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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Florian K., oder wenn Mobbing zum Amoklauf führt



Pop
29.09.2010, 09:49
77Hallo Harry Gambler,

es haben sich in verschiedenen Dienststellen meines Bundeslandes im Laufe der Jahre mehrere Kollegen mit ihrer Dienstwaffe erschossen. Zwei von ihnen waren mir persönlich bekannt. Eine dienstliche Ursache für den Freitod wurde (juristisch) ausgeschlossen. In dem Leitfaden für Gesundheitsmanagement, den ich erwähnte, ist zu lesen, dass sich dienstliche und private Probleme nicht eindeutig trennen lassen (psychologisch). Es besteht eine wechselseitige Beziehung zwischen dienstlichen und privaten Angelegenheiten. Nach einem Amoklauf an einer Schule ist mir der Gedanke gekommen, dass so etwas auch bei uns möglich wäre. Ich komme morgens zum Dienst und ein Kollege ballert blindwütig durch die Gegend. Schrecklicher Gedanke. In dem Kinofilm "Falling Down" spielt Michael Douglas einen Amokläufer, der mit weißem Hemd, Krawatte und Aktenkoffer seinem Frust Raum gibt. Sehr gute Sozialstudie, finde ich. Der Psychiater und bekennender Katholik Manfred Lütz schrieb 2009 ein Buch mit dem Titel:"Irre Wir behandeln die Falschen-die Gesunden sind das Problem-eine heitere Seelenkunde". Ich habe das Buch(noch) nicht gelesen, aber der Titel des Buches bringt ein großes gesellschaftliches Problem auf den Punkt, das manchmal leider in Amokläufen mündet. Ich möchte kein Opfer eines Amokläufers werden, aber ich hätte für dessen Motive Verständnis.


Pop

Minna
29.09.2010, 13:16
Nach einem Amoklauf ist jeder erschüttert, fassungslos und hunderte Kerzen werden für die Opfer angezündet. Das aber meistens unter den Opfern auch diejenigen sich befinden, die diesen verzweifelten Menschen zu so einer schrecklichen Tat gebracht haben, daran denkt niemand.
Natürlich ist so etwas furchtbar, weil niemand das "Recht" hat andere zu richten und weil es auch immer wieder Unschuldige trifft/getroffen hat. Dennoch müssen auch die Hintergründe genauer betrachtet werden, wie lange of ein Mobbingopfer gedemütigt und gequält wurde.
Selber merkt man doch oft je nach seelischer Verfassung, wie schnell man wegen Kleinigkeiten auf 200 gebracht werden kann. Wie muss sich erst so ein Mensch fühlen, der Mobbing lange Zeit ertragen musste.
Diese Aussage stimmt, es werden wirklich die "Falschen" behandelt. Gäbe es kein Mobbing, würde es auch keine Amokläufer geben.

Minna