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Thema: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

  1. #1
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    Standard Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    Hallo,

    ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich hier überhaupt richtig bin und ob man in meiner Situation bereits von Mobbing sprechen kann.

    Gerade jetzt beim Schreiben, wo ich diese unzähligen kleinen und auch nicht ganz so kleinen Situationen beschreiben möchte, merke ich, wie schwer es ist, das Ganze in Worte zu fassen, in eine - für andere nachvollziehbare - Form zu gießen.

    Jeder Satz, den ich beginne, klingt beim Lesen dann plötzlich unsäglich grotesk und übertrieben... Und ich frage mich selbst zum wiederholten Mal, ob das eben überhaupt schon als Mobbing bezeichnet werden kann, was ich seit einigen Jahren am Arbeitsplatz erlebe, da es teilweise zu diffus ist, zu subtil, oftmals auch gar nicht verbal geäußert wird (sondern mit vielsagenden Blicken, teils nahezu unmerklichen Gesten wie etwa eine leichte Drehung des Kopfes und dazu ein nur angedeutetes Augenrollen der lieben Kollegin, oder es wird wieder mal hörbar die Luft angehalten, herablassend mit der Zunge geschnalzt ("ts ts") und so weiter. Dazwischen läuft eine Art Zickenkrieg ab, in der immer dieselben Personen eine Clique bilden, deren Hauptzweck zu sein scheint, einander ständig in allem beizupflichten, einander für jede auch noch so bedeutungslose Handlung zu huldigen und einander in Selbstgefälligkeit zu überbieten. In diesem inner circle hält man sich offensichtlich für universell gebildet, für überaus wertvoll und unersetzlich, die eigene Meinung wird zum Dogma erklärt und wer sich ihrer Meinung nicht anschließt oder - Gott bewahre - gar offen eine Gegenposition vertritt (ja, das nennt man normalerweise Diskussion!), wird von oben herab belehrt, belächelt, herablassend gerade noch mal geduldet...

    Mit kommt das Kotzen, wenn ich nur an diese Hybris denke.

    Man hat mir schon mehrfach geraten, mit der Kollegin (eigentlich ist es mehr als 1 Kollegin, aber es geht im Moment nur um die eine) das Gespräch zu suchen. Ich habe auch darüber nachgedacht, es aber wieder verworfen - teils, weil es sinnlos ist (mit der kann man nicht reden), teils aber auch, weil es ja nichts Greifbares gibt, das ich ihr vorwerfen könnte.

    Wie sollte denn so ein Gespräch bitte ablaufen?

    "Du hast letztens "ts ts" gemacht, als ich von ..... erzählt habe." Ah ja... und weiter?

    Oder so vielleicht: "Letzte Woche hast du das Gesicht verzogen und mit den Augen gerollt, als ich ... gesagt habe". Hmmm, sehr aufschlussreich.

    Wie gesagt, ich habe für mich beschlossen, dass es sinnlos ist, mit unreflektierten Leuten reden zu wollen und stattdessen mein Zeitmanagement so angepasst, dass man einander möglichst aus dem Weg geht. Zufällige Begegnungen lassen sich natürlich trotzdem nicht vermeiden und glücklich bin ich mit dieser Lösung auch nicht, aber ich mag meine Arbeit sehr. Und dennoch hakt doch immer wieder etwas und das sind eben die Kolleginnen.

    Wobei ich ergänzen möchte, dass es auch andere (nette, sozial kompetente, reflektierte) gibt, mit denen die Zusammenarbeit sehr angenehm ist. Was nicht heißen soll, dass es mit diesen Kollegen immer Friede, Freude, Eierkuchen ist - wir hatten auch schon die eine oder andere (teils sogar vehement geäußerte) Meinungsverschiedenheit, die aber dem kollegialen Verhältnis keinen Abbruch getan hat, ganz im Gegenteil. Das Verhältnis zu diesen anderen Kollegen ist geprägt von gegenseitiger Achtung, Wertschätzung, Respekt, Höflichkeit, Humor, Herz und Verstand.

    Wären diese (lieben, netten, sympathischen) Kollegen nicht, wäre ich wohl schon längst gegangen und hätte mir etwas anderes gesucht.

