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Thema: Habe Angst zur Arbeit zu gehen

  1. #1

    Standard Habe Angst zur Arbeit zu gehen

    Hallo zusammen,

    ich arbeite seit 2 Jahren in einer Immobilienfirma und dort in einer Rechtsabteilung. Es gibt dort drei Anwältinnen und ein Anwalt. Mit einer Anwältin habe ich nicht viel zu tun. Für den Anwalt arbeite ich so ca. 80% und der Rest verteilt sich auf die beiden anderen Damen. Mit dem Anwalt, nennen wir ihn mal R., komme ich gut zurande und er moniert kaum irgendwas von mir. Wenn ihm was nicht passt sagt er das auch. Die beiden Damen, G. und W. sind die besten Freundinnen. R. und W. können sich nicht ausstehen, wie R. mir auch mal sagte. Als ich dann einmal von W. für eine Kleinigkeit kritisiert wurde, die nicht gerechtfertigt war, sagte er mir, dass es sicher so ist, weil er und ich uns gut verstehen. Wenn ich mit ihm nicht könnte, hätte ich vielleicht bei ihr ein Stein im Brett. Mittlerweile ist es so, dass ich, wenn ich eine Akte von W. bearbeite meine Schreiben zurückbekomme und es alles grundsätzlich falsch ist. Ich werde auch ständig mit einem Tonfall angefahren, der mir nicht passt. Ich weiß eigentlich schon vorher, dass ich es zurückbekomme. Manchmal kommt sie auch und sagt sie bearbeitet es jetzt selber und will die Akte haben. Was ich allerdings falsch gemacht habe wird mir nicht gesagt oder wie sie es gern hätte. Vor kurzem hatte ich einem Insolvenzverwalter angeschrieben und ihn auf das Schreiben meiner Vorgängerkollegin, die jetzt was anderes macht im Unternehmen, verwiesen. Da sagte W., dass ich den Sachverhalt nochmal mit meinen Worten schildern soll. Also habe ich es umformuliert, aber der Sachverhalt blieb ja nunmal gleich. Dann bekam ich es zurück mit dem Bemerken, sie verstehe mein Schreiben nicht und ich müsste schon den Sachverhalt darlegen. Ich fragte sie dann was das soll, ich kann es doch nur so schreiben, wie es geschrieben ist. Sie fing dann an, dass ihr unsere Zusammenarbeit nicht gefällt und wir ja keine haben und es wohl mal zum Chef müsste. Im Übrigen gefiele ihr mein Ton nicht. Ich sagte dann, dass mir Ihrer auch nicht gefällt. Sie sagte dann noch, dass alle mit meiner Arbeit nicht zufrieden seien und sie hätte ja alle befragt und auch R.. Was ich aber nicht glaube, weil das würde nicht zur guten Zusammenarbeit passen. Ich bekomm von ihm nie was zurück und wenn erklärt er mir schon warum er was ändern will. Und dass sie ja schon länger da wäre und am längeren Hebel sitzt. Im Übrigen haben die anderen mein Schreiben auch nicht verstanden. Sie wurde dann versöhnlicher und meinte, dass ich das Schreiben wie eine Geschichte schreiben sollte. Ich fing dann an das Schreiben so anzufangen, mit Mail von dann und dann, also von Adam und Eva. Der Sachverhalt wurde dennoch so wie vorher von mir beschrieben nur nochmal umformuliert. Das traf dann ihre Zustimmung. Dann ging es zwei Monate gut.

    Jetzt letzten Freitag kam sie mit zwei Schreiben von mir zurück und mit dem Bermerken, dass sie diese nicht verstehe und hatte ein Fragezeichen dran gemacht und mich dann stehen gelassen. Ich weiß jetzt also gar nicht wie es sein soll. Bevor sie ging hat sie mir erstmal wieder einen Fehler vorgehalten, der meines Erachtens keiner ist. R. hätte ich vorher noch um Formulierungshilfe gebeten. Er fragte was ich denn da hätte. Ich meinte eine W.Akte. Er dann oh eine W.-Akte, aber formulieren Sie mal so..., das wird dann schon. Ich meinte nur, dass ich grundsätzlich nicht weiß was ich wie machen soll. Er meinte dann, sie tun mir da auch sehr leid, aber wenn ich da was zu sage, wird das ihren Stand erst recht nicht verbessern. Da die sich nicht grün sind hält er sich raus. Nur wenn ich gehe, hat er eigentlich gar nichts davon. Meine Arbeit kann keiner auffangen. Und meine Vorgängerin war auch W-gesteuert und die Zusammenarbeit war nicht so toll zwischen R. und ihr. Daher ist er eigentlich ganz froh mich zu haben.

