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Thema: Mobbing durch Ar

  1. #1
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    Standard Mobbing durch Ar

    Ich arbeite seit ca. 3 Jahren in der Firma, bin qualifiziert, mache meine Arbeit definitiv gut. Seit ca. einem halben Jahr mobbt mich mein Chef, versucht dauernd und permanent, meine Arbeit schlecht zu reden, erfindet irgendwelche Fehler, die ich gemacht haben soll, macht mich permanent nieder und will mir nur die niederen und langweiligeren Arbeiten zuteilen, auf die niemand Lust hat. Dasselbe hat er vorher mit einer jüngeren Kollegin gemacht, die aufgrunddessen krank gefeiert hat, da sie psychisch fertig gemacht wurde von ihm. Sie ist auch nie wieder zur Arbeit erschienen, hat selber gekündigt dann.
    Gründe für sein Mobbing bei mir wird sein, da er eine neue (jüngere) Kollegin eingestellt hat, mit der er offensichtlich ein Verhältnis hat, und es darauf anlegt, dass sie meine Stelle bekommen soll, obwohl sie noch nicht einmal eine Ausbildung hat.
    Jetzt lese ich hier öfters, dass bei Fällen von Mobbing durch den Chef es ratsam wäre, sich woanders zu bewerben. Mein Problem ist aber dabei mein Alter, denn über 50 gibt es nur sehr wenig Chancen, eine neue Stellung zu finden.
    Was kann ich tun? Wie wehrt man sich am besten gegen so einen Chef? Selber kündigen kann ich nicht, schon alleine dadurch, dass es dann eine Sperre beim Arbeitsamt gäbe und ich auf das Geldangewiesen bin.
    Im Grunde weiß es die gesamte Abteilung was los ist, aber natürlich bekommt man schwer Unterstützung, da jeder natürlich Angst um seinen eigenen Job hat.
    Was kann ich also tun? Ich gehe seit Wochen nur noch mit Magendrücken zur Arbeit, weil es eh fast tagtäglich vorkommt, dass er seine Angriffe startet.

    (Die Themenüberschrift sollte heißen: Mobbing durch Arbeitgeber / Chef, leider kann man den Threadtitel im Nachhinein nicht mehr korrigieren.)

  2. #2
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    Standard AW: Mobbing durch Ar

    Hat niemand einen Rat für mich? Was ist besser? Ruhig zu bleiben oder ihm Contra zu geben?
    Er versucht ständig - gerade im Beisein von anderen - meine Arbeit schlecht zu reden. So wird es nicht ausbleiben, dass der ein oder andere so von ihm beeinflusst ist, dass welche ihm glauben. Obwohl es nicht den Tatsachen entspricht. Ich nenne sowas Rufmord. Und ich suche nach Wegen, etwas dagegen zu tun, sehe nicht ein, dass ich mir das gefallen lassen muss, zumal ich psychisch schon sehr angeschlagen bin von seinem Mobbing.
    Das Problem ist, dass er mit den Leuten, die Einfluss haben könnten, befreundet ist. Vermutlich sogar berechnend und mit voller Absicht. Und ausgerechnet noch mit dem Betriebsrat. Also wird es auch wenig Sinn machen, den Betriebsrat um Hilfe zu bitten.
    Wenn er tatsächlich mit meiner Arbeit unzufrieden wäre, hätte er mich ja schon längst kündigen können. Macht er aber nicht.. wahrscheinlich weil er will, dass ich kündige, damit er fein raus ist. Wenn er mir jetzt auf einmal kündigen würde, würde er ja Gefahr laufen, dass es auffliegt, dass es ihm nur darum geht, seiner "Freundin" den Posten geben zu können. Dann würden sich wohl einige Gedanken machen.
    Könnte es was bringen, Anzeige zu erstatten wegen Mobbing?
    Problem ist halt immer, das dann zu beweisen. Schließlich habe ich ja nichts Schriftliches in der Hand.

