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Thema: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

  1. #1

    Ausrufezeichen Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Mobber sind unglückliche Menschen, wie lässt sich das beweisen ?

    Ganz einfach, durch einen Umkehrschluß: mobbt ein glücklicher Mensch ?

    Selten, praktisch nie. Er hat ja keinen Grund.

    Der Mobber hingegen kneift sich ständig den Hintern zu, weil eifnach nichts klappt. Die Ehefrau quengelt, die Kinder plärren herum und der Chef schnautzt ihn an. Die Hypothek bzw. Leasingraten sind schwer zu bezahlen, das Geld fehlt an jeder Ecke.
    Trotzdem denkt der Mobber er ist etwas besonderes. Er hätte Chirurg werden können, aber als Grobmotoriker spielte ihm die Natur da einen Streich. Politisch hat es gerade mal für eine Kandidatur als Stadtrat gereicht. Natürlich erfolglos.
    Was bleibt einem solchen Looser anderes übrig als zu mobben. Am besten einen Untergebenen, eine Behinderten oder einen Ausländer.
    Der Gemobbte ist arm dran, aber die wriklich erbärmlich arme Sau ist der Mobber.

  2. #2
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Hallo

    Ein sehr interessanter Beitrag mit einigen Thesen, zu denen ich ein paar Gedanken äussern möchte ;-)

    "Mobber sind unglückliche Menschen....."

    Dieser Aussage kann ich leider nicht uneingeschränkt beipflichten. Ganz einfach deshalb, weil es auch sehr erfolgreiche Menschen gibt die alles haben was man sich materiell nur wünschen kann und dennoch unentwegt das Gefühl benötigen grösser oder besser zu sein als andere indem sie ständig intrigieren, andere Menschen, schikanieren, herabwürdigen/erniedrigen oder quälen. Menschen also die genau dadurch "glücklich" sind indem sie andere Menschen unglücklich machen. Also ein als "Glück" erlebter, ausgelebter Sadismus?
    Daher bräuchte es eine engere Definition was persönlich erlebtes "Glück" für den einzelnen eigentlich bedeutet und inwiefern dieses unabhängig von der Umwelt und deren Einflüssen überhaupt erlebt werden kann.
    Die oben gemachte Aussage kann auch nur wiederum als eine Aussage von einem bestimmten Standpunkt aus gemacht werden. Bedingt also die subjektive Annahme, dass das was denjenigen der diese Aussage trifft glücklich macht als universelles Faktum festhält und andere Standpunkte dadurch ausser acht lässt. Das aber verschleiert die Motive die hinter einem bestimmten Verhalten auf der Gegenseite stehen. Diese Motive jedoch lediglich zu negieren hilft daher nicht bei der Lösung sondern ist sogar eher dazu geeignet sie zu verhindern.

    So gesehen mobben auch sog. "glückliche" Menschen die sich an eine Kultur adaptiert haben in die plötzlich ein "Neuer" kommt, dessen Persönlichkeitsstruktur sich von der der anderen mehr unterscheidet als die der übrigen Mitglieder dieser "glücklichen" Kultur.
    Beispiel: Viele Menschen lästern gerne über andere. Wenn sich eine ganze Gruppe solcher Menschen zusammen findet teilen sie diese Charaktereigenschaft. Finden das sogar gut und gerechtfertigt. Wird sich folglich jemand der dieses Verhalten zutiefst verachtet überaus schwer tun sich in dieser "Kultur" zurechtzufinden.
    Die Charakterstruktur der anderen und Amit der Mehrheit dahingehend nur schon zu kritisieren oder noch mehr gar zu verändern suchen wird für ihn dann zur Kraft- und Zerreißprobe. Hat er alle gegen sich so wird er diesen Versuch mit einem hohen Preis bezahlen müssen. Egal ob mit Sieg oder Niederlage.

    Hoch interessant ist die immanente Aussage, dass das Geld an allen Ecken und Enden fehlt, dass wirtschaftliche Umstände Menschen dazu treiben zu mobben. Das ist in der Tat so.
    Menschen aus wirtschaftlich und sozial stabilen und höher gebildeten Schichten mobben weniger als die weniger begüterten. Sie haben demnach weniger materielle Sorgen als die Menschen mit niedrigerem Einkommen und weniger Bildung. Müssen weniger kämpfen um ihre nackte Existenz was sie alle Belange des Lebens offener und gelassener angehen lässt.
    Wohlstand und keine Angst um die nackte Existenz haben zu müssen macht den Menschen gewiss weniger neurotisch und aggressiv, als wenn dies nicht der Fall ist.