    Mein Zimmergonosse meinte und noch ein anderer Kollege, die mich in Tränen aufgelöst sahen, nachdem die doofe Kuh gegangen war, ich solle zum Chef gehen, aber W. nicht persönlich angreifen, nur um Vermittlung bitten.

    Ich habe aber so Angst wie das weiter geht. Da ich viel für R. arbeite wird er sicher vom Chef gefragt, wie er meine Arbeit findet. Mein Zimmergenosse meinte mir kann nicht viel passieren, weil R. da sicher nicht pro W. ist. Aber weiter wird er sich da raushalten.

    Kann mir jemand einen Rat geben was ich tun soll? Mir graut vor Montag.

    LG

  2. #2
    Registriert seit
    15.03.2009
    Beiträge
    589

    Standard AW: Habe Angst zur Arbeit zu gehen

    Hallo Sylle,

    die Konstellation ist kompliziert. Wenn Anwalt R - also der Anwalt, für den Du hauptsächlich arbeitest - und Anwältin W. Animositäten hegen, ist es doch wahrscheinlich so, dass jeder seine Vorgänge für sich bearbeitet wissen möchte, so dass der jeweils andere Anwalt keinen Einblick erhält. Insofern steckst Du mittendrin. Nun hat Anwältin W- offenbar andere Vorstellungen, wie formuliert werden soll als Anwalt R. Sie erwartet weitaus mehr Selbständigkeit bei der Bearbeitung der Vorgänge und lässt Dich voll auflaufen, indem sie wenige oder gar keine Infos gibt. R. wird sich raushalten wollen aus W. Akten, weil er nicht den Zorn von W. auf sich ziehen will.
    Es ist nicht die feine Art, dass Dich die Anwältin in einem herrischen Ton anblafft. Allerdings macht es keinen guten Eindruck, wenn Du auf ihre Kritik mit einer Gegenkritik reagierst. Besser Du fragst, ob sie sich Zeit nehmen würde für ein Gespräch, weil Du den Eindruck hast, dass es grundsätzlich Missverständnisse zwischen Euch gebe, was die Arbeit betrifft. Sollte sie darauf nicht eingehen, würde ich an Deiner Stelle tatsächlich um einen Termin beim Chef bitten.
    Es ist zwar verständlich, dass Du verunsichert und wütend bist, aber versuche bitte trotzdem, dieser Frau neutral gegenüber zu stehen.
    Das Verhältnis der Anwälte untereinander sollte Dich nicht belasten und sie sollten Dich da raushalten. Wünschenswert wäre eine weitere Mitarbeiterin, die ggf. halbtags nur für die Anwältinnen zuständig ist, da dieser Arbeitsanteil wie Du schreibst, eh wesentlich geringer ist.

    Ich wünsche Dir, dass Du Dich nicht weiter verunsichern lässt, Dich auf die Aufgaben konzentrieren kannst und vor allem ein klärendes Gespräch stattfindet.

    Viel Erfolg
    Trauerweide

  3. #3

    Standard AW: Habe Angst zur Arbeit zu gehen

    Hallo Sylle!
    Habe auch erst ein klärendes Gespräch mit den Betreffenden gesucht. Zum Chef brauche ich leider gar nicht erst gehen. Würde es aber in dem Stadium auch jeder Zeit mit diesem (normalen) Weg versuchen, bevor evtl. anderes folgen könnte. Denn so greift dich dies Situation an, wie du ja selber bemerkst. Ich kann dein Montag Gefühl sehr gut verstehen.- Sehe die Ursache dafür auch in der Personal Politik und Firmen Konstruktion. Aber sparen am verkehrten Ende ist eben heute leider in. Die Konstellation ist oftmals wie ein Trichter aufgebaut. Mehrere Weisungsberechtigte und wenige Ausführende. Wenn man sich dann nicht grün ist, spricht man nicht direkt miteinander, man zermahlt den Ausführenden. Ob das dann zu Mobbing führt, ist von Fall zu Fall verschieden.

