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Thema: Mobbing in der Vergangenheit

  1. #1

    Standard Mobbing in der Vergangenheit

    Hallo,
    ja, worum geht es..

    Ich bin 30 Jahre alt und wurde vor vielen Jahren während meiner Ausbildungszeit gemobbt.
    Meine Ausbildung war von 2004 bis 2007, aber obwohl so viel Zeit vergangen ist und es mir heute gut geht und ich mit meinem neuen Job glücklich bin, hängt es mir immer noch nach.
    Ich möchte kurz erzählen was eigentlich passiert ist:

    Also es war so, dass ich im 3. Ausbildungsjahr wieder in einer bestimmten Abteilung war. Die Kollegen hatten nichts Wirkliches an mir zu bemängeln und ich verstand mich mit allen gut.
    Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, dass mich die Chefin dieser Abteilung nicht leiden konnte. Dies habe ich nicht von ihr selbst erfahren, sondern wurde mir von einer Kollegin zugetragen. Diese Nachricht hat mich damals sehr hart getroffen, da ich überhaupt nicht wusste wieso das so war. Am schlimmsten war, dass ich diese Person anscheinend völlig falsch eingeschötzt hatte (ich kannte sie bereits schon seit Jahren, da ich in dem Ausbildungsbetrieb auch schon mehrere Praktika vor meiner Ausbildung absolviert hatte). Ich hatte ihr nie auch nur irgendwas getan. Es hieß einfach nur, sie könne mich nicht leiden.
    Wirklich raus kam das auch erst, weil einige Monate vor Ende meiner Ausbildung eine Stelle frei wurde, genau in dieser Abteilung. In einer Teambesprechung haben die Kollegen darüber gesprochen wer vielleicht dafür in Frage kommen würde und haben mich dafür vorgeschlagen. Die besagte Chefin meinte dann aber, dass sie es kategorisch ablehnt, dass ich in ihrer Abteilung arbeiten würde. Die anderen waren darüber geschockt und ich ja noch viel mehr..Ich habe das alles nicht verstanden und habe mich Tag und Nacht gefragt was ich denn bitte getan habe, dass sie mich nicht leiden kann. Ich habe mich damals auch nicht getraut sie zu fragen. Mir hat das alles sehr zugesetzt und am Ende musste ich gehen, trotz der vielen Hilfe von lieben ehemaligen Kollegen.

    Und obwohl es schon so lange her ist, verletzt es mich noch immer, weil ich es immer noch nicht verstehe und begreife, wieso das passiert und was sie eigentlich an mir auszusetzen hatte.
    Ich habe lange überlegt und daran gedacht vielleicht eine E-Mail an sie zu schreiben. Ich weiß, dass sie immer noch da arbeitet und ihre E-Mail-Adresse noch die gleiche ist.
    Vielleicht könnt ihr mir sagen, was ihr davon haltet.


    Hallo Frau xxxx,

    ich weiß nicht, ob Sie sich nach all den Jahren noch an mich erinnern können.

    Mein Name ist xxx, und wenn Sie das lesen, wird es Ihnen wohl wieder einfallen.

    Vermutlich werden Sie sich fragen, warum ausgerechnet ich Ihnen eine E-Mail nach all den Jahren schicke.

    Das werde ich Ihnen nun sagen:
    Sie mögen es vielleicht als lächerlich und übertrieben empfinden, dass ich Ihnen schreibe, aber das ist mir egal.

    Ich möchte auf die Geschehnisse im Jahr 2007 zurück kommen.
    Es hat mich damals völlig überrumpelt, dass ich von einer Kollegin aus Ihrer Abteilung erfahren habe, dass Sie mich hassen bzw. nicht leiden könnten.
    Ich habe das ehrlich gesagt nicht verstanden, da ich Ihnen nie etwas getan habe.
    Ich habe nie etwas Schlechtes über Sie gesagt oder sonst etwas zu Ihrem Nachteil verursacht.

    Dass Sie dann in einer Besprechung gesagt haben, dass Sie es kategorisch ablehnen, dass ich in Ihrer Abteilung arbeiten dürfte, hat mich sehr verletzt, und ich kann es bis heute nicht verstehen.

    Die Sache mit den kleinen Sticheleien (oder ich würde es eher Mobbing nennen) ist dann allerdings noch etwas anderes.

    Anderen Leuten ohne sichtbaren Grund das Leben schwer zu machen, finde ich persönlich feige und arm.

    Ich weiß, dass Sie auf meine Nachricht sowieso nicht antworten werden, aber das ist ok für mich.