  3. #3
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    Standard AW: Mobbing durch Ar

    Hallo Corvida,

    dir in diesem Fall einen Rat zu geben ist schwierig. Im Grunde genommen ist so, wie du die Situation beschreibst, klar, dass dich der Mann rausekeln will. Oftmals bleibt da dann nur der Stellenwechsel. Versuchen solltest du es auf jeden Fall, auch, wenn es schwierig wird. In dieser Firma zu bleiben, bringt dir auf die Dauer nichts.
    Deine Kollegen werden deine Arbeitsleistung vielleicht nicht anzweifeln, aber dieses ständige Gezacker wird ihnen mit der Zeit auf die Nerven gehen. Das der ein oder Andere dann auch anfängt, mit Ablehnung auf dich zu reagieren, musst du rechnen.
    Dem Chef einmal richtig Contra zu geben, bringt dich auch nicht weiter, er sitzt trotzdem am längeren Hebel.
    Was du tun kannst, ist ein Mobbingtagebuch zu führen. Dann hast du wenigstens etwas schriftliches in der Hand mit dem du zu einem Anwalt für Arbeitsrecht gehen kannst. Die Notizen helfen, die Situation einschätzen zu können. Lass dich beraten, wie man am Besten in so einem Fall vorgeht. Falls du keine Rechtsschutz hast, kannst du auch beim zuständigen Amtsgericht einen Beratungsbeihilfeschein beantragen. Wenn überhaupt, musst du dann nur noch eine Gebühr von 10 - 15 Euro zahlen.
    Es tut mir leid, nicht mehr dazu sagen zu können.

  4. #4
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    Standard AW: Mobbing durch Ar

    Zitat Zitat von Ilythia Beitrag anzeigen
    Falls du keine Rechtsschutz hast, kannst du auch beim zuständigen Amtsgericht einen Beratungsbeihilfeschein beantragen. Wenn überhaupt, musst du dann nur noch eine Gebühr von 10 - 15 Euro zahlen.
    Es tut mir leid, nicht mehr dazu sagen zu können.
    Danke für deine Antwort. Ist es sehr aufwendig, diesen Beratungsbeihilfeschein zu bekommen und dauert das lange?
    Ich habe mir tatsächlich vorgenommen, zu einem Anwalt zu gehen und mich beraten zu lassen, aber natürlich will ich das nicht auf die lange Bank schieben.

    Ich bewerbe mich, sofern ich eine passende Stelle in den Jobbörsen finde, schon regelmäßig, aber wie gesagt, ist es in meinem Alter sehr schwierig. Und noch schwieriger ist es nach so einer Situation, denn man wird ja bei Vorstellungsgesprächen auch gefragt, warum man die Stelle wechseln will. Da wird es nicht so gut ankommen wenn man dann sagen muss, dass man mit dem Chef solche Probleme hatte (obwohl ich ja definitiv nichts dafür kann). Heißt also, ich muss einen anderen Grund sagen. So etwas liegt mir eigentlich nicht, ich lege sehr großen Wert auf Ehrlichkeit. Bin, was das betrifft, ziemlich ratlos jetzt, aber nun. Erstmal muss es zu Vorstellungsgesprächen überhaupt kommen, und das ist definitiv schwer, wenn man die 50 schon überschritten hat.

    Mir fällt es auch sehr schwer, mich damit abzufinden, dass dieser Mann mit seinem bösartigen Verhalten durchkommen wird.

    Wenn ich es jetzt also darauf anlege und krank machen würde, was nützt das überhaupt? Ist das nicht nur eine Verschiebung? Wie gesagt, er wird aus den genannten Gründen mir selber nicht die Kündigung schreiben, es soll ja schließlich niemandem auffallen, dass es ihm nur darum geht, seine Freundin auf den Posten zu setzen, also habe ich, nachdem die Krankschreibung beendet ist, dasselbe Problem wie vorher auch vermutlich.

  5. #5
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    Standard AW: Mobbing durch Ar

    Hallo,

    nein, es ist nicht sehr aufwändig, sich einen Beratungsbeihilfeschein zu holen. Entweder, man besorgt sich einen Termin beim Amtsgericht und füllt das Ding dort gleich aus. Oder, wenn man etwas "frecher" ist, geht man so vorbei und holt sich den Wisch. Die wollen dann halt allerhand wissen. Gehalt, Miete, ob du sonst noch Kapital hast oder Schulden. Das ist leider etwas unangenehm, aber letztlich auch nicht weiter tragisch.

