Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Mobbing im 1.Ausbildungsjahr

  1. #1
    Registriert seit
    21.03.2004
    Beiträge
    1.561
    Blog-Einträge
    51

    Pfeil Mobbing im 1.Ausbildungsjahr

    Mobbing 1.Ausbildungsjahr


    von Yazzminn
    am 26.02.2018
    Hallo,
    ich bin neu hier, aber ich sehe keinen anderen Weg mehr, als mir hier die letzte Möglichkeit an Hilfe zu holen.
    Ich, w/20, habe im August letzten Jahres eine Ausbildung in einer Steuerkanzlei begonnen. Ich merkte gleich, dass hier etwas nicht stimmt, aber habe drüber hinweggesehen. Im Laufe der Zeit merkte ich immer deutlicher, was hier los ist. Die Kolleginnen sind nicht bereit einen Azubi vernünftig anzulernen und benutzen ihn für ausbildungsferne Tätigkeiten, wie in der Stadt für sie privat einzukaufen. Es verschlimmerte sich immer mehr, ich soll nun jeden Tag rumfragen, ob jemand was eingekauft haben will. Wenn ich dies nicht tue, so wird es beim Chef so dargestellt, als würde ich mich weigern für den Betrieb einzukaufen ( sie sagen dann, dass ich frech bin und das als Azubi ja meine Aufgabe sei). Auch muss ich die Toiletten putzen, obwohl wir eine Putzfrau haben, und den Müll trennen und aussortieren. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht zimperlich oder so, aber wenn ich aus einem Papierkorb diverse verschimmelte Essensreste und benutzte Papiertaschentücher rausfischen muss, finde ich das doch echt eklig. Auch ist niemand hier wirklich freundlich und ich werde behandelt, wie eine billige Putzkraft. Bis vor Kurzem ließ sich das auch noch aushalten, aber es wird zunehmend schlimmer. Ich werde bei jeder Kleinigkeit direkt angeschrien, obwohl ich nichts dafür kann. Ich bin zwar kritikfähig, aber bei sowas kann man nicht Kritikfähig sein. Ich bleibe dann zwar immer ruhig, aber wenn eine Kollegin anfängt, dann kommt gleich die ganze Horde und sie machen mich dann zusammen fertig. Ich sei zu dumm Befehle richtig auszuführen und habe mein Abitur auf der Baumschule gemacht etc. Mir wird andauernd ein dreckiger Putzlappen auf meine Arbeitsutensilien geworfene und abfälligstem Putzen abgeschoben und vom Chef bekommenicj ärger, warum meine Sachen so dreckig sind und ob ich zu Hause auch so sei.
    Seit neuestem werde ich wegen meiner Hautkrankheit diskriminiert. Ich habe seit meinem elften Lebensjahr Schuppenflechte am Kopf, weshalb manchmal Schuppen zu sehen sind. Die angegriffene Psyche verstärkt die Ausprägungen, weshalb es momentan etwas schlimmer ist als sonst. Ich wurde beschimpft, mich nicht richtig zu pflegen und dass das eklig sei und außerdem soll ich mich, wenn Mandanten da sind, nicht aus meinem Büro bewegen, damit sie das nicht sehen.
    Mich verletzt das sehr, das hab ich denen schon gesagt, aber es ist ihnen egal. Ich hatte auch schon ein paar Gespräche mit meinem Chef, aber der kann (und will?) sich offensichtlich nicht durchsetzen. Bei der Steuerberaterkammer habe ich mich auch schon informiert, aber da kam keine Rückmeldung. Ich bin echt verzweifelt und gehe jeden Tag mit Bauchschmerzen zur Arbeit und sitze voller Angst an meinem PC, weil jederzeit jemand kommen kann, um mich fertig zu machen.
    Es wurde auch ein Seminar angeordnet, um das Betriebsklima zu verbessern, was nichts gebracht hat. Von meiner alten Ausbilderin,die auf Grund der Umstände in einen anderen Betrieb gewechselt hat, weiß ich, dass die Auszubildenen vor mir ebenfalls wegen den Leuten hier gegangen sind. Ich persönlich finde das ziemlich heftig und gewundert hat es mich kein Stück.

    Meine Frage an dieser Stelle ist, ob ich mich auf grund von Psyche krankschreiben lassen kann?
    Ich habe schon eine Zusage bei einer neuen Stelle, die aber erst im September anfängt. Ich habe vor im Juni zum Juli zu kündigen, weil ich das Gehalt noch brauche.
    Kann ich mich zwischendurch immer mal krankschreiben lassen oder wäre der letzte Monat besser?

    ich bin kein Mensch, der vor seinen Probleme davon läuft (hatte schon früher mit Mobbing zu tun-> diverse Schulwechsel), aber diese Umstände sind wirklich nicht mehr tragbar... Meine Familie unterstützt mich zwar, allerdings können wir uns es nicht leisten, dass ich früher kündige, da wird nur wenig Geld haben.

