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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wurde Mirco (10) von einem Mobbing-Opfer missbraucht und ermordet?



Ibag
02.02.2011, 12:07
Hallo Harry,
ich glaube, das das etwas zu weit hergeholt ist.
Dennoch, ich gebe Dir damit Recht, dass Menschen teilweise so sehr von den Chefs und/oder Kollegen in die Ecke gedrängt werden, dass sie mit dem massiv aufgetretenen Frust nicht mehr klar kommen und den umleiten müssen, denn alle Türen sind zu.
Ich glaube, man nennt das Übersprunghandlung. Wenn der Mörder keinerlei pädophile Neigungen hatte und urplötzlich sogar einen Mord begeht und sexuell mißbraucht.
Wenn ich an die Amokläufer in den Schulen denke, ist da der Auslöser der blanke Hass. Meist sind das ja auch ausgegrenzte Jugendliche, die schwer gemobbt und schikaniert wurden. Hier kann man aber von geplanter Rache sprechen und nicht von Übersprunghandlung, denke ich.
Allgemein betrachtet führt Mobbing zu einer psychischen Ausnahmesituation, die zu Fehlern führt, die der Gemobbte nicht gemacht hätte, wenn man ihn nicht so gequält hätte. Das ist sogar im Arbeitsrecht berücksichtigt, dass die Gemobbten eben zu diesen Fehlhandlungen neigen, lassen sich leicht verführen ihren Frust mit ebenfalls strafwürdigem Verhalten zu kompensieren.
Frust kann man ja auch durch Joggen und Gemeinschaft abbauen, durch liebevolle Beziehungen zu Familie und Freunden. Aber oftmals verändert sich der langjährig Gemobbte so massiv, dass das soziale Umfeld auch nicht mehr präsent sein kann.
Das ist der Grund, weshalb ich Mobbing für sehr gefährlich halte, es verändert die Psyche, die geistige und seelische Verfassung.
Menschen die sich gemobbt fühlen, werden tatsächlich gemobbt. Nur ist es unbequem das zu sehen, dann entläßt man lieber den Gemobbten.
Ich komme zurück auf Micos Mörder, der ja Frau und zwei Kinder mit seiner Arbeit versorgen mußte. Abmahnung erhalten, die Not so groß die ganze Familie zu verlieren, wie sollte er das der Familie beibringen, dass er beruflich gescheitert ist? Große Firmen wie die Telekom haben doch Betriebsärzte. Ich verstehe nicht, wieso die davon nicht informiert wurden. Leider machen Betriebsärzte und selbst Gewerkschaften auch immer noch zu viel für die Arbeitgeber und zu wenig für die Arbeitnehmer.
Trotzdem, es rechtfertigt nicht, einen Mord zu begehen. Absolut nicht!
Wann wird die Gesellschaft endlich wach? Was muß noch alles passieren, damit Mobbing nicht als Kavaliersdelikt und zu belächelnde Machtdemonstration betrachtet wird? Die Mobber werden doch belohnt!!!
Das muss sich verändern, aber dalli!
Ibag

Coach
02.02.2011, 16:43
Meiner Einschätzung nach reden wir hier von weitaus mehr als "nur" von einem Mord, den der Mann begangen hat. Ich würde mich auch nicht mit der Erklärung, er würde pädophile Neigungen haben, zufrieden geben.

Sicher, das Klima auf seiner Arbeit, das Verhalten seines Chefs, der Stress, Druck und auch Mobbing haben sein Verhalten begünstigt. Sind jedoch einige Dinge in diesem Verlauf über so viele Monate so dermaßen ambivalent, dass es zu einfach wäre, es hier schlichtweg auf die ihn so belastende Situation zu reduzieren.

Wir erinnern uns alle, wie lange diese schreckliche Tat nun zurückliegt und wie lange diese verzweifelten Eltern nach ihrem Kind suchen. Er ist selbst Vater von Kindern und als umgänglicher und harmonischer Familienmensch in seinem Umfeld bekannt - da müssen ganz einfach noch viel tiefgreifendere Störungen bei ihm vorliegen. Das so auszuhalten, dass in näherer Umgebung alles nach diesem Jungen sucht und so zu kompensieren und verdrängen zu können, dass niemand, der ihm nahesteht, auch nur den Verdacht bekommt, irgendetwas könne nicht stimmen, ist schon sehr bedenklich.

