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Thema: Straining

  1. #1
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    Unglücklich Straining

    Schönen guten Morgen,

    ich habe folgendes Problem, das ich eigentlich aussitzen will (oder muss), das mich aber zunehmend belastet.

    Ich erhalte keine Informationen, keine Arbeit, werde praktisch von der ach so rücksichtsvollen Vorgesetzten ausgegrenzt. Sie zeigt mir deutlich, dass ich nicht gebraucht werde, ja sowieso nichts mehr auf die Reihe bringe und sie deshalb alles am besten selbst machen muss, oder meiner Kollegin gibt.

    Ich bin seit mehr als 25 Jahren auf der gleichen Stelle (öffentlicher Dienst), habe dank MS eine teilweise Erwerbsminderungsrente und eine Schwerbehinderung. Im Prinzip geht es mir gut damit, aber wegen Schübe, Nebenwirkungen von Medikamenten etc. bin ich hin und wieder arbeitsunfähig. Allerdings nicht extrem oft, andere - Gesunde - sind das eindeutig öfter.

    In drei Jahren kann ich in vorgezogene Altersrente. Ein neuer Arbeitsplatz andernorts kommt nicht in Frage, das schaffe ich schon kognitiv nicht, also mich neu einzuarbeiten. Ich habe praktisch nichts zu tun, höchstesn paar wenige Male, aber dann muss dass immer sofort, oder eigentlich schon gesten, gemacht werden. Und wenn man so völlig raus ist, aus dem Arbeitsalltag wie ich die meiste Zeit, unterlaufen einem dann Flüchtigkeitsfehler! Und dann bin ich wieder der Depp. Neulich fühlte ich mich auch komplett überfordert und habe das auch gesagt. Sie hat die Augen verdreht, aber nichts weiter gesagt. Die Situation zieht sich schon seit rund 5 Jahren und wird immer schlimmer. Sachen, die ich dann mal gemacht habe, hat man nie benutzt. Und Chefin hat Kollegen gegenüber auch schon gesagt, wenn ich nicht mehr da sei, werde die Stelle nicht mehr besetzt.

    Ich weiß, ehrlich gesagt, langsam nicht mehr weiter. Die Tipps, dass man sich auf seine Hinterbeine stellen soll, sind sicher richtig und ich kenne sie alle. Aber in meiner Situation mit knapp 58 und meiner gesundheitlichen Lage greift das nicht mehr.

    Ich weiß so langsam wirklich nicht weiter. Ach ja, ich war diverse Male in Rehas und dort wurde das auch angesprochen. Raten konnte mir keiner was.

    Bin grad wirklich ratlos ...

  2. #2
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    Standard AW: Straining

    Hallo Mardoell,

    dir in deiner Situation die "richtigen" Tipps zu geben, ist schwierig. Verstehe das jetzt bitte nicht falsch, aber nach dem was du berichtest, kann ich diese Chefin in gewisser Weise verstehen. Wobei ich die Art und Weise von ihr nicht gut finde.
    Du sagst selbst, dass du überfordert bist und dir dann auch gerne einmal Flüchtigkeitsfehler unterlaufen. Was soll sie dann anderes machen, außer die Aufgaben soweit zu verteilen, dass du möglichst wenig Belastung hast. Zudem ist es für die Kollegen auch nicht Sinn und Zweck der Sache, ein Auge auf dich zu haben und notfalls einzugreifen, wenn dir ein Fehler unterläuft. Das bedeutet für diese auch doppelte Belastung.
    Sicher, du kannst nichts dazu. Krank sein, Rehas, Nebenwirkungen von Medikamenten, mangelnde Belastbarkeit... Das alles hast du dir nicht ausgesucht und versuchst auch weiterhin dein Bestes zu geben. Daß das nicht anerkannt wird, und du das Gefühl hast, ausgegrenzt zu werden, belastet noch zusätzlich.

    Im Prinzip wäre ein offenes Gespräch mit deiner Chefin sinnvoll, in dem man einmal überlegt, wie man die Aufgaben so verteilt, dass es dich nicht überfordert, du aber auch nicht die ganze Zeit dasitzen musst und Däumchen drehen. Es ist zwar auch nicht gerade schön und ideal, nur auf die einfachsten Tätigkeiten reduziert zu werden, aber es geht ja schließlich um dich und in wie weit du noch belastbar bist. Da musst du schon ehrlich zu dir selbst sein.

    An sonsten nimm dir bitte das Verhalten der Leute nicht so zu Herzen. Für die Leute um dich herum ist es kaum nachvollziehbar, wie du dich fühlst, geschweige denn die "Begleiterscheinungen" zu verstehen, die deine Situation mit sich bringen. Das sind warscheinlich alles "gesunde Hüpfer", deren Erfahrungen mit schweren Krankheiten nicht über eine üble Grippe hinaus gehen. Man weiß zwar, was MS ist in der Theorie, hat eine vage Vorstellung von Reha und Behandlungsmöglichkeiten, aber mehr auch nicht.
    In der Praxis hat man einen Kollegen, der Ausfällt und dessen Arbeit man dann mitmachen muss, dessen Fehler korrigiert werden müssen und verliert die Geduld. Das du nichts dazu kannst, interessiert im Berufsleben weitestgehend nicht. Es ist leider in der heutigen Zeit so, dass sich fast niemand mehr Rücksicht leisten kann.

  3. #3
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    Standard AW: Straining

    Hallo Mardoell,
    wissen Deine Chefin und Deine Kollegin über Deinen Gesundheitszustand Bescheid??? Wenn nein, so kann man das Verhalten Deiner Vorgesetzten verstehen. Wie soll sie nachvollziehen können, dass Du dich überfordert fühlst, Dir öfter Flüchtigkeitsfehler unterlaufen und Deine Arbeit nach 25jähriger Erfahrung nicht mehr korrekt erledigt wird.
    Auch ich würde Dir raten, mit Deiner Chefin zu reden und ihr Deine Situation klarzulegen. Sie ist für Dich schwer genug und wird nicht leichter durch Stress am Arbeitsplatz. Also gib ihr die Chance Verständnis aufzubringen

  4. #4
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    Standard AW: Straining

    Danke, ihr zwei, für eure Kommentare! Also, alle wissen über meine MS Bescheid, ich hatte keinen Grund, das zu verheimlichen, ist weder ein Verbrechen noch ansteckend. Und zum anderen: ein Verwandter der Chefin hat auch MS. Also dachte ich: die weiß Bescheid! Aber dass MS halt die Krankheit der 1000 Gesichter ist, hat sich bis zu ihr noch nicht durchgesprochen. Sie geht davon aus: wer im Rolli sitzt, hat MS. Wer kognitive Einschränkungen hat, ist ein Simulant!

    Sie gehört auch zu denen, die NIE krank sind, einmal musste sie zuhause bleiben, hatte einen kleinen Eingriff. Da nimmt die doch tatsächlich Urlaub! war ein einziges Mal. Seither schleppt sie sich mit Trümmerbruch ins Büro, nur um ja sicherzusein, dass ihr nichts entgeht! Manchmal frage ich mich, wer eigentlich kränker ist, ich oder sie!

    Und Infomaterialien habe ich ihr anfangs auch zukommen lassen. Sind wahrscheinlich im Papierkorb gelandet. Das Problem ist ja auch, dass mir - und anderen! - Informationen vorenthalten werden. Sie ewig lange Mails schreibt, wo eigentlich gerade nur der letzte Satz relevant ist. Und das mit Vorliebe nachts nach Mitternacht! Zum Beispiel bekomme ich etwas in CC zugeschickt. Darin ist ein Anhang mit dem Namen "Informationen für XY". Ich bin nicht XY und habe es nur in CC, das heißt für mich nicht, dass ich das jetzt auch lesen und umsetzen muss. Sehe ich und Kollegin so, sie aber anders. In Zeiten, wo was los ist, haben wir auch gar nicht die Zeit, alles zu lesen, da beide nur halbtags da.

    Dann alle die ach so dringenden Sachen, die ich immer erledigt habe, die aber auch nach Jahren noch nicht "umgesetzt" wurden. Wozu dann das Ganze`?? Und dass ich mich nicht auf Übersetzungen konzentrieren kann, wenn ständig bei der Kollegin das Telefon klingelt, ist auch nachvollziehbar.

    Und ihren Vorgesetzten habe ich vor ein paar Jahren auch mal diesbezüglich angesprochen... Hat überhaupt nichts gebracht, ich bin mir sicher, dass er das ihr gegenüber nicht angesprochen hat. Der Personalrat ist mir viel zu eng mit der Personalabteilung und die kuschen auch. SBV macht, was er kann, aber er ist allein auf weiter Flur.

