Ergebnis 1 bis 10 von 10

Thema: Krankschreibung

  1. #1
    Registriert seit
    19.01.2018
    Beiträge
    6

    Standard Krankschreibung

    Hallo, ich erspare euch inhaltliche Details des Falls.
    Bin AU und beziehe Krankengeld, übliche körperliche Symptome.
    Würde mich aktuell eher als psychisch labil bezeichnen.
    Arzt rät mir den Laden zu verlassen und mich arbeitslos zu melden.
    Bin aber seit vielen Jahren dort und habe auch einige Rechte.
    Hat jemand Erfahrung mit dem Thema innerbetriebliche Beschwerde gemäß BetrVG und deren innerbetriebliche Behandlung (Erfahrungsbericht wäre toll) ?
    Möglicherweise wird demnächst auch der MDK aktiv. Wie läuft so etwas ab. Kann man dort mit Verständnis rechnen oder wird dort weitergemobbt ?
    Mit welchem Vorgehen muss man rechnen und wie sollte man sich verhalten ?

    Würde mich über ein paar Tipps sehr freuen.

    Wenn ich all das hier so lese werde ich richtig sauer. Es kann doch nicht sein, dass irgendwelche Blödmänner einem das Leben versauen.

    So müsste man mit diesen umgehen:

    youtube.com/watch?v=4Prc1UfuokY

  2. #2
    Registriert seit
    13.08.2013
    Beiträge
    2.104

    Standard AW: Krankschreibung

    Hallo Franzpeter,

    dein Arzt hat nicht ganz unrecht. Wenn du schon so weit bist, dass du die Situation psychisch nicht mehr verkraftest, solltest du auch nicht am "falschen Ende" weiter kämpfen.
    Zum Thema Beschwerde. Der "Laden" (Sozialstation) hatte in diesem Sinne zwar keinen Betriebsrat, dafür aber einen Vorstand, an den ich mich wendete. Der Erfolg war, dass dieser "Wirbel" alles nur für mich verschlimmerte. Die Gespräche, die der Vorstand dann mit den Mobbern führte, endeten damit, dass Tatsachen entweder abgeleugnet wurden oder Wahrheiten verdreht und beschönigt worden sind. Wer dann zum Schluss die Dumme war, brauche ich ja nicht zu sagen.

    Der MDK. "Weitergemobbt" wird dort nicht, aber so sonderlich viel Mühe geben die sich dort auch nicht. Da musst du schon selbst weitmöglichst vorbauen, indem du Gutachten deines Hausarztes, bzw. besser noch, eines Psychologen beibringen kannst. Ohne das hast du schlechte Karten.
    Der MDK ist vorwiegend das, was der Name schon aussagt und entscheidet im Zweifelfall entweder für die Krankenkasse - ein "Dauerkranker" ist ja auch eine finanzielle Frage - oder für den Betrieb.

  3. #3
    Registriert seit
    19.01.2018
    Beiträge
    6

    Standard AW: Krankschreibung

    Hallo Ilythia,

    die aktuelle Situation empfinde ich als äußerst pervers:

    Ich versuche seit Wochen einen Termin beim Psychotherapeuten zu erhalten und erhalte Aussagen wie: "In den nächsten 6-12 Monaten kein Therapieplatz".
    Ich habe diverse Kliniken kontaktiert mit entweder derselben Aussage oder Hinweise auf Möglichkeit "Selbstzahler" bei Tagessätzen um 400,- €.
    Die Krankenkasse will eine Prognose wie es weitergeht.
    Der Arbeitgeber möchte eine Prognose wie es weitergeht und hat mir schon mitgeteilt was alles mit hoher Dringlichkeit auf mich wartet.
    Der Hausarzt sagt Therapie bringe eh nichts, Beschwerde bringt auch nichts.
    Denke ich nur an die "Personen" vor Ort steigt mir der Kamm und die üblichen Symptome kommen hoch.
    Ein tolles Sozialsystem, da bekommt man echt geholfen .... wahrscheinlich erst, wenn es zu spät ist.

    Hast Du einen Rat oder ist alles vergeblich ?

  4. #4
    Registriert seit
    13.08.2013
    Beiträge
    2.104

    Standard AW: Krankschreibung

    Hallo Franzpeter,

    die Situation, die du beschreibst, ist leider normal. Einen Therapieplatz zu bekommen ist sehr schwierig, da die Psychologen/Psychiater, oder auch Kliniken total überlaufen sind. Da bleibt wirklich nur Google oder die gelben Seiten und sich durchzutelefonieren, bis man Glück hat. Was du machen kannst, ist bei den Leuten aber auch gleichzeitig deine Nummer zu hinterlassen. Es kann immer mal sein, dass vielleicht ein anderer Patient abspringt o.ä. und dann ein Platz frei wird.

