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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was kann ich noch versuchen?



Malida
31.03.2016, 23:09
Hallo,

ich hoffe ich bin nun im richtigen Thema gelandet.

Ich fange einfach mal mit der Kurzfassung an. Meine gesamte Schulzeit wurde ich gemobbt. Von Freunden und auch Klassenkameraden. Manchmal hatte ich auch Freunde aber dann ging es nach einiger Zeit plötzlich wieder los mit dem Mobbing. Das ist nun 10 Jahre her. Ich hab das Thema immer tot geschwiegen, obwohl ich auch heute noch manchmal das starke Bedürfnis habe darüber zu reden was mir passiert ist. Es ist mal besser mal schlimmer. Zur Zeit ist es schlimm...
Habe das Gefühl, dass mein Sozialleben drunter leidet, weil ich immer die Angst habe, wieder gemobbt zu werden, ausgegrenzt zu werden oder mich in liebgewonnenen Menschen getäuscht zu haben.
An dem vergangenen Mobbing gebe ich insgeheim mir selbst die Schuld, mein Selbstwertgefühl ist am Boden, ich habe das Gefühl mit mir stimmt irgend etwas nicht, weshalb die meisten Menschen in Wahrheit von mir genervt sind und nur aus reiner Freundlichkeit nett zu mir sind.
Ich bin mir nicht sicher ob meine Mitmenschen das auch so wahrnehmen.
Ich weiß nicht wie ich aus dieser Situation ausbrechen kann. Ich will einfach nicht mehr so denken und ständig besorgt sein, wer mich als nächstes als "Opfer" sieht. Ich will wieder lernen zu vertrauen. Mir selbst und auch anderen Menschen.

So ich denke das reicht für den Anfang. Bei Interesse schreib ich noch mehr.

Vielleicht hat mir jemand Tipps was ich versuchen kann um mich besser zu fühlen?

Ich danke schonmal fürs Lesen und Antworten.
Grüße

Ilythia
01.04.2016, 17:35
Hallo Malida,

viele Mobbingopfer haben die gleichen Gedanken, mit denen du dich jetzt herumquälst. Man fragt sich "warum ich?"; "was ist an mir falsch?"... und dreht sich immer wieder im Kreis.
Während der Schulzeit sind es die "falschen" Klamotten, das "falsche" Handy usw. Man denkt vielleicht auch anders als die anderen, sieht auch mehr und weigert sich schon daher, dem Leithammel so blind zu folgen, wie es die ganzen Mitläufer tun. Das merkt natürlich auch der Leithammel und versucht sein "Bestes" ,zu verhindern, dass auch andere einmal ihr Hirn einschalten. (Diese Erfahrung musste ich selbst manchen als Mobbingopfer)
Das ändert aber nichts daran, dass man als Opfer unter einem angeschlagenem Selbstbewusstsein leidet und auch erst einmal seinen Platz in der Welt wieder suchen muss. Das dauert seine Zeit, aber man muss auch bereit sein, das ein oder andere Fettnäpfchen in Kauf zu nehmen. Der Unterschied besteht darin, nicht jedes Mal zu sagen "Ach, ich hab es doch gewusst, es geht wieder schief", sondern weiter zu machen. Kopf hoch "Shit happens" und durch. Dadurch gewinnt man auch wieder Selbstbewusstsein.
Leute die Mobben wird man sein ganzes Leben lang irgendwo treffen. Sei es bei der Arbeit, oder auch Privat. Natürlich schmerzt es, wenn es gerade diejenigen sind, die man für Freunde hielt, aber du hast auch den Vorteil, diese Menschen einfach stehen lassen zu können. Dreh dich um, hak es ab. Freunde finden sich immer wieder. Auf Typen, die dich nicht so akzeptieren, wie du bist, kannst du pfeifen. Lerne los zu lassen. Nicht alles zu sehr an dich heran kommen zu lassen. Und versuche einmal, Situationen aus einer sachlichen Perspektive zu betrachten. Wobei es nicht darum geht, schon wieder bei sich auf Fehlersuche zu gehen, sondern seiner Umgebung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Du wirst merken, wie viel dir plötzlich an den anderen auffällt, was dir zuvor entgangen ist. Dann wirst du auch merken, dass sich deine Einstellung (auch dir selbst gegenüber) ändert. Du wirst mit Sicherheit auch fest stellen, dass du gar nicht so viele Fehler hast, wie du bisher geglaubt hast.
Man muss es nicht allen Recht machen, oder sich immer wieder fragen, was man selbst falsch macht. Dann kommt man im Leben nicht weiter. Mache deine Fehler, lebe wie du es möchtest und "sortiere" von dir aus die Leute aus, die dir nicht gut tun. Das, was dann übrig bleibt, sind richtige Freunde. Und wenn es denn auch niemand ist, ja und! Irgendwo stolpert man immer wieder einmal über Menschen, mit denen man gern Kontakt hat, oder auch nicht.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen...

LG

Ilythia

Malida
04.04.2016, 21:43
Hallo Ilythia,

erstmal vielen Dank für deine Antwort.
Also ehrlich. Ich habe lange drüber nachgedacht. Rein rational gesehen bin ich voll und ganz deiner Meinung. Vom Gefühl her (mir selbst gegenüber) ist es etwas schwieriger.

Ich weiß ich bin kompliziert und passe nicht überall dazu. Das ist ok für mich. Aber was mir in meinem Leben fehlt ist eine wirklich gute Freundin.
Hab versucht einfach mal allgemein ganz neue Leute kennen zu lernen aber so wirklich klappte es nicht.
Meine vorhandenen Kontakte sind oft eher sporadisch. Alle paar Wochen mal paar Sätze schreiben alle paar Monate mal paar Stunden sehen. Ganz ehrlich muss doch eigentlich an mir liegen. Die verhalten sich mir gegenüber so ziemlich alle gleich. Also liegts ja wohl an mir.

Auch mit Kollegen ist es immer gleich. Wir reden, wir lachen. Wir machen Pläne zum Kaffee trinken. Aber bei den Plänen bleibt es dann auch.
Ich versuche nicht irgendwas zu erzwingen. Wenn sie keinen Termin für mich finden dann hab ich einfach auch Besseres zu tun..

Ich weiß nicht, wenn ich jemals wieder gemobbt werden sollte ob ich das schaffe. Hab ziemlichen Horror davor, auch wenn ich weiß das ich so nicht denken sollte. Hatte ja in den letzten Jahren öfters mal gefürchtet es würde wieder los gehen, dann passierte es aber zum Glück doch nicht.

Grüße

Ilythia
04.04.2016, 23:02
Hi Malida,

schön, dass du dich meldest. Und da haben wir´s wieder. Kaum geht es nur um sporadischen Kontakt, suchst du den Fehler gleich bei dir. Lass es bitte!:) Diese Leute verbucht man unter Bekannte und nicht unter Freunde. Du darfst einfach von deiner Umgebung nicht zu viel erwarten. Je größer die Erwartungshaltung ist, umso mehr wird man enttäuscht. Aber vor allem merken die Leute das und niemand läßt sich gern zu etwas drängen. (Klingt jetzt etwas drastisch, aber ich denke, den Tenor verstehst du?!) Du möchtest gerne "richtige" Freunde haben, wie jeder andere auch. Aber gerade Freundschaften wachsen daraus, dass man es einfach so laufen läßt. Man gibt etwas von sich und wenn der andere möchte, gibt dieser etwas zurück. Diesen Zeitpunkt bestimmt aber jeder selbst.
Also, alles mit der Ruhe.
Was deine Arbeitskollegen angeht, ist das auch normal. Es wird viel gelabert über alles Mögliche, aber letztlich ist dann nach Feierabend die Familie, der / die Freund/in und auch der eigene Freundeskreis doch näher, als jemand, mit dem man vielleicht das gleiche Büro (z. B.) teilt. Da lautet der Leitsatz einfach nur : Es sind Kollegen und keine Freunde! Und das ist auch richtig so. Ich habe noch keine Firma erlebt, wo es gut war, wenn sich Arbeitskollegen auch noch außerhalb der Arbeitszeiten gesehen haben. Da schleppt sich zu viel Privates mit ein und damit sollte man, auch wenn man die Leute länger kennt, sparsam sein.

Ich kann deine Angst vor erneutem Mobbing sehr gut verstehen. Das einmal erlebt zu haben, egal, wie lang der Zeitraum war, läßt einen nicht mehr so schnell los. Prägt einen auch. Aber deshalb in "ständiger Angst" zu leben, dass es vielleicht wieder los gehen sollte, nur, weil ein paar Leute einem vielleicht kühl begegnen oder die Zähne beim "Guten Morgen" sagen kaum auseinander kriegen, steht nicht dafür. Jeder hat seine Fehler und du darfst dir deine auch erlauben. Ebenso, wie du aber auch einmal Grenzen setzen kannst. Auch das stärkt das Selbstbewusstsein und zeigt auch deinem Gegenüber, dass du kein Spielzeug bist, dass man aus der Ecke holt, wenn´s gerade passt.

Grüße ebenso

Ilythia

Malida
05.04.2016, 21:31
Danke Ilythia deine Worte regen mich sehr zum Nachdenken an, was gut ist :)

Und ja ich habe den Tenor verstanden. ;)
Was ich meinte war, dass ich nicht versuche Freundschaften mit meinen vorhandenen Kontakten zu erzwingen, sondern eher das es mich nervt und teilweise auch belastet, dass mir Kontakte fehlen mit denen Freundschaften entstehen können. Das wird mit meinem zunehmendem Alter (und jetzt muss ich selbst schmunzeln) irgendwie immer schwieriger.
Bei der Arbeit frag ich mich nur manchmal wie Leute das machen (in der Schulzeit fragte ich mich das schon). Es gibt Menschen die sind sofort überall beliebt und werden sofort gemocht. Ich habe bei mir nicht das Gefühl, dass das jemals so war. War eigentlich eher das Anhängsel. Vielleicht ist das heute noch so.......
Floskeln nerven mich wie wir gehen mal zusammen da und da hin. Kann man sich schenken wenn man nicht vor hat es auch wirklich zu tun. Ich finde es ziemlich unhöflich. Heißt nicht, dass ich mein Leben danach ausrichte. Und ich gebe dir Recht. Freundschaft und Arbeit verträgt sich nicht. Zumindest nicht ab dem Punkt an dem man wieder getrennte Wege geht. Mal mit ein paar Kollegen Kaffee trinken oder sowas, find ich aber fürs Team gar nicht so schlecht. Unter Beachtung gewisser Grenzen versteht sich.

Mit einer kühlen Begegnung mit Kollegen/ Bekannten habe ich weniger Probleme. Schwierig wird es für mich, wenn 5 Leute vor mir den selben Fehler gemacht haben wie ich aber ich alleine den Ärger dafür kassiere. Schwierig wird es auch, wenn man meine Kompetenz in Frage stellt nur weil ich in einem familiären Unternehmen gelernt habe und nun in einem großem Unternehmen bin. Wenn ich frei habe (arbeite nur Teilzeit) vergessen die auch gerne mal mich anzurufen zu Teambesprechungen (die mir persölich wichtig sind) obwohl ich mehrmals zu mehreren Kollegen gesagt habe sie sollen anrufen oder kurz in FB schreiben damit ich daran teilnehmen kann. Es sind lauter Kleinigkeiten, die aber summiert schon eine Menge sind.

