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Thema: Bin ich verpflichtet auszusagen?

  1. #1
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    Standard Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Guten Abend,

    ich wurde in meinem letzten Job so schwer gemobt, dass ich krank wurde. Schließlich kündigte ich auf ärztlichen Rat, da ich keine Möglichkeit sah, wieder in den Job zurückzukehren. Ich konnte die Attacken nicht beweisen und mir ging es zu schlecht, als dass ich mich hätte wehren können.

    Im Nachgang habe ich doch noch mit meiner Chefin per Email "gesprochen" und sie sicherte mir absolute Vertraulichkeit zu. Sie wusste im Prinzip auch schon, dass etwas nicht richtig läuft und wollte sich dafür einsetzen, dass sich etwas verändert. Ich hatte ihr aber auch deutlich gesagt, dass ich nicht für weitere Gespräche und schon gar nicht für Konfrontationen zur Verfügung stehe. Ich kann das einfach nicht.

    Nun kontaktierte mich der Betriebsrat und bittet mich, Ihnen die Mail an meine Chefin, in der ich ein paar konkrete Situationen geschildert habe, zuzusenden (es wurde das konkrete Datum der Mail geschrieben). Es wurde ein Untersuchungsausschuss gegründet. Mal ganz davon ab, dass ich wirklich geschockt bin, dass mein Vertrauen so missbraucht wurde, stelle ich mir die Frage, ob man mich irgendwie verpflichten kann, mit dem Betriebsrat zu sprechen? Was kann passieren, wenn ich es nicht tue?

    Mir geht es inzwischen deutlich besser und ich arbeite schon wieder. Aber diese Mail hat so viel wieder in mir hochgebracht. Ich kann und will über die Sache nicht mehr sprechen und es hat lange gedauert, bis ich es einigermaßen vergessen konnte. Ich will einfach nur noch die Sache hinter mir lassen.

    War schon jemand hier in solche einer Situation und kann mir sagen, ob ich Infos an den Betriebsrat weiterleiten muss?

    Vielen Dank im Voraus!

  2. #2
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    Standard AW: Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Hi Noway,
    habe ich das richtig gelesen, dass Du einen neuen Job hast, also mit Deinem alten Betrieb nichts mehr zu tun hast? Wenn das so ist kann Dich keiner zwingen,vor dem Betriebsrat überhaupt nur zu erscheinen. Der Betriebrat kann Dich zwar höflich bitten, möglicherweise weil weitere Vorfälle in Deinem vorherigen Betrieb vorgefallen sind, evtl. im Zusammenhang mit den Personen, die auch bei Dir eine Rolle gespielt haben. Das ist aber auch alles. Kurz, Du kannst aber mußt nichts sagen, Du kannst aber mußt nicht vor dem Betriebsrat erscheinen.

  3. #3
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    Standard AW: Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Hallo Noway.

    Gerdis hat da schon Recht, du musst im Endeffekt gar nichts.
    Ich denke deine Chefin war, mehr oder weniger vertraulich. Hätte sie das nicht so bräuchte sie einfach nur ihre/erhaltene Email an den Betriebsrat weiter geben. Hat sie aber offensichtlich nicht sonst würden sie dich nicht danach fragen. Ich denke eher das sie nachgehakt hat an diversen stellen, dann könnte sie eventuell gesagt haben das sie eine Email bekommen hat aber nicht direkt weiter gegeben was in der Email zu lesen war. Darum fragt nun der Betriebsrat nach denke ich mal. Kann aber auch Schadensbegrenzung ( Ruf des Betriebes ) im Interesse sein. Betriebe schauen ja oft wie sie bei so etwas am besten da stehen oder raus kommen.
    Kurz um aber denke ich du solltest da gar nichts mehr dazu sagen. Du hast eine neue Arbeit und gut ist es. Belaste dich nicht mit vergangenem, das ist es nicht wert.
    Wie gesagt, sie können höflich darum Fragen aber müssen tust du gar nichts.
    Lass 5e gerade sein und konzentriere dich auf die neue Stelle. :-)
    In diesem Sinne