    Warum sollte ein Moder nicht denken er sei etwas besonderes? Wünscht sich das nicht jeder Mensch? Ist der Mobber denn kein Mensch? Darf er sich das nicht wünschen?
    Rührt seine übertriebene Selbstdarstellung denn nicht vielmehr daher; ist sie nicht Ausdruck, dass er sich in den Schlüsselsituationen des Lebens, als etwas nicht Besonderes, als nicht geliebt erlebt hat? Ein ungeliebtes Kind dass ein Sein erst gar nicht entwickeln durfte? Ist sein heutiges Verhalten nicht ein defizitäres, dass aus der Versagung elementarer Bedürfnisse der Jugend und Kindheit entspringt? Er nie gelernt hat was Mitgefühl, Anerkennung und Liebe ist und daher schon gar nicht weiss wie man die überhaupt jemandem gibt?

    Da fragt man sich schon: Was bleibt der armen Sau anderes übrig als sich auf derart verkrüppelte Weise seiner Umwelt zu nähern und sich mit ihr auseinander zu setzen....
    Wie sehr tragen wir tagtäglich selbst dazu bei solchen Persönlichkeiten bzw. deren Entwicklung Vorschub zu leisten?

    Gruss Compliance

  3. #3
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Ich gebe dem "freundlichen Mensch" absolut Recht.Glückliche Menschen mobben nicht. Glück liegt nicht in materiellen Werten oder darin, dass man erfolgreich im Leben ist. Glück liegt darin, dass man in sich selber ruhen kann und zufrieden ist. Unrichtig ,lieber Compliance ist, dass Menschen ohne Geldsorgen und mit mehr Bildung weniger mobben. Sie tun es ebenso oft wie die, die wirtschaftliche Sorgen haben und weniger Bildung. Sie gehen nur nicht vor Gericht oder lassen sich krankschreiben. Sie regeln die Dinge auf andere Weise.
    Ein Mobber denkt auch nicht grundsätzlich er sei etwas Besonderes, was er ja auch meist nicht ist. Die Schuld an seinem Dasein und Handel als Mobber nun auf Kindheit oder Abweisung in was für einer auch immer Situation zu schieben ist zwar bequem, jedoch falsch. Ein Mensch wird nicht alleine durch seine Kindheit geprägt, sondern ebenso durch sein späteres Umfeld. Ich habe durch eine meiner Tätigkeiten viele Leute kennengelernt, die alleine durch eine mehr als unglückliche Kindheit eigentlich geradewegs auf kriminellen Pfaden wandeln müssten. Das Gegenteil war der Fall. Sie wollten in ihrem eigenen Leben alles ganz anders machen und taten es auch.Nur charakterlich schwache Menschen, bezw. solche, die einen schlechten Charakter haben, werden im späteren Leben zu recht fiesen Zeitgenossen. Ich halte daher die Lust am Mobben für eine Charakterschwäche, bezw. die Mobber haben keinen Charakter. Eebenso wenig haben sie Respekt vor anderen Menschen Es sind solche, die nach oben buckeln und nach unten treten und wenn der Schuß nach hinten losgeht, ihr Schicksal bejammern, der Umgebung die Schuld zuweisen und nicht in der Lage sind ( oder auch nicht wollen) zu sehen, dass das eigene Verhalten die Ursache ist.

  4. #4
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Es ist immer ein Problem sich "absolut" auszudrücken. Richtig ist, Mobber sind überwiegend unglückliche Menschen.

    Dann gibt es aber noch die Sadisten, die andere mobben bzw. quälen und sich daran erfreuen. Oder auch die, die mobben um ihre berufliche Position zu verbessern und regelrecht triumphieren wenn es geklappt hat. Und wiederum Andere mobben aus verschiedenen, z. T exotischen Gründen und freuen sich auch darüber.

    Mobbing ist ein weites Feld !

  5. #5
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Ausserdem kann man auch die seiten wechseln: ich habe gemobbt und ich wurde gemobbt. Was jetzt ?

    Und wenn es zur gleichen Zeit passiert, habe ich dann einen Fehler in meinem Charakter ?

