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Thema: Bin ich ein Opfer von Mobbing? Wie erkenne ich es?

  1. #1
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    Standard Bin ich ein Opfer von Mobbing? Wie erkenne ich es?

    Hallo ihr Lieben!

    Mein Name ist Josi und ich bin 25 Jahre alt. Ich richte mich gezielt an euch und bin erfreut, dass es eine Seite gibt, in der man sich über so ein Thema austauschen kann. Gleichzeitig habe ich aber auch Angst, dass die beiden Personen über die ich gleich schreiben werde, das lesen könnten. Obwohl die Chance sehr klein ist. Ich wollte euch meine Geschichte von meinem Arbeitsplatz erzählen und wollte um Rat fragen. Irgendwie weiß ich selber nicht mehr weiter und habe im Internet mehrfach nach Mobbing gesucht. Doch die Definition von Mobbing ist offenbar, dass man mind. 1 mal wöchentlich der Sache ausgesetzt sein muss. Bin ich also nur zu dünnhäutig?

    Beginnen wir mal. Die Namen der beiden Damen änder ich hier mal ab und nenne die eine..... Lisa und die andere Maria. Beides sehr schöne Namen! Hatte da keine Hintergedanken...

    Ich arbeite seit knapp 4 Jahren als Fachkraft mit Menschen mit Behinderung und arbeite somit in einem sehr großen Team. Hauptsächlich arbeite ich (wenn mein Chef es ordentlich plant) im Nachtdienst und zusätzlich im Tagdienst. Seit knapp 4 Jahren sind nun also Lisa (38 J.) und Maria(35 J.) meine Arbeitskolleginnen. Ich muss gestehen, dass ich leider bisher keine guten Erfahrungen mit beiden machen konnte. Sie sind sehr dominante und robuste Persönlichkeiten.

    Ich versuche mich irgendwie kurz zu fassen, obwohl das sehr schwierig ist. Diese beiden Frauen sind auch sehr gut miteinander befreundet. Noch kurz nebenbei.
    Von Anfang an war Lisa schon sehr unfreundlich zu mir und ich wusste nie warum. Ich versuche immer mein Bestes zu geben, habe viel nachgefragt (weil ich damals frisch aus der Ausbildung kam) und ging immer mit qualmenden Füßen nach Hause. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Doch immer wenn ich zur Arbeit kam, hörte ich ein neues Gerücht über mich. Das war sehr frustrierend und ich weiß bis heute nicht was ich falsch mache. Denn leider werde ich mittlerweile vom ganzen Team schon nicht mehr ernst genommen. Ich werde beim Sprechen häufig unterbrochen und habe schon lange nicht mehr die Schlagfertigkeit, die ich mal hatte. Eher im Gegenteil, ich weiß bei Konfrontationen nicht mehr wie ich reagieren soll, schluck es runter, versuche mich zu rechtfertigen und verfalle ins Stottern (was ich vorher nie tat).

    Außerdem habe ich auch Angst vor den Beiden, weil sie in unserem sehr jungen Team mit die Ältesten sind und deshalb das Sagen haben.... auch wenn wir eigentlich gleich gestellt sind. Mein Freund taufte sie schon die Bienenköniginnen - auch wenn das ebenfalls nicht nett ist. Außerdem traue ich mich Marie gegenüber nicht Paroli zu bieten, weil ich einmal sah wie das endete. Ein damaliger Arbeitskollege wurde daraufhin angeschrien und durch die Wohngruppe massiv geschubst mit klarer körperlicher Androhung. Sie sagte selbst, dass wenn man ihre Meinung nicht schluckt andere Alternativen zur Lösung genutzt werden. Ihr wisst denke ich wie ich das meine.

    Lisa ging einmal zum Chef und beschwerte sich über mich, dass ich nicht arbeiten würde und ich gekündigt werden soll. Ich weiß nicht warum - wirklich! Ich laufe den ganzen Tag von A nach B um so viel wie möglich zu erledigen, doch irgendwie sieht es niemand...