    Die Meinung deines Hausarztes teile ich teilweise. Es ist schwierig, einen vernünftigen Psychologen/...iater zu finden, der sich mit Mobbing auch auskennt. Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass das "Völkchen" eher in anderen Sphären schwebt und mit allem, was sie nicht im Lehrbuch finden, nichts anfangen können. Aber leider kommt man wohl nicht drum herum, wenn man die Krankenkasse im Nacken hat. Ein "professionelles" Gutachten erhöht deine Chancen. Eine Reha oder Kur wäre dann noch eine Möglichkeit. Hast du mit deinem Hausarzt einmal darüber gesprochen?
    Wie sieht es bei dir beruflich aus. Arbeitest du ein einem Bereich, in dem es schwer ist, etwas neues zu finden?
    Über kurz oder lang wird dir nichts anderes übrig bleiben. Es macht wenig Sinn, sich einen Therapieplatz zu ergattern, oder eine Kur zu machen, um diverse Erlebnisse zu verarbeiten, wenn du doch täglich immer wieder "den gleichen Mist" erlebst. Dann drehst du dich im Kreis.

  5. #5
    Registriert seit
    19.01.2018
    Beiträge
    6

    Standard AW: Krankschreibung

    Hallo Ilythia,

    in der Theorie gebe ich meinem Hausarzt und Dir
    recht.

    Folgendes spricht meiner Meinung dagegen:

    1. Das Forum und die überfüllten Praxen/Kliniken sind ein deutliches Indiz, dass das anderswo genauso wieder passieren kann.
    2. Die Mobber haben ihr Ziel erreicht und nehmen das als Motivation auch wieder in Zukunft so vorzugehen.
    3. Alle anderen freuen sich auch, weil sie den Gemobbten erst mal loshaben.

    Das Ganze scheint ja System zu haben, auch die Vorgehensweise scheint System zu haben. Wohl eine "moderne Methode" Personalanpassungen durchzuführen,
    indem man den Betroffenen dazu bringt sich selbst abzubauen. Wohl ein geduldetes Hintertürchen für die Arbeitgeber, denn es gibt ja bis Heute keinerlei Gesetze
    gegen Mobbing und auch die Beweisführung ist äußerst schwierig, da nutzen dann auch Kündigungsfristen und sonstigen Einrichtungen des "Sozialstaates" nichts
    wie man sieht.














  6. #6
    Registriert seit
    19.01.2018
    Beiträge
    6

    Standard AW: Krankschreibung

    Noch eine Frage:

    Es gibt diverse Dienste wie die mobbing-zentrale. Hat da jemand Erfahrungen ?

  7. #7
    Registriert seit
    23.11.2015
    Beiträge
    1.805

    Standard AW: Krankschreibung

    Hallo Franzpeter,
    so ganz verstehe ich Deine Einwände nicht. Da scheint etwas durcheinander geraten zu sein.
    Sicher, es gibt Mobbing und wird es auch in Zukunft geben. Davor ist kaum jemand sicher. Du hast auch damit Recht, dass Mobbing schwer zu beweisen ist, obwohl es Gesetze dagegen gibt. Aber Was bitte hat Mobbing mit Kündigungsfristen und sonstigen Einrichtungen zu tun???? Was für Einrichtungen?
    Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten gegen Mobber vorzugehen, ebenso gibt es Möglichkeiten, sich als Mobbingopfer vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren.Diese Möglichkeiten in Angriff zu nehmen ist letztlich Sache des Mobbers.Allerdings sollte das Opfer sich auch nach einer neuen Stelle umsehen und sich der Tatsache bewußt sein, dass es meist unmöglich ist, in einem Betrieb weiter zu arbeiten bei dem man sich erfolgreich beim Vorgestzten beklagt hat oder ein gewonnenes Gerichtsverfahren hinter einem liegt.Das Arbeitsklima ist in der Regel dann vergiftet.
    Zu Deiner Frage bezüglich der Mobbingzentrale: Ich denke nicht, dass Du dort etwas Anderes hörst als hier. Ich habe allerdings mit dieser Einrichtung auch keine Erfahrung. Was ich jedoch sagen kann ist,dass hier im Forum vielen Mobbingopfern geholfen werden konnte, so sie bereit waren, sich helfen zu lassen. Schon alleine die Tatsache, dass man sich hier mal alles von der Seele reden konnte, tat gut.

  8. #8
    Registriert seit
    19.01.2018
    Beiträge
    6

    Standard AW: Krankschreibung

    Hallo Gerdis,
    den Zusammenhang zwischen Mobbing und Kündigungsfristen erkläre ich Dir gerne.

    Zumindest bei uns im Betrieb werden bevorzugt langfristige Mitarbeiter gemobbt, die aufgrund ihrer Betriebszugehörigkeit entweder sehr lange Kündigungsfristen haben oder sogar unkündbar sind.
    Das klingt ja erstmal nach Sicherheit. Was nutzt aber diese scheinbare Sicherheit, wenn dann der Arbeitgeber mittels Mobbing die Leute dazu bewegt selbst zu kündigen.