Grenzen setze ich inzwischen. Früher war ich eher verschüchtert und konnte das nicht. Habe lang daran gearbeitet aber heute schaffe ich es jedem direkt vor den Kopf zu knallen was mich gerade stört, ruhig und sachlich zu diskutieren, nein zu sagen und wenn es zu weit geht mein Gegenüber auch mal stehen zu lassen um zu einem späteren Zeitpunkt ein ruhiges und klärendes Gespräch zu suchen (sofern das Gegenüber dazu in der Lage ist). Ich glaube manchmal das is das Einzige was mich davor retten kann, das dieser Mobbing Horror, der bei mir viel zu lange und zu oft ging wieder anfängt. Trotzdem weiß ich nicht ob ich je damit abschließen kann :(

LG

Ilythia
07.04.2016, 22:10
Ach ja, diese überall beliebten Typen kenne ich auch. Aber glaube mir, so einen tollen "Job" haben die dann auch nicht. Stehen ständig unter Beobachtung (in diesem Sinne auch Leistungsdruck). Irgendwer zerreißt sich immer das Maul. Die einen positiv, die Neider natürlich negativ. Einige sind tatsächlich von dieser Person überzeugt, andere wollen nur ein Stück vom Kuchen, neidische Charaktere nur wieder eine Gelegentheit "Recht" zu haben. Fehler werden doppelt so hart zerpflückt, wie bei jemanden, der "ganz normal" ist. Nicht, weil der Fehler so besonders heraus sticht, sondern weil demjenigen eben jeder auf die Finger schaut.
Klingt nicht besonders prickelnd, oder?!

Klar nervt das, wenn X Leute den gleichen Fehler machen und du dafür die Lorbeeren erntest. Ich denke doch, dass du dann etwas sagst. Leider sind die wenigsten Vorgesetzten dann in der Lage, "die Bremse zu ziehen". Schön wird es natürlich dann, wenn man diesen Fehler als richtig erklärt bekommt und dann eins drauf bekommt. Tja, ohne Krallen und Ellenbogen geht es wohl heut zu Tage überhaupt nicht mehr. Da ist es völlig egal, ob der Kollege, der es einem erklärt hat, es gar nicht böse meinte. Aber zugeben wird er es nicht. Es gibt dagegen aber auch kein Patentrezept. Zuviel Streit in der Firma fällt irgendwie immer auf den Falschen zurück.

Jedenfalls kann ich aus dem letzten Abschnitt herauslesen, dass du doch schon einiges (an dir) geschafft hast! Es kostet viel Überwindung, seine (eigentlich falsche) Schüchternheit in den Griff zu bekommen und auch einmal ein kleines Reißzähnchen zu sein. Das du dabei sachlich und vor allem ruhig bleiben kannst; Hut ab! Das schaffen nicht alle. ( Ich ertappe mich bei solchen Gelegenheiten heute noch dabei, wie ich demjenigen am liebsten sonstwas - am Besten noch außerhalb des Jugendfreien Bereiches - an den Kopf knallen möchte und am liebsten noch den Tacker hinterher werfen) Natürlich mache ich das nicht. Sich aber soweit im Griff zu haben, heißt schon einiges. Also mach dich mal nicht kleiner als du bist!

Mobbing nagt lange an einem. Schon, wenn man seit der Schulzeit nichts anderes "gewöhnt" ist. Dagegen anzukämpfen ist tatsächlich eine Mammutaufgabe. Den Kopf in den Sand zu stecken nutzt da noch am wenigsten. Aber das tust du ja nicht. Durchhänger darf man sich auch einmal erlauben. Trotzdem solltest du versuchen, damit aufzuhören, dich immer wieder zu fragen, ob du damit abschließen kannst. Das ist dann nur wieder in Richtung "immer im Kreis drehen". Konzentriere dich statt dessen auf die Dinge, die allein dir wichtig sind und zieh sie - nach Möglichkeiten - durch. Auch dadurch gewinnt man wieder mehr Selbstvertrauen.

LG

Ilythia

Malida
11.04.2016, 23:18
Ich musste grade so lachen
Ich ertappe mich bei solchen Gelegenheiten heute noch dabei, wie ich demjenigen am liebsten sonstwas - am Besten noch außerhalb des Jugendfreien Bereiches - an den Kopf knallen möchte und am liebsten noch den Tacker hinterher werfen .. ja das kenne ich xD

Naja ich denke auch ein bisschen habe ich erreicht. Zumindest nach Außen hin. Meine Gefühlswelt ist leider ein Auf und Ab. Wobei ich glaube meine Fassade nach außen hin ist ganz gut, zumal die wenigsten Menschen sich glücklicherweise die Mühe machen mal genauer hinzusehen. Oft habe ich diese Egal Haltung, in der ich mich auf die Gegenwart und Zukunft konzentriere und zufrieden mit meinem Leben bin. Aber wenns allgemein stressig ist bei mir, dann reicht leider oft schon ein kleiner Auslöser und die ganze hart erarbeitete Resignation weicht und ich stecke wochenlang in einer Art Tief und mach mir nen Kopf was alles bei mir falsch läuft. Beim letzten Mal bin ich dann in diesem Forum gelandet. Es hält auch leider noch an...
Aber ich nehm mir deinen letzten Abschnitt und ein paar andere Dinge die du geschrieben hast zu Herzen (versuche es zumindest, vielleicht hilft es ja) -danke für die wahren Worte-.

Grüße

Gerdis
13.04.2016, 12:50
Hi Malida,

was Ilythia geschrieben hat ist genau die Antwort, die ich nach dem Lesen Deines Threads auch gegeben hätte.
Verkehrt ist mit Dir sicher nichts, und Du bist mit Deinen Überlegungen und Schlußfolgerungen ja schon sehr weit gekommen.Dass Dir das Mobbing aus Deiner Schulzeit noch nachhängt kann ich verstehen. Sowas prägt.
Wenn Du darüber berichtest, dass Du versucht hast neue Leute kennenzulernen, dies aber nur sporadisch geklappt hat, so mag es vielleicht daran liegen, dass man seine " Maske" nicht ständig tragen kann. Irgenwann merkt die Umgebung, dass da etwas unecht ist. Du bezeichnest Dich selber als kompliziert. In welcher Beziehung? Und wenn, dann sei eben kompliziert, sei Du selbst. Nur dann wirst Du beim Kennenlernen von neuen Leuten Erfolg - und nicht nur sporadisch- haben.Auch komplizierte Leute finden ihr " Deckelchen", das gerade die Kompliziertheit liebenswert findet.
Was den Umgang mit Deinen Kollegen angeht, Hut ab. Da bist Du auf dem richtigen Weg. Wer so handeln kann zeigt doch, dass er eine starke Persönlichkeit hat und sich vor nichts verstecken muß.Ich finde durchaus, dass man Dich da nur bewundern kann!