    Lisa und Maria sind allgemein immer sehr unfreundlich mir gegenüber. Bei meinen Übergaben oder wenn ich was im Teamgespräch sage, werden die Augen verdreht und es wird verächtlich geschnaubt. Wenn ich eine Auszubildene bitte auf die Bewohner draußen aufzupassen, weil jemand gerade eingenässt hatte und geduscht werden musste, hörte ich beim Gehen nur von Maria ein "Ist das ihr scheiss Ernst?". Wobei ich nicht wusste was ich falsch gemacht habe....

    Ich wurde von beiden schon angeschrien, beschimpft ("Bist du schwer von Begriff?!") und ignoriert. Wenn ich mit beiden im Dienst bin, traue ich mich kaum eigenständig zu sein, weil es immer irgendeine böse Überraschung gibt. Beispiel:

    Ich gehe nachts in die Wäsche um direkt zu Dienstbeginn anzufangen. Dabei fiel mir ein roter, total verfilzter Pullover in die Hand. Den hätte ich nicht mehr angezogen aber ich werfe kein Bewohnereigentum ohne Zusage des Chefs weg. Also habe ich den Pullover kalt gewaschen und aufgehangen, damit ich diesen später dem Chef zeigen kann. Danach ging Lisa in die Wäschekammer, kontrollierte meine Arbeit, kam mit dem Pullover wieder und sagte in einem sehr unfreundlichen Ton:"Den brauchst du jetzt auch nicht mehr trocknen! Den hast du wieder mal zu heiß gewaschen!"

    Ich war völlig schockiert und wollte mich rechtfertigen, erzählte ihr gehetzt von meiner Beobachtung und meiner Handlung und sie glaubte mir kein Wort und ging mit einem "Jaja" weg.

    Lisa sagt aber nicht nur über mich böse Sachen. Einige Dialoge, die ich noch hinzufügen will:

    Lisa:"Was ist Jan eigentlich von Beruf?"
    Ich:"Einzelhandelskaufmann aber er findet es besser Menschen zu helfen, deshalb arbeitet er bei uns."
    Lisa:"Der hat in seinem Leben nichts erreicht und kriegt eine Krise, weil er bald 40 wird. So ein Versager."


    Lisa:"Hast du schon das Neuste von Sarah gehört?"
    Ich:"Nein, bei mir kommen Gerüchte nie an."
    Lisa:"Ihre Mutter hat Krebs."
    Ich:"Oh nein, scheisse!"
    Lisa:"Ja aber jetzt spielt sie immer die Mitleidskarte. Meine Mutter hatte auch schon dreimal Krebs. Das ist kein Grund so ein Drama daraus zu machen."

    Irgendwie schockt sie mich immer wieder und ich fühle mich wie eine schlechte Praktikantin. In ihrer Gegenwart darf ich nicht eigenständig sein. Letztens wollte sich ein Bewohner, der keinerlei körperliche Einschränkung hat, nicht bei einer geeigneten Liegeposition helfen lassen. Also wartete ich, weil er besser handelbar ist, sobald er müde ist. Daraufhin ging sie dahin und sagte ihm sehr unsanft wie er sich hinlegen soll. 4 Stunden später bekam ich dann seitlich "Hast du in deiner Ausbildung überhaupt Lagern gelernt?" zu hören. 4 Jahre nach meiner Ausbildung und natürlich - Ja! Finde das sehr gemein und irgendwie sind all meine Dienste mit den beiden Damen damit gefüttert Kontrolliert und nicht ernst genommen zu werden. Das tut mir sehr weh, weil ich mich schon sehr angestrengt habe von beiden als Fachkraft akzeptiert zu werden. Nun hatte ich ein Gespräch mit meinem Abteilungsleiter und als er mich fragte wie es mir geht, bin ich in Tränen ausgebrochen.