    Es gibt da so Aktionen, die ich in ihrer Schlichtheit nicht nachvollziehen kann. Speziell Mobbing ist doch ein dynamischer Prozess mit einer Unmenge an variablen. Was ist wenn sich zwei gegenseitig Mobben. Hebt sich das auf ?

    Ich habe auch hier zum Thema nachbarschaftsstreit gelesen. Das geht es auch hin- und her und schuld ist immer der andere :

  6. #6
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Hallo cinderella467

    Erst einmal Danke für die offenen Worte, zu denen ich gerne Stellung nehme.

    "Glück liegt nicht in materiellen Werten oder darin, dass man erfolgreich im Leben ist. Glück liegt darin, dass man in sich selber ruhen kann und zufrieden ist."

    Wie wahr wie wahr! Wer könnte das bestreiten. Doch sei die Frage erlaubt wie viele Menschen heute diesem edlen Anspruch des Charakters genügen?
    Die Täter gewiss nicht und die Opfer ebensowenig, weil sie ja von den Tätern aus dem Gleichgewicht, aus der Ruhe in sich selbst herauskatapultiert werden können.
    Haben wir es dann nicht auf Täter- wie auf der Opferseite gleichermassen mit nicht in sich ruhenden Menschen zu tun?
    Doch was unterscheidet die beiden Lager dann voneinander? Eine schwierige Frage meine ich, die so leicht wohl kaum zu beantworten ist.
    Eine mögliche Antwort darauf ist die unterschiedliche, individuell ausgeprägte Resilienz eines/der Menschen. Doch dazu später mehr.

    "
    Unrichtig, lieber Compliance ist, dass Menschen ohne Geldsorgen und mit mehr Bildung weniger mobben. Sie tun es ebenso oft wie die, die wirtschaftliche Sorgen haben und weniger Bildung."

    Diese Meinung kann ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen leider nicht teilen. Das mag vielleicht auch an der unterschiedlichen Gruppen von Menschen liegen in denen wir uns normalerweise bewegen. Doch nichtsdestotrotz bin ich schuldig geblieben, zu präzisieren welche Bildung ich meine: Menschen die eine geglückte Sozialisation erlebt haben, die eine Vorstellung besitzen welche positive Bedeutung und Wirkungen Anstand und respektvolle Zurückhaltung vor der Würde des Anderen im Umgang mit seinen Mitmenschen ausüben.
    Dazu muss man nicht, wenn überhaupt, die Hochschule besucht haben sondern nur schon in einem Umfeld aufwachsen, das diese mitmenschlichen Werte hoch hält. Auch dies darf mit Fug und Recht als Bestandteil hoher Bildung, wenn nicht die höchste Bildung, als Charakterbildung, bezeichnet werden.

    "Der Gesunde Menschenverstand kann beinahe jeden Grad von Bildung ersetzen, aber kein Grad der Bildung den Gesunden Menschenverstand" Schopenhauer

    Ich gebe Dir daher uneingeschränkt Recht, dass
    alleine die Anhäufung von Wissen, bzw. das Auswendiglernen von Informationen keine Garantie darstellt, dass die Charakterbildung positiv daran teil hat.

    "
    Ein Mobber denkt auch nicht grundsätzlich er sei etwas Besonderes, was er ja auch meist nicht ist."

    Ja aber er möchte es doch sein. Warum sonst würde er sich sonst so destruktiv verhalten? Warum muss er andere erniedrigen oder quälen? Um, u.a., so nicht grösser zu wirken als er tatsächlich ist? Vielleicht auch den Hass gegen sich selbst zu kompensieren indem er andere noch mehr hasst als sich selbst? Sicher ist, dass er sich selbst wie seine Mitmenschen als bedeutungslos empfindet. Denn wer sich selbst tatsächlich als der der er ist annimmt und wahrhaft zu lieben in der Lage ist, nicht zu verwechseln mit krankhafter Egozentrik, wird auch andere lieben können so wie sie sind.
    Seine Mitmenschen als Inspiration und nicht als u.a. bedrohliche Konkurrenz empfinden.

    "
    Die Schuld an seinem Dasein und Handel als Mobber nun auf Kindheit oder Abweisung in was für einer auch immer Situation zu schieben ist zwar bequem, jedoch falsch. Ein Mensch wird nicht alleine durch seine Kindheit geprägt, sondern ebenso durch sein späteres Umfeld."