Salü

Gerdis

Malida
16.04.2016, 21:44
Hallo Gerdis, erstmal danke für deine Antwort und auch für die lieben Worte im letzten Abschnitt.

Früher mal hatte ich es versucht mit einer Art Maske, ich hab mich verstellt um anderen Menschen zu gefallen. Das ging schief und ich konnte selbst nicht mehr in den Spiegel sehen und es war ein langer und schwerer Weg aber hab es vor einigen Jahren aufgegeben und versuche nicht mehr jemand anderem als mir selbst zu gefallen.
Meine Fassade bezieht sich eher dadrauf, dass ich für mich behalte wenn es mir schlecht geht, zumindest bei Leuten die es nichts angeht. Ich bin eigentlich ein sensibler Mensch, bei manchen Dingen etwas Nahe am Wasser gebaut aber ich würde niemals vor fremden Menschen auch nur eine Träne vergießen oder Schmerz und Enttäuschung offen zeigen. Ich sage Menschen zwar offen die Meinung wenn ich mich ärgere, aber behalte für mich das ich mir wahrscheinlich noch tagelang drüber nen Kopf mache. Das ist mein Selbstschutz.
Wahrscheinlich macht mich das auch gerade kompliziert. Denke ich wirke eher glatt, distanziert und langweilig auf die Leute. Ich schaue am Anfang erstmal und bin etwas ruhiger, da ich versuche mein Gegenüber einzuschätzen, was mir meistens auch ganz gut gelingt. Wenn ich nichts zu sagen habe dann rede ich auch nichts, sondern höre einfach zu. Daher bleibe ich wohl öfters außen vor.

Mir ist durchaus bewusst, dass nicht die ganze Welt außer mir geliebt wird. Ich sehe immer wieder Menschen wie sie sich anstrengen, um ihre Lügengeschichten und Märchen aufrecht zu erhalten, um anderen zu gefallen und interessant zu bleiben. Ich höre auch oft diese Scheindialoge, wo jeder einfach seinen Seelenmüll mal beim anderen abläd ohne das es interessiert wie es dem Gegenüber geht. Ich weiß auch, dass viele Menschen diese oberflächlichen Freundschaften haben und pflegen, nur aus dem Grund weil sie sonst einsam wären. Mir ist ebenfalls bewusst, dass viele Freundschaften nur an Party und Spaß orientiert sind und wenn es mal wirklich ein Problem gibt so einige Menschen schon alleine da standen obwohl sie davor einen rießen Freundeskreis hatten.

Und trotzdem.. es ist zum verrückt werden. Ich denke schon meine Vergangenheit steht mir da sehr im Weg, weil es unmöglich ist zu vergessen. Ich könnte vieles leichter haben. Vor ein paar Jahren war ich endlich soweit, dass ich sagen konnte, dass ich keine Angst mehr vor meinen Mobbern habe und immer wenn ich mal einem zufällig begegne, dann merke ich, dass es stimmt. Darauf bin ich auch stolz. Aber seitdem bin ich keinen Schritt weiter gekommen.

LG

Ilythia
17.04.2016, 13:54
Hallo Malida,

wenn ich so deinen ersten Abschnitt durchlese, kann ich nichts finden, dass irgendwie "unnormal" ist. Man muss nicht jedem auf die Nase binden, dass es einem gerade nicht so gut geht. "Im Gegenteil". Wenn die Menschen merken, dass es jemanden nicht so besonderst geht, der aber eben einem nicht "die Ohren voll jammert" erkennen das viele bei weitem mehr an.
Und auch einmal nichts zu sagen, ist bei weitem besser, als dann irgend einen Mist zu labern. Solche Leute fallen dann eher unangenehm auf, weil man diesen Mist auch irgendwann nicht mehr hören kann.
Mit den oberflächlichen Bekanntschaften hast du vollkommen recht. Das sind dann die Leute, die am schnellsten weg sind, wenn es einmal hart auf hart kommt. Darauf kann man getrost pfeifen.

Malida, an dir ist nichts falsch! Du bist eben so, wie du bist. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass du krampfhaft doch nach einem Weg suchst, dich zu ändern um vielleicht doch irgendwo besser bei den Leuten anzukommen. Lass es!
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nichts bringt. Sich irgendwo anzugleichen, zu schauen, warum der eine beliebter ist, als der andere ist völlige Zeitverschwendung. Das habe ich auch erst lernen müssen. Aber seither habe ich auch oft genug fest gestellt, dass ich plötzlich "auf der anderen Seite" stand. Da war ich dann auf einmal der "Leithammel" der Clique oder in der Arbeit die "Beliebte". Eigentlich hatte ich gar nichts gemacht um mir diese "Stellung" zu verdienen. Außer vielleicht mir irgendwann eine "gesunde" LMAA - Einstellung anzueignen.
Das kann zwar auch nicht ganz verhindern, dass man irgendwann einmal wieder auf Typen trifft, die einen mobben wollen. Aber es hilft, schneller Abstand zu gewinnen und sich auf das zu konzentrieren, was man selbst will.

