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Thema: Etwas sagen oder nicht?

  1. #1
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    Standard Etwas sagen oder nicht?

    Hallo ihr Lieben,
    ich wende mich an euch um viell. Tipps zu bekommen:
    Ich arbeite in einer kleinen sozialen Einrichtung, nun seit 12 Jahren. Die Arbeit ist toll,die Kollegen auch abbberr mein Vorgesetzer ist ein Narzisstischer Pedant, der es schafft, dass ihn jeder hasst. Er ist alleinstehend hat weder Frau noch Freunde (ich glaube dass man hierdurch gut versteht was für ein Charakter der gute Herr hat).
    Seit immer gab es Probleme mit ihm und ich kann gar nicht zählen wie oft er mir Unrecht getan hat und wie oft seine mießen Launen alle verärgert haben.
    Wie dem auch sei, bin ich die Langjährigste Mitarbeiterin und habe eine eigene Zusatzqualifikation, die außerdem er und eine andere Mitarbeiterin auch haben. Nun zum Problem: Nächste Woche findet eine interne Fortbildung (findet 2 Mal im jahr statt) an der ich teilnehmen muss zusammen mit den neuen Mitarbeitern. Eine Einführung in oben genannte Zusatzqualifikation. Die Mitarbeiterin und er selbst (die wie ich die Qualifikation haben, nehmen nicht daran Teil und kümmern sich in dieser Zeit um unsere Klienten.
    Ich bin darüber sehr verärgert, da er das wieder macht um mich zu schikanieren. Ich die am meisten Erfahrung hat, muss zusammen mit meinen neune Kollegen eine “Einführung” machen.

    Ich war für ihn immer ein rotes Tuch, da ich viell oft still gewesen bin bzw. mich nicht gut genug auflehnen konnte. Er hat es immer wieder geschafft meine Arbeit klein zu reden obwohl ich weiss, dass ich sehr gut arbeite und durchaus gewissenhaft bin.
    Wie würdet ihr dem oben genanntem Ereigniss gegnübertreten? Bin ja gerade im Urlaub und werde dann am Montag vor den Tatsachen stehen, dass ich eben den Kurs mitmachen muss. Das hat er in den vergangenen Jahren des öfteren so praktiziert, allerdings hat dann nur er nicht teilgenommen. Nun betrifft es ja auch eine Mitarbeiterin, das macht mich ja sooo sauer.
    Ich bin am überlegen ihm keine Genugtuung zu geben und ihm noch zu sagen, dass ich mich sehr freu den Kurs machen zu dürfen oder ich sage ihm, dass ich es einfach nur scheisse finde. Was würdet ihr machen?

  2. #2
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    Standard AW: Etwas sagen oder nicht?

    Hallo Mia009

    Könnte es sein, dass es sich hier um eine permanente Konkurrenzsituation handelt?

    Könnten die ständigen Ressentiments deines Vorgesetzten nicht auch Ausdruck, wenn auch leider negativer, Deiner Kompetenz sein?
    Immerhin bist Du nach 12 Jahren immer noch Teil des Teams. Wärest Du nicht kompetent oder fähig Deine Arbeit zu verrichten, so wärst Du wohl doch schon lange gekündigt worden?
    Das aber ist nicht geschehen. Also musst Du tatsächlich etwas können. Und zwar so gut, dass Du nicht verzichtbar bist. Nicht einmal für Deinen pedantischen und ggf. vielleicht sogar tatsächlich narzisstisch veranlagten, selbstverliebten Chef.

    Vielleicht aber ist er nur eine zwanghaft veranlagte Persönlichkeit, die eine grundlegende Abneigung gegen jegliche Veränderungen hat. Daher vielleicht auch die Pedanterie.
    Wenn ich einmal davon ausgehe, dass der Mann nicht Mitglied der Geschäftsleitung, der Inhaber oder Leiter der Institution ist, so dürfte er idR. auch noch einen oder mehrere Chefs haben, denen er Rechenschaft schuldig ist.
    Diese/r aber scheint/scheinen mit der Arbeit und Führungsarbeit Deines Vorgesetzten in der Summe zufrieden zu sein. Also macht auch er etwas gut bis sehr gut und/oder hat entsprechende Kompetenzen die ihn in den Augen seiner Vorgesetzten für diese Stellung prädestinieren.
    Sonst wäre er nicht Dein Chef. Mag sein, dass er für die MA ein Ar... ist aber, in den Augen seiner VG, eben ein guter Ar.... ;-) der mit seinem Team nicht Schei... abliefert sondern vorzeigbare Ergebnisse.