Mich würde nicht wundern, wenn sich im Laufe der Ermittlungen noch weitere Opfer zum Vorschein kommen.

Vielleicht wird man den konkreten Ursachen niemals richtig auf den Grund gehen können - aber hier spielt sicher viel mehr eine Rolle, als man im ersten Moment zu erkennen glaubt.

Aber ich gebe meinen Vorrednern recht - Betriebsarzt & Co. hätten bereits auf den Plan gerufen werden müssen. Denn die Mobbing-Problematik wird nicht erst seit gestern bestehen und es wird ganz sicher Gründe geben, warum sein Chef so mit ihm umging. Er wird auffällig geworden sein - man hat weggesehen und eher noch seinen eigenen Vorteil daraus gezogen, als zu erkennen, dass hier psychologische oder psychiatrische Hilfe hätte Aufschluss bringen können.

Herbert 44
02.02.2011, 20:13
Und was ist wenn dieser Mensch einfach seit Jahren/Jahrzehnten bereits ein Doppelleben führt?

Die Täuschung und Tarnung zu seinen Stärken gehört? Die eiskalte Abgebrühtheit?

Es gibt Menschen die einfach anders und austicken. Und manchen sieht man es nicht mal an. Im Gegenteil sind unscheinbar und wie die Unschuldslämmer. Aber hinter der öffentlichen Maske sind es Monster, denen man arglos die Hände gibt und lächelt.

Mit Ausreden schnell zur Hand wenn es ihnen an den Kragen geht, um den Bezugrahmen und vor allem die Verantwortung wegzuschieben von sich und ihrer Verweigerung sie anzunehmen. Das was sie schon immer gescheut haben. Sonst könnte man kein solch hervorragender Schauspieler werden. Dazu braucht man jahrelange Übung und nicht nur Naturtalent. Sein Verhalten hat Struktur und System.

Kann sein, dass ihm sein Chef sogar irgendwie auf die Schliche kam. Warum denn sonst die Versetzung. Irgendwie gings wohl nicht mehr mit ihm.

Warum zum Teufel stürzt sich nun alles auf eine Mobbing Situation die keiner nachvollziehen kann und vielleicht die Kritik des Chefs durchaus berechtigt war? Es gibt auch durchaus mehr als genug uneinsichtige, weisungsresistente und renitente Mitarbeiter die sich einen Dreck darum scheren was die Firma oder der Chef will. Soll man die einfach so gewähren lassen? Fehlanzeige! Dann stehen dir dauernd nette Kollegen in der Tür die sich reihenweise beschweren was der oder die schon wieder falsch macht. Kommt es zur Eskalation ziehen dann alle diejenigen welche sich zuvor vortrefflich bei der Wahl der schwersten Sanktionen zeigten, den Schwanz ein, wenn es darum geht Farbe zu bekennen. Dann will auf einmal keiner mehr der "Böse" sein, weil alle erschrecken wenn man tatsächlich ernst macht.

Wird hier nun dem Täter auch noch ein Alibi verschafft ala: Der/Sein Chef war schuld!

Hallo? Gehts eigentlich noch?

Für mich ist das ein kranker Psychopath der final auf Lebenszeit auf Nummer sicher gehört.
Ich hoffe inständig, dass Coach nicht recht hat und sich noch mehr Fälle finden!
Ist dann auch der Chef schuld?

Und wenn er alle andern so täuschen konnte, bleibt die Frage wie die Betriebsräte oder die sonst genannten Institutionen das hätten merken sollen. Das sind ja schliesslich alles durchstudierte spezialisierte Kriminalpsychologen die mit mindestens 100 Jahren Berufserfahrung auf dem Fachgebiet, Betriebsrat oder Krankenkassenberater spielen.

Was also sollen solcherlei Behauptungen? Wieder mal ein Zerr "Bild", um Schuldige zu suchen, aber nur nicht die Tat der Verantwortung eines kranken Menschen zuordnen. Bedauerlich für den Täter als Mensch und dessen Familie die nun mit der Schande und den Anfeindungen leben müssen, aber noch mehr für das Opfer selbst und die Angehörigen des Opfers. Denkt an das Opfer auch mal einer? Reicht eines nicht? Muss jetzt auch noch der Kopf vom Chef rollen?

Was für ein Hirnfurz soll das wieder sein!