    Der Einfluss des späteren Umfeldes ist ganz gewiss richtig. Es kann wie eine Therapie wirken, wenn gequälte Menschen von einem von Hass und Niedertracht erfüllten in ein von Liebe geprägtes Umfeld wechseln. Jedoch die Muster die in der Kindheit eingebläut und konditioniert wurden haben eine nochmals andere Qualität, bleiben erworbene Defizite u.U. ein Leben lang bestehen. Dass dies jedoch falsch wäre und somit der Einfluss der Kindheit, der verletzlichsten Phase unseres Leben, zu vernachlässigen, würde die gesamte Forschung und die Erfolge auf dem Gebiet der Klinischen Therapie, von Freud bis zum heutigen Tag, ad absurdum führen. Diese Aussage bzw. Statement halte ich, mit Verlaub, doch schon für etwas sehr gewagt.

    Wenn ein Mensch in totaler Ohnmacht und Abhängigkeit, wie die des Kindes, gebrochen wird; sprich seine elementaren physiologischen Bedürfnisse nach Nahrung, (z.B. zu wenig Protein stört die gesunde Entwicklung des Gehirns und dessen Funktionen massiv!) und seine sozialen Bedürfnisse nach Zuwendung, Liebe und Sicherheit nicht befriedigt werden, so wird es neurotisch, sein Verhalten sogar pathogen. Der "Kaspar-Hauser-Versuch" hat dies als ein heute niemals eine Zulassung erhaltendes Experiment bewiesen. Auch das bei Heimkindern durch "Mutterberaubung" auftretende Syndrom des "Hospitalismus" wäre hier zu nennen.

    "
    Ich habe durch eine meiner Tätigkeiten viele Leute kennengelernt, die alleine durch eine mehr als unglückliche Kindheit eigentlich geradewegs auf kriminellen Pfaden wandeln müssten. Das Gegenteil war der Fall. Sie wollten in ihrem eigenen Leben alles ganz anders machen und taten es auch."

    Damit wären wir erneut bei der individuell unterschiedlich ausgeprägten Resilienz, die Gleichbedeutend ist mit der Widerstandskraft gegen schädliche Umwelteinflüsse, hier vor allem soziopsychologischer Natur. Auch ich kenne u.a. eine Familie in der Vater wie Mutter Alkoholiker waren. Die 4 Kinder wuchsen unter erbärmlichen Bedingungen auf. Und trotzdem wurden aus den Kindern heute achtbare Leute, nachdem sie sich durch eine Kindheit durchschlagen mussten wie sie härter kaum sein konnte. Doch leider nicht alle.
    Der älteste Sohn musste von allen 4 am meisten ertragen. Der ständig betrunkener Vater erschlug u.a. vor den Augen seines Sohnes dessen Meerschweinchen mit dem Kartoffelstampfer.
    Und das nur weil es wahrscheinlich Hunger oder Durst hatte und quiekte. Dazu kam dass er auch in der Schule sich anhören musste dass er eine Missgeburt war, ständig von den Grösseren verhauen wurde wegen Nichtigkeiten oder Spass an der Freude, daheim die meiste Prügel abbekam und irgendwann, um sich selbst zu schützen, masslos aggressiv wurde. So wurde er zum stadtbekannten Schläger, zum Gangster und wie kommt es, selbst zum Alkoholiker.

    Nicht so seine Brüder und die Schwester. Der Zweitgeborene geht immerhin einem anständigen Beruf nach doch auch er hatte eine gewisse kriminelle Vergangenheit mit schwerer KV und ähnlichem.
    Der Dritte Sohn führt heute einen eigenen Handwerksbetrieb und die jüngste Tochter ist glücklich verheiratet und hat eine eigene Familie.
    Neben der Resilienz, die in der Familie wahrscheinlich sogar genetisch unterschiedlich verteilt war, (Die Mutter machte einen erfolgreichen Entzug nach dem Tod des Mannes) lässt sich so eine Art Kaskade der Neurose feststellen. Das 3 der Kinder die Kurve gekriegt und es geschafft haben aber einer davon nicht, würde dem Ansatz widersprechen, dass die Erlebnisse in der Kindheit und das Umfeld danach nicht bestimmend sind oder deren Wirkungen auf das Leben des Erwachsenen gar irrelevante wären.