  4. #4
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    Standard AW: Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Hallo noway,
    da sind etliche Dinge drin, die nicht so sind, wie gesagt wird. Erstens Vertraulichkeit: sobald du per Mail schreibst, ist alles, was über Vertraulichkeit gesagt wird, Makulatur. Eine Mail ist eine offene Postkarte. Ausserdem ist deine Mail höchstwahrscheinlich noch im Betrieb vorhanden.Warum schreibt der Betriebsrat dich an? Weil die Chefin Sie nicht rausrückt, weil die Mail dort liegt, wo der Betriebsrat nicht hinkommt?
    Zweitens: Wozu braucht der Betriebsrat deine Mail? Um gegen jemand vorzugehen oder um jemand zu schützen? Du weisst weder, wohin die Mail genau geht (Betriebsratsgremien bestehen aus vielen Köpfen und jeder hat seine eigenen Ideen) und für was deine Mail verwendet wird.
    Drittens: Wenn deine Mail jemand belastet und derjenige kriegt das in die Finger kann es sein, dass in deiner Mail rechtliche Möglichkeiten stecken, Dir Post vom Anwalt zu schicken.
    Viertens: Wenn es einen Untersuchungsausschuss gibt, dann liegt was Grösseres vor. So wie du schreibst, weisst du aber nicht genau, was bezweckt wird oder rauskommen soll. Du begibst dich schriftlich und mit deinen Namen auf unbekanntes Terrain.

    Von daher beste Strategie: sich bedeckt halten. Ausserdem, wer sagt, dass du die Mail noch hast? Jeder sollte sein Postfach ab und an einmal säubern. Das entlastet den PC.

    Gruss
    sunzi
    Der beste Weg ist es, die gegnerische Strategie zu vereiteln; der zweitbeste, dessen Verbündete anzugreifen; und der schlechteste ist der Angriff auf gegnerische Städte.

  5. #5
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    Standard AW: Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Zitat Zitat von Sunzi Beitrag anzeigen
    Erstens Vertraulichkeit: sobald du per Mail schreibst, ist alles, was über Vertraulichkeit gesagt wird, Makulatur. Eine Mail ist eine offene Postkarte. i
    Das ist so nicht ganz Richtig. Eine Email, Messenger Nachrichten oder auch WhatsUp ist und bleibt immer nur der geschickten Person leslich. ( Ausser der Absender bestätigt das er damit einverstanden ist z.B. mit einer Öffentlichmachung oder Weiterleitung.
    Zudem war diese Email noch " vertraulich " ausgemacht und beide stimmten zu. Selbst wenn es nur einseitig wäre von seiten des Versenders gilt: " Keine öffentlich machung und keine weiterleitung an Dritte!"

    Ich Zittiere einen Ra:

    """ Grundsätzlich gilt, dass die unbefugte Veröffentlichung von E-Mails den Absender in seinem Recht am geschriebenen Wort und damit in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG verletzt. Das Recht am geschriebenen Wort gewährt das Recht, selbst zu bestimmen, welchem Personenkreis der Einzelne seine Äußerung zugänglich macht. Bei der Zusendung von privaten E-Mails kann davon ausgegangen werden, dass der Absender die E-Mail nur gegenüber dem Empfänger zugänglich machen wollte und nicht der Öffentlichkeit. E-Mails, die sich nur an einen Adressaten richten, unterfallen nach der ständigen Rechtsprechung der Geheimsphäre und dürfen daher ohne Zustimmung des Absenders nicht veröffentlicht werden (LG Köln, Urteil vom 28.05.2008, Az. 28 O 157/08). Die Veröffentlichung erkennbar privater Schreiben stellt nach dem Urteil des LG Köln insoweit einen schwerwiegenden Eingriff in das Persönlichkeitsrecht dar, dass in seiner Wirkung weitaus schwerer wirkt als die bloße Mitteilung des Inhalts desselben.

    Zitat ende.

    Wer hat dir denn das erzählt das eine Email eine offene Postkarte ist? Völliger Blödsinn von Unwissenheit. :-)

    Die Gesetzgebung hier legt nahe das man eventuell nun will das der Betriebsrat selbst eine Kopie davon erhält. Damit umginge man das " Gesprochene oder Geschriebene Wort".

