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Thema: Mobbing von Behinderten, Behinderte einfach feueren

  1. #1
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    Ausrufezeichen Mobbing von Behinderten, Behinderte einfach feueren

    "Den Kollegen einfach zufeueren ist nur schwer möglich, da er schwerbehindet ist. Ein wirklich vertrackte Situation."

    Ich meinte speziell diesen Satz, und zwar in Verbindung mit dessen Aussage. Meine Meinung hierzu werde ich nicht revidieren.
    Es betrifft auch nicht die Rechtschreibung im Forum allgemein, sondern hier explizit.

    Wenn sich jemand in den Beiträgen als Agenturmitarbeiterin für Medien zu erkennen gibt und sich gleichzeitig mit anderen Kollegen hinter dem Rücken eines schwerbehinderten Mitarbeiters überlegt, wie man sich dessen entledigen könnte - vielleicht so


    "Aber wie können wir ihn endgültig los werden ? Sollen ein paar von uns mit Kündigung drohen oder sollen wir ihm immer Salz in den Kaffee schütten ? "

    oder so

    "Das ist nicht nur meine Meinung. Wir haben mal spasseshalber abgestimmt ob wir ihn aus dem Fensterwerfen ( 3. Stock), alle ( ! ) waren dafür."

    dann sollte derjenige den eigenen Ansprüchen gerecht werden.

    Mich wundert in diesem Zusammenhang vor allem, dass hier niemand den Mumm hat das Mobbing zu hinterfragen. Wenn ich mich recht erinnere, dient dieses Forum den Opfern als Hilfe, steht es den Schwächeren zur Seite. Für mich ist der Schwächere - bis zur Klärung des Gegenteils, unter Berücksichtigung beider Seiten - der schwerbehinderte Mitarbeiter, der besonderen Schutz verdient.


    Trauerweide
    Geändert von Pfirsichblüte (16.10.2017 um 15:38 Uhr)

  2. #2
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    Ausrufezeichen AW:Mobbing von Behinderten, Behinderte einfach feueren ?

    Ich betone,
    es handelt sich ausschließlich um diesen einen Fall, speziell um den zitierten Satz. Nie zuvor hatte ich irgendwelche Fehler bemängelt. Wie ich in meinem Thread-Beitrag schrieb, erreiche ich selbst nie die angestrebte Perfektion.

    "Den Kollegen einfach zufeueren ist nur schwer möglich, da er schwerbehindet ist. Ein wirklich vertrackte Situation."

    Dieser Satz ist inhaltlich und von der Schreibweise her im Kontext zu den weiteren getätigten Äußerungen in den Beiträgen eine Katastrophe mit Schlagwörtern wie "schwerbehindert, feuern, vertrackt"
    Hier wird in einem gesonderten Beitrag gezielt Stimmung gegen eingeschränkte Kollegen gemacht, eine Stimmung, die viele Vorurteile ganz bewusst bedient, wo sich manche in ihrer vorgefassten Meinung bestätigt sehen. Was die Leute nicht erkennen, hier schreibt jemand so miserabel falsch und niederträchtig gegen Behinderte, ohne selbst eine Schwerbehinderung zu haben.
    Ich kenne den jungen Mann, der die Mitarbeiterinnen der Agentur so nervt, dass sie ihn am liebsten aus dem Fenster schmeißen würden, zwar nicht.
    Vielleicht ist er trotz seiner Schwerbehinderung aber besser aufgestellt und zieht somit die Wut auf sich.

    Da ich selbst eine anerkannte Schwerbehinderung habe, weiß ich, wie schnell die Fakten verdreht werden, wie schnell man einige "gesunde, normale" Kollegen gegen sich aufbringt, wenn man eine bessere Stellung hat als sie, nicht, wegen des v. g. Fakts, sondern weil man im Beruf/Arbeitsgebiet einfach die bessere Qualifikation und mehr Erfahrung hat.

    Und mal ehrlich, wenn ich als Vertrauter des Chefs und Verantwortlicher eines Agentur-Teams, das Medienberichte verfasst, so ein Geschreibsel vorgelegt bekäme, würde ich als Chef das Team austauschen und nicht den Mann.