    Das war mal die Kurzfassung fürs Erste... Danke fürs Zuhören/Lesen bis hierher und sorry, dass es etwas unstrukturiert geraten ist...
    Geändert von Ichsagenein (03.07.2018 um 18:36 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    Hallo Neinsagerin,
    die von Dir geschilderten Situationen kenne ich aus eigener Erfahrung sehr gut.Das Nichtvorhandensein von etwas Greifbarem, trotzdem das Gefühl von Unbehagen, ausgelöst durch diese kleinen Gesten und Geräusche. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich am Arbeitplatz Gruppierungen entwickeln, bei denen die eine Gruppen der anderen nicht grün ist. Kleine Sticheleien, Augenrollen, die Gruppenintelligenz " leuchten" lassen über dem Mitglied der anderen ungeliebten Gruppe, damit dieses endlich mal merkt wie unscheinbar es ist.
    Mach Dir nichts draus. Man muß nicht jeden lieben, der mit einem ein Büro teilt. In "freier Wildbahn" triffst Du auch auf Menschen, die meinen sie seien höher entwickelt als das arme Würstchen, das ihnen gegenübersteht.Solche Menschen umgeht man weiträumig, so, wie Du das ja auch bereits machst. Das ist schon der richtige Weg. Lass sie doch ts...ts machen oder mit den Augen rollen.Stell auf Durchzug und sage dir selber, dass Menschen, die sich in " Urlauten" und "Urgesten" ergehen nicht ernst zu nehmen sind.
    Und nein, für Mobbing halte ich das nicht, lediglich echt nur für ein Stutenbeißen. Steh darüber!

  3. #3
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    Standard AW: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    Hallo Cinderella,

    danke für deine Einschätzung... Ich habe schon viele Jobs erlebt und neidische, eifersüchtige oder schlichtweg bösartige Kolleginnen habe ich zur Genüge erleben dürfen, von daher bin ich durchaus erprobt, was Stutenbissigkeit in Teams betrifft.

    Was hier anders ist, ist ein passiv-aggressives Verhalten, das seinerseits (aktive) Aggression provoziert. Ein Beispiel: Eine Kollegin stellt mir beim Mittagessen (da habe ich zwar eigentlich Pause, aber egal, das wird bei uns nicht so eng gesehen) eine Fachfrage. Ich beantworte ihre Frage... und mittendrin macht sie eine wegwerfende Handbewegung und stoppt mich in genervtem Tonfall mit den Worten "Ist schon genug, passt schon". Daraufhin frage ich (inzwischen ebenfalls genervt) nach, was jetzt los ist, warum sie mich meine Antwort nicht zu Ende bringen lässt, wo sie doch etwas von mir wissen wollte? Daraufhin dieselbe Kollegin wieder: "Passt schon, kannst schon aufhören." (Das ist diese herablassende Art, die ich vorhin erwähnt habe.)

    Aber auch Kolleginnen, die mir mein Fachgebiet erklären wollen (aber selbst keine Ahnung haben, nicht mal die entfernteste) und vehement auf ihrem "Rechthaben" beharren (ohne auch nur ansatzweise Belege bringen zu können), gibt es. Kolleginnen, die sich nach 2x googeln für Experten halten.

    Ich hoffe wirklich, dass es sich hierbei nicht um Mobbing handelt, aber sicher bin ich nicht.
    Geändert von Ichsagenein (03.07.2018 um 21:01 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    Hallo,

    Für Mobbing halte ich das nicht. Für mich liest sich das, als ob du an die "Klugsche...abteilung" geraten bist. Dieses "ts - ts" und Augengerolle ist nichts anderes, als eine wörtlich dumme Reaktion eines ebenso dummen Menschen, der in seiner Fantasie gerne der Held sein möchte, in der Realität aber nun einmal nicht ist.
    Man weiß immer alles besser, als andere. Und diese Fachidioten! Denen braucht man auch keine Frage stellen, da kommt ja nichts, was man eh nicht besser machen könnte...
    Man bleibt unter sich, beweihräuchert sich fleißig, schaut müßig auf das "Fußvolk" herab, amüsiert sich über deren naives Geschwätze (... und würde insgeheim wohl gerne verstehen, was da eigentlich geredet wird...)
    Bei solchen Leuten kann man nicht mehr machen, als ihnen aus dem Weg zu gehen, da alles dazu benutz wird um sich "aufblasen" zu können. Halte dich an die netten Kollegen und sollte sich eine Begnung der dritten Art nicht vermeiden lassen, kann man diesen Leuten auch leicht den Wind aus den Segeln nehmen. Mit einem "Ach? Das weißt du doch sicher schon, aber wenn du möchtest, wiederhole ich es gerne noch einmal..." in einem freundlich - arglosen Tonfall, drehen die meisten von ihnen schon befriedigt ab. Alles was die wollen, ist eine Bestätigung ihrer überlegenen "Intellenz" und die haben sie ja dann bekommen.

    Solche Leute sind nervig und anstrengend, weil leider charakterlich strohdoof. Leider kann man sich im Beruf nicht aussuchen, mit wem man zusammenarbeiten muss.

  5. #5
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    Standard AW: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    Was hier anders ist, ist ein passiv-aggressives Verhalten, das seinerseits (aktive) Aggression provoziert. Ein Beispiel: Eine Kollegin stellt mir beim Mittagessen (da habe ich zwar eigentlich Pause, aber egal, das wird bei uns nicht so eng gesehen) eine Fachfrage. Ich beantworte ihre Frage... und mittendrin macht sie eine wegwerfende Handbewegung und stoppt mich in genervtem Tonfall mit den Worten "Ist schon genug, passt schon". Daraufhin frage ich (inzwischen ebenfalls genervt) nach, was jetzt los ist, warum sie mich meine Antwort nicht zu Ende bringen lässt, wo sie doch etwas von mir wissen wollte? Daraufhin dieselbe Kollegin wieder: "Passt schon, kannst schon aufhören." (Das ist diese herablassende Art, die ich vorhin erwähnt habe.)

