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Thema: Wie könnte man sich sein Weltbild systematisch ohne Verdrängung brauchbar aufbauen?

  1. #1
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    Standard Wie könnte man sich sein Weltbild systematisch ohne Verdrängung brauchbar aufbauen?

    Alle, die gemobbt wurden kamen zur Erkenntnis, daß es boshafte Menschen gibt.
    Damit wurde ihr Bewußtsein erweitert. Jetzt geht es darum, diese Erkenntnis in das eigene Weltbild so einzubauen, damit das Weltbild konstruktiv und stimmig ist. Damit meine ich nicht, es als Ausnahmeerscheinung abzutun und sich einzureden, daß es nie wieder passieren wird. Dann wäre ja die gesamte Erfahrung sinnlos gewesen.
    Nein, einordnen.


    1. Es gibt boshafte Menschen.
    2. Es gibt gute Menschen.


    Wie kann ich also erkennen, zu welcher Kategorie Menschen gehören um in Zukunft das Ergebnis zu bekommen, das ich will?

    Wie kann ich mit boshaften Menschen umgehen?

    Jedes Erlebnis, das man hat, muß man einordnen. Sonst verdrängt man es und es kommt mit Wucht wieder zurück. Man muß sich sein Weltbild aufbauen, dieses Weltbild muß stimmig sein, positiv konstruktiv aber keine Erlebnisse ausklammern.

    Gift ist dabei "Das hätte nicht passieren dürfen". Ziel ist dabei: "Gut, daß ich diese Erfahrung machen konnte und nicht dabei gestorben bin, denn so habe ich eine Erkenntnis, die anderen fehlt und mir mein Überleben sichern kann, während andere sterben."

    Ich merke immer wieder, daß Menschen von ihrer Vergangenheit "eingeholt" werden. In Wahrheit sind es ihre Gedanken, die sie denken. Letztlich geht es darum, das Positive an noch so ausweglosen Erlebnissen zu sehen, das ein besseres Leben ermöglicht.

    Ich habe etwa festgestellt, daß ich mich manchmal in meinem Leid suhle. "Mir wurde übel mitgespielt, ich armer Mensch". Das gibt mir gleich mehrere Gefühle gleichzeitig, einen Rausch. Viele werden das kennen. Menschen, die in der Opferrolle bleiben tun das oft, weil neben schlechten auch gute Gefühle damit verbunden sind.

    Auch war es etwa so, daß ich beim Rumschubsen froh und ängstlich war, weil ich damit Körperkontakt hatte, den ich sonst nicht bekam.

    Ich war in meiner Familie isoliert. Ich glaube, durch unterbewußte Provokationen die Leute dazu gebracht zu haben, mich am Revers anzufassen, was mir gefiel.

    Das mußte ich alles selbst herausfinden, es gibt schließlich über jeden Dreck zig Bücher aber über wichtige Dinge wie diese nichts.

    Wenn ich das gute Gefühl anders bekommen kann, bin ich dann auch nicht mehr gehemmt, meine Meinung zu sagen.

    Ich denke, Leute die gemobbt werden müssen sich im Klaren sein, was sie davon abhält auf ihre Art und Weise dagegen vorzugehen.

    Wie könnte man sich sein Weltbild noch systematisch ohne Verdrängung brauchbar aufbauen?
    Geändert von Harry Brose (29.10.2018 um 04:00 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Wie könnte man sich sein Weltbild systematisch ohne Verdrängung brauchbar aufbauen?

    Zitat Zitat von Harry Brose Beitrag anzeigen
    Wie könnte man sich sein Weltbild noch systematisch ohne Verdrängung brauchbar aufbauen?
    Hallo Harry Brose,

    Mein Weltbild beruht darauf, dass alles was hier auf Erden passiert in einem grossen Zusammenhang steht. Was nicht gleichbedeutend gemeint ist, dass es so etwas wie eine Vorbestimmung gibt.
    Ein quasi schon vor der Geburt festgelegtes Schicksal, dass ich zwanghaft erfüllen sollte oder gar muss.
    Von solchen Dingen, mit Verlaub, halte ich nichts. Insbesondere deshalb nicht weil wir keine instinktgesteuerten Kreaturen, sondern Menschen sind.