    Wenn wir nun einmal unterstellen der älteste Sohn müsste eigentlich die gleiche Resilienz besitzen wie seine 3 Geschwister so würde auch er heute ein sittliches und glückliches Leben führen. Dem aber ist nicht so. Er wurde zum Schwerstkriminellen und sitzt heute wahrscheinlich irgendwo im Gefängnis. So könnte man unterstellen, dass der älteste Sohn die Resilienz des Vater geerbt hatte und so auf die schiefe Bahn kam, ihm die Kraft fehlte sich aus sich selbst heraus aus dem Teufelskreis zu befreien. Hat man dann nicht Glück mit den richtigen Genen ausgestattet zu sein die alles richten auch wenn es noch so quer läuft?

    Fazit: Jeder Mensch/Fall ist ein Mensch/Fall für sich, verdient es unter den besonderen Gesichtspunkten seiner Entwicklung betrachtet zu werden und es daher unmöglich ist mit Generalisierungen dem Einzelnen, seiner Individualität, der Chronologie seiner Entwicklung und dem Grad seiner Reife gerecht zu werden. Der Grat zwischen Gesundheit und Krankheit ist zuweilen schmaler. Die bewusste Wahl oder das Glück die richtigen Entscheidungen zu treffen oft von nur einem einzigen negativen frustrierenden Erlebnis mehr oder weniger abhängig.
    Dies zu missachten führt zu subjektiven Annahmen die der Realität des Einzelnen/Betroffenen nicht gerecht werden.
    Sei es Täter oder Opfer.
    So sei auch die Frage erlaubt warum es einige Opfer von Mobbing schaffen aus dem ganzen Schlamassel erfolgreich und rechtzeitig auszubrechen, während anderen das wiederum nicht gelingt?
    Obwohl es zuvor "glückliche Menschen" waren?
    Könnten da nicht ähnliche, weil übermächtige, unbewusste Mechanismen wirken wie beim Täter selbst? Nur eben im Bereich des Erdulden statt der Untat?

    "
    Nur charakterlich schwache Menschen, bezw. solche, die einen schlechten Charakter haben, werden im späteren Leben zu recht fiesen Zeitgenossen. Ich halte daher die Lust am Mobben für eine Charakterschwäche, bezw. die Mobber haben keinen Charakter."

    Jeder Mensch, so dürften wir uns einig sein, besitzt einen Charakter. Das Entscheidende ist jedoch nicht sein grundsätzliches Vorhandensein, also kein quantitatives Kriterium, sondern dessen Qualität. Daher stellt sich die Frage was im Auge des jeweiligen Betrachters ein guter oder ein schlechter Charakter ist. Mobber haben in dieser Hinsicht wohl kaum dass was man als die besten Charakterzüge bezeichnen würde. Darüber sind wir uns wahrscheinlich einig. Dass sie aber keinen Charakter haben da muss ich widersprechen. Sie haben keinen Charakter der nicht unseren Vorstellungen entspricht wäre die wohl treffender Bezeichnung.
    Ihnen fehlt sozusagen das mitmenschliche das fürsorglich mitfühlende "Gen" das Achtung und Respekt vor seinem Gegenüber hat. Ich persönlich halte dies einerseits für defizitär, weil selbst nie erfahren, und/oder antrainiert durch ein liebloses wie ebenso verächtliches und sein Dasein negierendes Umfeld ihm gegenüber. Solch einen Charakter zu de-konditionieren und umzupolen bedarf mehr Liebe und Zuwendung als die meisten von uns sich das vorstellen können. Den Leidensdruck bei ihm zu schaffen dass es auch anders geht besteht nicht in der Verfolgung und Anwendung der gleichen Mittel wie er selbst sondern das Paradox dessen. "Tut Gutes denen die euch hassen" heisst es im Neuen Testament.

