Und da kommst du mir jetzt mit "Jede Hilfe ablehnen..." - da kann ich leider nur noch mit dem Kopf schütteln.

Und abschließend noch einmal: Ich habe schon seit längerem meine Sucht als solche selber erkannt und möchte auf jeden Fall davon wegkommen. Erste Fortschritte kann ich ja schon selbst verzeichnen. Doch es ist mir UNWAHRSCHEINLICH WICHTIG, mich mit Leuten auszutauschen, die bereits selbst solche Suchterfahrung schon einmal hatten. Auch nach dem Motto wie beim Mobbing: Betroffene helfen Betroffenen.
Und bezüglich Kommunikationssucht zählst du ja offenbar nicht zu den Betroffenen.

Grüße
Nickname

simon59
16.02.2019, 11:38
@Nickname,

Außenstehender bin ich nicht, einfach mal richtig lesen!

Es muss also Online-Hilfsangebote geben? Also bitte! Onlinesucht mit Online-Hilfsangeboten bekämpfen?

Quark? Ich muss mich bei Dir nicht rechtfertigen welche Erfahrungen ich mit Mobbing und Sucht gemacht habe!

Vielleicht ist es bei Dir eine Suchtverlagerung?

Vielleicht ist das hier nicht das richtige Forum, es geht hauptsächlich um Mobbing, nicht um Online-Sucht.
Da wirst Du hier sicherlich auch keine Lösung finden. Den ersten richtigen Schritt muss der Süchtige machen,
dazu kann es nur Hilfestellung geben. Wie gesagt der erste Schritt, nicht Versuch, einen Rat einholen oder das wird
schon.

Zur Info: meine Krankenkasse bietet Hilfe an wenn es um Online-Sucht geht.

Es wäre doch besser zu wissen was hilft, und nicht wie viele Möglichkeiten nicht helfen oder nicht da sind.

Wenn es letztendlich um meine eigene Gesundheit geht, kann ich renitent sein.

Entweder Du schüttelst weiter mit Kopf oder machst endlich den ersten Schritt!

Grüße

Simon59

Ilythia
16.02.2019, 12:38
Wenn ihr beiden weiter so aufeinander einhackt, hilft das keinem weiter. Kommt mal wieder runter.

Nickname schrieb bereits, dass er versuchte, ofline Hilfe zu finden, das aber leider erfolglos. Also hat er - oder tut er - ja schon etwas und bemüht sich. Es mag zwar paradox sein, dann im Internet nach Hilfe zu fragen, aber was soll er, wenn er andere Möglichkeiten schon durch hat, machen? Ihm das jetzt zum Vorwurf zu machen ist Haarspalterei am falschen Platz, meiner Meinung nach.
Wenn man seinen Post zu diesem Thema richtig durchliest, findet man die Ursache für seine vermeintliche Onlinesucht von ganz allein. Und liest man den Threat weiter, sieht man auch, dass es so manchem "frisch gebackenen" Rentner auch nicht anders erging, bis man sich ans Rentnerdasein "gewöhnt" hat. Von einer richtigen Onlinesucht kann man hier im Grunde genommen nicht sprechen. Höchstens davon, dass jemand nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß und sie online schlichtweg "totschlägt".
Hilfe braucht Nickname, das stimmt. Und er braucht auch einen kleinen Tritt. Den dann aber höchstens mal zu seiner Haustür hinaus, anstatt gegen das Schienbein.
Er sollte seine Hilfe wohl eher bei Vereinen und Interessensgruppen suchen, anstatt sich auf eine vermeintliche Onlinesucht zu versteifen. In Vereinen etc. lernt er andere Leute kennen, kommt mal wieder vor die Tür und kann sich mit anderen Dingen beschäftigen. Dann klappts auch mit dem Rentnerdasein.

Moderatorin
16.02.2019, 14:38
Ich mische mich an sich nicht in Diskussionen ein, aber das ist doch mal eine richtig gute Bemerkung:


Ilythia - Und er braucht auch einen kleinen Tritt. Den dann aber höchstens mal zu seiner Haustür hinaus, anstatt gegen das Schienbein.


481 Mein Kater stimmt zu !

Nickname
17.02.2019, 07:50
ZITAT von Simon59:
"Vielleicht ist das hier nicht das richtige Forum, es geht hauptsächlich um Mobbing, nicht um Online-Sucht."

Lass das doch vielleicht mal bitte die Moderatoren entscheiden, ob dieses Thema hier ins Forum gehört oder nicht. Wenn politische Themen oder über Flüchtlinge hier auch ihre gewisse Berechtigung haben, dann doch auch bzw. erst recht eine Thema, bei dem es schließlich um ein vor allem psychisches Problem/Thema geht. Ist meine Meinung.