    Dennoch ist es unsere natürliche Bestimmung, wie auch diejenige der Kreatur, uns im Kampf ums Überleben zu bewähren und unsere Art zu erhalten.
    Wir sind in aller erster Linie geboren um zu leben und nicht um zu sterben.
    Dazu wurden wir mit ganz besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgestattet, die es uns Menschen ermöglicht uns selbst die unwirtlichsten Lebensräume zu erschliessen, für die unsere Physiologie überhaupt nicht geschaffen ist. Unsere in der Natur einzigartiges Bewusstsein ist der Schlüssel dazu.

    Der Mensch kommt vollkommen hilflos und ohnmächtig auf die Welt. Er ist lange Zeit auf die Liebe und Fürsorge seiner Eltern und Erzieher angewiesen, die ihm Vorbild geben wie man sich in der ihn umgebenden Welt angemessen verhält, behauptet und damit überlebt!

    Jeder Mensch wird jedoch in ein anderes Umfeld hineingeboren, das stets ganz besondere Merkmale hat oder besser ausgedrückt eine andere sich ständig verändernde Kultur besitzt.
    Die sich bis dahin entwickelte Kultur, in der er aufwächst, ist stets Ausdruck der Summe von guten wie schlechten Erfahrungen und der daraus geborenen Lebensweisheit der in ihr lebenden Menschen.
    Daraus entstehen und entstanden stets die Regeln des Zusammenlebens der spezifischen kulturellen Gruppe. Stets abgestimmt auf die Umwelt in der die Menschen leben.
    Wir alle sind stets Abbilder, Kopien unserer Vorbilder. Der guten wie der schlechten.

    Damit ergibt sich automatisch die Frage nach dem was das Gute und dem was das Böse ist.

    Gut ist für mich persönlich alles, was uns als Menschen persönlich wachsen und darüber hinaus zusammenwachsen lässt. Denn so und nur so werden wir die Probleme der Gegenwart und der Zukunft meistern und letztendlich als Spezies überleben. Dazu gehören die guten wie die schlechten Erfahrungen. Sprich was funktioniert und was nicht. Was der Befriedigung meiner elementaren Bedürfnisse wie natürlich auch denen meiner Mitmenschen entgegenkommt. Denn ohne meine Mitmenschen bin ich ein Niemand, ein Nichts!
    Nur Menschen können mir das Gefühl geben ein Mensch zu sein; wegen meiner Stärken aber auch trotz aller meiner Unzulänglichkeiten, geliebt zu werden.
    Nur mit einem geliebten Menschen, der mit mir eine starke Bindung eingegangen ist, kann ich Kinder zeugen und aufziehen, die in einem liebevollen Umfeld aufwachsen können und damit geistig gesund und fähig werden diese Liebe wiederum an ihre Nachkommen weiter zu geben. Diese ungemein starke Bindungsfähigkeit des Menschen steigert, als Art erhaltende Leistung der Evolution des Menschen, die Überlebenschancen des Nachwuchses wie auch uns selbst.

    Kinder die in stabilen wie liebevollen Umfeldern aufwachsen durften haben, durch das hierdurch gewonnenen Urvertrauen in die Welt und sich selbst, bessere Voraussetzungen im stetigen Kampf ums Dasein.

    Böse ist für mich im Umkehrschluss daher alles, was sich dem o.g. Guten entgegensteht oder als Hindernis in den Weg stellt.

    Doch was uns vordergründig als das Böse erscheint hat ebenfalls eine zugrunde liegende Ursache wie das Gute in der Welt.
    Man könnte sagen ohne zu wissen was Gut ist wüssten wir nicht was Böse ist und umgekehrt.

    Wir haben es mit Gut und Böse mit einem sog. Dualismus zu tun dessen Bestandteile nicht voneinander trennbar sind. Einander bedingen und somit nicht alleine für sich wahrnehmbar sind geschweige denn deren getrennte Betrachtung zu lösungsorientierten Gedankengängen führen könnte. Es wäre daher geradezu sträflich beide für sich isoliert zu betrachten, bzw. die Welt nach absoluten Werten von Gut und Böse zu betrachten. Zwischen beiden Begriffen besteht stets eine ständige Bewegung, eine Dynamik. Ziel unseres Handelns ist es daher, dass beide sich in einem möglichst ausgeglichen Verhältnis befinden, was gewährleistet, dass ein geregeltes Zusammenleben in der Gemeinschaft mit anderen Menschen möglich wird bzw. ist.