Gruss Martin

Minna
02.02.2011, 20:24
Es ist so unfassbar grausam, dass mir ehrich gesagt die Worte fehlen. Frust oder Mobbing im Beruf als Grund für so eine Tat, unbegreiflich! Das wäre wie Amoklaufen, aber "nur" an einen einzigen unschuldigen 10 jährigen Jungen. Ob krank oder abartig, es gibt dafür keine Entschuldigung. Und das dieser Mörder nun in der Knasthierachie an letzter Stelle steht finde ich nicht einmal schlecht,vielleicht bekommt er dadurch nur ein Bruchteil von Angstgefühl zu spüren, was dieser arme Junge in seinen letzten Stunden erleiden musste.

Herbert 44
07.02.2011, 08:28
Was ist die Einschätzung einer "BILD" wert?
Und hat der Soko Leiter mal überlegt wenn er so ein "Vorurteil" von sich gibt, was das für den, wie sich nun herausstellte, unschuldigen Chef bedeutet?
Das zeigt doch wie lax mit dem Schicksal anderer umgegangen wird. Denn irgendwer wird dennoch behaupten; "Da muss was dran gewesen sein!"
Was gesagt ist ist gesagt und prägt unser Denken von dem Moment an wo wir es gehört/verniommen haben.

Denkt also jetzt bloss nicht an einen roten Ferrari..... Und?.......... was ist passiert: Genau dieser rote Ferrari taucht doch in den Gedanken auf.
Das ist eine so miese Masche und die Menschen können gar nicht anders weil unser Gehirn so konstruiert ist, dass es keine Verneinungen registrieren kann.
Alles wird verarbeitet und damit ist der Manipulation der Massen Tür und Tor geöffnet. Das wissen alle Diktatoren.

Diese Gier der Menschen unbedingt und sofort einen Schuldigen zu finden und zu bestrafen, anderen noch mehr Schuld zuzuschieben damit es möglichstz dramatisch wird und damit diese Sicht nach Sensationen und Blut? Solange es nicht das eigene ist, scheint es den Menschen vollkommen egal zu sein wieviel da fliesst.
Aber viel davon muss es sein.

Für mich ist klar. Auch wenn dieser Mann in diesem Moment nicht Herr seiner Sinne war, dann wird er es irgendwann wieder sein und wieder ein fürchterliches Verbrechen begehen. Das macht ihn gefährlich, lebensgefährlich für hilflose Opfer wie Mirco. Und deshalb fordere ich diese Täter von der Gesellschaft fern zu halten. Und zwar für immer.
Und noch dazu: Sollte ein wahnsinns Psychologe diesen Täter jemals wieder für geheilt befinden, dann darf er ihm auf Schritt und Tritt folgen bis an sein Lebensende.
Oder hat mal einer erlebt, dass die Gutachter, welche solchen Tätern wieder zur Freiheit verholfen haben, für ihre falschen Gutmensch-Empfehlungen zur Verantwortung gezogen wurden. Neeeeiiin...! Die sind doch selbstgefällig über jeden Zweifel erhaben.
Na solchen Scharlatanen würde ich zeigen wo der Bartel den Most holt.

Ich bin nur ein Laie was die Psychologie anbelangt. Doch soviel habe ich gelernt: "Niemals wirst du alles sehen!" In solch einem Fall gilt es das Wohl der Allgemeinheit über das des Einzelnen zu stellen.

Gruss Martin

Herr Sonntag
07.02.2011, 12:31
@ psycho - für immer wegsperren klingt zunächst gut. Kennst Du das 3-Tatengesetz in den USA ? Wahrscheinlich nicht, denn sonst wäre dir klar, dass bei einer solchen Rechtslage noch mehr Kinder umgebracht werden würden. Je höher die Strafe, desto höher ist auch die Bereitschaft jemanden umzubringen um nicht erwischt bzw. bestraft zu werden.
Der Umkehrschluss : keine Strafe, also auch keine Morde, ist auch nicht richtig. So merkwürdig das klingt, aber es gilt die Bestrafung zu finden, die am wenigsten Opfer erzeugt. Das ist im Moment der Kompromiss den unser Rechtssystem macht. "An den Eiern aufhängen" oder "ab in den Steinbruch" mag angesichts des Mordes an Marco verständlich sein, das Problem allgemein wird dadurch nicht gelöst. Oder bist Du auch der Meinung "unter Adolf hätte es das nicht gegeben" ? Das stimmt nämlich nicht. Es gab unter Adolf genauso Sittlichkeitsverbrechen und Morde. Insgesamt war es sogar eine wesentlich kriminellere Zeit als heute.
Was mich stört, ist die Tatsache, dass sich kaum jemand Gedanken um eine wirksame Prophylaxe macht. Da anzusetzen würde vielen Familien extremes Leid erparen.