LG

Ilythia

Malida
17.04.2016, 22:58
Hallo Ilythia,

oje da hab ich wohl einen falschen Eindruck von mir vermittelt. Ich versuche es mal..
Also ehrlich mir ist es eigentlich relativ egal, ob Menschen mein Verhalten anerkennen nur weil ich meinen Seelenmüll für mich behalte. Wichtig ist mir eigentlich nur, dass ich keinem eine Angriffsfläche gebe, dass sich andere auf mein Unglück stürzen und sich womöglich noch darüber belustigen. Das wäre schlimm für mich, vorallem würde ich mich dann über meine eigene Naivität ärgern.
Was aber stimmt ist, dass ich wirklich ziemlich verzweifelt versuche meine innere Einstellung zu ändern. Aber nicht um anderen zu gefallen, sondern damit ich mich selbst besser fühle, nicht mehr so misstrauisch bin was vorallem heißt, dass ich aufhören möchte immer einen Grund zu finden das Schlechte in so vielen Dingen und vorallem mir selbst zu sehen.
Es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag neben dem Telefon sitze und darauf warte, dass sich ein sozialer Kontakt meldet, damit mein Leben schöner wird. Ich habe wirklich ein gutes Leben. Ich liebe meine Familie und habe eine Aufgabe in meinem Leben und fühle mich im Alltag glücklich und anerkannt. Eigentlich komm ich gut klar. Ich mag auch im Großen und Ganzen meine Arbeit. Trotzdem sitze ich manchmal abends auf dem Sofa und fühle mich leer und schlecht und kann nichtmal so richtig sagen warum. Da kommen Gedanken und Erinnerungen hoch, welche mir nicht gut tun. Und das will ich nicht mehr. Die Tasache das mir eine beste oder sehr gute Freundin fehlt ist nur ein Stück des Ganzen. Es ist vorallem das was am leichtesten greifbar und benennbar ist. Natürlich belastet es mich ziemlich. Mal mehr mal weniger. Zur Zeit ein bisschen mehr als sonst. -leider- Das liegt daran, weils zur Zeit öfters mal stressig bei mir ist. In solchen Situationen macht es mir viel mehr aus als sonst. Auch wenn ich weiß, dass diese Phase wieder vorbei gehen wird tut es ziemlich weh. Aber ich brauche und möchte auch niemandem in meinem Leben, dem ich nicht wichtig bin. Es ist ja auch nicht so, dass ich meine Bekannten alle so mega toll und beeindruckend finde und mich verzweifelt frage warum wir nicht beste Freunde fürs Leben werden können. Ganz im Gegenteil. Das beruht schon alles auf Gegenseitigkeit. Und, umso schlimmer. Trotzdem rege ich mich auf, dass es so ist.
In der Vergangenheit war es immer so wenn ich Menschen fand die meine Freunde wurden, dass es ganz leicht war. Nur das auseinander gehen war danach halt echt bitter. Zumindest für mich. Ich stellte sie einander vor und irgendwann liesen sie mich links liegen. Mir wurden Dinge unterstellt, die ich gesagt oder getan hätte da wäre ich nichtmal im Traum auf die Idee gekommen sowas zu tun. Unterstellungen waren ja auch leicht, denn in der Stadt in der ich lebte hatte ich einen gewissen Ruf durch meine Mobber ja schon. Meine Mobber waren meistens ehemalige Freunde muss ich dazu sagen. Und meine Stiefeltern.
Was ich gelernt habe, wenn man erstmal in der Position ist, dass man sich verteidigen oder rechtfertigen müsste, dann is alles verloren. Nicht der Mensch, der es dann sowieso nicht wert ist. Ich habe so viel von mir selbst verloren. Soviel Sicherheit, Mut und Gelassenheit. Soviel Kindheit und Unberschwertheit. So viele Chancen im Leben. Ich hatte ziemlich viele physische und psychische Probleme. Und hab einiges getan worüber ich alles andere als Stolz bin. Keiner hat mir geholfen, ich hab das alleine geschafft mich da raus zu holen und einen normalen Weg einzuschlagen. Aber ich hab eben noch nicht alles geschafft. Und muss nun meinen Weg finden.

Also daher, was ich Stand heute noch dringend zu meinem Glück brauche ist etwas inneren Frieden. Die Gelassenheit zu akzeptieren was war und die Fähigkeit zuversichtlich nach vorne zu schauen und über meine eigenen Fehler etwas großzügiger hinweg zu sehen. Manchmal denke ich mein schlimmster Mobber mit der meisten Ausdauer bin wohl ich selbst. Daran muss ich arbeiten. Für mich ganz alleine. Kein Freund der Welt egal wie eng das ist könnte mir da helfen.
Aber ich merke wenn ich das hier aufschreibe hilft mir das ein bisschen beim reflektieren. Vielleicht ist das ja ein Anfang. Wäre toll. So das war viel mehr Text als ich eigentlich vorhatte zu schreiben.

Liebe Grüße

Malida
17.04.2016, 23:03
Diese LMAA Einstellung die du dir angeeignet hast kenne ich von mir übrigens auch. Is super. Nur ich schaffe das nicht immer. Droht diese Haltung bei dir nie einzubrechen?

Ilythia
18.04.2016, 10:43
Anfangs schon, zugegeben. Inzwischen aber weniger. Wer nicht will der hat halt schon. Ich habe inzwischen auch genug erlebt um diese Haltung auch gut "trainieren" zu können.
Manchmal tut es mir dann schon leid, wenn ich jemanden interessantes kennen lerne und er / sie entpuppt sich dann wieder als negativ. Aber warum "hinterher heulen". Letztlich sind es meine Nerven und die haben etwas besseres zu tun, als sich mit sowieso nie eintreffenden "was wäre wenns" zu beschäftigen. :)

Malida
18.04.2016, 13:10
Ja aber das klingt doch wirklich ganz gut :)
Freue mich, dass du einen für dich guten Weg gefunden hast.
Und vielen Dank für alles Ilythia :)

LG

Ilythia
18.04.2016, 14:13
Falls dir wieder einmal die Decke auf den Kopf fällt, melde dich. Du wirst für dich auch noch den passenden Weg finden. Da bin ich sicher!

Malida
07.06.2016, 22:42
Hallo,

Privat geht es mir momentan besser. Hoffe das nächste Stimmungstief kommt am Besten gar nicht. Auch Dank der Tipps und Anregungen die ich von euch bekam die Situation einfach nochmal anders zu betrachten. Das hat geholfen.
Nun ist es die Arbeit. Es ist nicht so das ich dort hardcore Mobbing erlebe. Daher poste ich auch hier und nicht an anderer Stelle. Aber es belastet mich und geht in die Richtung. Ich hoffe vielleicht finde ich auch dieses Mal Hilfe bei euch die Situation aus einer anderen Sichtweise zu beleuchten.
Ich versuche mich kurz zu halten.
Die Arbeit macht mir Spaß. Viele der Kollegen sind gewöhnungsbedürftig. Der Ton ist sehr rau und unfreundlich teilweise. Als ich neu ankam (frisch ausgelernt) wurde ich nicht eingearbeitet, aber von mir wurde erwartet das ich alles bereits kann und weiß. Wenn ein Fehler passierte wurde er mir natürlich prompt sehr unfreundlich vorgehalten und hintenrum wurde sich das Maul zerissen und alles noch dramatisiert.
Vor einiger Zeit hatte ich aus privaten Gründen bei der Arbeit pausiert und kam dann wieder zurück. Auf einmal war ich nicht mehr dieser unerfahrende Trottel sondern wurde den neuen Kollegen als sehr erfahrene Kollegin vorgestellt. Ich dachte mir. Gut, könnte schlechter für mich laufen. Endlich meine Ruhe. Dachte ich..
Unsere Abteilungsleiter wurden einer nach dem anderen rausgemobbt. Kann mich nicht erinnern das einer je länger als 1 Jahr durchgehalten hat. So kam es dann, dass eine der Mobberinnen dann meine Chefin wurde (damit hatte sie ihr Ziel wohl erreicht). Ich war schon als Kollegin von ihr nicht begeistert. Jetzt als meine Chefin ist es etwas schwierig. Ich brauche bestimmte Arbeitszeiten, das wurde von der Chefin die noch über meiner direkten Chefin steht schriftlich genehmigt. Meine direkte Chefin lässt mich Überstunden machen ohne Ende. Ich sagte es ist zu viel. Sie sagte dann ich solle doch froh sein, das ich meine Arbeitszeiten so kriege wie es ausgemacht ist, weil sie ja nicht wisse wie lange sie mir das noch so genehmigen könne. Es geht nicht um die leere Drohung. Ich weiß sie kann mir nix. Es geht allein um den Versuch und diese Unverschämtheiten. Sie bekam auch die passende Antwort von mir.. daraufhin meinte sie dann gleich das sei ja alles nicht so gemeint gewesen und schob die Schuld an Allem der Chefin über ihr in die Schuhe was in dem Fall nicht stimmte. Mit Widerworten kann sie nicht. Ich will gar nicht wissen was da dann hinter meinem Rücken alles erzählt wurde.
Dazu noch verschiedene andere Frechheiten in wirklich bösem oder überheblichem Tonfall von der Chefin und ein paar anderen Kollegen. Ich schreibe nur ein paar als Beispiel: Ich sei so viel besser und effektiver in meinem Job seit ich wieder da bin, ich sei innerlich gereift seit ich wieder da bin, für Teambesprechungen müsse man mich nicht anrufen ich sei ja nur Teilzeitkraft...
Manchmal frage ich mich warum ich nicht kündige. Wenn ich nur an die Arbeit denke rege ich mich auf. Meine Motivation ist im Keller. Ich hab schon ein paar Mal Bewerbungen geschrieben. Aber ich klebe irgendwie an diesem Job. Mir fehlt irgendwie der Mut. Die Stelle ist unbefristet. Ich krieg Fortbildungen und Weiterbildungen ohne lang zu Bitten bezahlt. Vorallem kenn ich da alles. Ich weiß was ich habe und das weiß ich woanders nicht. Ich weiß nur.. es geht schlimmer. Zumindest woanders. Es ist immer das Selbe bei mir.. Wie seht ihr das?
LG

Ilythia
08.06.2016, 16:23
Hallo Malida,

gerade "Emporkömmlinge" testen gerne ihre Grenzen aus. Jetzt hat man es geschafft, ist die Karriereleiter hochgeklettert. Jetzt können gern auch mal die anderen kuschen. Da als "normaler" Angestellter Grenzen zu setzen ist schwierig. Etwas ähnliches habe ich auch schon erlebt. Kaum glaubte die Dame, ihr "Status" sei über mir, war ich gerade noch gut genug um ihren "Müll" wegzuräumen. Neben meiner eigentlichen Arbeit natürlich. Kurzum kaum kam ich am nächsten Tag ins Büro fand ich Stapel von Ablage vor, durfte leere Ordner ins Lager bringen, "ihre" Botengänge erledigen usw usw.
Den Stapel Ablage habe ich ihr dann wieder hingelegt, die leeren Ordner auch und für "Ihr" Aufgabengebiet war ich nicht zuständig. Klingt zwar kleinlich, aber mit der Zeit versuchte die gute immer mehr auf mich abzuwälzen und als sie sich dann beschwerte, dass ich ja nun so böse sei, hab ich ihr erst einmal einiges klar gemacht. Der Schuss hätte aber auch nach hinten los gehen können. Aber wer nicht wagt, der schiebt halt Überstunden, damit andere immer pünktlich gehen können.
Es gibt leider solche Charaktere, die glauben, eine "Machtposition" wäre dazu da, sich alles erlauben zu können. Gefallen lassen muss man sich das aber nicht. Wenn es nicht offen geht, dann hat man eben Termine, die einem Überstunden leider nicht möglich machen, wenn es denn absichtlich grundlos damit übertrieben wird. Irgendwann hört das dann auch auf. Allerdings muss man dann auch mit blödem Geschwätze rechnen. Das sollte dann allerdings buchstäblich durchpfeifen. Das man dich allerdings bei Teambesprechungen "vergisst", ist schon ein starkes Stück. Ob Halbtagskraft oder nicht, die Infos brauchst du doch sicher auch für deine Arbeit, oder?! Da bleibt dir nichts anderes übrig als doch einmal mit der Vorgesetzen dieser Herzensdame zu sprechen.