    Und Du? Du bist eben auch gut, vielleicht sogar sehr gut?! Das macht Dich für ihn vielleicht zu einer ernstzunehmenden internen Konkurrenz, die er mit all den kleinen und großen Ressentiments in die Schranken zu weisen versucht.
    Mit einem Wort ist NEID oder noch besser seine ANGST vor Deiner Kompetenz vielleicht der Antreiber für sein Verhalten.
    Dieses wiederum erzeugt Unwillen bei Dir der sich irgendwie im Alltag äussert. Und sei es nur Deine Mimik und Gesichtsausdruck der ihm das Signal gibt, dass Du ihm gegenüber feindselig gesinnt bist.
    Er weiss wahrscheinlich sehr wohl, dass er der Auslöser ist, Dich damit demotiviert, doch dieser Preis scheint ihm angemessen um sich vor Dir zu schützen.

    Mit Deinem, aus Deinen Zeilen zu entnehmen, ihn ablehnenden Verhalten vervollständigst und bestätigst Du seine Sicht von Dir wie auch seine Strategie und Taktik Dich unten halten zu müssen.

    Was tun sprach Zeus:
    Nimm doch einfach an dem Kurs teil, den Du, meine Mutmassung, als Schikane erlebst. Immerhin hast Du dabei Gelegenheit den oder die neue KollegIn kennenzulernen.

    Als Du von ihm mitgeteilt bekamst dass Du an diesem Kurs teilnehmen sollst, was hat er dazu gesagt? Verfolgt er eine bestimmte Absicht damit oder geschah dies kommentarlos oder gar schriftlich anonym?

    Wenn Dich das so ärgert, weshalb fragst Du ihn denn nicht einfach einmal persönlich unter 4 Augen was er damit beabsichtigt? Ist er mit Deiner Arbeit unzufrieden und wenn ja welche Gründe einer offenen Kommunikation dieser Gründe entgegen stehen?
    Hast Du kein mindestens einmal jährlich stattfindendes Mitarbeitergespräch in dem Deine Leistungen, neue Ziele und die Erwartungen des Vorgesetzten wie die von Dir gemeinsam erörtert werden?
    Es ist absolut legitim erfahren zu wollen ob etwas mit dem was Du leistest nicht stimmt. Jeder Chef kann sich "von" schreiben Mitarbeiter zu haben die proaktiv sind, ihre Leistung von ihm reflektiert haben wollen und mit dem Ziel diese zu verbessern zu ihm kommen.

    Dabei wäre es gleichzeitig auch einmal gut zu erfahren was Dich für ihn zum roten Tuch macht. Lass ihn doch einfach mal reden und hör gut zu was er zu sagen hat.
    Vielleicht hat er das Gefühl, dass Du ihm nie zuhören möchtest, so wie Du von ihm , dass er Dir nie zuhören will?!

    Tja.... wenn sich keiner bewegt wird sich hier auch nichts bewegen.... Zumindest nicht in die richtige, eine kooperative Richtung.
    Werden weiter gegenseitige Ressentiments die Szene beherrschen statt einmal am runden Tisch die Beziehungen zu klären.