    Ich hoffe auf ernst gemeinte Tipps und Ratschläge und der Satz „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ hängt mir schon zum Hals heraus

    LG Yazzminn





    (Admin : Aus den Blogs ins normale Forum übertragen)
    Geändert von Admin (28.02.2018 um 11:50 Uhr) Grund: (Admin : Aus den Blogs ins normale Forum übertragen)

  2. #2
    Registriert seit
    13.08.2013
    Beiträge
    2.196

    Standard AW: Mobbing im 1.Ausbildungsjahr

    Hallo Yazzminn,

    das liest sich ja wirklich nicht schön, was du durchmachen musst. Wenigstens hast du das Glück, bereits eine neue Stelle zu haben, auch, wenn es sich bis dahin noch etwas hinzieht.
    Zu deiner Frage:
    Natürlich kannst du dich unter diesen Umständen krankschreiben lassen. Geh zu deinem Hausarzt und erkäre ihm die Situation. Ich denke, wenn dieser nicht unbedingt ein Stisel ist, wird er dich schon unterstützen. Nenne ihm die Symptome, die du zusätzlich zu deiner Schuppenflechte hast. Die Bauchschmerzen sind da natürlich wichtig, auch evtl. Kopfschmerzen, Angstzustände, Panikattacken, ein Nervenzusammenbruch...Dann hat dein Arzt auch etwas in der Hand, mit dem er dich krankschreiben kann. Auch einmal länger. Nur allein als "Symptom" die Psyche zu nennen reicht da nicht ganz aus. Ich habe das mit dem krankschreiben auch schon durch. Mein Arzt hat mir das damals so erklärt, dass er gegenüber der Krankenkasse schon "mehr" braucht.
    Ob du "lieber" zwischendurch enmal fehlst, oder durchhältst bis zum letzen Monat musst du für dich entscheiden. Auch das ist ein Thema, dass du mit deinem Hausarzt besprechen solltest. Da kommt es auf dich an und in wie weit du die Situation noch ertragen kannst. Wobei du dich auch nicht mit hängen und würgen da durchlavieren musst.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen

    LG

    Ilythia

  3. #3
    Registriert seit
    23.11.2015
    Beiträge
    1.846

    Standard AW: Mobbing im 1.Ausbildungsjahr

    hallo Yazzmin,
    über das Krankmelden hat ja schon Ilythia ausführlich und richtig berichtet. An Deiner Stelle würde ich das auch durchziehen und dann - wie Du ja vorhast- kündigen. Ich rate nicht immer zu einem Rechtsanwalt, aber in Deinem Fall würde ich ihn wegen der Arbeitsumstände mal um Rat fragen. Klo putzen, Müll trennen und private Einkäufe für die Angestellten machen geht gar nicht. Das muß man sich auch als Azubi nicht gefallen lassen. Private Einkäufe evtl ja noch, alles Andere jedoch auf keinen Fall! Nutze die Zeit in der Du krankgeschrieben bis um Dich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten zu lassen.Evtl. hilft ein höfliches anwaltliches Schreiben ja schon, um Deinen Chef mal etwas wach zu rütteln. Der hat immerhin eine Fürsorgepflicht.
    Bei geringem Einkommen kannst Du dir beim zuständigen Amtsgericht einen Beratungsschein besorgen, dann kostet der Rechtsanwalt wenig oder oftmals nichts.
    Ich halte Dir die Daumen, und warte nicht zu lange mit der Krankschreibung. Gesundheit geht vor!

  4. #4
    Registriert seit
    01.05.2004
    Ort
    BRD
    Beiträge
    871
    Blog-Einträge
    9

    Standard AW: Mobbing im 1.Ausbildungsjahr

    Yazzminn: Ich hoffe auf ernst gemeinte Tipps und Ratschläge und der Satz „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ hängt mir schon zum Hals heraus



    Was schlägst Du alternativ vor Yazzminn ? Geändert hat sich in den letzten 30 Jahren viel. Die "Lehrlinge erhalten mehr Geld, werden auf Wunsch mit "Sie" angesprochen und heissen "Auszubildende".

    Das sind schon mal Verbesserungen.

    Was wäre noch zu verbessern ? Vorschläge bitte ...


    Ein kluger Mann (* hat mal gesagt :

    Zum Kritisieren benötiget man 5 Minuten Überlegung

    zum Verändern 5 Jahre Arbeit.

    Das ist der Grund warum lieber kritisiert wird .




Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •