Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: Mobbing ohne Ende und Chefin schaut zu...

  1. #1
    Registriert seit
    25.10.2014
    Beiträge
    15

    Standard Mobbing ohne Ende und Chefin schaut zu...

    Hallo zusammen.

    Ich arbeite nun einige Jahre in einem sehr guten Unternehmen, in dem auf die Mitarbeiter sehr geachtet wird. Vor wenigen Jahren wurde mir eine Kollegin ins Team reingesetzt, die davor in einer anderen Abteilung war. Sie hatte sich dort jahrelang mit anderen Kollegen und Kolleginnen gezofft.

    Sie hat Leute gegeneinander ausgespielt/gehetzt, wollte immer nur ihr Ding durchbringen, damit sie leichtes Spiel hat. Damals hatte man das wohl bemerkt, aber die Vorgesetzte war zu fein und zu bequem etwas dagegen zu unternehmen und hat es so laufen lassen. Man hat dann wohl immer wieder ständig Team-Meetings gehabt in dem weiterhin gezofft wurde und sich die Stimmung verschlechterte.

    Nun arbeite ich mit dieser Dame zusammen. In den wenigen Jahren durfte ich mir alles mögliche anhören. Auf privater Ebene bis hin im beruflichen Bereich. Meine Chefin tut dann immer als wäre sie entsetzt, dass so etwas passiert und kann sich aber nicht dran erinnern, dass die Kollegin ja immer so war. Ich werde ständig in 4-Augen-Gespräche geholt, in denen ich mir jede Menge Vorwürfe anhören muß - nichts davon ist wahr. Vor allem gibt es nie konkrete Beispiele. Mir ist aufgefallen, dass entsprechende Kollegin vor meiner Chefin immer sehr taktisch und rhetorisch korrekt redet und das gefällt der Chefin - daher wird das immer geduldet. Auch wird bei uns keiner rausgeworfen.

    Ich hab eigentlich nichts gegen meine Chefin - ganz im Gegenteil. Aber ich stelle fest: jedes Mal wenn ich mich mit ihr ausspreche, so tut ihr immer alles leid usw. und sobald es wieder zu so einen Vorfall kommt, so ist sie dann immer geschockt. Wirklich was machen will sie nicht. Eher verstärkt sie diesen Effekt in dem sie meiner Kollegin ständig die Möglichkeit gibt sich über mich auszulassen. Ich sagte letztens meiner Chefin warum sie mir immer so gute Bewertungen gibt, wenn sie dann doch meiner Kollegin immer glaubt. Eine Zeit lang sagte mir die Chefin sogar: ja die Kollegin ist manchmal etwas zu forsch - lassen Sie sich nichts vor ihr gefallen. Lass ich mir nichts gefallen, so landet dann der Fall immer bei meiner Chefin - und dann geht der Kreis von vorne los.

    Mittlerweile merke ich, daß es mir gesundheitlich immer schlechter geht: kaum Schlaf, wenig essen, Übelkeit, Schwindel, Schmerzen am Rücken, . Auch denke ich nur noch darüber und führe teilweise wilde Selbstgespräche. In meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis ist man geschockt, weiß nicht weiter, da man so etwas noch nie erlebt hat.

    Ich möchte hier ehrlich sagen: ich finde diesen Job super und das Unternehmen ist auch top und ich will es ungern verlassen. Ich habe aber immer wieder mehrere Bewerbungen verschickt und das schlimme ist, dass ich in meinem Alter (56) nichts mehr finde.

    Ich war bei meinem Hausarzt - der hat mir eine Überweisung für einen Psychiater gegeben. Aber die nehmen alle keine Patienten mehr auf oder man hat Wartezeiten von mehreren Monaten. Aber dann denke ich mir: wird ein Psychiater helfen? Kann der sich mit dem Bertriebsarzt austauschen? Ich wollte mich auch mal von einem Anwalt nur beraten lassen aber sagen mir ich solle das unterlassen, da wohl nach dem Einschreiten eines Anwalts das Arbeitsverhältnis noch mehr leiden wird.

    Fakt ist, dass ich so nicht mehr weiterleben kann. Die Lebensqualität hat entscheidend nachgelassen aber ich weiß nicht mehr wie ich vorgehen soll. Ich erwarte hier auch kein Patentrezept aber es hat gut getan seinen Frust mal rauszulassen.

    Ich wünsche Euch einen schönen Tag und danke! LG Elias

  2. #2
    Registriert seit
    13.08.2013
    Beiträge
    2.247

    Standard AW: Mobbing ohne Ende und Chefin schaut zu...

    Hallo Elias,

    was genau hat denn diese Kollegin immer wieder an dir zu bemängeln? Was sagt oder tut sie genau, was dann immer wieder zum Streit zwischen euch führt?
    Wenn ich lese, wie stark dich das inzwischen belastest, solltest du dich doch einmal für eine längere Zeit krankschreiben lassen, damit du wenigstens wieder etwas zur Ruhe kommst. So kann das bei dir nicht weiter gehen. Vor allem kämpfst du anscheinend ziemlich auf verlorenem Posten gegen diese Dame an. Ohne konkrete Beweise, ist das so oder so schwer. Auf ein "Sie hat aber zu mir gesagt..." kann und wird niemand reagieren, solange du keine Zeugen hast. (Der auch notfalls bestätigen kann, dass die Vorwürfe nicht stimmen) Und da wird es schwierig, denn niemand möchte sich gern in so etwas hinein ziehen lassen, oder selbst in die Schusslinie geraten.
    Ich kann zwar verstehen, dass du auch irgendwo an diesem Job hängst, Bewerbungen solltest du aber trotzdem weiter schreiben und falls sich doch die Gelegenheit auf eine neue Stelle bieten sollte, auch zugreifen.

    Ob ein Psychologe / Psychiater da weiter helfen kann, bezweifle ich. Da muss man dann wirklich Glück haben, an jemanden zu geraten, der auch zuhört und einen nicht gleich in irgend eine Lehrbuchschublade steckt, die dann gerade passt. Oder die Schuld gleich einmal beim Patienten ansetzt. Wo du aber Hilfe finden kannst, ist z. B. beim Sozial Psychiatrischen Dienst. Das sind nicht alles Psychologen und diese Leute sind zumeist näher an der Realität und hören auch zu.
    Mit dem Betriebsrat können sie allerdings auch nicht reden.

    Ob das Arbeitsverhältnis sich verschlechtert, wenn du einmal mit einem Anwalt redest, hm. Jain. Fakt ist, dass deine Vorgesetzten theoretisch verpflichtet sind, etwas gegen Mobbing zu unternehmen. Was natürlich, wie o. g. schwierig ist, wenn du keine belegbaren Beweise hast. Ein Mobbingtagebuch, in dem du die Vorfälle genau notierst, kann eine Stütze sein. Dazu, wie man es richtig führt, findest du Informationen hier im Forum.
    Zu einem Gespräch mit einem Anwalt würde ich dir schon raten, schon, um dich einmal beraten zu lassen, wie du dich in bestimmten Situationen verhalten kannst. Es muss ja auch nicht gleich auf einen bitterbösen Brief an deine Vorgesetzten hinaus laufen. Aber der kann dir sagen, wie du dich rechtlich korrekt verhalten kannst und was du brauchst, um die Dame auch "überführen" zu können. Ob man vielleicht doch einmal in einem höflichen Anschreiben deine Vorgesetzen etwas "schubst", kann man immer noch abklären.

    Für den Moment würde ich dir vorschlagen, dich tatsächlich auch länger krankschreiben zu lassen. Suche dir in der Zeit ein "Ventil", mit dem du diese angestauten Ängste und die Wut etwas heraus lassen kannst. Das kann ein Hobby sein, dass dich ablenkt, Spaziergänge machen den Kopf frei, Sport treiben auch. Probiere es einmal mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst, damit auch mal jemanden zum Reden hast. Familie und Freunde sind mit solchen Situationen oftmals überfordert und wild motzend mit sich selbst zu reden bringt auch nicht wirklich etwas. Da dreht man sich nur im Kreis.

    Ich wünsche dir alles Gute und berichte einmal weiter...

    Gruß

    Ilythia

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •