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Thema: Angst vor Bespitzelung in Selbsthilfegruppen

  1. #1

    Standard Angst vor Bespitzelung in Selbsthilfegruppen

    Liebe Forumsmitglieder,

    wenn ich in Selbsthilfe-Gruppen meine nonkonformistischen, arbeitsweltkritischen Ansichten äußere,habe ich immer Angst, dass meine Haltung/Aussagen von manchen Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe an Dritte weitergetragen werden könnte wie z. B. Ärzte oder Jobcenter und dass diese dann schlecht von mir denken und dies negative Konsequenzen für mich haben könnte.

    Bei einem Treffen mit einer Teilnehmerin aus einer Selbsthilfe-Gruppe erteilte diese mir den Rat, ich solle aufpassen, wem ich was erzähle und dass dieGruppenmitglieder meine Aussagen auch gegen mich verwenden können. Das hat micherschreckt und mir sehr zudenken gegeben und ich begann mich daran zu erinnern,dass auch ein Pädagoge im beruflichen Trainingszentrum mir vor vielen Jahrenbestätigt hat, dass manche der Teilnehmer ihm alles erzählen würden, was ichdiesen Teilnehmern über mich erzähle. Die Denunzianten würden sich dafürPrivilegien erhoffen. In der Ausbildung haben meine Azubi-Kollegen auch allesmeiner Ausbildungsleiterin erzählt, besonders wenn ich mit einer bestimmtenArbeit nicht zufrieden war und ich hatte deswegen einen Riesenärger mit meinerAusbildungsleiterin und wurde nicht übernommen.

    Als ich in den Selbsthilfegruppen meine Befürchtungendarüber, dass vertrauliche Dinge an Dritte weitergegeben werden könnten,angesprochen habe, wurde mir das von manchen als Verfolgungswahn ausgelegt, alseine Form von Psychose. Das macht mir panische Angst, denn das könnte dazuführen, dass mich im schlimmsten Fall der sozialpsychiatrische Dienst bzw. einAmtsarzt oder auch ein niedergelassener Arzt (falls er von denGruppenmitgliedern eingeschaltet wird) in die Psychiatrie steckt, wo ich mit Neuroleptikazwangsbehandelt werde.

    Ich glaube nicht, dass ich eine Psychose habe, denn meine Angstvor der Weitergabe meiner Aussagen an Dritte durch Gruppenmitglieder ist janicht aus der Luft geholt, sondern diese Angst resultiert ja aus meinen eigenenErfahrungen in der Ausbildungszeit, in der mich meine Azubi-Kollegen schonangeschwärzt haben (meine Ausbildungsleiterin hat es mir erzählt!) und derPädagoge hat mir ja auch ganz klar gesagt, dass ihm manche Teilnehmer meineAussagen zutragen. Wenigstens war der Pädagoge ehrlich zu mir.

    Ich glaube, dass es das Stasi-System aus Spitzeln, die fürdas Jobcenter und Ärzte arbeiten, in der BRD auch gibt genauso wie im Kommunismus.

    Ich gehe mit einem ganz unguten Gefühl in dieSelbsthilfegruppen und mit dem Bewusstsein, mich bei meinen Aussagen dortselbst immer zensieren zu müssen, mir vorher immer zu überlegen, ist das nochsystemkonform was du sagst, oder könnte dir das jemand übel nehmen??? Aber wennich nicht mehr sagen darf, was ich wirklich denke und fühle aus Angst, jemandkönnte es weitererzählen und ich könnte dafür bestraft werden, was nützt danndie Selbsthilfe? Da ich mich oft verplappern tue und Dinge von mir gebe, dieich lieber nicht sagen sollte und nachher immer fürchten muss, oh Gott, wenndas beim Jobcenter oder beim Hausarzt ankommt, was stellen die dann mir an???Ich bemühe mich, den Mund zu halten und dann rutschen mir doch die gefährlichenSachen heraus, die man nicht offen sagen darf, z. B. dass ich keinePsychotherapie mehr machen will, weil es da nur um die totale Anpassung an dieArbeitswelt geht, an schlechte Arbeitsbedingungen, an Umgebungsbedingungen, dieich nicht aushalten kann oder an monotone Arbeit mit einseitiger muskulärerBeanspruchung, die mir jeden Tag und permanent starke Rücken- und Kopfschmerzenbereitet. Das könnte mir als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden und hätteschreckliche Konsequenzen für mich. Mir ist ganz schlecht und elend vor Angst.