  5. #5
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    Standard AW: Straining

    hallo Mardoell,
    wie nett, dass Du dich für die Kommentare bedankst. Das passiert nicht oft.
    Was Deine mitternächtlichen eMails betrifft: Lesen solltest Du sie schon. Es ist zwar eine Information für XY, sie hält sie aber offenbar für wichtig genug, dass auch Du diese Information bekommst. Das zum einen. Das Nächste wäre, dass in der Mitteilung an XY stehen könnten, dass DU wiederum etwas erledigen sollst, also tätig werden mußt. Manche denken so um die Ecke, vielleicht mit dem bösen Hintergedanken, dass X die Information sowieso nicht liest, ergo nich tätig wird und man ihn dann dumm aussehen lassen kann. Da kommt bei mir schon der Gedanke auf, dass diese Dame es darauf anlegt, Dich "elegant" loszuwerden.
    Du solltest mit Deinem Arzt über die Situation reden. Er kann Dir nicht nur ein Attest schreiben sondern auch vorgeben, wie Dein Arbeitsplatz zu sein hat ( Ruhe beim Übersetzen z.B.)Dieses Attest solltest Du dem Personalrat vorlegen(Kopie) UND Deiner liebreizenden Chefin sowie deren Vorgestzten. Wird sich nicht danach gerichtet hast Du eine Handhabe und kannst zu einem Anwalt für Arbeitsrecht gehen und Dich beraten und/oder ihn entsprechende Schritte einleiten lassen.
    Dir keine Arbeit zukommen zu lasse oder wenn, eine die möglichst gestern noch erledigt sein soll, ist in meinen Augen reine Schikane , und ich sehe das als Mobbing an. Ich würde Dir raten ein Mobbingtagebuch zu führen. Wie das aussehen mußt findest Du hier im Forum. Wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommen sollte, hat dieses Mobbingtagebuch zwar keine "echte" Beweiskraft, ist aber für Dich eine Gedächtnisstütze und erleichtert einem Anwalt die Arbeit. Auch für einen Richter rundet sich das Bild damit ab, auch wenn es offiziell nicht in die Verhandlung selber einfließt.
    Nebenbei, an Deiner Stelle würde ich mir die Freiheit nehmen , mich mit Krankmeldungen über Wasser zu halten, bis Du dann in Frührente gehen kannst. Das habe ich aber nicht offiziell erwähnt

  6. #6
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    Standard AW: Straining

    Vielleicht hätte ich es lesesn sollen, aber es waren wirklich Tage, in denen bei allen alles drunter und drüber ging und ich und die Kollegin, im GGsatz zur Chefin, sind eh nur Teilzeitkräfte, ich dazu in Teilrente, darf eigentlich gar nicht über 6 Stunden arbeiten ( DRV hat da logischerweise was gegen!). Und ich habe auch mit anderen deswegen gesprochen, die es alle gleich sehen wie ich: wäre es so wichtig für mich gewesen, hätte sie mich nicht in CC nehmen dürfen, sondern einfach als 2. regulärer Empfänger eintragen! Außerdem die Anlage entsprechend kenntlich machen.

    Ist aber auch nur 1 Fall, gibt noch viele andere. Ich kommuniziere seit längerem zu 95% nur noch schriftlich mit ihr, weil ich es dann schwarz auf weiß habe. Gab schon sehr viele fälle, wo ich lt. ihrer Aussage das vollkommen falsch verstanden habe! Zum Glück auch welche, bei denen sie es der Kollegin genauso rübergebracht hat und wir dann sagen konnten, dass wir es beide "falsch" verstanden haben!

    Die Lage ist mittlerweile einfach schon sehr verfahren...

  7. #7
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    Standard AW: Straining

    Und dann kommen Monate, in denen rein gar nichts zu tun ist und man soll von einem Tag auf den anderen dann wieder 150% in der Materie drin sein? Sorry, das geht nicht, zumal einem die Informationen fehlen bzw. diese nur sehr "sortiert" fließen, während wir alles vom Abteilungspostfach aus schicken sollen, was ja sinnvoll ist, falls jemand krank oder in Urlaub ist, macht sie das grundsätzlich nicht und trifft irgendwelche Absprachen vom privaten Postfach. Ich, bzw. wir, wissen von gar nichts. Es macht überhaupt keinen Spass mehr, und dabei liebe ich meine Arbeit eigentlich, oder habe sie geliebt, als es noch anders war

    In teilweiser Erwerbsrente bin ich schon ... werde es mit einem Antrag auf Vollrente mir noch durch den Kopf gehen lassen.
    Geändert von Mardoell (07.07.2018 um 09:09 Uhr)

  8. #8
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    Standard AW: Straining

    Hallo Mardoell,

    oben in deinem Text kam alles etwas anders herüber. Das las sich so, als ob du der einzige Betroffene wärst, bei dem diese Chefin ihre "Kompetenz" beweist.
    Diese Dame scheint aber mit Vorliebe das ganze Team auf Trapp halten zu wollen?
    Das man da als Angestellter auf die Dauer keine Lust mehr hat, ist verständlich. Man weiß ja nie, wann man das nächste Mal wieder "etwas falsch versteht", bzw. in irgendwas reinläuft. Frust pur.
    Da tendiere ich dann auch eher in die Richtung von dem was Gerdis schrieb.
    Wie ist das, wenn du Vollrente beantragst? Hast du dann nicht finanzielle Einbußen?

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