    Den ältesten Sohn der oben erwähnten Familie habe ich noch einmal getroffen als er gerade aus dem Gefängnis kam.
    Wen wundert's. Er saß alleine in der Bar wo ich mich üblicherweise mit meinen Freunden traf. Ich sah ihn und fragte ob ich mich zu ihm setzen dürfe. Erst sah er mich ganz verdutzt an und erlaubte mir mich zu setzen. Nachdem ich mich vorgestellt hatte und ihm zu verstehen gab wer er ist und wo er herkommt sprachen wir über seine jüngste Vergangenheit und wie es ihm ergangen ist. Ich hatte ihn ewig nicht mehr gesehen und er sah eigentlich ganz passabel aus. Wir führten ein etwa stündiges gutes Gespräch und es geschah, dass er am Ende lächeln konnte.
    Als ich ihn den Geächteten vor aller Augen verabschiedete stand er auf und wir verabschiedeten uns mit Handschlag. Ich wünschte ihm für die Zukunft alles Gute und er lächelte.
    Auch wenn ich diesen Menschen nicht helfen konnte sein Schicksal zu drehen so verschaffte ich ihm für einen Moment ein Gefühl, dass da jemand ist der Verständnis hat für das was er ist. Der ihn Not ächtete wie alle anderen sondern bereit war ihm zuzuhören. Es mir gelang ein Lächeln auf sein Gesicht zu zaubern. Einen Moment der Herzlichkeit und der mitmenschlichen Anteilnahme. Ein Mensch der bereit war ihm zuzuhören was er zu sagen hatte.....

    Auch in meinem unmittelbaren Umfeld hatte und habe ich es nach wie vor mit Mobbing, Bossing oder Staffing zu tun.
    Für mich ist Mobbing ein Zeichen, dass den Menschen der soziale Charakter abhanden gekommen ist. Dass sie vergessen haben was den Menschen zum Beherrscher der Natur erhob.
    Seine im Tierreich einzigartige Fähigkeit zur Vernunft, Bindung und Kooperation machte unsere moderne Zivilisation erst möglich.
    Das Miteinander und nicht das Gegeneinander hat uns zum uns umgebenden Fortschritt verholfen den kaum jemand von uns mehr missen möchte.
    Alles ist vorhanden und zum Greifen nahe. In unseren Breiten muss niemand mehr verhungern und verdursten oder im Rinnstein elendiglich verrecken.
    Doch neben all dem materiellen Überfluss dürstet es den Menschen mehr denn je nach Dingen die man mit Geld eben nicht kaufen kann.

    Seine Aufgabe ist es heute wieder zu erkennen, dass sein Sein ohne seinen Nächsten nicht existent ist. Der Mensch braucht den Menschen um selbst ein glücklicher Mensch zu werden und zu sein.
    Daher müssen wir ganz unten ansetzen. Bei den Kindern und deren Erziehung. Die weniger Gebote und Verbote dafür aber integre Vorbilder brauchen denen die heranwachsende Generation aus freien Stücken nacheifern kann und will. Dazu braucht es die gelebten und nicht nur gehaltlos daher gesagten zeitlosen Werte von Mitmenschlichkeit, Mitgefühl und Liebe.
    Es liegt an uns den Erwachsenen ihnen diese Vorbilder zu liefern. Sei es in der eigenen Familie, im Freundeskreis, der Nachbarschaft oder eben auch am Arbeitsplatz.

    Zum Schluss noch eine persönliche Frage. Wie soll ich diese Aussage verstehen:
    "Unrichtig, lieber Compliance ist,......"
    Wie soll ich u.a. dieses "lieber" direkt nach dem "Unrichtig" verstehen? Welche Möglichkeiten der Interpretation der Charakterstruktur der sich mir gegenüber äußernden Person habe ich nun zur Verfügung.... Da ist die Range weit offen oder etwa nicht? Was ist auch der dahinter stehende Appell dieser Botschaft?
    Steht nicht ebenso mein Menschenbild und meine innere Einstellung, mein Charakter, für das was dann am Ende dabei herauskommen könnte?

    Würde dies für den Empfänger nicht möglicherweise als Steilvorlage für einen offenen Streit ausreichen, weil er diese Äusserung gegenüber seiner Erfahrung, die durchaus von der anderer Menschen abweichen können, als nicht beachtenswert, als gering geschätzt betrachten könnte?
    In wie weit ist Deine eigene Kommunikation frei von Gewalt?
    Diene ich mit meiner Darlegung etwa als Feindbild?
    Nur weil ich versuche den Täter und seine Motive zu durchdringen und zu verstehen, was jedoch noch längst nicht bedeutet, dass ich sein Verhalten billige oder gar zu rechtfertigen versuche, um ihm Absolution zuerteilen?

    Mahatma Gandhi sagte einmal: "Auge um Auge und die ganze Welt wäre blind!"

    Übrigens ein brillantes Buch seines Enkels: "Wut ist ein Geschenk"
    Macht sich gut in jeder Humanistischen Bibliothek. Sehr zu empfehlen.

