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Thema: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

  1. #1
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    Standard Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Hallo,

    Ich arbeite in einem kleinen Einzelhandelsunternehmen und habe aus persönlichen Gründen (Umzug etwas weiter weg) nach 1,5 Jahren gekündigt. In dem Unternehmen gibt es ein Chef und eine Chefin.
    Meine Kündigung wurde nicht gerade erfreulich entgegen genommen aber akzeptiert und auch schon bestätigt. Meine Kündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum Monatsende und somit wäre der 28.2.2019 mein letzter Arbeitstag. Einen neuen Job habe ich schon.
    1 Tag nach meiner Kündigung wurde mir meine Arbeitsbereich quasi entzogen und auf Kollegen aufgeteilt. Dementsprechend gut gelaunt sind die auch jetzt. Im Anschluss wurde mir durch meine Chefin mitgetteilt das auf meinem Zeitkonto 24 Minusstunden sind und das ich die alle nacharbeiten muss. Meine Ausgleichstage, also meine freien Tage,( da ich auch Samstags arbeite) wurden gestrichen und mir wurde mittgeteilt das ich bei Eigenkündigung keinen Urlaubsanspruch mehr habe.
    Dem Chef selber ist eigentlich alles egal und jegliche Klärungsversuche verlaufen im Sand.
    Ständig werden mir Aufgaben gegeben die überhaupt nicht meine Tätigkeitsprofil entsprechen. Zum Beispiel Schnee schippen und streuen oder kehren oder irgendwelche Regale auswischen. Das geht jetzt seit fast einer Woche so. Was kann ich tun? Ich bin wirklich überfordert und weiß nicht mehr was ich machen soll.

    LG

  2. #2
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Hallo Jarlo,

    bei Eigenkündigung keinen Urlaubsanspruch mehr, ist so ziemlich das Dümmste was ich von einer Chefin gehört habe. Zumindest muss der Urlaubsanspruch von 2 Zwölftel des Jahresurlaubs gegeben werden.

    Die restlichen "Gängeleien" sind normalerweise im Arbeitsvertrag geregelt. Die Ausgleichstage sind auch im Arbeitsvertrag geregelt, oder es gibt eine Betriebsvereinbarung.

    Es gibt meist eine Klausel in Arbeitsverträgen "wir behalten uns vor Sie entsprechend Ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten auch anderweitig einzusetzen". Das beinhaltet natürlich keine Hilfsarbeiten!

    Am besten ist den Arbeitsvertrag noch einmal genau durchzulesen. Normalerweise sind dort die Wochenarbeitsstunden und die Arbeitstage geregelt.

    Wenn das mit dem Schnee schippen oder kehren weiter geht kann ich nur empfehlen den Hausarzt aufzusuchen und ein Attest (keine Krankschreibung) bei der Chefin abzugeben. Der Hausarzt benötigt nur die Aussage "Ich habe Rücken", alles weitere wird er bescheinigen.

    Grüße

    Simon59

  3. #3
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    hallo Jarlo,
    auch wenn man selber kündigt verliert man weder Urlaubvansprüche noch irgendwelche anderen Rechte, die im Arbeitsvertrag aufgeführt sind. Deine Minusstunden kannst Du entweder mit Deinem Urlaub verrechnen oder, wenn Du nicht soviel Urlaubstage übrig hast, abarbeiten oder mit den Ausgleichstagen verrechnen. Schnee schippen, kehren und streuen mußt Du aber absolut nicht. Regale, na ja, das werden möglicherweise auch Deine anderen Kollegen hin und wieder mal machen müssen, ebenso wie z.B. das Auffüllen, leere Kartons entfernen ect.
    Beim nächsten Schnee weise darauf hin, dass es nicht zu Deinem Tätigkeitsbereich gehört und schippe nicht. Im Übrigen würde ich Dir empfehlen, einen Anwalt für Arbeitsrecht zu kontaktieren und Dich zunächst mal beraten zu lassen. Ggf. hilft dann auch ein freundlicher Brief dieses Anwalts. Viel Glück und berichte mal weiter


  4. #4
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Hallo

    vielen dank für die netten Antworten und eure Ratschläge. Den Tipp mit dem Hausarzt habe ich beherzigt und mir ein dementsprechendes Attest ausstellen lassen. Darüber wurde sich zwar mal wieder lustig gemacht aber man nahm es hin. Daraufhin hatte ich bis zum Wochenende erst mal zu großen Teilen meine Ruhe.

    Ich habe außerdem verlangt mir die Stunden vorlegen zu lassen. Dies wurde auch getan und dort standen Minusstunden jenseits von gut und böse drin. Wenn man es hochrechnet waren es glaube 37.Deutlich mehr als mir zu Beginn mittgeteilt wurde.

    Alles in allem habe ich zwar erwirkt das ich ganz normal meine 40 Stunden Woche arbeiten muss, Urlaub habe ich dennoch nicht mehr wegen den angeblichen Minusstunden die ich nicht nachvollziehen kann und meiner Meinung nach sind die Stunden frei erfunden. Wäre dem so gewesen hätte man mit Sicherheit mir das schon lange vor der Kündigung mittgeteilt das mein Stundenkonto so aussieht.
    Einen Anwalt habe ich noch nicht kontaktiert nur einen Freund der Familie der sich auch mit so was auskennt.

    Ach ja und der Satz das bei Eigenkündigung kein Urlaubsanspruch mehr besteht ist angeblich nie gesagt worden. Mittlerweile notiere ich mir alle aussagen mit Zeitangabe.
    Die Gängeleien der Kollegen und allen voran der Chefin nehmen auch wieder zu. Dumme Sprüche von der Seite, man achtet akribisch auf das betreten und verlassen der Sozialräume , man läuft mir teilweise bis zu 2 Stunden nach und beobachtet meine Arbeit was dazu führt das ich Sachen 3 mal machen muss bis es passt.

    Gestern hatte ich schon eine heftigen Streit mit meiner Freundin wegen dieser bekloppten Situation. Ich bin im privaten Umfeld in den letzten Tagen richtig gereizt was das Thema betrifft.
    Ich verstehe einfach nicht warum so ein mist eigentlich betrieben wird. Ich habe niemandem irgendwas getan und immer meine Arbeit erledigt. Ich habe das Gefühl ich rede und rede aber es bringt nichts.....

    LG Jarlo

  5. #5
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    hast Du dir nie selber auch notiert wie lange Du gearbeitet hast? Wenn nicht und wenn Du auch nicht nachweisen kannst, dass die Anzahl der Dir vorgelegten Fehlstunden falsch ist, dann hast Du schlechte Karten. Dein Arbeitgeber hat durchaus das Recht,diese Fehlstunden gegen Urlaubstage aufzurechnen. Falsch wäre allerdings, wenn er Dir über die Fehlstunden hinausgehende Urlaubstage auch noch streichen würde.
    Ich halte es für eine absolut richtige Entscheidung von Dir, alles aufzuschreiben. Neben der Zeit-u.Datumsangabe solltest Du auch noch notieren, wer bei einem solchen Gespräch anwesend war, also eine Art Mobbingtagebuch führen. Und auch wenn Dein Bekannter sich auskennt, eine Beratung bei einem Anwalt für Arbeitsrecht würde ich Dir trotzdem empfehlen.
    Alles Gute für Dich und lass weiterhin von Dir hören