Was diesen angeblichen Zusammenhang zwischen Mobbing und dem Mord an Marco angeht, da hat man sich in der Wortwahl und der Beurteilung der Situation völlig vertan. Seinen beruflichen Frust in einem Sexualmord auszutoben liegt ausserhalb jeglicher Diskussion. Wenn der Täter das wirklich ernsthaft von sich gegeben hat, dann wäre das allein schon ein Grund für eine SV. Wobei wir wieder am Anfang wären, denn ich habe auch kein Patentrezept auf Lager.

Rep
07.02.2011, 13:16
Kennst Du das 3-Tatengesetz in den USA ? Wahrscheinlich nicht, - wieso wahrscheinlich nicht ? Warum unterstellst du das ? Ich kenne das Gesetz und es ist absolut Scheiße ! Wir verdanken das dem Clinton, das ist der der sich im oral-office einen blasen lies !

Coach
07.02.2011, 13:52
Prophylaxe - welche Art der Prophylaxe soll das denn sein?

Man kann in solche irren Köpfe leider nicht vorab hineinschauen; genauso wenig, wie man in jeden anderen Kopf hineinschauen kann. Leider, in diesem Fall jedenfalls. Auch ein noch so kompetenter Gutachter erlebt nur den jeweiligen Augenblick und das, was ihm der Mensch zeigt und mitteilt. Nicht mehr!

In einem stimme ich zu, man sollte bereits auffällige Menschen aufmerksam wahrnehmen. Was jedoch auch mit Vorsicht zu genießen ist, denn nicht jeder, der mal irgendwie auffällig wird und nicht der "Norm" entsprechen zu scheint, ist gleich ein potenzieller Serientäter, Mörder, **************, Pädophiler etc. Gegen eine eventuelle Möglichkeit und der damit einhergehenden Vorverurteilung würde ich mich verwahren.

Allerdings wäre hilfreich, wenn bereits straffällig gewordene Täter bekannt wären. Und dabei meine ich nicht den Ladendieb! Wenn unser Rechtssystem nun mal so ist, dass Mörder und Vergewaltiger wieder irgendwann auf freiem Fuß sind, dann haben diese Leute verdammt noch mal ein Vorleben zu haben und das ist nicht mit einer Reset-Taste zu löschen, damit sie mit einer neuen Identität ihr Leben neu klöppeln können.

Jeder Mensch hat die Verantwortung für sich selbst und für das, was er tut. Die Konsequenzen unseres Handelns müssen wir tragen, lebenslang. Wenn wir Fehler machen, hat das oft Auswirkungen für unser ganzes Leben.
Da kommt niemand, der uns irgendwann über den Kopf streichelt und sagt, ab heute ist alles wieder auf Null gesetzt, fang noch mal von vorne an.

Unglaublich, dass es bei Menschen, die anderen Menschen großes Leid zufügen anders sein soll.

Um noch mal auf die Prophylaxe zurückzukommen.

Eine in meinen Augen sinnvolle Prophylaxe könnte sein, dass die Täter entweder niemals wieder das Tageslicht sehen, sich stattdessen arbeitend der Gesellschaft als nützlich erweisen, hinter Gittern versteht sich.
Kein Gutachter dieser Welt kann zu 100 % bescheinigen, dass ein Mensch nicht zum Wiederholungstäter wird - weil wir nun mal nicht hineinschauen können.
Wenn es dann doch so sein soll, dass die Täter eines Tages entlassen werden - dann sollte man das auch wissen dürfen, wenn so jemand in die Nachbarschaft zieht.

Das wäre eine wirklich sinnvolle Prophylaxe.

Einem stadtbekannten Autoschieber stelle ich mein Fahrzeug auch nicht unbedingt auf den Parkplatz und lass vielleicht noch die Schlüssel stecken.

Ich würde gerne die Chance haben, mich und meine Familie zu schützen bzw. aus dem Weg gehen zu können. Und das ohne Aufhebens, einfach die Konfrontation meiden.