    Ich drücke dir die Daumen
    Speedy

  4. #4

    Standard AW: Habe Angst zur Arbeit zu gehen

    Das Gespräch mit ihr hatte ich schon und ich hatte ihr auch gesagt, dass ich gern vernünftig meine Arbeit für sie machen würde, aber unsicher bin, weil ich nicht weiß wie sie was haben möchte, weil sie die Tour mit dem Nichtverstehen meiner Schreiben schon einmal durchgezogen hat. Dann hat sie mich in dem Gespräch auch erstmal wieder runtergemacht. Und ich würde ja keine Mustermappe haben wie andere usw.. Weiß nicht wie sie sowas einfach behaupten kann. Ich habe eine und ohne geht das auch gar nicht. Dann hat sie mich wieder hingestellt als wenn ich nichts kann. Sie sagte dann noch, dass wir sonst zum Chef müssten, das wäre ja keine Zusammenarbeit und sie ist ja schon länger hier und sitze am längeren Hebel. Außerdem unterstellt sie mir immer, dass ich die Akten nicht lese. Und sie hätte sich das ganze Pfingstwochenende über mich geärgert. Ich sagte dann dass das nicht meine Absicht war und sie wurde versöhnlicher. Dann hatten wir drei Monate sowas wie ein vernünftiges Miteinander. Und nu das wieder. Ich hatte aber letztes Jahr auch schon das Gespräch gesucht, aber auch da ging das nicht vernünftig. Ich bekam wieder zig Fehler aufgezählt, ob nun berechtigt oder nicht. Sie sucht auch förmlich welche. Selbst wenn die Vorgängerin schuld dran war, bin ich es gewesen. Es bringt also m.E. nichts noch eins zu führen. Ein Kollege hatte mir geraten, dass ich den Chef um Vermittlung bitten soll und auch sagen soll, dass ich wohl ihren Formulierungsstil nicht treffe und ich dann das Schreiben mit Fragezeichen zurück bekomme und mich dann allein gelassen fühle. Ich soll sie aber nicht persönlich angreifen. Wenn sie das dann tut über mich beim Chef, dann sieht man ja wie es ist und ich soll erwähnen, dass ich für R. 80% bearbeite und nichts zurück bekomme, woran das wohl liegt. Für R. arbeite ich komplett eigenständig und er befragt mich auch gern mal wie ich dies oder jenes sehe und nimmt auch gern das dann auf. Jeder bearbeitet unterschiedliche Sachen, da ist sowieso nicht vorgesehen, das R. mit den W.-Akten zu tun hat.

    Ich bin nur gefühlt im Berufsleben immer die, die sowas Ähnliches durchmacht. Beim letzten Job wollte mein Chef mobben, aber das konnte ich im Keim ersticken, aber toll war das alles nicht und in der Ausbildung würde ich 2 1/2 Jahre von meiner Ausbilderin gemobbt. Ich bin es leid und ich kann auch nicht mehr. Ich dachte ich hätte jetzt was vernünftiges, aber da habe ich mich wohl getäuscht.

  5. #5
    Registriert seit
    15.03.2009
    Beiträge
    589

    Standard AW: Habe Angst zur Arbeit zu gehen

    Wir sind alle hier, weil wir Mobbing erlebt haben. Manche traf es öfters und sie wechselten die Arbeitsstellen. Zu denen gehöre ich auch. Du bist hier nicht allein.
    Ich weiß, dass man sich in der Defensive fühlt und da zeitweise keine Motivation hat, in die Offensive zu gehen.
    Wenn ich hier versuche, Anhaltspunkte zu geben, so fällt mir das als Beobachterin wesentlich leichter als in der eigenen Mobbingfalle. Man erkennt dann nämlich die eigenen Versäumnisse.
    Ich kann Dir nur empfehlen, schnell ein Gespräch beim Chef zu suchen. Sollte nämlich die Anwältin zuerst dort vorsprechen und sich über Dich beklagen, musst Du Dich verteidigen.
    Gehst Du aber in die Offensive, besteht die Chance, dass es zu einer gemeinsamen Aussprache kommt, wenn dem Vorgesetzten daran gelegen ist.

    Also, nimm Deinen Mut zusammen und wage den Schritt nach vorn. So wie es jetzt ist, kann es nicht besser werden.

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