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Thema: Mobbing, Bremse für unverschämte Kollegin, Diskussion

  1. #11
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    Standard AW: Mobbing, Bremse für unverschämte Kollegin, Diskussion

    Da kann ich Compliance zustimmen. Ein Kampf gegen Windmühlen bringt nun einmal nichts. Das hat Cricri gut erkannt und ihre Konsequenzen gezogen. Drücken wir ihr fest die Daumen, dass sie eine Stelle findet, in der man sie und ihre Leistung auch schätzt.

  2. #12
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    Standard AW: Mobbing, Bremse für unverschämte Kollegin, Diskussion

    Hallo Compliance,

    vielen Dank für deine offenen Worte Kann ich nur zurück geben.

    Ich hatte leider den Beitrag, das Sie von ihrem Chef zusammen gebrüllt wird ect. übersehen. Somit waren meine Infos etwas unvollständig und alles was ich mitbekam, war eben diese Kollegin die sich etwas aufspielte. Aber da hast du Recht, wenn die Brücken schon so zerbombt sind dann hat es meistens keinen Sinn mehr.

    Das mit der Kritik habe ich so noch nie betrachtet aber du hast eigentlich Recht damit. Ich bin grundsätzlich auch der Meinung das ein schmaler Grad zwischen konstruktiver Kritik und einfach nur Kritisieren besteht. Eine Kritik deren einziges Ziel es ist, jemanden zu verletzen, ins schlechte Licht zu rücken sollte man sich auf keinen Fall gefallen lassen. Kritik die auf Hilfstellung, freundlicher Art basiert mit der Absicht dem anderen zu besserem zu Verhelfen, ist allerdings nichts schlechtes.

    Mein Beispiel ist dieses, in der 6 Klasse wurde ich ganz schön gemobbt, die ersten Monate, es war richtig schlimm. War auch die Neue, nebenbei bemerkt. Es kam zu einem Hitzigen Wortgefecht, wo auch jeder mal seine Gefühle zum ausdruck brachte und man beschloß sich nun zu "ignorieren". Es verging nicht viel Zeit aber die wenige Zeit hat geholfen, sie lernten mich besser kennen, ich sie.. und die nächsten 1 1/2 Jahre erfreute ich mich sogar großer Beliebtheit. Mädchen die mich zuvor gemobbt hatten wurden meine Freundinnen. Bei mir waren es auch nicht nur 2-3 Leute sondern eher so 14 Leute + Mitläufer. Ich habe mich der Übermacht gestellt und habe es auch nicht bereut.

    Das mit dem Gewinnen, Kämpfen .. das Ziel dort ist es nicht. "Der Sieger zu sein" sondern vielmehr das, dass Mobbing beigelegt wird. Selbst wenn man danach die Arbeit wechselt, man geht auch mit dem Gedanken das der Konflikt beigelegt wurde.
    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

    - Bertolt Brecht
    Weil mein zweites Beispiel. Als ich nach Deutschland kam, beschloß ich auch nochmals ein Jahr Schule zu machen. In meiner Klasse war ein Mädchen, das wurde in ihrer zuvorigen Schule so schlimm gemobbt das Sie durch eine Glastüre geworfen wurde und aufgrund der seelischen Verletzungen in die Psychiatrie ging. In der neuen Klasse war sofort diese Abwehr haltung. Selbst freundliche Fragen, reagiert sie mit Abweisung. Verständlich natürlich, sie hatte große Angst wieder gemobbt zu werden, und wenn ich Leute nicht an mich heran lasse, werde ich auch nicht verletzt. Aber diese Haltung hat erst die Mobber auf den Plan gerufen. Auch da, gab es wieder ein Gespräch. Da wurde klar, das es eigentlich auf Missinterpretationen beruht, Vorurteile und verletzte Gefühle. Sie erfreute sich danach vielleicht nicht großer Beliebtheit, aber sie wurde nicht mehr ausgegrenzt und auch nicht mehr gemobbt. Sie hatte ihre Freundinnen und alles war gut. Später sagte Sie auch, das Sie froh ist das ihre Schulzeit nicht damit endete immer gemobbt worden zu sein.

    Daher, es ist Möglich aus solchen Situationen zu gehen, ohne das die Konflikte noch bestehen. Das ist natürlich nicht immer möglich. Aber versuchen könnte man es schon

    Aber eben, bei Cricri, da ist es den Stress wirklich nicht Wert. Dann lieber den Job wechseln und woanders glücklich werden.

    Grüße

  3. #13
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    Standard AW: Mobbing, Bremse für unverschämte Kollegin, Diskussion

    Hallo Fräulein _Frühling

    Berthold Brecht war ein weiser Mann und hat mit seinem Ausspruch ganz gewiss recht wenn er sagt, dass man dem Konflikt nicht ausweichen soll....
    Er sagt aber nicht, dass man dazu um jeden Preis gewinnen muss. Sich gegen einen Angriff zur Wehr zu setzen ist, zumindest nach meinem Dafürhalten, wohl die bessere Interpretation; dem Gegner nicht kampflos das Feld überlassen.

    Das aber geht insbesondere dann am Besten wenn man sich nicht in einer Abhängigkeit vom Gegner befindet.

    In der Schule ist der Schüler, als ein potenzielles Opfer, dennoch Teil einer Klassengemeinschaft. Ob die gut ist oder nicht egal ob er nun will oder nicht.
    Aber er kann nicht entlassen werden wenn er sich zur Wehr setzt.... Das macht einen grossen Unterschied.
    Ob nun Fluch oder Segen, dort kann er, im übertragenen Sinne, gegen seine Widersacher treten. So oft und so heftig er will ohne in seiner (finanziellen) Existenz auch nur im Geringsten gefährdet zu sein.
    Sprich wegen seines Widerstandes seinen Job, die Grundlage seiner Existenz, los zu werden.