    Gezeichnet,
    xxx
    Geändert von Bachblume (13.09.2017 um 22:01 Uhr)

  2. #2
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    639

    Standard AW: Mobbing in der Vergangenheit

    hallo Bachblume,
    verständlich, dass Dir die Vergangenheit immer wieder in den Sinn kommt. Ebenso ist es schwer, mit etwas abzuschliessen, was man nicht verstanden hat. Es ist wie bei einer Beziehung, bei der ein Partner einfach verkündet, es sei Schluss und keine Gründe dafür angibt. Da nagt man dann auch lange daran herum. Trotzdem, lass diese eMail sein, sie bringt Dir nichts und trägt auch nicht zur Klärung bei. Du hast Dir zwar alles von der Seele geschrieben, das ist aber auch alles. Versuche, einen Schlusstrich zu ziehen und freue Dich darüber, dass Deine Gegenwart ok ist und Du ein zufriedenes Leben hast

  3. #3

    Standard AW: Mobbing in der Vergangenheit

    Hallo cinderella,

    den hat. Es ist wie bei einer Beziehung, bei der ein Partner einfach verkündet, es sei Schluss und keine Gründe dafür angibt. Da nagt man dann auch lange daran herum. Trotzdem, lass diese eMail sein, sie bringt Dir nichts und trägt auch nicht zur Klärung bei. Du hast Dir zwar alles von der Seele geschrieben, das ist aber auch alles.
    Wenn ich ehrlich sein soll, erwarte ich gar keine Antwort von ihr.
    Sie soll nur wissen, dass ich ihr Verhalten nicht vergessen habe. Gut, wahrscheinlich wird ihr das egal sein.
    Aber ich will sie irgendwie trotzdem damit konfrontieren.

    Vielleicht hast du auch Recht damit, dass ich es nicht schreiben sollte, aber andererseits kann sie mir nichts und ich würde durch diese Nachricht nichts verlieren.

  4. #4
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    Standard AW: Mobbing in der Vergangenheit

    Hallo Bachblume,

    den Worten von Cinderella möchte ich mich anschließen. Auch ich kann nachvollziehen, dass die Vergangenheit zwischendurch immer wieder hochkocht und man Antworten möchte. Wie du aber schon richtig erkannt hast, wirst du sie nicht bekommen. Wenn diese Frau dich damals nicht mochte, wird sie eine nach Jahren kommende Email kaum ernst nehmen. Lass es also bitte - auch um deinetwillen - sein.
    Schau nach vorn. Du sagst selbst, dass es dir gut geht. Dann halte daran fest und an dem, was du bisher für dich erreicht hast. Ich denke, wenn du deine Erfolge dem entgegenstellst, was damals war, wirst du feststellen, dass du es nicht nötig hast, über die früheren Ereignisse noch viel nachzudenken. Dann wird es dir auch leichter fallen, einen Schlusstrich zu ziehen.

  5. #5

    Standard AW: Mobbing in der Vergangenheit

    Ja, ihr habt ja auch irgendwo Recht.
    Nur, das Problem ist, dass solche Situationen/Geschichten so unglaublich sind, dass man sie nicht verständlich schreiben kann, so dass es jeder versteht.
    Es war wirklich so: Mir wurde einfach von einer Kollegin gesagt, dass sie mich nicht mag. Und in dem Moment war ich einfach nur geschockt.
    Ich weiß ja selbst nicht warum es mich nach all den Jahren noch beschäftigt. Wahrscheinlich, weil ich ihr das nie gesagt habe, wie scheiße ich das fand..Aber gut..