@Ilythia:
Ja, wie recht du doch in deiner Schlußaussage hast: Ich brauche sicherlich sogar noch mehrere Tritte vor meine Haustür, Auslauf und Kommunikation im realen Leben mit vielen Anderen.
Das ist ja auch der Kern, was echte Veränderung in mein Leben bringen kann... und tut es ja ansatzweise auch schon.
"Nebenproblem" bei mir ist, daß ich meist mit Gleichaltrigen bedeutend weniger klarkomme als mit Leuten, die ca. oder mindestens 10 Jahre jünger sind als ich. Diesbezüglich habe ich auch schon einige wenige Offline-Kontakte aufbauen können. Problem bei denen ist wiederum, daß sie nur wenig Freizeit haben, weil sie eben noch voll im Job stehen. So sind persönliche Treffen nur aller 2 bis 3 Monate möglich. Und dies ist mir persönlich einfach viel zu wenig. Ideal für mich wären so aller 2 Wochen. Ist aber eben nicht praktikabel, logischerweise.
Und daher würde ich bei mir auch eher von Kommunikationssucht (im Endeffekt wünschenswert immer mehr Kontakte im realen Leben) reden als von echter Onlinesucht (neue Selbsterkenntnis), denn ich hänge ja nun nicht an irgendwelchen z.B. Spielen im Web fest.

Was mir sicher sehr helfen würde, ist eine Selbsthilfegruppe, weil ich diesbezüglich schon sehr positive Erfahrungen sammeln konnte. Allerdings ist die nächste Selbsthilfegruppe bezüglich Kommunikationssucht weit über 50 km von meiner Stadt entfernt, kommt daher für mich nicht in Frage.
Aber: Wie ich, wie ich glaube schon mal in einem anderen Thread geschrieben hatte, werde ich mich hier in meiner Stadt noch diesen Monat einer Anti-Mobbing SHG anschließen, um Anderen, Betroffenen meine Erfahrungen zur Verfügung zu stellen und meine diesbezügliche Hilfe anzubieten. Ich denke, daß dies mir auch selbst gut tun wird.

Es bleibt allerdings der, mein Wunsch nach persönlichen Begegnungen im 1- oder 2-Wochen-Abstand, idealerweise.
Und unter der derzeitigen Unmöglichkeit dessen leide ich jetzt etwas.
Über 46 Jahre im Berufsleben mit den tagtäglichen Begegnungen mit Kollegen haben eben seine deutlichen Spuren hinterlassen und da geht es mir jetzt auch nicht um Totschlagen von Zeit, sondern eher/vielmehr um Social Offline als um Social Media.

cinderella467
17.02.2019, 11:20
hallo Nickname,

Deine Situation kenne ich aus eigener Erfahrung. Als ich in Rente ging habe ich in den ersten Wochen schlichtweg genossen, dass ich tun konnte wann und was ich wollte.Lange schlafen, extrem faul sein, in der Nacht umhergeistern, da man am Morgen ja nicht pünktlich auf der Matte stehen mußte ect. Nach den paar Wochen fiel mir die Decke auf den Kopf. Freunde und Bekannte leben alle sehr viel weiter weg, mit Treffen war da nichts, nur Kontaktpflege übers Internet. Das reicht nicht ganz, wie Du sicher auch empfindest. Also aufstehen, Krone gerade richten, Blick nach vorne und sich umsehen. Jede anständige Kleinstadt bietet eine Reihe von Möglichkeiten um andere Menschen zu treffen und neue Verbindungen zu knüpfen.Es gibt Schach-oder Bridgeclubs, Literaturabende, Chöre, sonstige Musikvereine, Volkshochschulangebote auch speziell für Senioren, wie Gedächtnistraining, Gymnastik. Das sind nur einige Möglichkeiten. Bei den diversen Clubs und Vereinen triffst Du auch jüngere Menschen. Auch wenn diese noch voll im Job sind, so bleiben doch Abende, an denen man sich treffen kann. Und tagsüber.... suche Dir ein Hobby, lerne eine neue Sprache, mache Städtereisen oder auch größere Reisen, eben so, wie es für Dich machbar ist. Kurz, lausche mal in Dich hinein woran Du ggf. Spass haben könntest. Auch über Hobbies kann man andere Menschen kennenlernen. Also raus ins Leben!

Moderatorin
17.02.2019, 11:43
ZITAT von Simon59:
"Vielleicht ist das hier nicht das richtige Forum, es geht hauptsächlich um Mobbing, nicht um Online-Sucht."

Lass das doch vielleicht mal bitte die Moderatoren entscheiden, ob dieses Thema hier ins Forum gehört oder nicht. Wenn politische Themen oder über Flüchtlinge hier auch ihre gewisse Berechtigung haben, dann doch auch bzw. erst recht eine Thema, bei dem es schließlich um ein vor allem psychisches Problem/Thema geht. Ist meine Meinung.