    Man könnte es evtl. so formulieren, dass, wo immer Böses geschieht, zuerst das Gute versagt haben muss. Umgekehrt: Wenn immer nur Gutes auf Erden geschehen würde, so wüssten wir überhaupt nicht was böse oder das Böse eigentlich ist.
    In einer kriegerischen Sozialgemeinschaft könnte z.B. das Rauben und Töten von Feinden oder Opfern geforderter Ausdruck von Stärke und Macht im Überlebenskampf sein. Der der die meisten Gegner getötet hat und am meisten Beute gemacht hat ist für die Übrigen ein Vorbild, ein Held der hohen sozialen Status geniesst. In einer pazifistischen Gemeinschaft hingegen wäre so jemand ein fürchterliches Monster. Ein Pazifist im Kriegerstamm umgekehrt ein ausgemachter Feigling, ein Versager, ein Verräter an den ureigenen Werten der Gemeinschaft.

    So ist das was für die einen gut ist für die anderen böse. Obwohl es Menschen sind die aus dem selben genetischen Pool stammen.

    Irgendetwas muss also anders sein. Und damit sind wir wieder bei den den Menschen vom Tier unterscheidenden einzigartigen Fähigkeiten. Der Mensch ist durch die Leistungsfähigkeit, die Neuroyale Plastizität seines Zentralnerven und Hormonsystems, primär ein Produkt seiner Umwelt. Sein Geist, seine Physis und sein Verhalten sind primär geprägt durch die ihn von aussen beeinflussenden, ja bestimmenden Lern- und Erfahrungsprozesse. Durch ständige Wiederholung und sog. Schlüsselerlebnisse lernt der Mensch worauf es in seiner Umwelt ankommt. Sowohl um zu überleben sowie sich in der Sozialgemeinschaft einen sicheren Rang und Namen zu verschaffen.

    Dieser Prozess ist niemals final abgeschlossen sondern ist ständig im Fluss. Was er einmal gelernt hat und als fester Bestandteil seines bisherigen Lebens evtl. gar nicht mehr wegzudenken war, kann sich an anderer Stelle und in neuer Situation als vollkommen untauglich erweisen.
    Dann kann und muss er umlernen, wenn er überleben will. Der steigenden Druck dem er ausgesetzt ist wird ihn früher oder später zwingen etwas anders zu machen als bisher oder er wird spüren, dass wenn er es nicht tut, dies seinen sichern Untergang/Tod bedeuten würde.

    Es gab schon Menschen, die, nach einem Flugzeugabsturz mit dem Ausblick auf den sicheren Tod, andere Menschen, die Toten aus dem Flugzeugwrack, gegessen haben.
    Etwas was sie unter normalen Umständen, eben dem fehlenden Überlebensdruck, niemals getan hätten und sie hätten wahrscheinlich jeden für verrückt erklärt, der ihnen dies prophezeit hätte.

    Waren diese Menschen nun von Grund auf abscheuliche Menschen oder gar böse? Wohl kaum! Sie taten, um zu überleben, das einzig Richtige. Einfach nur das was nötig war, um am Ende doch noch zu überleben. Völlig neutral betrachtet und somit frei von sonst wirksamen ethischen Moralischen Regeln und Grenzen, die in der Eishölle der Anden keinerlei Bedeutung mehr hatten.

    Und so geht es letztlich auch Menschen die mobben. Das was sie heute an bösem Verhalten an den Tag legen ist Ausdruck der Vorbilder und Kultur in der sie aufwuchsen u./o. sich behaupten mussten. Ihr Verhalten ist sozial überaus defizitär.
    Mobber können nach meinem Dafürhalten nur durch entsprechende Vorbilder/Mobbern auf diese Schiene gebracht werden.

    Und bevor nun der Aufschrei kommt: Das ist lediglich eine nüchterne Feststellung! Weder eine Rechtfertigung noch ein Entschuldigung noch ein Vergeben ihrer Niederträchtigen und bösartigen Aktionen.
    Doch ohne zu verstehen was diesem Un-Menschen wichtig ist oder zu sein scheint, was nicht im Geringsten Mitleid oder Vergebung seiner Taten heisst, ist es nicht möglich mit dem oft mächtigen Gegner angemessen umzugehen.