Die Menschen anschließend wissentlich ins offene Messer laufen zu lassen, ohne wirklich zu wissen, dass ein Täter sich geändert hat, halte ich schlichtweg für verantwortungslos. Und nochmal, niemand kann ermessen und abschließend sicher einschätzen, ob ein Täter nicht wieder bereit ist, so etwas zu tun.

Ich bin kein großer Freund von Til Schweiger's Schauspielkunst, bewundere jedoch, dass er seinen Platz im Filmbusiness gefunden hat. Allerdings hat mich sehr beeindruckt, wie klar sein Standpunkt zu diesem Thema ist und ich kann das nur teilen.

Fragen wir 100 Leute, würden wir wohl 100 verschiedene Meinungen hierzu hören können. Jeder wird das aus seiner ganz eigenen Sicht sehen. Das zeigt auch wieder die Unterschiedlichkeit eines jeden Einzelnen - deshalb wird wohl nie eine Lösung gefunden werden, mit der alle zufrieden sind oder die allen gerecht wird.

Ich bin dafür, die Dinge bzw. die Verhältnismäßigkeit immer abzuwägen unter Berücksichtigung, dass jeder für sein Tun und Handeln auch die volle Verantwortung trägt und niemand sonst.

Kommt jemand frei, haben die Mitmenschen das Recht, darüber informiert zu werden. Damit bleibt aber immer noch dem Täter das Recht, aus seiner Straftat Lehren gezogen zu haben, sich geändert zu haben etc. Das bleibt ihm unbenommen. Er darf und muss es beweisen, sich und anderen.
Wenn ihm die Menschen auf die Pelle rücken, ihn bedrohen o. ä., hat er - wie jeder andere auch - das Recht, per einstweiliger Verfügung für Abstand zu sorgen.

Er hat nun mal so eine schlimme Tat begangen und hat nun mal auch die Konfrontation auszuhalten, die daraus resultiert.

Das ist das Mindeste, was man den Opfern und der Gesellschaft schuldig ist.

Sabine.

S. Br.
07.02.2011, 22:58
Unter Prophylaxe versteht man Maßnahmen zur Vorbeugung.

dsf
08.02.2011, 00:40
der typ labbert doch nur rum. Zuerst war es Mobbing und jetzt ist er angeblich selbst missbraucht worden. Am Schluß stellt er sich als Opfer der Schundliteratur dar.
Das war ein feiger Mord und das sollte Lebenslänglich geben. Alles andere wäre eine nachträgliche Verhöhnung des Opfers.

Herbert 44
08.02.2011, 07:50
Hallo Herr Sonntag

Ich mag mich zwar nicht daran erinnern die Todesstrafe oder Folter ins Kalkül gezogen zu haben aber seis drum.

Ich bin weder Freund von Todesstrafe noch von Folter oder Auge um Auge, Zahn um Zahn im körperlichen Sinne.
Das "Kains Mal" der Bibel kommt dem gleich was viele fordern. Dass jemand der jemanden anders getötet hat Zeit seines Lebens mit dem Zeichen des Mörders herumlaufen muss.

Kain hatte seinen Bruder getötet aus Eifersucht also niederem Beweggrund. Er war auf freiem Fuss und konnte weiter leben wie er es wollte. Nur mit der Einschränkung, dass er Zeit seines Lebens damit klarkommen musste, dass sofort jeder wusste was er auf dem Kerbholz hatte. Im Gegenteil: Keiner sollte ihm etwas körperlich zuleide tun.

Das halte ich sogar für eine weise Sanktionierung in einer ansonsten funktionierenden Gesellschaft. Für einen ansonsten klar denkenden Menschen, dem in einer bestimmten Situation, vielleicht Verzweiflung, die Sicherungen durchgegangen sind, kann das funktionieren wenn er sich schuldig fühlt und Reue zeigt und/oder die Gesellschaft ihm diese Schuld als Ganzes bewusst macht. Der Täter nicht die geringste Chance hat in die Anonymität abzutauchen. Dann fängt er an über seine Schuld die er sich aufgebürdet hat nachzudenken. Muss er mehr Gutes tun als alle anderen um wieder eingereiht zu werden.
Jemandem das Leben zu nehmen kann nicht gesühnt werden ausser mit dem eigenen Leben. Statt es dem Täter aber zu nehmen soll er sein Leben von da an in den Dienst Bedürftiger stellen. Tut er es nicht freiwillig, dann soll es unter Zwang geschehen.