    Und zur Bemerkung weil er keine Frau, Freundschaften und Beziehungen zu haben scheint, weisst Du das wirklich so genau? Handelt es sich vielleicht um ein Vorurteil, das Deine oder gar eure Sicht im Team bestätigt? Glaubst Du, dass ihm solche Haltungen ihm gegenüber verborgen bleiben können? Wie reagieren Menschen auf derlei Mutmassungen und Ablehnung wenn sie ihnen zu Ohren kommen?
    Und selbst wenn es so wäre, macht dies die Beziehung zu ihm und seinem Team besser oder schlechter?
    Vielleicht ist er tatsächlich ein Fachidiot, wie so viele Menschen in Vorgesetzten-Positionen, die in ihrem Fach gut sind aber menschlich einfach Versager geblieben sind, ganz einfach weil ihnen Anerkennung und Liebe, um ihrer Selbst willen, im Leben versagt wurden und sie nur durch "Leistung", als "Automaten" so etwas wie Zuwendung und "Liebe" erheischen konnten?

    Welchen Stellenwert und Einfluss hat im Leben eines solchen Menschen ein Mensch, der ihn mag und seine Persönlichkeit mit allen seinen Stärken und Schwächen annimmt?
    Nennt man so eine Geisteshaltung nicht die Fähigkeit zu wahrer, weil bedingungsloser Liebe?

    Hast Du ihm auch schon einmal gesagt was Du an ihm schätzt? Gibt es da etwas?
    Wäre dies vielleicht nicht einmal die Gelegenheit und der Einstieg in eine neue Form der gegenseitigen Beziehungen und der Zusammenarbeit?
    Ihm fehlt etwas ganz entscheidendes im Leben. Deshalb ist er so wie er ist.
    Versuche einmal herauszufinden was das sein könnte und wenn Du ihm das geben kannst, dann hast Du diesen Menschen für Dich gewonnen.

    Du scheinst das genaue Gegenteil von ihm zu sein, das er fürchtet. Weil Du etwas besitzt oder zu besitzen scheinst mit dem er nicht umgehen kann.
    Was könnte das sein vor dem er sich so sehr fürchtet dass er dich bekämpfen muss?

    Ihr seid Feinde weil, mit Verlaub, ihr beide glaubt ihr seid einander Feind, ohne tatsächlich zu wissen ob dem in Tat und Wahrheit wirklich so ist!

    "Lerne Deinen Feind kennen und er ist keiner mehr"
    Sun Tsu, "Die Kunst des Krieges"

    "Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, "Wo kämen wir hin", und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen"
    Kurt Marti, Schweizer Pfarrer, Schriftsteller und Lyriker

    In diesem Sinne wünsche ich Dir Besinnung und Zeit zum Nachdenken

    Viele Grüsse sendet und einen schönen entspannten Rest des Sonntags wünscht Dir

    Compliance
    Geändert von Compliance (29.07.2018 um 13:39 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Etwas sagen oder nicht?

    Wow, vielen vielen Lieben Dank für deine Worte und die Zeit mir so ausführlich zu antworten.
    Deine Worte bringen mich zum nachdenken und ich werde in meinen nächsten Arbeitstagen darüber nachdenken. Gespräche hatten wir viele, jeder gelobte danach Besserung und dann lief immer wieder alles langsam langsam den Bach runter.
    Ich mach mich halt des öfteren kleiner als ich bin und lass mich dann von ihm "bequatschen" weil ich irgendwo so ne blöde Angst vor ihm hab (keine Ahnung wieso und weshalb). Im restlichen Leben bin ich das komplette Gegenteil, das ärgert mich dann und ich stelle meine Qualifikation selbst total unter den Scheffel.
    Vielleicht sind da alte Wunden, die jetzt Mal verheilen sollten.
    Menschlich sind wir halt extrem verschieden, ich bin eher offen und kommunikativ, während ich mit allen Mitarbeitern kann, findet er keinen Anschluss. Dafür hat er mich nicht nur einmal verantwortlich gemacht.
    Er denkt ich mache ihn schlecht usw. das hab ich aber nie getan so etwas würde mir nie einfallen. Das war wohl sein alleiniger Verdienst.
    Privat hat er wirklich niemanden, das weiss ich, sollte auch nur aufzeigen wie schwer ihm das Zwischenmenschliche fällt.

    Wie dem auch sei, werde ich mir deine Zeilen wirklich zu Herzen nehmen und diese ganze Beziehung ganz genau unter die Lupe nehmen.

    Danke nochmals


    Mia

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