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Thema: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

  1. #1
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    Standard Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    Es geht um Mobbing am Arbeitsplatz und um zwei Abmahnungen in einer attestierten Krankheitsphase:

    Ich werde am Arbeitsplatz massivst gemobbt/psychisch fertig gemacht(Bossing)
    Ich bin seit 2,7 Monaten bei diesem Arbeitgeber in der Callcenterbranche beschäftigt. Seit August 2018 habe ich einen unbefristeten Vertrag bei dem Arbeitgeber.
    Seit August 2018 habe ich innerhalb des Unternehmens das Projekt auf eigenen Wunsch gewechselt. Seitdem ich in neuem Projekt beschäftigt bin, werde ich jeden Tag terrorisiert.
    Es hat damit angefangen, dass über mich Gerüchte verbreitet wurden, die sich auf mein Privatleben und meine geistige und psychische Verfassung bezogen haben, ich wurde ausgelacht und ausgegrenzt. Die entsprechenden Aussagen waren in unserer Etage zu hören und kam aus den angrenzenden oder unterem Bereich des Gebäudes.
    Meine Arbeitskollegen und mein Teamleiter, sowie die Kollegen aus dem benachbarten Projekt haben die Aussagen gehört, haben sich von mir zurückgezogen, gelacht, ich wurde ausgeschlossen, destruktiv kritisiert,Kollegen haben in der Einarbeitungsphase absichtlich Falschauskünfte erteilt,es wurden Konfliktsituationen provoziert(Kollegen haben nicht mit mir geredet. Ich musste mehrfach mit Druckmitteln mehrere Kollegen ansprechen und Einzelgespräche mit den Kollegen führen, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und um provozierte Situationen zu klären, während jeder anderer neuer Kollege ohne Probleme im Team aufgenommen und respektiert wurde).

    Mehrere Gespräche mit dem Teamleiter,mit dem Betriebsrat,mit der Personalführung, führten zu keiner langfristigen Besserung.
    Die Personlaführung wurde ausgetauscht (nicht wegen mir) und die Situation ist eskaliert: Kollegen aus meinem und aus dem benachbarten Projekt haben angefangen Psychoterror zu betreiben; Die Kollegen sind auffällig oft aus dem Raum gegangen und hat absichtlich mehrfach mit den Türen geknallt,hinter meinem Rücken wurden stundenlang Ordner und mehrere Gegenstände fallen gelassen,Kollegen haben laute und sinnfreie Gespräche geführt und psychisch kranke Menschen gespielt,während ich mehrfach alleine mehrere Telefonate hintereinander mit den schwierigsten Kunden geführt habe(Beschwerdemanagement) und alleine E-Mails beantwortet habe. Kollegen haben mehrere Kundenkarten aus einem gemeinsamen Stapel versteckt,sodass ich die Kundendaten nicht eingeben konnte; meine Arbeitsergebnisse wurden sabotiert.Kollegen haben während der Arbeitszeit Situationen aus meinem Privatleben besprochen und gelacht; Kollegen und Teamleiter standen absichtlich minutenlang hinter meinem Rücken und haben auffällig oft meine Intimgrenzen/persönlichen Grenzen verletzt(haben bewusst körperliche und räumliche Nähe aufgesucht),Teamleiter hat in einem Gespräch mit Dritte über Soziopathie gesprochen, Arbeitsunterlagen und Mülleimer sind vom Arbeitsplatz weggekommen usw.
    Ich hatte mehrfach monatelang Systemabstürze am Computer,mehrere Webseiten haben sich während der Kundengespräche aufgehangen,Kunden sind aus der Telefonleitung geflogen oder haben aufgelegt,in der Telefonleitung waren Geräusche zu hören,stellenweise konnte ich Kunden kaum verstehen;Das Telefonsystem ist mehrfach abgestürzt,telefonische Weiterleitungen haben nicht funktioniert.

    Mein Teamleiter hat meine E-Mails mit Beschwerden und auch persönliche Ansprachen ignoriert, zum Teil hat er in einem unsachlichen Ton geanwtortet, hat die Lage verharmlost und hat Falschauskünfte erteilt.

    In einer Krankheitsphase erhielt ich innerhalb von 2 Tagen,2 Abmahnungen; wegen unerlaubten verlassen d.Arbeitsplatzes, ohne vorherige Abmeldung beim Vorgesetzten, und wegen fehlendem Anruf beim Arbeitgeber bei Erkrankung.

    In der ersten Abmahnung stand drin, dass ich den Arbeitgeber vor Arbeitsantritt telefonisch nicht über meine Krankheit in Kenntnis gesetzt habe.
    Dies habe ich am besagten Tag nicht gemacht, da ich diese bereits letzte Woche telefonisch getan. Im Gespräch habe ich aus Aufregung (wegen vorherigen Mobbing-Vorfällen) nicht erwähnt, dass die Erkrankung bis zum Abmahntag andauern wird.



    • Nach Erhalt der Abmahnung habe ich die Personalabteilung sofort kontaktiert, um die Sitiution zu erläutern und zu klären, und erhielt darauf hin am nächsten Tag die zweite Abmahnung.