    Das würde ich jetzt nicht als Mobbing sehen, es sei denn es wird in ähnlicher Weise wiederholt: also generve mit System.

    Gibt es keine wichtigeren Dinge für Dich ? Ich meine solche Zeitgenossen sind doch nicht gerade eine Rarität.

    In manchen Betrieben stellen Mitarbeiter solche Schilder auf: Die Zahl derer die mich am Arsch lecken können wird zwangsläufig von Tag zu Tag größer.

    Das ist nicht besodners fein, sagt aber Alles !




  6. #6
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    Standard AW: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    Zitat Zitat von der Dude Beitrag anzeigen


    Das würde ich jetzt nicht als Mobbing sehen, es sei denn es wird in ähnlicher Weise wiederholt: also generve mit System.


    Es wird wiederholt. Wieder und wieder.

    Ich schrieb ja eingangs, dass ich das jetzt schon einige Jahre lang erlebe.

    Ob System dahinter steckt, vermag ich nicht zu sagen.


    Zitat Zitat von der Dude Beitrag anzeigen
    Gibt es keine wichtigeren Dinge für Dich ?
    Nein, es gibt keine wichtigeren Dinge für mich. Ich habe kein Privatleben, keine Interessen, keine Hobbys, keine Freunde, keine Familie und auch sonst keinen Lebensmittelpunkt. Ich lebe nur für die Arbeit, deshalb kann ich mir ja den Luxus erlauben, mir stundenlang in meiner Freizeit über unwichtige Dinge wie ein paar Kolleginnen das Hirn zu zermartern.



    Zitat Zitat von der Dude Beitrag anzeigen


    Ich meine solche Zeitgenossen sind doch nicht gerade eine Rarität.

    In manchen Betrieben stellen Mitarbeiter solche Schilder auf: Die Zahl derer die mich am Arsch lecken können wird zwangsläufig von Tag zu Tag größer.

    Das ist nicht besodners fein, sagt aber Alles !
    Danke, das hat mir jetzt unglaublich weitergeholfen. Ich werde jetzt auch so ein Schild aufstellen und all meine (ohnehin nicht vorhandenen) Probleme am Arbeitsplatz sind gelöst.

  7. #7
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    Standard AW: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    so ganz Unrecht hat Dude nicht mit dem, was er geschrieben hat. Sicher war es keine konkrete Hilfe. Es ist jedoch schwierig, Dir einen konkreten Rat zu geben. Augenrollen, Erklärungen unterbrechen usw. all das ist noch kein Mobbing, es ist einfach nur ein primitiver Versuch ,die eigene vorhandene oder nicht vorhandene Intelligenz unter Beweis zu stellen. Du kannst natürlich mit einigen schlagfertigen Bmerkungen den Kolleginnen den Wind aus den Segeln nehmen. Leider ist diese Schlagfertigkeit nicht jedem gegeben. Es bleibt als letztlich nur das, was Du bereits tust, diesen Kollegen aus dem Weg zu gehen. Gott sei Dank hast Du ja auch nette Kolleginnen als einen gewissen Ausgleich. Ich würde diesen gewissen Kollegen zwar die Höflichkeit entgegenbringen, die man im allgemeinen Umgang pflegt, darüber hinaus aber jedes weitere Gespräch oder Erklärungen vermeiden. Wenn eine von diesen etwas wissen will verweise sie auf andere Kollegen. Kurz, halte Dich in Allem zurück

  8. #8
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    Standard AW: Bilde ich mir das alles nur ein oder ist das bereits Mobbing?

    Nein, es gibt keine wichtigeren Dinge für mich. Ich habe kein Privatleben, keine Interessen, keine Hobbys, keine Freunde, keine Familie und auch sonst keinen Lebensmittelpunkt. Ich lebe nur für die Arbeit, deshalb kann ich mir ja den Luxus erlauben, mir stundenlang in meiner Freizeit über unwichtige Dinge wie ein paar Kolleginnen das Hirn zu zermartern

    hallo ichsagenein, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder ? Das was du hast, ist kein Mobbingproblem, sondern soziale Deprivation. SO mancher Knacki führt ein erfüllteres und interessanters Leben als du. Wenn du aus der Tretmühle nicht raus kommst, dann wirst du dich bald auch über jeden Fliegenschiss in deiner Arbeit ärgern.
    Dann stellst du hier die Frage: gemobbt von einer Fliege ...

    Geh einfach mal in die Palliative oder in Kinderchirugie, dann realisierst du vielleicht was wirklich wichtig ist.




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