    Ehrlichkeit ist eine Zier .... in Bewerbungsgsprächen geht es zumeist besser ohne ihr...
    Das du mit deinem Chef nicht klar kommst, solltest du natürlich nicht sagen, egal aus welcher Richtung die Streitereien anfangen. Dann wirst du gleich als schwierig eingestuft und das wars dann. Berufliche Neuorientierung, Arbeitsplatzwechsel weil näher zur Wohnung oder falls du hast, näher bei den Kindern, sind schon einmal Gründe, die du anführen kannst.
    Auch das Anschreiben in einer Bewerbung kann schon ein bisschen was bewirken. Solche Floskeln wie "Ich habe ihre Anzeige in der XY Zeitung gesehen und interessiere mich für die Stelle..." sind heute völlig out.
    Heut zu Tage kann man ruhig in die Vollen hauen und sogar mit "Ich" anfangen. Ich bin gelernte... Ich kann... Ich mache... Die Stelle interessiert mich weil...(das dann zum Schluss und dann auf die Ausschreibung bezogen)

    Warum nicht krankschreiben?! Klar bleibt das Problem bestehen, aber du musst auch auf deine Gesundheit achten und wenn du merkst, dass du "eine Pause" brauchst, dann nimm sie dir. Dann aber nicht nur die "übliche Woche", sondern auch gerne einmal 3 oder 4. Es bringt dir nichts, dich jeden Tag dort hin zu zwingen und dich schon nach dem Aufwachen zu fragen, was der Mann denn heute schon wieder zu meckern hat. Das macht dich psychisch nur noch mehr kaputt. Vor allem schleppt man solche Probleme unbewusst auch mit in mögliche Bewerbungsgespräche, auch später mit in eine neue Stelle. Ganz zu schweigen, dass das Privatleben auch anfängt, darunter zu leiden. Oder willst du mir sagen, dass du, kaum wenn du aus der Firma raus bist, einen Schalter umlegst und plötzlich putz munter und fröhlich bist? Ein bisschen gesunder Egoismus ist dann schon ok.

    Sicher ist das schwer damit klar zu kommen, dass dieser Mann mit dieser fiesen Art zunächst offensichtlich durchkommt. Aber du steckst ja auch nicht den Kopf in den Sand und machst gar nichts. Wie bereits oben im anderen Threat gesagt, führe ein Mobbingtagebuch. Dann hast du Schriftliches. Besorge dir einen Beratungsbeihilfeschein und marschiere damit zum Anwalt. Der kann dir dann sagen, was du für Möglichkeiten hast. Einen Schritt nach dem Anderen...

  6. #6
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    Standard AW: Mobbing durch Ar

    Zitat Zitat von Ilythia Beitrag anzeigen

    Warum nicht krankschreiben?! Klar bleibt das Problem bestehen, aber du musst auch auf deine Gesundheit achten und wenn du merkst, dass du "eine Pause" brauchst, dann nimm sie dir. Dann aber nicht nur die "übliche Woche", sondern auch gerne einmal 3 oder 4. Es bringt dir nichts, dich jeden Tag dort hin zu zwingen und dich schon nach dem Aufwachen zu fragen, was der Mann denn heute schon wieder zu meckern hat. Das macht dich psychisch nur noch mehr kaputt. Vor allem schleppt man solche Probleme unbewusst auch mit in mögliche Bewerbungsgespräche, auch später mit in eine neue Stelle. Ganz zu schweigen, dass das Privatleben auch anfängt, darunter zu leiden. Oder willst du mir sagen, dass du, kaum wenn du aus der Firma raus bist, einen Schalter umlegst und plötzlich putz munter und fröhlich bist? Ein bisschen gesunder Egoismus ist dann schon ok.
    Ich habe Angst, es damit nur noch schlimmer zu machen, wenn ich krank feier. Spätestens nach 5 oder 6 Wochen muss ich ja wieder da hin, danach würde es eh nur Krankengeld von der Kasse geben, und bis dahin kann oder wird er meine Arbeit so auf die anderen aufgeteilt haben, dass ich NUR noch die Arbeiten machen muss, die andere nicht machen wollen. Es ist jetzt schon unfair aufgeteilt. Ohne jetzt angeben zu wollen, aber ich habe die besseren Qualifikationen und mehr Fachwissen, als meine Kolleginnen (2 davon sind sogar ungelernte Kräfte, eine hat wenigstens Berufserfahrung und seine Geliebte eben, die er vermutlich nur eingestellt hat, weil sie jung und hübsch ist) und trotzdem kriege ich fast nur langweilige Arbeiten, ich fühle mich jetzt schon total unterfordert. Und wenn ich sehe, wie viele Fehler die anderen machen, weil denen eben das Wissen fehlt, denen aber nichts gesagt wird, und er bei mir immer nur nach Fehlern sucht, und wenn er keine findet, erfindet er eben welche, dann kriege ich echt die Krise.