Ich kann auch verstehen, dass du zögerst, irgendwo neu anzufangen. Da ist man dann wieder die Neue, muss von unten her anfangen, der ganze Zirkus geht von vorne los. Und ob man sich dann wieder eine unbefristete Stelle angeln kann, ist heut zu Tage ja auch eher Glücksfall als Normalität. Aber trotzdem; warum nicht weiter versuchen?! Bleibe in deiner Firma, nimm alles mit, was du an Qualifikationen ergattern kannst und picke dir sofern vorhanden, andere unbefristete Stellen zum bewerben heraus. Es ist ja nicht gesagt, dass es wo anders schlimmer ist. Wenn du ein Bewerbungsgespräch erwischt hast, kannst du ja auch einen Blick hinter die Kullissen werfen. Oder auch aus dem, was dein Gegenüber sagt oder was er fragt, kann man vieles mitbekommen.
Solange du noch deine Stelle in der Hinterhand hast, vergibst du dir ja nichts. Dann kannst du immer noch überlegen, ob du wechseln willst, wenn man dir zusagt. Und ganz ehrlich, wenn ich an eine Stelle geraten würde, bei der man merkt, dass das Betriebsklima um längen besser ist, wär es mir egal, ob ich erst einmal die Neue bin. So lange ich dann weiß, dass man nicht angemuffelt wird, wenn man morgens rein kommt, einen keiner versucht zu gängeln, ist mir das allemal lieber.
Wobei man halt auch noch bedenken muss, dass das Thema gute Einarbeitung in der heutigen Zeit oftmals absolute Mangelware ist. Oftmals wird von einem verlangt, dass man sich selbst durchbeißt. Von soetwas lasse zumindest ich dann die Finger. In meinen Augen ist das kein gutes "Zeugnis" für eine Firma. Aber auch das bekommt man halt auch erst mit, wenn man sich bewirbt.
Versuch es einfach. Solange du die Wahl hast, bist du auf der besseren Seite.

LG

Ilythia

Malida
08.06.2016, 21:09
Hallo Ilythia,

danke für deine Antwort.
Diese Art Mensch findet man wohl leider immer wieder, wie auch deine Erlebnisse zeigen. Hat deine Chefin es dann irgendwann verstanden?

Meine Chefin ist ein Jahr jünger als ich, was eigentlich nicht so das Problem wäre. Aber sie ist sehr unreif und unprofessionell und ich fragte mich früher schon als sie "nur" eine Kollegin war warum mein Arbeitgeber sie trägt. Sie beschimpft auch gerne mal mit Fäkalsprache, ein "alter f*** dich" ist so die Tagesordnung. Das Smartphone ist auch ständig in der Hand und sie berichtet gerne lang und breit von ihren Bettgeschichten. Ihren Dreck lies sie auch früher schon liegen für die Kollegen. Wenn man sie drauf anspricht behauptet sie sie hätte keine Zeit gehabt. Natürlich nicht, bei der ganzen Handyspielerei. Da hätte ich auch keine Zeit. Wie soll ich sie nur ernst nehmen?!
Ich habe öfters das Gespräch gesucht. Im Grunde kann sie mir ja nix, wenn ich ruhig und sachlich bleibe. Das es sie sichtlich nervt ist ja nicht mein Problem..
Einen Grund zur Abmahnung gebe ich ihr nicht. Und das scheint auch nicht das Ziel zu sein. Da gehts um Machtspielchen.

Ich arbeite nur vereinzelte Tage. Es geht also nicht darum mal ne Stunde länger zu bleiben, sondern sie plant mich von vornherein zu viele Tage. Daher wird das mit den Terminen vorschieben eher schwer. Ich kann ja nicht 4 Termine pro Monat vorschieben.. Einmal hatte ich wirklich einen Termin. Sie gab mir frei aber nur so, dass ich dann paar Tage später stattdessen einen Tag arbeiten musste. In mehreren Gesprächen signalisierte ich deutlich das sie das mit mir nicht mehr zu machen hat. Diesen Monat ist es jetzt mal besser, ich weiß genau das ist damit ich Ruhe gebe und in 2-3 Monaten gehts dann wieder los. War vor einiger Zeit schonmal genau das selbe Drama.
Ich kenne diese Frau ja nun auch schon seit ein paar Jahren und leider ziemlich gut. Sie ist sehr leicht zu durchschauen. Sie meinte ja auch wenn es mir nicht passt soll ich doch mal mit der Chefin die über steht ihr reden, da ja alles nicht ihre Schuld sein. Natürlich hab ich das nicht gemacht. Ich weiß genau am Ende wäre ich die gewesen die sie übergeht obwohl sie selbst diese Idee hatte.
Meine Chefin hat ja bei vielen älteren Kollegen auch noch Welpenschutz. Weil sie ja noch soo "jung" ist. Und die arme hat ja sooo Stress.

Das mit den kurzfristigen Teambesprechungen habe ich öfters angesprochen. Nicht nur bei ihr auch zu anderen Kolleginnen sagte ich sie sollen mir doch bitte kurz auf den Anrufbeantworter sagen wann diese stattfinden. Das kann ja nicht zu viel verlangt sein. Ich brauche die Besprechungen für meine Arbeit, da sich ständig irgendwelche Abläufe ändern. In meinem Tätigkeitsbereich arbeite ich sehr selbstständig, es kann sein, dass ich an manchen Tagen die Einzige bin, die vom Stammpersonal da ist, da wir zudem noch viele Aushilfen haben. Bei uns is generell ein ziemlicher Durchlauf was das Personal betrifft. Ich bin dann quasi die, die die Verantwortung trägt, dass alles läuft und habe selbst keine Ahnung wenn sich Abläufe geändert haben.(Das is dann komischerweise ok, obwohl ich ja NUR die kleine Teilzeitkraft bin..)