    Wenn ich nicht zu den Selbsthilfegruppen gehe, wird mir dasaber auch wieder negativ ausgelegt, dass ich nicht an mir arbeiten will.

    Ich bin mir absolut sicher, dass eine oder mehrere Personenin den Selbsthilfegruppen meine Aussagen an Dritte weitergeben, das ist keine Psychose.

    Kann jemand etwas dazu sagen?

  2. #2
    Registriert seit
    13.08.2013
    Beiträge
    2.016

    Standard AW: Angst vor Bespitzelung in Selbsthilfegruppen

    Hallo,
    zunächst einmal kann ich dich in einem Punkt beruhigen. Man kann niemanden einfach so gegen seinen Willen in die Psychiatrie stecken.
    In deinem eigenen Interesse solltest du aber mit deinem Hausarzt über deine Sorgen reden. Dieser hat Schweigepflicht und wird auch nicht ohne dein Einverständnis ewtas weiter geben. Der kann dir auch helfen, vielleicht eine andere Lösung zu finden. Mitunter auch einen anderen Therapeuten, wenn du das Gefühl hast, dass zwischen dir und deinem jetzigen Psychiater die Chemie nicht stimmt. Das ist mitunter wichtig, damit eine Therapie auch Erfolg hat.
    Eine Therapie völlig abzubrechen, gerade, wenn man noch mit dem Jobcenter zu tun hat, halte ich nicht für sinnvoll.

    Es würde mich, ebenso wie Trauerweide, auch interessieren, welshalb du eine Selbsthilfegruppe aufsuchst.

    Gruß

    Ilythia

  3. #3
    Registriert seit
    06.04.2012
    Beiträge
    1.157

    Standard AW: Angst vor Bespitzelung in Selbsthilfegruppen

    Hi!

    Das Prinzip der anonymität in Selbsthilfegruppen ist ehr eine Verpflichtung an Dich als ein Schutz. Wenn Du in einer Selbsthilfegruppe wenig sagst kann auch wenig
    weiter getragen werden. Es liegt also an Dir inwieweit Du dich öffnest. Anders herum hast Du die Verpflichtung gesehenes gehörtes und erlebtes für Dich zu behalten. Je verschwiegener Du selbst bist desto ehr kannst Du intimes besprechen. Du bist diejenige die die Standarts setzt. Viele Menschen neigen dazu sich selbst zu wichtig zu nehmen. Die Anst vor Anonymitätsbruch ist manchmal größer als die Gefahr dazu. Ich meine damit, keiner geht in eine Selbsthilfegruppe ohne ein eigenes Problem bearbeiten zu wollen. Was haben die anderen Gruppenmitglieder für ein Interesse sich in Dein Problem einmischen zu müssen wenn sie doch ein eigenes Problem bearbeiten. Dein Problem steht da nicht im Fokus. Wenn Du etwas sagst was die/den Anderen anspricht dann betrifft es erst einmal dessen/deren Problem. Anders herum ist es so dass Du mit den Aussagen eigene Erlebnisse verknüpfst die dem der es gerade sagte nicht bewusst sind. Das gehörte wirst Du selbst einortnen ohne das der andere irgendeinen Einfluss darauf hat.

    Grüßlinge!
    Geändert von Alteisenfahrer (16.09.2017 um 17:56 Uhr)

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