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Thema: Meine Erfahrungen mit Mobbing

  1. #1
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    Standard Meine Erfahrungen mit Mobbing

    Hallo
    Ich habe eigentlich Angst über mein Problem zu reden aber ich versuche es mal

    Ich habe früher bei einer Lebensmittelkette in Hamburg gearbeitet.
    Diese hat ca.1999 Konkurs angemeldet,und wurde dann von einer anderen Kette aufgekauft.
    Da habe ich dann ab Sommer 2001 in einer Filiale gearbeitet die privatisiert wurde.

    Das erste Jahr ging alles gut aber im Sommer 2002 kam der Chef bei mir an
    und wollte das ich mit dem Gehalt um 150 € runtergehe,da ich aber 3 Kinder
    zu versorgen hatte war es mir nicht möglich auf dieses einzugehen was ich dem Chef
    auch mitteilte.

    Aber seitdem ging es los.Egal was passierte im Laden ich bekam die Schuld selbst wenn
    der Chef sah wer es war gab er mir die Schuld.

    Zum Höhepunkt kam es im Oktober 2002 als ich einen Fehlbon über ca 32€ hatte,
    und abends bei der Kassenabrechnung genau diese Summe noch fehlte,
    als ich ihn darauf ansprach sagte er ich habe keine Ahnung er hätte natürlich die
    Summe abgezogen.Aber der Bon lag noch auf seinem Schreibtisch rum und er lachte mich
    dabei an und warf ihn in den Papierkorb.
    Als nächstes sagte er ich hätte 50 € aus dem Tresor genommen,weil ich am Abend den
    Tresorschlüssel mit nach Hause hatte,was natürlich nicht stimmte aber ich konnte ja nicht das
    Gegenteil beweisen.
    Das alles war zuviel für mich und ich habe Nachts nur noch geweint und meine damalige Frau
    hat mich zum Arzt geschickt der mich sofort Krankschrieb auf Grund von Mobbing
    Zweit Tage später bekam ich Post von meinen Arbeitgeber der mich zum Vertrauensarzt schickte,
    weil er meinte das ich simuliere.
    Der Vertrauensarzt hat sich meinen Arzt angeschlossen und sagte er würde befürworten das ich
    bei Dieser Firma nicht mehr arbeiten soll

    Aber auch heute habe ich immer noch Angst wenn ich an damals denke und ich kann mich
    nirgends bewerben weil ich schon bei dem Gedanken daran anfange zu zittern......
    Was haltet ihr davon und was würdet ihr machen?
    Ich danke Euch!

  2. #2
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    732

    Standard AW: Meine Erfahrungen mit Mobbing

    Hallo Chris,

    verstehe ich das so richtig, dass Du nach den Vorfällen in 2002 nicht mehr gearbeitet hast weil es Dir unmöglich war, Dich zu bewerben?
    Ich kann nachvollziehen, dass Mobbingaktionen den Gemobbten total verunsichern können, am Selbstbewußtsein nagen und auch jahrelang im Gedächtnis bleiben. Wie Du im "Pusteblumenthread " ja auch schreibst hast Du professionelle Hilfe ( welcher Art???) in Anspruch genommen, was die ganze Sache bei Dir noch verschlimmert hat?
    Und dann 16 Jahre lang keinen weiteren Versuch unternommen wieder Boden unter die Füße zu bekommen?
    Ich würde Dir dringend raten nochmal professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nur wegen einer schlechten Erfahrung danach alles schleifen zu lassen ist keine Lösung. Es gibt bei den " Psychobrüdern" Unterschiede. Manche liegen einem und man lässt sich auf sie ein, manche sitzen nur stumm da, das Lehrbuch aufgeschlagen im Hinterkopf. Letztere kann man vergessen, sie sind keine Hilfe. Rede mit Deinem Arzt und lass Dich von ihm beraten. Ziehe evtl. auch eine stationäre Behandlung in Erwägung. Es gibt Selbsthilfegruppen und auch Rehamaßnahmen für psychisch angeschlagene Langzeitarbeitslose. D.h es gibt ein breit gefächertes Angebot an Hilfen, bei deren Auswahl Dich dein Hausarzt beraten kann.
    Ich verstehe vollkommen, dass es schwer ist,sich am eigenen Schopf aus dem Schlamm zu ziehen. Einen Versuch ist es aber wert, auch wenn eine ganze Portion an Selbstüberwindug dazu gehört. Versuche es und viel Glück dazu!

  3. #3
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    Standard AW: Meine Erfahrungen mit Mobbing

    Hallo Chris1210

    Wahrscheinlich ist das was Du hier geschrieben hast nur ein kleiner Ausschnitt dessen was Du in der Folge sonst noch alles erlebt hast.
    Anders kann ich mir eine derartige Traumatisierung der Persönlichkeit nicht vorstellen, die Dich in eine, mutmasslich, totale Apathie getrieben zu haben scheint.