    Ich habe ihm davon erzählt und das mein Arzt mir einen Therapeuten vorschlägt. Das ich damit einfach nicht klarkomme. Doch ab wann fängt Mobbing an? Es ist nicht kontinuierlich, weil ich beide ja nicht immer sehe aber wenn, dann laugen mich diese Tage sehr aus. Ich geh dann schon mit Bauchschmerzen zur Arbeit, habe Durchfall und zittere. Meist Tage vorher schon. Ich habe Albträume von beiden und fühle einen Druck auf der Brust. Mir geht es damit nicht gut. Bin ich nur zu sensibel und dünnhäutig?
    Geändert von Josii (20.03.2019 um 22:00 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Bin ich ein Opfer von Mobbing? Wie erkenne ich es?

    Hallo Josi,

    also für mich ist das, was du alles beschrieben hast, schon ganz klares Mobbing unter Kollegen im Team, zudem schon ganz schön ausgeprägtes.
    Du merkst es ja selber auch schon deutlich an körperlichen Auswirkungen.

    Mobbing erkennst du vor allem an ganz klarer Ausgrenzung, Nichtachtung der Persönlichkeit und Demütigungen bis hin zu falschen Behauptungen und Unterstellungen. So würde ich es jedenfalls grob beschreiben.

    Ich denke und glaube besonders aus meinen Reha-Erfahrungen nach Mobbing, daß die meisten "Opfer" von Mobbing schon besonders sensibel sind, so ich z.B. auch.
    Bei besonders sensiblen Menschen haben nunmal die Mobbing-Täter besonders leichtes Spiel, sobald sie die Sensibilität anderer erst mal deutlich erkannt haben.

    Und was die Häufigkeit von Mobbing-Attacken angeht, so kann das auch schon sehr schwanken. So meine Erfahrungen. Aber 1 mal pro Woche ist meist schon das Mindeste, insoweit die Mobber natürlich zeitgleich anwesend sind.

    Mal noch was anderes: Hättest du zunächst die Möglichkeit, das Team zu wechseln, um nicht oder kaum mehr mit diesen beiden Damen in Kontakt zu kommen?

    VG Nickname
    Geändert von Nickname (20.03.2019 um 23:03 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Bin ich ein Opfer von Mobbing? Wie erkenne ich es?

    Hallo Josii,
    natürlich ist das Mobbing. Ganz klarer Fall. Mobbing ist übrigens in sozialen Berufen extrem häufig anzutreffen. Leider wird diese Tatsache tabuisiert.

    P.S. Ich spreche aus Erfahrung.

    LG Cricri

  4. #4
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    Standard AW: Bin ich ein Opfer von Mobbing? Wie erkenne ich es?

    Momentan ist es sehr schwierig mich von beiden zu trennen. Erst am Freitag werde ich beiden wieder ausgesetzt sein und das sogar in Kombination! Das wird wieder was werden.... mein Chef wird versuchen mich im Mai zu separieren. Dadurch, dass wir ein großes Team sind, ist es unmöglich in ein anderes Team zu wechseln. Die Separierung wird auch nur von kurzer Dauer sein, weil meine Chefs leider solche Fälle nicht ernst nehmen...
    Eine Arbeitskollegin wird zum Beispiel von einer anderen Kollegin gemobbt und hatte bereits aufgeplatzte Füße aber die Chefin tat trotz persönlicher Gespräche nichts...
    Das frustriert in einem hohen Maße, weil ich nicht so ganz weiter weiß. Denn ich weiß, dass die Situation sich so festgefahren hat das sich in 1-2 Monaten nicht sehen kein bisschen ändern wird. Es verfolgt mich halt auch in meiner freien Zeit - egal ob am Tag oder bei Nacht.

  5. #5
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    Standard AW: Bin ich ein Opfer von Mobbing? Wie erkenne ich es?

    Zitat Zitat von Josii Beitrag anzeigen
    Die Separierung wird auch nur von kurzer Dauer sein, weil meine Chefs leider solche Fälle nicht ernst nehmen...

    ....oder Mobbing sogar als Führungsinstrument wählen. Da gemobbte Mitarbeiter in der Regel die Schuld bei sich suchen, versuchen diese Menschen, die ( nicht vorhandenen aber bösartigerweise unterstellten Defizite ), durch Leistung auszugleichen.

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