Ich hatte ein Probearbeiten in einem anderen Betrieb. Da war es dann wirklich vom Team her noch schlimmer. Die hätten mich sogar genommen (wahrscheinlich auch weil sie jeden nehmen der sich das freiwillig antut) aber naja das bringt mir dann auch nix. Als ich fragte ob in anderen Abteilungen was frei sei meinte die potentielle Chefin es gäbe nix ich solle da anfangen und mich versetzen lassen. Allerdings könne sie mir nicht sagen das es schnell ginge. Der Vetrag war sowieso befristet. Konnte mir schon denken wie das endet.
Einarbeitung wird in meinem Job generell überall versprochen aber dann oft nicht eingehalten. Ich hatte in meinem jetzigen Betrieb sogar so eine Einarbeitungsmappe die wir immer schön für die Chefin ausgefüllt haben.
Das nächste ähnliche Unternehmen mit einem für mich interessanten Arbeitsbereich wäre 50km entfernt. Die näheren Betriebe da weiß ich wäre ich unglücklich mit der Arbeit an sich. Ich kann nicht arbeiten wenn ich die Arbeit nicht mag. So nett die Kollegen woanders vielleicht auch sein können.

Ich dachte eigentlich auch ich zieh das noch paar Jahre durch nehme die 2-3 wirklich teuren und für mich dann kostenlosen Weiterbildungen mit die mir wichtig sind. Im Moment ist es echt schwierig. Ich bin so sauer und genervt. Hochgradig frustriert. Wahrscheinlich werde ich bald explodieren. Da hilft kein weg lächeln und mir meinen Teil denken.
Es ist so anstrengend mein Gegenüber ständig im Gespräch wieder auf die sachliche Ebene zu ziehen. Und immer nachzudenken welcher wahre Sinn hinter dem Gesagten steht.

Ok. Genug gejammert und gemeckert.

LG

Ilythia
08.06.2016, 21:58
Nah ja, Führungsqualitäten werden einem nicht in die Wiege gelegt. Und wenn jemand noch dazu unreif ist, hat man es tatsächlich "bestens" getroffen. Aber auch bei dieser Person wird der Welpenschutz irgendwann aufhören. Ich kann mir schon vorstellen, das so jemand einem den letzten Nerv kostet. Egal, ob älter oder jünger. Wenn aber generell der Respekt fehlt, merken das auch die anderen Kollegen und es wird für sie mit Sicherheit nicht leichter werden.
Ich hatte damals jedenfalls Glück im Unglück. Einerseits wurde meiner reizenden Kollegin zwar der Kopf gewaschen, ich bekam aber auch noch eins drauf. War mir aber egal. Hauptsache, ich hatte danach meine Ruhe.
Was deine liebe Kollegin und ihre Ausdrucksweise angeht... Lass sie doch ruhig so viele "alte f...en" wie sie will. Auch das wird irgendwann negativ auffallen. So jemand nimmt man mit der Zeit auch nicht mehr wirklich so ganz ernst. Vor allem dann nicht, wenn sich ihr Gegenüber nicht darauf einläßt und sachlich bleibt. (Oder Madamme auch einfach stehen läßt, wenn sie ausfallend wird) Vor allem, wenn dadurch der "wahre Sinn" ihrer Worte nicht klar sind, mach dir keinen Kopf. Wenn sie nicht in der Lage ist, deutliche Anweisungen zu geben oder ihre "Wünsche" klar zu äußern, ist es nicht dein Bier, wenn dann doch einmal etwas schief läuft. Letztlich aber auch nicht, wenn du auf Grund ihres Fehlverhaltens IMMER von den Teambesprechungen ausgeschlossen bist. Sie ist, als deine Vorgesetzte dafür verantwortlich, dass jeder ihrer "Untergebenen", seine Arbeit machen kann.
Gibt es bei euch jemand, der Protokoll führt über die Teambesprechungen? In manchen Betrieben gibt es das. Jedenfalls wäre das noch eine Möglichkeit, an die Infos zu kommen, die du brauchst.
An sonsten bleibt dir nur eines; deine Arbeit so gut zu machen, wie du unter diesen Umständen kannst und dir dabei möglichst wenig zu Schulden (Angriffsfläche) kommen zu lassen. Dann kannst du auch den Rest getrost durchpfeifen lassen.
Und noch etwas... Natürlich kann man Termine - auch mehrere - vorschieben. Wenn du einen zusätzlichen Tag kommen musst, soll sie das mit dir absprechen, weil du dann und dann feste Termine hast, die du auch nicht verschieben kannst. Was das dann für "Dinger" sind, geht sie nichts an. Apropos Überstunden! Wie sieht es eigentlich mit Abfeiern aus? Dann kämst du mal für ein paar Tage raus aus dieser Mischpoke. Das täte dir sicher gut.

LG ebenso...

Malida
09.06.2016, 12:47
Huhu,

oh Überstunden abfeiern wäre toll. Wenn ich mir alle nehme, dann hätte ich ca 4 Monate frei :D Vielleicht sogar länger. Bereits geplanten Urlaub gibt es ja auch noch. Die Einigung ist im Moment das ich zumindest nicht mehr Stunden aufbaue. Damit kann ich für den Moment leben. Aber wie gesagt lange wird das nicht halten.

Wir haben Protokolle der Besprechungen. Erfahrungsgemäß steht da aber immer nur ca 1/3 des tatsächlich Besprochenem.

Wie gesagt viele meiner Kollegen sind so ein eigenes Kapitel für sich.

Und bei dir, so wie du das beschreibst, dass ihr beide eins auf den Deckel bekamt und dann aber gut war das ist damit könnte ich auch gut leben, insofern danach Ruhe ist.

Vielen Dank für deine Antwort.

Grüße Dich.