    So hat der Schüler Zeit die jemand im Berufsleben mehrheitlich wohl nicht zur Verfügung steht seine Strategie zu verändern und an seine Gegner anzupassen. Mal ganz davon abgesehen, dass der jugendliche, sich noch in Entwicklung befindliche Charakter noch deutlich beweglicher und anpassungsfähiger ist als die des Erwachsenen, der voll im Berufsleben steht und andere, weitaus anspruchsvollere Anforderungen erfüllen muss.

    So gesehen vergleichst Du für mich, mit Verlaub, schon ein wenig "Äpfel mit Birnen". Das Berufsleben ist, heute mehr denn je, kein Ponyhof. Als ich in die Ausbildung ging war die Welt noch in Ordnung.
    War es noch weitgehend möglich und üblich, dass man mit dem erlernten Beruf bis zur Rente durchkam.
    Heute ist das Geschichte. Die ständig steigenden Anforderungen, in einer Welt wo die Märkte sich der Sättigung nähern, wird es immer schwerer sich zu behaupten. Und je älter du wirst umso schwerer wird es.

    Es herrscht ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb. Über je weniger Ausbildung und Qualifikationen jemand verfügt desto schlimmer ist idR. seine Situation dahingehend.
    Bei hoch qualifizierten Jobs und Fachkräften ist Mobbing ein weniger verbreitetes Thema als bei den weniger bzw. gering qualifizierten Jobangeboten.
    Auch überall dort wo hoher Kosten- u.o. Zeitdruck herrscht und somit die MA ständig unter Druck stehen, ist Mobbing eher anzutreffen und ein Symptom dieser Überforderung.
    Auch Machtspiele von Sadisten und Sadomasochisten erzeugen enormen Druck auf den Menschen.

    Und unter diesem permanenten Druck kommt im Menschen das Tier zum Vorschein. Dann spielen auch die Qualifikation und Erfahrung eines MA keine Rolle mehr, wie wir bei Cricri gesehen haben.

    Das Mädchen aus Deinem zweiten Beispiel war bereits soweit verunsichert, dass sein Zentralnervensystem bereits neuronale und stress-hormonelle Schutz-Programme verfertigt hatte, die sich automatisch abspulten wenn eine Situation auch nur in die Nähe der früheren Erlebnisse kam. Sprich sie psychisch und physisch bereits massive Schadeinwirkungen erlitten hat die so leicht leider nicht zu revidieren sind.

    Es ist natürlich für den Aussenstehenden leicht an zu sagen mach einfach dies oder jenes dann wird es schon wieder werden. Doch mit solchen Rat-Schlägen kann man so eine massiv durch äusserlich einwirkende Destruktivität konditionierte und traumatisierte Persönlichkeit nicht mehr erreichen. Mehr noch führt man dem Betroffenen sein Unvermögen seine Lebensuntaugluchkeit noch deutlicher vor Augen, weil sie sich unfähig fühlt das zu tun was eigentlich richtig wäre. So ist der Ratschlag tatsächlich ein Schlag, nämlich mitten ins Gesicht. Solch ein Mensch hat schlichtweg u.U. keine Antennen mehr für diese Kanäle. Er hat sie in Tat und Wahrheit verloren.

    So einem Menschen hilft nur noch bedingungslose Liebe zu erfahren. Damit er oder sie wieder Vertrauen in seine Mitmenschen schöpfen kann. Und selbst wenn ihm das gelingt, kann es sein, dass diese traumatischen Erlebnisse einen lebenslangen Nachhall im Leben eines Menschen haben. Die Programme so sehr im Limbischen System und der Amygdala eingeprägt sind, dass er keine Chance hat dagegen anzukämpfen. Es sind immer die schlimmsten Alpträume die immer wiederkehren. Egal was du tust.

    So ist unser Gehirn nun mal konstruiert. Die tieferen und ältesten Schichten unseres Gehirns sollen uns in allererster Linie vor Gefahr und Bedrohungen schützen, um zu überleben. Um jeden Preis!
    Denn der höchste Preis wäre der sichere Verlust des Lebens selbst!
    Und diese Reaktionsmechanismen sind unserem Bewusstsein und klaren Denken vorgeschaltet. Willkommen im Reich der Affekte und Reflexe, deren bewusste Kontrolle jahrelanges Training erfordert und selbst dann nicht vollends erreicht werden kann.

    Das Mädchen aus Fall 2 hatte daher ausserordentliches Glück auf Klassenkameraden zu treffen die es gut mit ihr meinten und sich ihrer liebevoll, im Sinne der Nächstenliebe, annahmen....
    Die wohlwollenden nd erklärenden Gespräche waren nur Ausdruck dieser Nächstenliebe. Ohne diese spürbare Nächstenliebe wäre deren Wirkung verhallt wie ein Schrei im Wind.
    Irgendwie hat sie wohl gespürt, dass da jemand ist der sie mag obwohl sie "komisch", "fremdartig" wirkte oder war oder sich gar selbst so empfand....

    Was wäre, glaubst Du, mit ihr passiert wenn dem nicht so; ihr, die ihr euch ihrer angenommen habt, nicht gewesen wäre/wärt....?

    Und nun sind wir wieder nahe Weihnachten. Dem Fest der Freude und der Liebe....
    Und wenn wir uns so in unserem Umfeld umsehen, wieviel (Nächsten)Liebe ist denn um uns herum zu sehen und zu spüren.....?

    In diesem Eine wünsche ich Dir und natürlich allen die hier vorbeischauen eine besinnliche Zeit und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

    Viele Grüsse
    Compliance
    Geändert von Compliance (22.12.2018 um 15:18 Uhr)

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