    Somit "umgeht" der Arbeitgeber ganz einfach die Hürden des Kündigungsschutzes, denn wenn der Mitarbeiter selbst geht, hat der Arbeitgeber ihn los, ohne ihm zu kündigen zu müssen - so einfach ist das !
    Die Tatsache, dass das alles kaum nachweisbar ist erleichtert dem Arbeitgeber dieses Vorgehen, somit wird der scheinbare Schutz untergraben. In anderen Ländern gibt es echte Gesetze gegen Mobbing.
    Auch ist es möglich Betriebsvereinbarungen gegen Mobbing zu abzuschließen.

    Was den Stellenwechsel betrifft:
    Ein Kollege von mir den sie rausgemobbt haben musste Haus und Hof verkaufen und wegziehen, weil er in der Nähe keine andere Stelle gefunden hat. Es gibt nämlich auch Gegenden,
    wo kaum Alternativjobs existieren. Was sollen dann Leute mit Familie machen, alles aufgeben wegen ein paar Blödmännern ?

    In einer Großstadt mag das anders sein. Ein anderer Kollege hat sich durchgesetzt. Sie haben ihn zweimal versucht fertig zu machen. Er hat sich
    mittels Anwalt gewehrt und jetzt lassen sie ihn in Ruhe. Der Chef hat mittlerweile (wohl aus Boshaftigkeit) einen Herzinfarkt bekommen.

    Bei mir ist es aktuell so, dass mir auch die Kraft fehlt eine neue Stelle zu suchen und auch bei mir würde das massive familiäre Veränderungen bedeuten,
    deshalb ist das für mich der letzte Ausweg. Und wie gesagt. Wert sagt, dass es bei der neuen Stellen nicht wieder losgeht ?

    Soll ich dann wieder flüchten ?

    Ich fände es hilfreicher Strategien zu entwerfen, wie man mit diesen Personen umgeht bzw. wie man sich schützen kann ohne zu flüchten.

  9. #9
    Registriert seit
    13.08.2013
    Beiträge
    2.104

    Standard AW: Krankschreibung

    Hallo Franzpeter,

    um überhaupt einmal ansatzweise etwas zu deinem Fall sagen zu können, müsstest du etwas mehr darüber berichten. So ins blaue hinein kann dir niemand helfen. Wenn überhaupt. Wenn das - so wie du es sagst - die Masche deiner Firma ist, Mitarbeiter los zu werden, geht das ja dann wohl bis in die Chefetage. Dagegen etwas zu unternehmen ist in vielen Fällen ein Kampf gegen Windmühlen, kurzum keine Chance.

    Was deine Einstellung zur einer neuen Stelle angeht, kann ich zwar verstehen, dass man nicht unbedingt aus seiner gewohnten Umgebung einfach mal so weg zieht. Aber gleich zu sagen, dass es ja sein könnte, dass es bei einer neuen Stelle wieder los geht, sorry, man kann auch beim um die Ecke gehen mit jemanden zusammenstoßen. Vermeidet man das deshalb und läuft nur geradeaus?
    Sicher vor Mobbing ist man nirgends, aber zu "verlieren" hat man auch nichts, wenn man sich einmal umsieht.

    Bei den Mobbinghotlines gibt es verschiedene Erfahrungen. Jemand, der auch hier im Forum hilfe suchte, berichtete mir, dass ihm die Mobbinghotline geholfen hat. Andere meinten das Gegenteil. Wenn du Interesse daran hast, musst du es wohl ausprobieren. Dann berichte aber bitte mal darüber (Natürlich nicht in allen Einzelheiten, aber ob du jemanden am Apparat hattest, der dir kompetent geholfen hat - oder auch nicht - wäre dann schon interessant)

  10. #10
    Registriert seit
    11.10.2014
    Beiträge
    665

    Standard AW: Krankschreibung

    Hi Franzpeter,
    die Problematik mit einer neuen Stelle in z.B. recht " ländlichen" Gebieten kenne ich auch. Es ist nachvollziehbar, dass man -hat man Haus und Hof dort- nicht alles aufgeben möchte oder auch kann. Sich aber jetzt schon zu fragen, ob man in einer neuen Stelle nicht wieder das Gleiche erlebt, halte ich doch für die falsche Einstellung.
    Aber wie Ilythia schon schreibt, ohne nähere Kenntnis deines " Falles" kann man Dir keinen Rat geben. Ich glaube auch nicht, dass Dir allgemeine Erfahrungsberichte weiterhelfen. Jeder Fall ist anders, und jede innerbetriebliche Beschwerde ruft unterschiedliche Reaktionen hervor, sowohl positive wie negative.
    Vielleicht solltest Du mal einen Anwalt kontaktieren, der Dir dann sagen kann welche rechtlichen Schritte Du unternehmen kannst. Das hat ja anscheinend bei Deinem Kollegen auch geholfen.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •