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Thema: Praktikum - mit den Nerven am Ende

  1. #1
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    Standard Praktikum - mit den Nerven am Ende

    Hallo liebe Community,

    ich, als Langzeitarbeitsloser, mache derzeit ein Praktikum für eine Umschulung zum Tischler. In einem Praktikum soll man ja in die verscheidenen Bereiche des Berufs reinschauen können, sowie Kenntnisse und Fertigkeiten sammeln/ erlernen.

    Nur siehts bei mir vom ersten Tage an komplett anders aus. Egal wie das Wetter ist, ich muss draussen arbeiten, hingegen jeder in der Werkstatt ist. Seit 3 Wochen machen ich zu 70% nur Putztätigkeiten, sei es bei regen und wind den kompletten Hof fegen... oder den Maschinenraum wärend des Betriebes zu Putzen, an Stellen die scheinbar noch nie geputzt wurden... laut den alten Spinnennetzen zu folge... ständig beschweren sich die dort arbeitenden das ich nur im Weg bin, nicht schlimm genug das da auch ein Cholerika ist, der förmlich in die Luft geht, wenn ich den Besen an eine Maschine abstelle um den Dreckhaufen wegzukehren.

    Dem Ausbilder hab ich zwar gefragt ob das grad viel Sinn macht hier zu putzen, bei dem Betrieb... läuft er prüfend durch den Raum und meckert mich allen Ernstes an, das ich die Maschinen nicht geöffnet habe und in drinnen und hinter den Maschen geputzt habe. Obgleich mir am ersten Tag verboten wurde an den Maschinen zu gehen, da ich keine Einweisung habe.

    An einem anderen... ich war mit der mir gestellten Putzaufgabe fertig (Lagerbereich fürs Holz)... ging ich zu dem Ausbilder um zu fragen mit was ich weiter Arbeiten soll... er: Mensch was willst du denn schon wieder von mir, hast nix zu fegen?

    letzten Do.: musste ich wieder von 7Uhr bis 17 Uhr den ges. Hof fegen, hin und wieder kam mal jemand an der meine Hilfe beim tragen von Fenstern, Glas etc. brauchte -- also Fegen, schleppen, schleppe, Fegen... am Nachmittag hab ich die Fassung verloren und hab vllt. 10min. geheult... ich konnte e einfach nicht stoppen... zudem hatte ich überall schmerzen und war durchgefroren... irgendwann wusste ich auch nicht mehr warum ich zittere, wars wegen der kälte oder wegen der innerlichen anspannung und unterdrückung nicht wieder zu heulen.

    letzten Freitag: ich war noch völlig fertig vom Vortag... ich hab schon ne Weile damit abgeschlossen das es ein sinnvolles Praktikum ist/ wird... hab ich urz vor 7Uhr den Ausbilder fragte; soll ich heut wieder fegen?... dieses hämische Grinsen hab ich noch im vor mir... "Klar kannste wieder fegen"

    Um es deutlich zu sagen; ich rede hier nicht von zumutbarer Reinigunsarbeit... ich red davon das sofern ich nicht irgendwo einspringen kann weil grad not am Mann ist... ich nur Fege und Putze... 10h lang/Tag

    Arbeits-Schutz-Kleidung krieg ich nicht... bis auf Einweg-Ohrstöpsel, die mir Geschäftsführer gezeigt hat wo ich sie finde... ansonsten hab ich nix.

    Die Tischlerei hat selbstverständlich einen Maschinenraum... da fallen Holzreste, Späne und Holzstaub an, jeder Azubi, Geselle bekommt eine Atemschutzmaske wenn sie mal diesen Raum auskehren müssen... ich muss natürlich ohne Schutz alles das machen wofür idr. 2 Azubis/Gesellen eingeteilt werden.

    Wie gesagt ich bin Langzeitarbeitsloser, folglich kommt der Prakikumsvertrag vom Jobcenter.

    Da ich nun noch nie in so einer Situation war, muss ich ehrlich gestehen habe ich kein Schimmer wie man sich nun korrekt Verhält.

    Geraten wurde mir das Ich am Montag zum Jobcenter gehen soll und den Sachverhalt der Sachbearbeiterin darlegen soll, vorher aber noch dem Betrieb eine kurze Email schicken das sie zumindest bescheid wissen das ich an dem Tag nicht komme, da ich im Jobcenter bin -- im Anschluss solle ich zu meinem Hausarzt gehen... zumal ich die letzten Tage abends nur geheult habe,ich esse nicht mehr viel und zum schlafen bin ich zu aufgefühlt... bis ende Januar soll das gehen, das packe ich so doch nie... keine Ahnung wie das gehen soll.

    Im optimalen Fall, werd ich mir am Montag ein neuen Betrieb suchen können. Womit ich eigtl. morgen schon anfangen will, nur um für den Fall der fällen schon vorgearbeitet zu haben.
    Doch jetzt hab ich halt Sorge dass das Gegenteil eintrifft. Ich nicht ernst genommen werden, das Jobcenter mir damit dann das ALGII sperrt und ich alles Geld was das Jobcenter bisher für mich wegen des Praktikums investiert hat zurück zahlen muss... also irgendwie das ich am ende als schuldiger darstehe... oder Schlimmer noch ich zurück in den Betrieb muss und da das praktikum beenden muss... jetzt erst recht werden die mich doch fertig machen wollen.

    Auch wenn es jetzt doch viel geworden ist, ist das nur eine kurze Zusammenfassung.

    Was ich jetzt suche, warum ich hier bin ist...

    Kann mir jemand weiterhelfen?
    Ist es der richtige Weg, Montag zum Jobcenter zu gehen?
    Kann ich es irgendwie, legal vermeiden nicht mehr dorthin gehen zu müssen? Also ohne eine Sanktion befürchten zu müssen?

    Bin für jede Hilfe dankbar... ich kann einfach nicht mehr

  2. #2
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    Standard AW: Praktikum - mit den Nerven am Ende

    Hallo Chiron,

    seit wann machst du dieses Praktikum denn schon?

    der Weg zum Jobcenter ist im Moment das Einzige, was du machen kannst. Nimm dir einen Zeugen mit, der bestätigen kann, wie "fertig" du durch diese Situation bist. Dann kann dich der Sachbearbeiter auch notfalls nicht mit irgendwelchen Floskeln abspeisen oder abwimmeln. Oftmals hören Sachbearbeiter eher zu, wenn noch jemand dabei ist und geben sich mehr Mühe. Sieh zu, dass ihr BEIDE einen seriösen und gepflegten Eindruck macht. Also nichts mit Jogginhose und co.(Schubladendenken)
    Was du in dem Gespräch auf jeden Fall machen solltest, ist zu betonen, dass dir natürlich sehr daran gelegen ist, Chancen zu nutzen, dass das aber gerade in diesem Betrieb nicht geht weil.... und dann zähle auf, wie man dich dort behandelt.

    Was du nicht machen solltest, ist, am Montag "einfach weg zu bleiben" aus dem Betrieb, bzw. dann einfach eine Email zu schicken, dass du nicht kommst. Klüger wäre es, beim Jobcenter so schnell wie möglich um einen Termin zu bitten. Mit der Schriftlichen Bestätigung des Termines in der Hand hast du auch etwas, dass du dem Betrieb geben kannst, denn ein "offizieller" Termin kommt ganz anders rüber, als einfach zu fehlen. (Ob mit Email oder nicht) Dagegen können die im Bertrieb nicht viel sagen. Kommst du einfach am Montag nicht, kann dir das vom Betrieb negativ ausgelegt werden, die wiederum können sich beim Jobcenter beschweren, was am Ende dir negativ ausgelegt wird.
    Auch solltest du mit einer Krankmeldung nicht zu vorschnell sein. (Ebenso wehnig, wie du so etwas dem JC gegenüber erwähnen solltest) Wenn es noch so schwer fällt, versuche noch durchzuhalten. Sonst passiert es allzu leicht, dass man dich in die "typischer Hartz IV Empfänger, der will doch eigentlich gar nicht" Schublade steckt. Dann läufst du tatsächlich Gefahr, dass dir Bezüge gestrichen werden.
    Beweise dem JC gegenüber soviel guten Willen, wie du nur kannst. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass du es bist, der dieses Praktikum "schmeißen" will. Überlege dir genau, was du, wenn du dann einen Termin hast sagen möchtest, wie du die Situation am Besten formulierst. Sonst landest du wieder nur in der berühmten Schublade.

    Und mache keine unüberlegten Schnellschüsse. Wie gesagt:

    Erst JC nach einem Termin bitten, dann im Betrieb mit dem schriftlichen Nachweis "fehlen", deinem Sachbearbeiter möglichst genau die Situation schildern......
    Der Weg ist auf jeden Fall korrekter.

  3. #3
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    Standard AW: Praktikum - mit den Nerven am Ende

    Danke Ilythia,

    wie ich deine Antwort gelesen habe, hätte ich wohl sehr vieles falsch gemacht.

    Gestern abend hab ich meiner Sachbearbeiterin zwecks Termin schonmal geschrieben.

    Eine Zeugin habe ich auch, die dann mitkommt.

    Dann hab ich ein Tätigkeitsprotokoll geschrieben.

    Morgen suche ich das Gespräch mit dem Geschäftsführer, was wahrscheinlich nichts bringen wird (ist ein kleiner Fam. Betrieb - Bautischlerei, die über 25 Jahre zusammen arbeiten), aber ich denke so kann ich meiner Sachbearbeiterin wenigstens zeigen das ich von mir aus gewillt war an der Situation was zu ändern und nicht hinterm Rücken es tue.

    Da ich morgen als Tischler-Praktikant wieder den ganzen Tag fegen werde, werde ich auch mit meinem Handy Fotos machen, als bildlichen Beweis sozusagen.

    Soweit vielen lieben Dank, das du mich vor bewahrt hast eine Dummheit zu machen.

  4. #4
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    Standard AW: Praktikum - mit den Nerven am Ende

    Morgen Chiron,

    das Tätigkeitsprotokoll ist schon einmal sehr gut. Dann hast du auch etwas schriftliches. Nur, mit den Fotos ist das so eine Sache. Pass auf, dass du keine Personen mit auf den Bildern hast. Machst du Fotos ohne deren Einwilligung, kannst du Ärger kriegen. Auch bitte keine "heimlichen" Aufnahmen von irgendwelchen Gesprächen mit dir. Das geht ebenfalls nicht ohne Einwilligung.

    Gut wäre natürlich auch, wenn du bis zu dem Termin vorweisen könntest, dass du dich schon fleißig um einen neuen Praktikumsbetrieb bemüht hast. Falls du bis dahin schon einen neuen Platz in der Tasche hättest, wäre das natürlich nicht schlecht. Wenn nicht, kannst du zumindest vorweisen, dass du weiterhin „Gas“ gibst. Auch das stärkt deine Position.
    Viele Sachbearbeiter, ob vom Arbeitsamt oder Jobcenter, sind es leider gewöhnt, ihren „Schäfchen“ in den Allerwertesten treten zu müssen, damit sie in die Gänge kommen. Zeigt da aber jemand „eisernen Willen“ von sich aus vorwärts kommen zu wollen, reagieren sie auch schon anders.

    Du schaffst das schon!

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