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Thema: Berliner Schülerin zu Tode gemobbt

  1. #11
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    Standard AW: Berliner Schülerin zu Tode gemobbt

    @kalinkakalinka

    Na ja, ich hatte bisher ja "nur" die schulische Seite angesprochen, was Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen anbetrifft.
    Die, eine andere Seite ist, inwieweit Kinder/Jugendliche im Elternhaus schon zu selbstbewussten, willensstarken und zugleich toleranten Menschen erzogen werden. Aber die Schule trägt schon eine große Mit-Verantwortung dabei.

    Daß sich Täter/Opferrollen schon in der Kindheit/Jugend herausbilden ist natürlich erst einmal eine Vermutung, aber eine sehr starke und für mich logische. Denn es ist ja weithin bekannt, daß Kindheits-/Jugend-Erlebnisse außergewöhnlich prägend für das weitere Leben eines jeden Menschen sind.
    Ich selbst habe erstmals intensiv im Alter von ca. 50 Jahren auf mein bisheriges Leben zurückgeblickt, als ich da in Krisensituationen steckte und ich selbst nicht begreifen konnte, warum ich da so außergewöhnlich reagierte, wie ich eben reagierte. Und erst mit psychologischer Hilfe konnte ich dann für mich selbst allmählich begreifen, daß meine Reaktionen auf die Krisensituationen ihren Ursprung in meinem Erleben, meinen Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend hatten. Ein ziemlich schwieriger Prozeß für mich, das zu begreifen, dies dann auch zu verinnerlichen.

    Insofern denke ich, bin überzeugt davon, daß nicht nur Eltern, sondern besonders jeder Lehrer auch eine ziemlich hohe Verantwortung bei der Erziehung hat.

    Ich fände es daher wichtig, daß der Bildungsauftrag der Schulen in Vorbereitung der Schüler auf das reale Leben auch das Thema Mobbing in all seinen Erscheinungsformen (vielleicht im Sozialkunde-Unterricht) unbedingt beinhalten sollte.
    Aber wenn nicht mal die zukünftigen Lehrer darauf vorbereitet werden, dieses Thema auch im Unterricht zu behandeln, werden die zukünftigen Erwachsenen dann auch mitunter ihre Probleme damit haben. Denn auch und besonders in der Schule sollte schon einigermaßen korrektes soziales Verhalten gelehrt werden. Es ist auch ein Grundstein unserer Gesellschaft. Denke ich zumindest.

    LG Nickname

  2. #12
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    Standard AW: Berliner Schülerin zu Tode gemobbt

    @Nickname

    Mist, ich hatte grad schon eine längere Antwort geschrieben und hab das aber irgendwie versehentlich gelöscht.
    Also nun ein zweiter Versuch, der vermutlich weniger Emphase haben wird…

    also, damit dass sich bestimmte Strategien aus Kindheit/Jugend verfestigen, die sich als hilfreich erwiesen haben für die jeweilige Situation, da bin ich natürlich ganz bei dir. Und ich erlebe das natürlich auch selber, dass ich in manchen Situationen dann getriggert reagiere. Dabei hatte ich schon das Glück, dass ich sehr zeitnah Hilfe bekommen hatte (mit 14). Wie ich bisher mitbekommen habe (und wie es mir auch logisch erscheint), scheint die Arbeit an so "alten Wunden" ja im fortgeschrittenen Alter etwas schwieriger zu sein. Daher aber einfach noch mehr "Hut ab!" für dich, dass du dir die Mühe machst und den Mut hast, das jetzt anzugehen!

    "Insofern denke ich, bin überzeugt davon, daß nicht nur Eltern, sondern besonders jeder Lehrer auch eine ziemlich hohe Verantwortung bei der Erziehung hat."
    nicht nur die Lehrer, das ist ja das einzige, worum ich ergänzen möchte
    das ganze Bildungssystem und alle beteiligten müssen dafür mitarbeiten! Deinen Vorschlag mit der/dem Beauftragten finde ich zum Beispiel sehr gut und auch die feste Unterbringung des Themas Mobbing / soziales Miteinander in Fächern wie Sozialkunde, Ethik …
    Ich werde mal sehen, wieviel ich selbst noch durch Gremienarbeit und Vernetzung mit entsprechenden Vereinen dazu beitragen kann