    An Noway....
    Lass alles einfach links liegen. Ist Vergangenheit und gut ist. Du bist zu keiner Zeit gezwungen bei einem Betriebsrat zu erscheinen. Sollte die Email öffentlich werden kannst du andere Maßnahmen ergreifen um entgegen zu wirken. Jeder RA kann dir das bestätigen.
    Aber im ernst...lass dich am Arsch lecken und mach einen Neuanfang im neuem Betrieb. Denn so einer ist es nicht wert auch nur 1 Sekunde an gedanken daran zu verschwenden was einmal war.
    In diesem Sinne :-)
    Geändert von Seage (31.01.2018 um 19:29 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Hallo Zusammen,

    danke für eure Antworten! Ich will die Sache nicht mehr aufnehmen. Hab mir aber auch gedacht, dass man vermutlich Beweise sucht. Vielleicht hat sich noch der eine oder andere als Opfer geoutet. Aber in meinem Fall steht Aussage gegen Aussage und der Mobber wird das nicht auf sich sitzen lassen. Das tue ich mir nicht an.

    Habe den BR gebeten mich in Ruhe zu lassen.

    Schönen Sonntag noch!

  7. #7
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    Standard AW: Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Hallo Seage,
    Zitat Zitat von Seage Beitrag anzeigen
    Völliger Blödsinn von Unwissenheit. :-)
    Deine Wortwahl ist auch nicht gerade mit Höflichkeit betraut oder? Hinsichtlich dem technischen Charakter von Emails und ihrer Zugänglichkeit empfehle ich dir, mal einen Insider bei google zu Rate zu ziehen. Aber was machst du ? Du zitierst einen Rechtanwalt, der Paragrafen zitiert. Denkst du wirklich, das ist ausschlaggebend für die Prozesse im Unternehmen, die Noway schildert? Das Ding liegt auf dem Server und ist jedem zugänglich, der auf dem Server kommt. Glaubst du wirklich, Paragrafen bestimmen die Taktik im Unternehmen? Bei Mobbing? Oh je ....?
    Ehrlich gesagt, das wäre mehr als kurzsichtig. Also beruhige dich bitte wieder. Ich sehe deine Wortwahl als einen Ausrutscher und setzte voraus, dass du zu den Standarts an Höflichkeit zurückkehrst, die hier in Deutschland zwar im Hintertreffen sind, aber immer noch angenehm und nützlich für Gespräche sind
    Gruss
    Sunzi
    Der beste Weg ist es, die gegnerische Strategie zu vereiteln; der zweitbeste, dessen Verbündete anzugreifen; und der schlechteste ist der Angriff auf gegnerische Städte.

  8. #8
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    Standard AW: Bin ich verpflichtet auszusagen?

    Hast doch bestimmt das Smile hinten drann gesehen? Siehste. :-) Wenn ich nun so rüber kommen wollte wie du beschreibst wäre da bestimmt ein Ausrufezeichen gewesen , ein ärgerliches Smile oder was weis ich was.
    Zumal...
    Auch brauche ich mich nicht zu beruhigen weil ich nie aufgebracht war noch sonst was war :-) Ich Zittierte einen RA nur deswegen um zu zeigen das es keinenfalls rechtlich ist Emails öffentlich zu machen. Wonach man dann dies auch in Firmen eizuhalten hat. Egal ob fremd oder Firmenserver.
    Der Arbeitgeber oder die Person die die Email bekommen hat, hat sicher zu stellen das diese auch nur ihm zugänglich ist. Selbst Server im Betrieb haben Passwörter. Hat ein betrieb das nicht und jeder Futzie kann alles lesen so scheint mir so eine Firma nicht gerade vertrauenswürdig. Kommt halt auf die Firma an wie sie auf Datensicherheit ihrer Mitarbeiter achtet. Liest trotzdem jemand anders, für den die zeilen in der Email nicht gedacht waren, so kann das Strafbar sein. ( Wovon man aber nix hört denn wer outet sich schon das er in den Emails anderer geschnüffelt hat)
    Aber gut...selbst wenn es jemand anders gelesen hat würde es mich in Noways Fall nicht mehr interessieren.`Aussagen braucht er zu keiner Zeit und die Gegenpartei wird bestimmt nicht zugeben das sie die Mail unter Umständen allgemein zugänglich gemacht hat. Selbst wenn so wird der Betrieb vieleicht intern versuchen es zu verharmlosen oder wie auch immer...alleine schon um einen gewissen Ruf zu waren/halten. Das muss aber Noway nicht mehr interessieren. Ex Firma und gut denke ich. :-)
    Und Sunzi? Nicht alles so ernsthaft lesen denn manchmal kann sich auch heraus stellen das es gar nicht so ernst gemeint ist.
    Hier ein freundliches Smile...extra für dich ganz alleine :-)
    Nu wieder alles gut? ich hoffe doch .

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