Nehmen wir zum Beispiel den Autounfall. Jemand fährt besoffen jemand anderen zu Tode oder zum Krüppel. Tatbestand: Fahrlässige Tötung/Körperverletzung. Geht da jemand in den Knast dafür?
Nö! Ist ein Kavaliersdelikt. Zumal in diesem Zustand der "arme" Beklagte auch noch unzurechnungsfähig war. Zumindest temporär, er aber bewusst diesen Zustand herbeigeführt hat. Schliesslich hat er das Glas selbst an den Mund geführt. Oder etwa nicht? Was spricht dagegen diesem Menschen lebenslang die Hälfte seines Einkommens Opfern von genau solchen Delikten zukommen zu lassen. Genau so muss jedem der sich ans Steuer setzt gewahr sein was passiert, wenn er gegen die Regeln verstösst und dadurch jemand anders ins Unglück gestürzt wird.
Dadurch nimmt er einen wichtigen Teil der Gesellschaft weg. Einen Menschen. Denn ohne Menschen keine Gesellschaft! Kommt jemand zu Tode so soll derjenige der hierfür verantwortlich ist solange die Hälfte seines Einkommens in einen Hilfsfond für Verbrechens- und Gewalttatopfer zahlen bis zur statistischen Lebensarbeitszeitgrenze von Mann und Frau.

In dem Bewusstsein für solch eine Tat in dieser Art und Weise in Tat und Wahrheit zur Rechenschaft gezogen zu werden würde manchen überlegen lassen ob er den Autoschlüssel in der Tasche lässt und das Taxi nimmt.

Doch das funktioniert vielleicht bei Menschen die klar im Kopf sind. Bei Täter wie der von Mirco wird so etwas nicht funktionieren, will heissen, dass die frei rumlaufen können.
Keiner weiss wann dem die Sicherung wieder durchgeht. Deshalb müssen für diese Leute, und das sind nicht Tausende. Anstalten geschaffen werden die ihnen sowohl ein Dasein ermöglicht aber eben mit der Einschränkung nicht mehr in die Freiheit entlassen zu werden. Sie sollen arbeiten können und von mir aus auch einen Partner haben dürfen. Aber nicht mehr nach draussen. Was sie erarbeiten soll ihren Opfern oder der Opferhilfe zugute kommen. So sollen sie ihre Schuld an den Opfern und der Gesellschaft begleichen.

Das halte ich durchaus für ein salomonisches Urteil das sogar den Tätern eine gewisse Form der Menschenwürde bewahrt. Aber eben nicht lossagt von ihrer lebenslangen Verpflichtung. Schliesslich haben sie ein Leben genommen, dass nicht mehr gelebt werden kann.

Mich in die Nähe der Stammtischbrüder zu rücken die am liebsten jeden abmurksen würden und selbst mit ein, zwei Glas zuviel dann den Heimweg mit dem Auto antreten betrübt mich. Schade, dass du so eine Meinung von mir hast.

Gruss Martin

ram
08.02.2011, 15:47
Ich sehe es als wichtig, dass man über solche Menschen informiert wird - nur so können wir uns schützen! Ich hatte mal einen "netten" Rentner auf meine Kinder 4- 12 Jahre aufpassen lassen, wo ich annahm ihn gut zu kennen. Ich bin zufällig dazu gekommen, als er sich an meiner 6 jährigen Tochter "ergötzt" hatte. Das schlimme daran- alle im Haus haben es gewust, wie der drauf ist und mir nichts gesagt. Ich konnte schlimmeres verhindern - meine Tochter hatte zum Glück die Situation noch nicht begriffen. Auf die Hausbewohner war ich mehr als sauer.
************** gehören öffentlich gemacht - mit Name und Adresse - nicht der Rache wegen, nur zum Eigenschutz.
MfG Ram

Coach
08.02.2011, 16:09
Ja, genau deshalb, Ram.

Hier ist viel zu tun und die Justiz muss endlich mal erwachen und umdenken. Denn dass der bisherige Weg nicht funktioniert und niemals funktionieren wird, erleben wir ja immer wieder. Außer, dass es dem Staat eine Menge Geld kostet, wenn dann auch noch rund um die Uhr Polizeischutz nach Entlassung dazu kommt, weil der Täter als weiterhin sehr gefährlich eingeschätzt wird. Unglaublich, gestern erst wieder so eine Aussage in den Medien gehört ...