    Was ja schon ganz gut läuft und – wie ich meine – auch besser geworden ist: Es gibt viel mehr Hilfsangebote und wirklich einige gute Projekte für Schulen (für das Arbeitsleben wohl auch). Z.B. Online-Foren, Anti-Mobbing-seiten mit anonymer Beratung, Nummer gegen Kummer usw.
    Für Schulen gibt es einige Programme und Projekte (Schüler gegen Mobbing…). Was halt noch getan werden muss: es muss weiter evaluiert werden, welche Programme wann am besten funktionieren und es sollte definitiv am besten präventiv gearbeitet werden. (Mein Betreuer hat ein Programm entwickelt, das bereits in der Kita ansetzt).

    "
    Denn auch und besonders in der Schule sollte schon einigermaßen korrektes soziales Verhalten gelehrt werden. Es ist auch ein Grundstein unserer Gesellschaft."
    Da habe ich nichts mehr zu ergänzen!

    Alles Gute für deinen Weg!

  3. #13
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    Standard AW: Berliner Schülerin zu Tode gemobbt

    @kalinkakalinka

    Es freut mich, von dir zu lesen, daß wir weitgehend gleiche Ansichten zum Thema/Problem haben.
    Doch was es alles schon für Initiativen bezüglich Mobbings gibt, ist m.E. noch lange nicht ausreichend. Das ganze Thema müßte viel mehr in die breite Öffentlichkeit, in die Unternehmen, in die Rechtssprechung und vor allem eben in die Schulen, wo es eigentlich heute überall noch fast ein "Unwort" bzw. Tabuthema ist, so als wenn es Mobbing nur ganz, ganz vereinzelt gäbe.
    Dabei sind z.B. unzählige psychosomatische Kliniken voll mit "Opfern" von Mobbing und Burnout.

    Bei einigen meiner Recherchen ist mir aufgefallen, daß Mobbing im Bundesarbeitsministerium im Ressort Arbeitsschutz nur eines von vielen Themen ist. Das Thema gehörte m.E. auch ins Bundesgesundheitsministerium und ins Bundesbildungsministerium als Beispiele dafür, daß das Thema/Problem Mobbing eine gesamtgesellschaftliche Relevanz hat, dessen Auswirkungen man eben nicht nur mit Medikamenten und Klinikaufenthalten angehen kann oder entsprechenden Selbsthilfegruppen überlassen sollte.

    Und wie du es ansprachst, sollte Prävention dabei in den Vordergrund rücken. Es gibt für alles Mögliche heute unzählige Vorsorge-Angebote. Doch für Mobbing und Burnout? - weitgehend Fehlanzeige! Jedenfalls wüßte ich da kaum eins, was bundesweit vorhanden wäre. Also noch viel Arbeit diesbezüglich.

    Auch verstehe ich da die meisten großen Unternehmen nicht, wo große Ausfallzeiten durch psychische Erkrankungen, auch (nicht nur!) infolge von Mobbing und Burnout, enstehen und immer mehr zunehmen, daß sie in ihrem eigenen Interesse nicht schon präventiv dagegen vorgehen.
    Ganz wenige von den Großen, die das Problem schon erkannt haben und etwas dagegen unternehmen, werden dann gern mal in den Medien vorgestellt und zwar so, als ob dies schon fast der Regelfall wäre...

    Zum Schluß noch mal kurz mir:
    Meine Selbsterkenntnisse, wie sehr mich doch Erlebnisse und Erfahrungen aus meiner Kindheit und Jugend geprägt haben, auch die ganzen Zusammenhänge für das Leben im Jetzt, warum ich eben so reagiere, wie ich reagiere, die mir nur mit therapeutischer Hilfe erst mal richtig bewußt wurden, liegen nun schon über 10 Jahre zurück. Aber diese Selbsterfahrungen taten mir im Endeffekt und auch noch heute ziemlich gut. Sie machen einen auch ein Stück gelassener, man versteht sich einfach selber besser.
    Mir fällt dazu gerade noch ein passender Buchtitel ein: "Ohne Wurzeln keine Flügel"

    Alles Gute auch für dich und viel Erfolg für die Zukunft!

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