    Ebenso Erich Fromm: "Die Furcht vor der Freiheit"
    Leicht zu lesendes Buch fast ohne Fachtermini und brillante Analyse warum wir heute mit unserer Gesellschaft und unserem Sozialbewusstsein dort stehen wo wir stehen.

    In diesem Sinne ;-)

    Viele Grüsse auch an den Rest der Gemeinde
    Einen schönen Rest vom Feiertag wünscht Dir und allen
    Compliance
    Geändert von Compliance (21.05.2018 um 11:32 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    echt jetzt?
    Mal abgesehen, dass du dich ständig selbst widersprichst, scheinst du nicht ganz verstanden zu haben, was die anderen User eigentlich meinen. Der ganze Text ist nach dem Motto geschrieben, viel reden und nichts sagen.

  8. #8
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Hallo Ilythia

    Viel reden und viele unbequeme Fragen stellen trifft es vielleicht eher.

    Fragen auf deren Antworten ich Anregungen hier suche. Meinungen die von der meinen abweichen und mit denen ich etwas anfangen kann.
    Das du meinen Beitrag und meine Fragen fuer nicht gut hältst ist so ebenfalls eine zu respektierende Meinung. Nur kann ich leider nichts konstruktives damit anfangen. Es hat aussser der Negation keinen Inhalt der einer Antwort auf nur eine meiner Fragen nahe käme.

    Doch auch diese Haltung ist mir wichtig als eine Moeglichkeit der Reaktion und ich sage dennoch danke fuer die zumindest offene Meinung.

    Gruss
    Compliance

  9. #9
    Registriert seit
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    PS: immerhin fangen wir ein wenig an kontrovers zu diskutieren.
    Da kommt doch schon mal Leben in die Bude ;-)

  10. #10
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    Standard AW: Mobber sind unglückliche Menschen, Mobbing aus Neid, Eifersucht und eigenen seelischen Problemen

    Als aus einer Generation stammend, die unter konstantem Proteinmangel litt - es sei denn, der Familienwappenring konnte auf dem Schwarzmarkt erfolgreich gegen ein Ei eingetauscht werden- wage ich es trotzdem,Dir zu anworten, "lieber Compliance". Nebenbei, bei Cinderella war "unrichtig" und das " lieber Compliance" durch ein Komma abgetrennt. Was also ist da hinein zu interpretieren? Es ist eine schlichte Anrede, nichts weiter.In alles und jedes etwas hinein zu geheimnissen und die Frage nach "Feindbild" oder " Gewalt in der Kommunikation" aufzuwerfen nur um möglichweise eine " Nebendiskussion" zu initiieren, naja, da schweigt des Sängers Höflichkeit.
    Ebenso sind meine unterernährten kleinen grauen Zellen nicht in der Lage, den Zusammenhang zwischen den Ausführungen von "Glück, Zufriedenheit und in sich ruhen und der Frage wie viele Menschen heute diesem edlen Anspruch des Charakters genügen, zu erkennen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Auch der kühne Gedankensprung von Tätern und Opfern, wovon der eine aus dem Gleichgewicht gebracht wird( Opfer) und der andere auch nicht in sich selber ruht ( Täter) steht mit der ursprüglichen Aussage, dass glückliche Menschen nicht mobben, in keinem Zusammenhang.
    Deine sicher tief und philophisch durchdachten Ausführungen, lieber Compliance ( " lieber" als Ausdruck meiner Wertschätzung, um einer weiteren Frage vorzubeugen) sind sicher äußerst lesenswert. Schon allein die Erkenntnis, dass mangelndes Protein an meiner infantilen Entwicklung die Schuld trägt hat mich aufgebaut..... Es ist doch tröstlich zu wissen, dass man an mangelnden Gehirnaktivitäten nicht selber Schuld ist. Aber vielleicht kannst Du versuchen, Deine Kommentare etwas straffer zu gestalten und um der vielen Leser willen, die unverschuldet an Gehirnschwäche leiden, auch mal schlichtweg beim ursprünglichen Thema zu bleiben. Auch wenn Du kürzer schreibst und Dich auf das Wesentliche beschränkst, wird niemand hier auch nur im entferntesten annehmen, dass Du jemals unter Proteinmangel hast leiden müssen.
    Geändert von Krautjunker (21.05.2018 um 18:59 Uhr)

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