  6. #6
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Hallo Jarlo,
    ob du dir letztendlich doch noch einen Anwalt nimmst, hängt m.E. auch davon ab, inwieweit du denkst, die jetzige Situation in der Firma noch bis Ende Februar durchstehen zu können.
    Ich kann dir zunächst nur von meiner Erfahrung berichten, die allerdings "nur" mit Mobbingsituationen ohne eigene Kündigung zu tun hatte. Im ersten Fall von Mobbing bzw. danach war ich psychisch gar nicht in der Lage dazu, rechtlichen Beistand mir zu suchen. Im zweiten Fall suchte ich mir dann aber rechtzeitig gleich zweifach rechtlichen Beistand, da eine mögliche Kündigung seitens der Arbeitgebers wegen langer Arbeitsunfähigkeit anstand. Erstens hatte ich Unterstützung durch die Rechtsschutz-Abteilung meiner Gewerkschaft (mit zahlreichen Anwälten) und dann nahm ich mir noch privat einen Anwalt für Arbeitsrecht. Letzterer arbeitete sehr schnell und effektiv in meinem Sinne. Da ich in einer größeren Firma mit eigener Personalabteilung arbeitete, war mein Anwalt dann umgehend und für längere Zeit mit der Personalchefin "meiner" Firma in direktem Kontakt. Seit diesem Kontakt hatte ich erstmal absolut Ruhe vor weiterem Mobbing in der Firma. Auch seitens meiner Gewerkschaft hatte ich effektive Hilfe, weil eine Versetzung innerhalb der Firma verhindert werden konnte.
    Also: Ich kann dir nur raten, professionelle rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn du denkst, daß die kommenden Wochen für dich sich noch zu einer unzumutbaren Belastung ausweiten könnten.

    Viel Glück und alles Gute!
    Nickname

  7. #7

    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Man sieht sich immer zweimal. Bevor Du Dich dort für ein paar Tage weiter streitest und ggf. Auch noch Zeit und Geld für einen Anwalt einsetzt, würde ich mir zuerst einmal überlegen, wie wichtig mir das alles ist. Nehmen wir das Schneeschippen - ich würde das ganz in Ruhe machen, dabei die frische Luft genießen und mit dem ein oder anderen Passanten oder Kunden ein kurzes Schwätzchen halten. Dein Arbeitgeber ist möglicherweise sehr enttäuscht und reagiert darauf unprofessional. Das sehen auch die Anderen, die im ersten Moment noch grinsen, morgen aber ebenfalls von solchem Verhalten getroffen werden können. Wenn Deine letzte Lohnabrechnung dann nicht in Ordnung ist, übergibt die dann zur Klärung einem Anwalt. Bis dahin würde ich mich auf den 28. freuen und mich möglichst nicht provozieren lassen. Die Dinge, die mir Spaß machen, würde ich zügig erledigen, alles andere gemütlich aber nach bestem Wissen und Gewissen. Jeder Streit macht krank - das ist es oft nicht wert.
    Mediation-beckmann.de

  8. #8
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Vielen Dank für die hilfreichen antworten. Die Situation heute ist fast eskaliert daher habe ich mich auf der Arbeit krank gemeldet und musste mein Arbeitsplatz verlassen da es für mich so nicht weiter gehen kann und für mich eine unzumutbare Belastung darstellt. Heute Morgen arbeitete ich in der Warenanahme des Ladens weil von 5 Mitarbeitern 3 krank sind und die Lage zunehmend ernster wird in dem Laden. Ich habe irgendwie versucht Herr der Lage zu bleiben was nicht so ohne weiteres möglich war. Es hatte heftig geschneit und ich musste erst mal frei räumen damit ich überhaupt irgendwie die Lkw´s abladen kann. So viel erst mal zu meiner Tätigkeit bzw. der Ausgangssituation.