Und genau diese Beamten fehlen dann an anderer Stelle. Ein Teufelskreis.

Berlinger
08.02.2011, 18:03
ich bin schon etwas älter und möchte euch ein Kleinigkeit zum Nachdenken geben. Mein Freund war in deselben Fla-Kompanie wie ich. Er ist kurz vor Kriegsende ( März 1945) abgehaun, wurde erwischt. Es gab ein Verfahren wegen Fahnenflucht. Die braven Bürger haben ihn bespuckt als er in den Gerichtssaal geführt wurde. Todesurteil. Der Richter war nach dem Zusammenbruch wieder als Richter tätig.
Wiederum ein Freund von mir war homosexuell. § 175 . Er wurde verurteilt weil er mit einem anderen, ebenfalls erwachsenen Homosexuellen erwischt wurde. Sein Leben war ruiniert. Die braven Bürger waren sich damals (1954) auch alle einig, dass die schwule Sau in den Knast muss.
Was passiert, wenn eines Tages festgestellt wird, dass es sich zumindest bei einigen Sittlichkeitsdelikten um eine hirnorganische Störung handelt ? Ich habe damals den Fall Bartsch sehr genau verfolgt. Es gelang Bossi ein sehr präzises Psychogramm zu erstellen. Das war auf jeden Fall mal ein Ansatz. Bartsch wurde zu lebenslänglich verurteilt und lies sich freiwillig kastrieren. Der Arzt der die Kastration vornam war ein Murkser und Bartsch starb im Op. Wie gesagt, ich bin schon etwas älter und mit den Jahren vorsichtiger geworden mit dem "verurteilen".

Erwin
08.02.2011, 19:03
hallo berlinger, ich erinnere mic hauch noch gut an die Diskussionen über Homos so in den sechzigern. das war ganz schön heftig .

ram
09.02.2011, 20:05
************** mit Homosexuellen in Bezug zu bringen ist etwas weit her geholt. Soviel mir bekannt ist geht es hier niemals gegen den Willen des Partners. Es ist doch gut, dass man endlich Homosexuallität straffrei gestellt hat. Ihr glaubt aber nicht allen Ernstes, dass in 50 Jahren Kindsmißbrauch zur Normalität erklärt wird? Die gehören auch in 100 Jahren weggesperrt.
Gruß Ram

Berlinger
09.02.2011, 20:51
Wegsperren ist notwendig , solange keine sichere Therapie vorhanden ist.

Im Bezug auf Homosexualität hast Du vermutlich die Diskussionen 1950 / 60 nicht mitbekommen. Die Argumente damals waren den heutigen sehr sehr ähnlich. Nur jetzt, ja jetzt sieht alles ganz anders aus. Wer vor 50 Jahren ernsthaft behauptet hätte wir würden mal einen homosexuellen Aussenminister bekommen, der wäre in der Psychiatrie gelandet! Warte mal ein paar Jährchen, dann wirst Du verstehen was ich meine.
Und um das in aller Deutlichkeit klar zu stellen, ich bin kein Freund von **************n. Ganz im Gegenteil !

Aber solange wir das Problem nur auf der emotionalen Schiene diskutieren, werden wir kaum eine Lösung finden.

ram
09.02.2011, 22:33
Ich weiß, wie man Homosexuelle früher behandelt hat und manche denken leider auch jetzt noch so.
Man durfte bis vor 22 Jahren die DDR nicht verlassen ohne mit Verhaftung oder Todesfolge zu rechnen und auch hier hat der brave Bürger zugestimmt. In der DDR gabs sogar für Andersdenkende noch die Todesstrfe (letzte Hinrichtung 1981 in Leipzig!)************** waren in der DDR aber ein "Tabuthema". In manchen Ländern werden heute noch Frauen "gesteinigt" und auch hier wird zugestimmt.
Wir können froh sein, dass viele Unrechtgesetze gegen "andersdenkende Menschen" wenigstens in unserem Land aufgehoben wurden, auch wenn es für viele zu spät war. Viele dieser Gesetze gibt es nur, weil die vorgegebene Gesellschaftsnorm keine Toleranz duldet. Alles was nicht der Gesellschaftsnorm entspricht, wird bekämpft. Das war schon immer so und findet man auch noch heute bei "kleinkarierten" Bürgern im deutschen Alltag.
Gruß Ram