    Ich habe Angst davor, dass es dann nur noch schlimmer wird.
    Die Idee mit dem Mobbingtagebuch ist gut, dann kann man es zumindest fundierter belegen, als wenn ich im Ernstfall sagen müsste "irgendwann hat er dies oder jenes gesagt". Und mit dem Schein werde ich mich erkundigen.
    Geändert von Corvida (12.11.2018 um 06:25 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Mobbing durch Ar

    Die Angst kann ich verstehen. Ähnliches erlebte ich selbst, als ich damals nach längerer Krankschreibung in den Betrieb zurück kam. Nur hatte ich das "Glück", dass mein AV so oder nur noch ein paar Wochen lief...

    Wie ist das eigentlich sonst bei euch in der Firma? Gäbe es die Möglichkeit, in eine andere Abteilung wechseln zu können?

  8. #8

    Standard AW: Mobbing durch Ar

    Kampf, Flucht, Schweigen..

    Das ist dein Chef, nicht irgendein Arbeitskollege. Da sind die Optionen sehr klein. Ich finde immer gleich zu Kündigen oder "davon" zu laufen also ständig Krank sein kontraproduktiv. Gleich die harten Bandagen anzuziehen und sofort mit Eisen Fäuste zu kämpfen.. ebenfalls nicht so gut. Clever sein, hilft bei solchen Sachen mehr.

    Kannst du dich vielleicht in eine andere Abteilung "verlegen" lassen? Sagen das du Lust auf einwenig Abwechslung hast? Ist er der "einzige"Chef oder gibt es auch noch andere, dann könntest du direkt auf so einen zugehen und fragen ob du wechseln kannst?

    Schon mal beim Mitarbeiterbeirat? Oder so Versucht? Gibts heute auch an vielen Firmen, die Vertreter der "Arbeiter" in der Firma. Die sind auch im Betriebsrat. Gut wäre es da, wenn du beweise für deine tadellose Arbeit hast.


    Böse wäre anders.. böse wäre wenn du, seine Frau anrufst und von dem Verhältnis berichtest (natürlich anonym?)? Kannst schauen wie schnell die vermeidliche Geliebte weg vom Fenster ist wenn die Frau wind davon kriegt. Somit löst sich auch dein Problem. Allerdings ist es eben.... man muss es moralisch Verkaften können in die Beziehung von anderen auf diese Weise einzugreifen, aus Eigennutz.

    Ebenfalls zu klagen, dann musst du nachweisen das du gemobbt wirst und kannst deinen Chef anzeigen. Dazu musst du soweit ich weiß nur zur Polizei gehen, am besten mit Beweisen..

    • sexuelle Übergriffe nach § 177 Strafgesetzbuch (StGB),
    • Beleidigung nach § 185 StGB,
    • üble Nachrede nach § 186 StGB,
    • Verleumdung nach § 187 StGB,
    • Körperverletzungsdelikte nach §§ 223 ff. StGB,
    • Nötigung nach § 240 StGB oder
    • Erpressung nach § 253 StGB.


    Üble Nachrede wäre das in deinem Fall aber da hilft dir auch die Polizei. Wie dein Chef darauf reagiert, oder die Firma wird sich zeigen. Raus werfen können sie dich nicht.
    Geändert von Fräulein_Frühling (12.12.2018 um 23:06 Uhr)

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