Wir haben : Forum gegen Mobbing am Arbeitsplatz, Nachbarschaftsstreit, Mobbing in der Schule, Cybermobbing, (http://forum.mobbing.net/forumdisplay.php/21-Forum-gegen-Mobbing-am-Arbeitsplatz-Nachbarschaftsstreit-Mobbing-in-der-Schule-Cybermobbing)



Diskussionsforen gegen Nachbarschaftsstreit, Austausch von Meinungen zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing in der Schule, Cybermobbing, Bossing, krank durch Mobbing, Verlust des Arbeitsplatzes durch Mobbing, Webseite: Mobbing.net (http://www.mobbing.net/)


aber auch - Mobbingforum, administrativer Bereich, verschiedene andere Themen, (http://forum.mobbing.net/forumdisplay.php/88-Mobbingforum-administrativer-Bereich-verschiedene-andere-Themen)

http://forum.mobbing.net/images/buttons/collapse_40b.png (http://forum.mobbing.net/forum.php#top)Mobbingforum, administrativer Bereich, verschiedene andere Themen, Informationen durch den Admin, Infos über das Forum, Themen die nicht eingeordnet werden können, Vorschläge für das Mobbingforum und die Webseite Mobbing.net, Mobbing.net (http://www.mobbing.net/), Probleme mit Foren und sozialen Netzwerken, Cybermobbing, Gesetze gegen Mobbing,



Onlinesucht / Kommunikationssucht könnte ich mir als eigenen Themenbereich vorstellen, schließlich sind viele Menschen betroffen. Die Forumsleitung hat sich schon vor einigen Jahren dazu entschlossen weiter zu wachsen und dazu ist es nötig zu "diversifizieren".

Hauptthema ist nach wie vor Mobbing, aber es gibt auch andere Themen im Forum.

Anna62
17.02.2019, 14:07
Cinderella, ich musste schmunzeln, als ich deinen Beitrag gelesen habe. Es ging mir ähnlich, als in in den Ruhestand getreten bin. Ich hatte mir schon während der letzten Jahre meines Erwerbsleben fest vorgenommen, ein unstetes Leben zu führen, was ich auch umgesetzt habe. Wann hatte ich in meinen Leben jemals diese Freiheit? Nie! Mein Rentnerleben ermöglicht es mir, mehr im Internet zu daddeln, auch um mir Informationen zu verschaffen. Auch lese ich jeden Morgen jeweils ausführlich meine Regional-Zeitung (dauer ca. 1 Stunde, sonnabends auch mal länger). Bin ich nun deshalb internetsüchtig oder printmediensüchtig? Das glaube ich nicht. Ich meine von Sucht kann erst gesprochen werden, wenn "aus Zeitmangel" zu Hause über einen längeren Zeitraum ein Saustall herrscht, nichts Gescheites zu Essen auf den Tisch kommt, sich Anstrengungen aufgrund des Verhaltens köprerlich bemerkbar machen. Dann wäre es dringend geboten, seine Leben eine anderen Richtung zu geben. Oder wenn es einem selbst auffällt, dass es im Leben neben dem Internet etc. noch angenehmere Dinge gibt.

Im Falles eines Falles: Personen, denen selbst schon mal ähnliches widerfahren ist, können mit Sicherheit am besten mit Rat zur Seite stehen. Nickname, vielleicht kannst du mal telefonisch Kontakt zu der weiter entferten Selbsthilfegruppe aufnehmen. Mitglieder solcher Gruppen sind meist sehr gefällig. Auch würde ich da nicht unbedingt im Voraus den Idealfall (persönliche Begegnungen alle 1 - 2 Wochen) anpeilen. Freundschaften müssen sich entwickeln, manchmal klappts, manchmal nicht. Schritt für Schritt vorgehen und mit einkalkulieren, dass es mal einen Schritt zurückgehen kann. Ich finde, das Rentnerleben dringt einem vor allen Dingen eins: Freiheit und die Möglichkeit, den Tag so zu gestalten, wie man möchte.

Wie heißt es immer so schön: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der Wille muss von dir ausgehen und in Taten umgesetzt werden, das wird auch keine Selbsthilfegruppe oder ähnliches ändern können. Du musst "die Tür nach draußen" finden und aktiv werden.

Viel Glück wünsche ich dir in deinem spannenden zukünftigen Rentnerleben.

Nickname
18.02.2019, 04:21
Angeregt durch eure Beiträge (Dank dafür!) befinde ich mich jetzt wie in einem Erkenntprozeß, der sicher noch ein Weilchen andauern wird.
Klar ist mir mittlerweile geworden, daß es sicher noch keine Sucht ist, womit ich aktuell zu kämpfen habe. Aber ich bin/war stark gefährdet davon. Und dies gibt mir schon stark zu denken.
Ich komme nunmal mit meinem relativ neuem "Rentnerleben" noch immer schwer zurecht. Es fehlt mir dabei auch an der Selbstakzeptanz, daß es jetzt eben so ist.
Mich quälen so manches Mal Träume, die mit meinen ehemaligen Jobs zu tun haben, wo ich z.B. meinen Arbeitsplatz nicht mehr wieder finden kann und daher nur umher irre oder wo meine Firma so "umgebaut" wurde, daß ich sie gar nicht mehr wiedererkennen kann oder daß ich noch in meiner ehemaligen Firma freiwillig unentgeltlich weiterarbeite und mich dann darüber beschwere, daß ich keinerlei Lohn/Geld dafür bekomme...
Heißt also: Mein ganzes Unterbewusstsein hat mit den einstigen Jobs noch lange nicht abgeschlossen.