Hallo,

nach fast 3 mobbingfreien Jahren ist wieder etwas passiert. Ich bin immer noch bei der Zeitarbeitsfirma und habe am 2. Januar eine neue Stelle angefangen, die bis Ende Juni laufen sollte. Es war eine relativ kleine Firma mit 6 Mitarbeitern in der Zentrale (wo ich auch beschäftigt war) und 6 Mitarbeitern in einer anderen Niederlassung. Die eigentliche Sekretärin ist bis zum 30.06. in Elternzeit, arbeitet aber 2-3 Tage pro Woche für wenige Stunden von zu Hause aus und kommt sporadisch kurz im Büro vorbei. Ich habe mich in dieser Firma vom ersten bis zum letzten Tag sehr wohl gefühlt, hatte ein sehr gutes Verhältnis zur anderen Sekretärin, zum Chef und zu den Kollegen. Nicht eine Sekunde hätte ich daran gedacht, dass es für mich bald zu Ende gehen könnte.

Am 28.02. bin ich aus meiner Sicht völlig überraschend vom Kunden abgemeldet worden. Die Einsatzfirma hat es mir nicht einmal selbst gesagt, sondern es mir über die Zeitarbeitsfirma telefonisch ausrichten lassen, als ich schon Feierabend hatte. Es hieß, ich wäre ab sofort frei gestellt. Das hat mich richtig umgehauen. Ich bin nicht mehr ganz so jung und sicher auch nicht naiv. Normalerweise merkt man doch, wenn man bei irgendwelchen Leuten einen schlechten Stand hat. Entweder wird man gemobbt oder sie zeigen es auf eine andere Art und Weise. Diesmal war es aber anders, ich nenne es "verstecktes Mobbing". D. h. die Leute haben vom ersten bis zum letzten Tag mir gegenüber auf kameradschaftlich gemacht und mich hintenrum in die Pfanne gehauen. Auch sowas merkt man normalerweise, diesmal war es aber schwierig. Ich wusste z. B. nicht, dass die Sekretärin und einige Kollegen aus dem Büro auch privat miteinander befreundet sind (das habe ich erst 1-2 Tage vor meinem Aus erfahren), und bei den privaten Treffen wurde sicher über mich geredet. Mir war auch nicht bekannt, dass unser Geschäftsführer - mein direkter Vorgesetzter - bei den Personalangelegenheiten nichts zu melden hat und sämtliche Entscheidungen diesbezüglich von einem Kollegen aus der anderen Niederlassung getroffen werden.

Dieser Mann hat letztendlich beschlossen, dass ich von einem Tag auf den anderen gehen musste, obwohl er mich gar nicht kannte. Er hat das gemacht, weil die andere Sekretärin in seiner Gegenwart negativ über mich geredet hatte (und das, obwohl sie sich ständig über diesen Mann beschwert wie schlimm er doch ist usw.). Ich bin geschockt. Ich habe meine Arbeit sehr gut gemacht, kann mir auch in Sachen Verhalten nichts vorwerfen und habe die Frau sogar in Dingen unterstützt, die gar nicht in meiner Verantwortung lagen. Z. B. habe ich mal auf ihre drei Kinder aufgepasst, weil sie etwas in Ruhe erledigen wollte. Sie hatte mich darum gebeten, ich sagte zu - weil sie mir sympathisch war und ich dachte, wie seien auf einer Wellenlänge. Ich war auch immer für meine Kollegin erreichbar, wenn sie sich nach Feierabend oder am WE bei mir gemeldet hat. Dass diese Frau dermaßen hinterlistig sein könnte, habe ich zu keiner Sekunde vermutet. Ich hätte meine Hand für sie ins Feuer gelegt. Inzwischen habe ich erfahren, dass im vergangenen Jahr mehrere fest angestellte Mitarbeiter dieser Firma wegen Kleinigkeiten entlassen wurden.

Nun ist es so, dass mein Vertrag ja bis zum 30.06. lief. Ich habe frühzeitig meine Urlaube und Gleittage für das erste Halbjahr 2017 beantragt und diese auch vom Geschäftsführer genehmigt bekommen. Ich habe schon Flüge und Bahnfahrten für meine Reisen gebucht und bezahlt. Wenn ich demnächst zu einem neuen Kunden gehe, muss ich das den Leuten schon im Vorstellungsgespräch erzählen. Diese Firma hat mich mit der vorzeitigen Abmeldung in ein großes Dilemma gebracht. Hat ein neuer Kunde das Recht, mir Urlaub zu verweigern, der mir vom alten Kunden genehmigt wurde und den ich schon bezahlt habe? Das wäre echt heftig, weil ich dann finanziell heftige Verluste in Kauf nehmen müsste.

Geknickte Grüße
Penny