    So wie ich durchhöre ist auch Deine Ehe zerbrochen, die Kinder Dir genommen und damit vielleicht der letzte Grund verblasst, warum Du den Kampf um Deine Existenz hättest weiterführen sollen. Fragst Dich wahrscheinlich weshalb Du den ganzen Schlamassel überhaupt auf Dich nehmen solltest. Das ist der entscheidende Punkt über den Du hinwegkommen musst um Dein eigenes Leben statt immer nur das der anderen zu führen. Sprich dem Glauben zu verfallen, einzig und alleine dazu geboren worden zu sein ständig nur die Erwartungen und Wünsche der anderen statt die eigenen Bedürfnisse, Träume und Wünsche zu erfüllen oder besser ausgedrückt auch mal etwas zu erhalten statt ständig nur geben zu müssen.

    Ich glaube zu verstehen und zu fühlen wie leer und bedeutungslos Du dein Dasein erleben musst.

    So frage ich mich und letztendlich auch Dich: Welches Ziel hat Dein Leben noch?
    Gibt es da wirklich nichts mehr was Dir Freude bereitet?
    Warst Du selbst schon in Behandlung wegen der Geschichte und wenn ja mit welchem Erfolg?

    Danke schon mal im Voraus für Dein Feedback. Vielleicht kann ich Dir ein wenig weiterhelfen.

    Viele Grüsse und mit meinem tief empfundenen Mitgefühl für Deine Situation
    Compliance

  4. #4
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    Standard AW: Meine Erfahrungen mit Mobbing

    Hallo Chris,
    damit ich das jetzt richtig verstehe... Deine Ehe ging in die Brüche, die Kinder sind also auch nicht mehr bei dir... und seit 16 (?) Jahren dümpelt dein Leben dann so dahin? Das alles wegen einem Idioten?
    Entschuldige, wenn ich jetzt ein bisschen schroff klinge, aber es wird höchste Zeit, dass du dich mal wieder am Riemen reißt. Wie gesagt, entschuldige, aber...
    Es gibt Leute, die dir dabei helfen können, wieder auf die Füße zu kommen. Durch psychologische Unterstützung zum Beispiel, oder auch über den Sozialpsychiatrischen Dienst, die dir nicht nur zuhören, sondern dich auch beraten können, ob bei dir vielleicht eine Rehamaßnahme oder Klinikaufenthalt sinnvoll wäre. Die helfen dir auch beim Ausfüllen irgendwelcher Anträge, wenn du allein nicht mehr den Nerv dazu hast.
    Hast du wenigstens einmal darüber nachgedacht, im Kleinen wieder ins Berufsleben zurück zu kehren? Es muss ja nicht gleich der 40 Stundenjob sein, aber vielleicht auf 450 Euro Basis, damit du dich wieder daran gewöhnen kannst, mit bestimmten Situationen fertig zu werden. Mit "aber damals war doch und es könnte ja wieder sein...." kommst du nicht weiter. Und suche dir bitte Hilfe. Aus manchen Situationen kommt man allein nur schwer wieder raus. Es ist keine Schande dieses zuzugeben und nach Beistand zu fragen.

    Ich versuche mir, das Leben vorstzustellen, dass du bis heute geführt haben musst. Sofern du nicht das Millionenerbe in der Hinterhand hast, musst du doch so gut wie kein vernünftiges Leben mehr gehabt haben, oder? Auf der einen Seite sich nicht wirklich viel leisten können, während die Umgebung seine Urlaube macht oder ihren Freizeitspaß genießt. Auf der anderen Seite den Druck vom Jobcenter, weil man dich unbedingt wieder in einen Job zwingen will oder von dir verlangt, ein Gutachten nach dem anderen beizubringen, damit man dich in Ruhe lässt....Leute, die man vielleicht neu kennen lernt und die bei der Frage, was du beruflich machst nur verächtlich das Gesicht verziehen, weil dir auch noch das Wort "arbeitslos" über die Lippen geschlüpft ist...

    Hoffentlich täusche ich mich, denn ein Leben ist das nicht. Komm bitte wieder auf die Füße, schon um deinetwillen.

  5. #5
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    4

    Standard AW: Meine Erfahrungen mit Mobbing

    Hallo zusammen,

    erst einmal vielen Dank für die Antworten!
    Es geht mir zur Zeit nicht so schlecht, wie ihr es vielleicht empfunden habt. Ich habe einfach eine für mich sehr schlimme Erfahrung gemacht, die mich zwar bis heute belästigt, jedoch einige der hier genannten Folgen nicht bestimmt hat. So glaube ich z.B. nicht, dass meine Ehe in Folge des Mobbings zerbrochen ist, sondern dies andere Gründe hat. Natürlich ist da weiterhin die Angst und ich gehe diese momentan mithilfe anderer Menschen an. Danke für Eure Vorschläge und Euer Mitgefühl.

    Lieben Gruß

    Chris

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