    Trauerweide

  3. #3
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    Ausrufezeichen AW: Mobbing von Behinderten, Behinderte einfach feueren ?

    Ich kenne die Hintergründe der Situation nicht, die Cinderella beschreibt, darum betrachte meine Ausführungen bitte unabhängig von Deinem Beitrag.

    Ich weiß aber, dass bei auftretenden Konflikten, es meist der behinderte Mitarbeiter ist, der geht oder gegangen wird, sei es durch Kündigung, Aufhebungsvertrag, Eigenkündigung oder ständige Versetzungen. Nicht umsonst ist der prozentuale Anteil dieser Gruppe unter den Arbeitslosen recht hoch.
    Das ist bei den kirchlichen Trägern nicht anders als im öffentlichen Dienst oder woanders.

    Einer ständig mies gelaunten und blaffenden Kollegin verzeiht man, wenn man weiß, dass sie unter ihrer Scheidung leidet.
    Man nimmt hin, dass es alkoholsüchtige Mitarbeiter gibt, die ihren Flachmann dabei haben, bietet ihnen vielleicht sogar Hilfe an. Man deckt welche, die für Sexismus bekannt sind.
    Verhält sich ein behinderter Mitarbeiter aber anders, als man es von ihm erwartet, heißt es oft, er kommt mit seinem Schicksal nicht klar, ist ein Querulant, stört die Betriebsabläufe und den Betriebsfrieden.

    Ich kann mehrere Beispiele nennen, wo es so oder ähnlich ausgelegt wurde, die schwerbehinderten Mitarbeiter/innen schließlich den Betrieb verließen oder von einer Abteilung zur nächsten versetzt wurden, gehandelt wie alte Semmeln, die keiner will.


    Es hat nur wenige Monate gedauert, dass eine krebskranke Kollegin nach Bewilligung ihres Status als Schwb aus einer kirchlichen Einrichtung rausgeekelt worden war.
    Ein Diplom-Ingenieur wurde nach seiner Rückkehr nach einer Krebsbehandlung für niedrige Tätigkeiten eingesetzt, die körperlich schwer waren. Innerhalb eines Jahres war er Frührentner.
    Eine diplomierte Verwaltungsfachfrau wurde mit ihrem Rollstuhl in die engste Ecke eines Büros gesetzt. Sie lernte Niederländisch und siedelte um.
    Eine Diplom-Betriebswirtin, die bei einem Unfall ein Bein verlor, wurde von Kollegen einfach ignoriert, ihr wurden Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt, sie wurde bei Betriebsausflügen einfach übergangen und vergessen. Begründung: zu frech.

    Mehr Beispiele...na ja, es wiederholt sich bei dem Sehbehinderten, weiteren Gehbehinderten usw.

    Sind kranke oder behinderte Menschen wirklich so nervig und untragbar, dass man sie entweder erst gar nicht einstellt oder sie nach einiger Zeit wieder loswerden möchte?
    Will man lieber nicht täglich über Stunden mit dem konfrontiert werden, was an die eigene Verletzbarkeit und Endlichkeit erinnert?
    Wie sagte ein Amtsleiter bei einer Veranstaltung zum Thema "Arbeitsplätze"? "Wir als Verwaltung stellen Einfacharbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung." Die Betonung liegt auf Einfacharbeitsplätze. Da toleriert man sie. Aber wehe, sie wagen es, qualifizierte Tätigkeiten auszuführen, wo sie delegieren können und gewisse Kontrollfunktionen ausüben müssen, dann ist das Geschrei bei denen groß, die nicht bedacht wurden.

    Man verzichtet lieber auf die Potentiale, die auch ein eingeschränkter Mitarbeiter hat, der "quer schießt", zugunsten eines evtl. weniger qualifizierten Kollegen.

    Trauerweide (nicht, weil ich in Trauer bin oder ständig traurig, sondern weil ich diese Bäume besonders liebe)
    Geändert von Pfirsichblüte (17.10.2017 um 13:57 Uhr)

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