  6. #6
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    2.009

    Standard AW: Mobbing in der Vergangenheit

    Ich möchte dir eine Kleinigkeit von mir erzählen. Vielleicht fällt es dir dann leichter, Abstand zu gewinnen.
    Früher, in der Schule wurde ich sehr stark gemobbt. Der „Club“ bestand aus drei Mädchen (X, Y und Z) und ein paar Mitläufern. Nach der Schule haben wir uns, einmal abgesehen von ein paar Ausnahmen, die im gleichen Ort wohnen wie ich, völlig aus den Augen verloren. Das war auch gut so, denn anfangs musste ich das ganze Schulchaos auch noch irgendwie verdauen.
    Ich bin dann meinen Weg gegangen, die Erinnerungen an die Schulzeit sind verblasst. Alles gut soweit.
    Jetzt, nach gut zwanzig Jahren kamen ein paar Leutchen auf die Idee, ein Klassentreffen zu veranstalten. Ich wurde also auch angeschrieben, sogar von Y, fand die auf der Karte beschriebene „Wiedersehensfreude“ allerdings schon übertrieben, meldete mich dann aber auch erst, als eine andere ehemalige Klassenkameradin mir eine zweite Karte einwarf. Da habe ich mich dann wohl oder übel per Whatsapp gemeldet, landete im Gruppenchat. Da gab es dann viel Bla Bla und auch Fotos. Ein paar der Ehemaligen hatten sich schon vorab getroffen. Ein super Foto mit X, Y und Z darauf, wieder fröhlich vereint.
    Glaube mir, im ersten Moment kam es mir buchstäblich hoch. Gefühle, die ich schon längst für mich abgehakt hatte, weil Vergangenheit, waren auf einmal wieder da. Wäre ich diesen „Damen“ gegenüber gesessen, hätte ich mir eine dritte Hand wachsen lassen, nur damit ich allen gleichzeitig meine Faust ins Gesicht schlagen könnte.
    Jedenfalls war der Tag für mich gelaufen, mir war kotzübel und ich wollte mein Handy gar nicht mehr ansehen. Habe ich auch nicht. Hab es einfach mal einen Tag liegen lassen, dann das Bild nochmal angeschaut und mich entschlossen, nicht zu dem Klassentreffen zu gehen.
    Aber nicht, weil ich denen ins Gesicht schlagen wollte. Ich habe einfach festgestellt, dass ich den Leuten nichts zu sagen habe. Die haben ihr Leben, ich habe meines. Man hat sich über zwanzig Jahre nicht umeinander gekümmert. Für was also Wiedersehensfreude heucheln gegenüber Leuten, die mir nichts bedeuten?
    Dieses Treffen soll an einem Samstag stattfinden. Sollen sie mal. Ich schlafe dann lieber aus, mache keine langweilige Wanderung durch eine Stadt, die ich (genauso wie alle anderen) schon seit Ewigkeiten kenne und muss mir danach dann dumme Sprüche anhören, weil ich keine Lust habe mir beim gemeinsamen Kneipenbesuch einen „anzusaufen“.
    Thema erledigt. Und, mir geht es gut dabei, weil ich einfach erkannt habe, dass ich diese Leute weder bisher, noch jetzt in irgendeiner Art und Weise brauche.

    Und brauchst du diese Frau? Wahrscheinlich eher nicht, oder? Du hast dir dein eigenes Leben aufgebaut, hast sie dazu nicht gebraucht. Leg sie zu den Akten. Die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern. Deine Zukunft sollte dir wichtig sein.

  7. #7
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    23.11.2015
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    1.782

    Standard AW: Mobbing in der Vergangenheit

    hi Bachblume,
    dass diese Dame Dich nicht leiden konnte hast Du lediglich aus der Gerüchteküche erfahren. Es ist also nichtmal sicher, dass es den Tatsachen entspricht. Die Chefin könnte ganz andere Gründe gehabt haben für ihre Ablehnung, Dich in ihre Abteilung aufzunehmen. Wie auch immer, ihr jetzt aufgrund von Hörensagen ( vor Jahren) eine eMail zu schreiben ist verschwendete Zeit. Du würdest weder etwas verlieren aber ebenso wenig etwas gewinnen. Hake es ab. Es macht keinen Sinn, sich mit Ballast aus der Vergangenheit zu beschweren

  8. #8

    Standard AW: Mobbing in der Vergangenheit

    Hallo,
    danke für eure Antworten.
    Ich finde es irgendwie „lustig“, weil kürzlich traf ich mich mit einer alten Schulfreundin. Wir haben beide unsere ersten Mobbingerfahrungen schon zusammen in der Schule gemacht, und da fiel uns auf, dass die Mobber von damals eigentlich auch nicht so besonders viel im Leben erreicht haben – eher im Gegenteil. Das weiß ich aber auch nur, weil sie noch in der Stadt von damals wohnt, ich lebe mittlerweile in einer anderen Stadt.
    Ja, also ihr habt alle irgendwie recht und ich hab auch alle eure Nachrichten gelesen.
    Im Grunde stimmt es ja auch.
    Die Gründe warum man antworten will sind so unterschiedlich und doch alle gleich.
    Man will es verstehen und wissen warum, aber wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich, dass einige Mobber von damals ihr Verhalten von damals selbst nicht erklären können.
    Es war übrigens so wie in deinem Beispiel @ Trauerweide. Ich war glücklich, wobei ich heute sagen muss, dass ich unter den Umständen nicht mehr dort arbeiten würde, weil in dem Betrieb bis heute(!) Mobbing von Auszubildenden stattfindet – habe ich mir sagen lassen.
    Und ja, ich denke ich werde ihr nicht schreiben. Sie hätte das Gefühl der Genugtuung, dass ich mir immer noch über sie Gedanken mache. Und das werde ich ihr nicht geben.

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