    Als ich mich kurz mit einem Fahrer im Innenbereich aufwärmte schneite auch schon besagte Chefin rein und sagte was den los wäre und ich soll mich mal gefällligst beeilen und wir können uns keine Pausen leisten da so viele krank sind. Wenn das mit mir so weiter geht müsste ich mit Konsequenzen rechnen etc etc. Ich war fassungslos wollte mir das aber nicht bieten lassen und die Situation eskalierte fast. Bevor es soweit war zog ich die Reißleine und meldete mich ordnungsgemäß ab.
    Mir gehts es einfach zunehmend schlechter mit der Situation und ich bin auf der Arbeit dauerhaft angespannt weil ich immer denke das gleich eine Konfliktsituation entsteht. Als ich daheim war zitterte ich am ganzen Körper und brauchte Stunden um erst mal runter zu kommen. Ich werde meinen Hausarzt aufsuchen und ihm von der ganzen Situation berichten und mir anhören was er mir empfiehlt oder wie es weiter gehen soll.
    Ich habe immer gerne gearbeitet und würde dies auch weiterhin gerne tun nur ist die momentane Situation einfach eine unzumutbare Belastung.

  9. #9
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Liebe(r) Jarlo,
    ich denke, aus eigener Erfahrung, daß man die gegebenen Ratschläge von Video-Mediator nur umsetzen kann, wenn man psychisch (noch) einigermaßen stabil ist, einen ein solches Mobbing noch nicht weiter angegriffen/mitgenommen hat, was bei dir ganz offensichtlich nicht (mehr) der Fall ist.
    Deine Krankmeldung, in der Situation jetzt, hätte ich genauso gemacht. Ich denke auch, daß dies nicht nur der beste, sondern auch der einzige Weg für dich war, der Situation zu entkommen.
    Mir kommt das Verhalten deiner Chefin irgendwie allzu bekannt vor. Aus eigenem Erleben. Mit der Krankmeldung hast du sehr richtig und wahrscheinlich recht unbewußt erst einmal deiner eigenen Gesundheit den Vorrang gegeben. Und das ist erstmal das Wichtigste, sich selbst zu schützen, vor weiterer psychischer "Krankmacherei".
    Wenn du einen "guten" Hausarzt hast, wird er dich sicher zu einem Facharzt überweisen.
    Denke jetzt bitte nur an deine eigene Gesundheit, erst einmal. Es wird sicherlich das Beste sein, wenn du durch die Krankschreibung erst einmal selbst zur Ruhe kommen kannst und so auch wieder so gesund werden kannst, daß du deinen Umzug bewältigen und deinen neuen Job etwas unbelasteter und mit möglichst etwas neuer Energie antreten kannst.
    Und in deiner jetzigen Situation fällt mir gerade wieder der Ausspruch meines einstigen Psychotherapeuten ein, der mir oftmals wie ein Leitspruch in meinem Leben geworden war und noch ist, wenn ich im Zweifel war, ob ich gerade das Richtige tue:
    "Bei allem, was du tuest, denke zuerst daran, ob es DIR guttut oder nicht." - Sicher klingt dies vordergründig ziemlich egoistisch. Doch wenn es um die eigene psychische Gesundung und Gesundheit geht, kann bzw. sollte man schon konsequent egoistisch sein. Ich bin mit dieser Haltung/Einstellung bisher sehr gut gefahren und sie hat mir in verfahrenen Situation oder in solchen mit Selbstzweifeln letztendlich immer weitergeholfen.

    Alles Gute auf deinem weiteren Weg wünscht dir
    Nickname

    p.s.:
    Melde dich, wenn möglich, bitte weiterhin hier und berichte vielleicht, wie es dir weiterhin ergeht.

  10. #10
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    Standard AW: Nach der Kündigung werde ich fertig gemacht

    Manchmal fragt man sich echt, was den Leuten so durch den Kopf schießt... Ich kenne das zwar auch, dass wenn man irgendwo ausscheidet, die Arbeit in den letzen Zügen immer weniger und so langsam auf andere umverteilt wird. Auch, dass man dann, damit man nicht herum sitzt, einmal Dinge tut, die nicht zum eigentlichen Aufgabengebiet gehört. Das, was du erlebst, ist aber schon "etwas übertrieben".

    Ich verstehe sehr gut, wenn du dich - selbst, wenn es jetzt nur noch "der letzte Meter" ist - krankschreiben lässt. Da geht das eigene Empfinden und die Gesundheit vor.

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