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Supergau ? Fragen zu Fukushima

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Zitat Zitat von Psychobabbel Beitrag anzeigen
Beitrag von Martin ( Psychobabbel ) - eingefügt vom Admin

In Fukushima sind es Siedewasserreaktoren oder Druckwasserreaktoren, Im Gegensatz zu Tschernobyl enthalten diese keinen Graphit der brennen würde wie eben 1986 in Russland. Der Graphit war die Ursache für die Radioaktive Wolke die sich über ganz Europa ausgebreitet hat.
Die eingetretenen Kernschmelzen in Japan würden schlussendlich den inneren Schutzmatel der Reaktoren durchbrechen durch die Hitze. Das sich noch in der äusseren Hülle befindliche Wasser wird sich dann aufgrund der enormen Reaktionen zu Wasserstoff und Sauerstoff zersetzen und zu weiteren Explosionen führen die radioaktives Material freisetzen werden jedoch gewiss deutlich begrenzter als in Tschernobyl. Schlimmer wird es wenn sich die sog kritische Masse hoch aktiven Urans in der Kernschmelze anreichert. Dann könnte dies zu einer dreckigen Kernexplosion kommen die einer Atombombe gleichzusetzen wäre mit Fallout etc. Durch die Verunreinigungen jedoch sehe ich das vielleicht eher als ausgeschlossen, da die Kadmiumstäbe ebenfalls abschmelzen und die Kernreaktion bremsen werden ebenso wie der Stahl und andere Stoffe die sich in die Schmelze ergiessen.

Viel Wahrscheinlicher ist das sog. China Syndrom, dass sich der Kern durch den Reaktor hindurch frisst und immer tiefer in den Boden vordringt. Dabei wird er sich immer mehr verunreinigen und die Kernreaktion weiter abschwächen bis sie zum Erliegen kommt.
Dann liegt da irgendwo ein Klumpen im Boden der auf 100 tsd von Jahren strahlen wird. Unnahbar für denMenschen selbst mit den besten Schutzausrüstungen nicht.
Sarkophag drüber und es besteht weitestgehend keine Gefahr mehr. Jedoch die Gefahr von Verseuchung von Grundwasser und damit ganzer Landstriche die auf die Ewigkeit hinaus nicht mehr bewohnbar werden und das Grundwasser wenn es ins Meer abfliessen kann langsam und unaufhaltsam das Meer mit verseucht.

Das Reaktorunglück von Tschernobyl hat ca 500 tsd Menschen das Leben gekostet und für die Massnahmen musste die Sowjetunion 18.000.000.000,- (MRD) Dollar bisher berappen. Ein hoher Preis und der Sarkophag bröckelt bereits, aber die Kohle fehlt um ihn zu erneuern.
Eine Tragödie und Zeitbombe welche die Presse leider nicht mehr aufgenommen hat.

Bei der Kernreaktion entsteht neben den anderen Spaltprodukten immer Plutonium. So auch im Reaktor von Tschernobyl. Das wurde durch den Brand ebenfalls in die Luft geblasen und über Europa verteilt. Von aussen her ist Plutonium für den menschlichen Körper nicht so gefährlich. Seine Strahlung kann die Haut kaum durchdringen. Schlimm wird es wenn es in den Organismus gelangt entweder über die Atemwege oder die Nahrung. Dort kann es dann sein teuflisches Werk beginnen und die Zellen zerstrahlen töten oder mutagen und teratogen beeinflussen. Krebs und Missbildungen bei Embryonen hervorrufen. Von daher ist bei dem Drama in Japan diese eher weniger zu befürchten und könnte wohl daher eher ein lokales Problem bleiben und kein solches Globales Aussmass annehmen, wenn man davon absieht, dass das Meer ebenfalls betroffen sein wird.

Die Stäbe in den Abklingbecken sind nicht mehr so aktiv weil ausgebrannt. In ihnen befinden sich ausser Block 4 nicht mehr genug spaltbares Material, um ein ähnliches Szenario wie in den zuvor noch gelaufenen Reaktoren zu erzeugen, bzw die Kernschmelze wenn es denn eine geben wird sich durch zunehmende Verunreinigungen schneller selbst "löschen" werden wird. Zwar ein schwacher Trost aber immerhin etwas.

Bis dahin wird es noch viele Opfer kosten die in Himmelfahrtskommandos die nötigen Arbeiten durchführen werden. Seien wir dankbar und froh, das es in Japan unerschrockene Helden gibt die unter Aufopferung ihres Lebens und in der Erwartung der tödlichen, qualvollen Strahlenkrankheit, das zu tun bereit sind, was getan werden muss.


Gruss Martin

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