    Mobber sind defizitäre Persönlichkeiten denen, nach Maslow, elementare Bedürfnisse in der Kindheit nicht befriedigt wurden. Und wenn diese Bedürfnisse nicht befriedigt werden, so wird der Mensch, ebenfalls nach Maslow, krank bzw. neurotisch. Daher bezeichne ich persönlich Mobber als Neurotische Persönlichkeiten unterschiedlichen Grades.

    Und weil es immer mehr um sich greift dieses Mobbing, so lässt dies den Schluss zu, dass wir in einer Gesellschaft leben deren Mitglieder mehr und mehr neurotische Züge annehmen.
    Das ist das eigentliche, das viel schlimmere Problem! Die so einsetzende innere Zersetzung wird sich also noch beschleunigen.

    Doch was tun? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich dazu übergehe den Menschen zu ermöglichen ihre physischen wie psychischen wie sozialen Bedürfnisse angemessen zu befriedigen, sie nach und nach eine Wandlung erfahren. Sie, wenn auch nicht alle, manche sind zu echten bösartigen Psychopathen geworden, zu einem gemessenen Umgang mit ihren Mitmenschen gelangen können in dem sie persönliches Glück, Liebe und Geborgenheit erfahren.

    Dazu brauchen die Menschen wieder Vorbilder, die sie in ihrer bisherigen Entwicklung nicht hatten bzw. entbehren mussten. Die vermeintlich "Schwachen" (Opfer) wie die vermeintlich "Starken" (Mobber). Beim Opfer braucht es Verständnis Fürsorge und Hilfe zur Aktivität. Beim Mobber braucht es Macht die ihm die Grenzen seiner Macht klar aufzeigt und wenn nötig hart und unmissverständlich vor Augen führt, um den inneren Druck zur Veränderung zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Dazu muss man nicht unbedingt einen Titel oder sog. Amtsautorität besitzen.
    Man nennt das auch weitläufig Zivilcourage oder auch Mut.

    Bei der Entwicklung meines Welt und Menschenbildes war mit persönlich Goethe hilfreicher als Nietzsche, obwohl ich auch seine Gedanken überaus schätze.

    "Nimmt man die Menschen so wie sie sind macht man sie schlechter. Nimmt man sie hingegen so wie sie sein sollen, macht man sie zu dem was sie sein können"

    Joh. W. v. Goethe aus: "Goethe und die Menschenführung"


    Dieser Satz ist wie kein anderer zum Credo im Umgang mit meinen Mitmenschen geworden.
    Er beinhaltet alles was kommt zu nehmen und danach zu streben eine positive Antwort zu formulieren. Gleichzeitig drückt er für mich die grundsätzliche Liebe zu seinen Mitmenschen aus ohne sie auch nur mit einem Wort zu erwähnen.
    Quasi: Alle Menschen, weil keiner ist vollkommen, sind erst einmal mit dem Bonus zu betrachten gut zu sein. Dass sie oder besser ein Mensch es nicht ist, muss er mir erst nachhaltig und mit Nachdruck beweisen.

    Somit schliesst sich der Kreis zu Deinen Ausführungen, dass alles was uns begegnet als eine Antwort des Lebens auf unser eigenes Verhalten anzunehmen.
    Es gibt nichts auf der Welt was nicht der Beachtung wert wäre, um daraus lernen zu können. Allem was wir erleben kommt eine Bedeutung zu und, wenn wir nicht zum erwünschten Ergebnis gelangt sind, unsere Kräfte und Kreativität immer wieder aufs Neue zu mobilisieren, es beim Nächsten Mal noch besser oder einen angerichteten Schaden wieder gut zu machen.

    Wer etwas aus seinen Gedanken verdrängt nimmt sich selbst die Chance etwas daraus zu lernen.
    So kommt es, dass Menschen welche die Realitäten verdrängen immer wieder dasselbe tun und dabei erwarten andere gar bessere Ergebnisse zu erzielen.

    Für Albert Einstein war dies die Definition für den Wahnsinn....

    Viele Grüsse
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