    Die zweite Abmahnung erhielt ich, da ich in einer eskalierten Situation meinen Arbeitsplatz verlassen und haben mich nicht beim Teamleiter abgemeldet habe, da der psychische Druck zu groß wurde. Ich hatte Selbstmordgedanken und stand in dem Moment geistig neben mir.
    Mein Teamleiter hat mich an dem Tag absichtlich mit den Kollegen provoziert; die Situation ist eskaliert.
    Ursache war, dass ich einen Tag zuvor, mehrere PC-Systemstörungfehler ausgedruckt und nach Feierabend 1,6 Überstunden gemacht habe, um den Teamleiter in einer auführlichen E-Mail die Situationen zu schildern, und ihn um Hilfe zu bitten.
    Daraufhin wurde meine Batch(Karten-Zugang zum Gebäude kurzfristig gesperrt); der Teamleiter hat mich am nächsten Tag u.a.vor den Kollegen provoziert und hat die Überstunden wegen E-Mail Schreibens vor den Kollegen angeprangert. Es wurden mehrere Konfliktsituationen erschaffen,bei den Kollegen aus meinem Projekt und aus dem Nachbarprojekt wieder mitgewirkt haben.

    Ich habe nochmal versucht wegen Abmahnungen den HR-Manager(Personalmanager) telefonisch zu kontaktieren. Mir wurde mitgeteilt, er wäre nicht im Hause und beschäftigt. Ich habe um Rückruf gebeten und habe meine Telefonnummer hinterlassen.
    Der Personalmanager hat mich nicht angerufen. Stattdessen erhielt ich einen anonymen Anruf am Handy von der stellvertretenden Teamleiterin.


    • Die Situation ist noch immer nicht geklärt. Ich bin zur Zeit seit ca.8 Wochen arbeitsunfähig krank geschrieben und auf der Suche nach einem Therapieplatz. Die Krankschreibung endet in ein paar Tagen.

    Ich traue mich nicht meinen Arbeitsplatz aufzusuchen. Meine Befürchtung ist, dass meine Arbeit wieder sabotiert wird und dass ich wegen schlechter Arbeitsleistung gekündigt werde.

    Ich habe auch einen Beratungshilfeschein beim Amtsgericht geholt; suche einen guten Anwalt; wenn man keine Rechtsschutzversicherung hat ist es super schwer; ich möchte den Beratungshilfeschein nicht dem falschen Anwalt geben

    Ich halte die Abmahnungen für ungerechtfertigt und möchte dass diese aus meiner Personalakte entfernt werden, da ich zuverlässig bin und meine Arbeit gut mache. Die Situationen sind nicht aus Unzuverlässigkeit entstanden, sondern wurden provoziert.

    Welche Möglichkeiten habe ich mich zur Wehr zu setzen?
    Kann mich der Arbeitgeber bei längerer Erkrankung kündigen oder unter einem Vorwand fristlos kündigen?

    Wie verhalte ich mich wenn ich bei der Arbeit wieder sabotiert werde und meine Arbeitsleistung nicht mehr erbringen kann? Das wäre ja wieder ein Kündigungsgrund..

    Wäre über jede Hilfe dankbar

  2. #2
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    Hallo BraucheRat,

    ich kann deine Situation jetzt einigermaßen nachvollziehen. Bei mir waren einst zwei kurz hintereinander erfolgte Abmahnungen Bestandteil des Mobbings gegen mich, bei dem die Personalabteilung (HR) mit involviert war, was ich allerdings erst im Nachhinein so für mich erkennen konnte.
    Längere Krankschreibungen (damit meine ich viele Monate oder gar über ein Jahr) können ein Kündigungsgrund sein, müssen es aber nicht.
    Ich hoffe doch, du bist in angemessener fachärtzlicher Betreuuung und dein Facharzt wird dich unter gegebenen Umständen auch noch weiterhin krankschreiben.
    Wie sieht es aktuell mit einem möglichen Therapieplatz aus? So etwas wäre aus meiner Sicht und Erfahrung auch sehr gut.
    Was rechtlichen Beistand anbetrifft, so würde mich zunächst erst mal interessieren, wogegen du jetzt konkret vorgehen möchtest, weil dies aus deinen Zeilen für mich nicht eindeutig ersichtlich ist.
    Ich hatte mir zuerst rechtlichen Beistand bei meiner Gewerkschaft gesucht, bei der ich Mitglied bin und zusätzlich, später noch privat bei einem Anwalt für Aŕbeitsrecht, aber erst, als es um eine Reha und um meine anschließende Wiedereingliederung ging.
    Geändert von newborn (17.04.2019 um 07:09 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    hallo BraucheRat,
    so ganz schlau wird man aus Deinem Beitrag nicht.
    Du schreibst, Du wärest bei diesem Arbeitgeber seit 2,7 MONATEN beschäftigt und hättest seit August dort eine unbefristete Anstellung. Das schreibst Du jetzt, April 2018. Kommt nicht ganz hin mit der Beschäftigungsdauer, rechne mal. Wie auch immer, lassen wir das mal beiseite.
    Deine beiden Abmahnungen sind zwar etwas kleinlich aber leider rechtens. Dagegen kann Du nichts machen.Deine Beispiele bezüglich des Mobbings habe ich mit etwas zwiespältigen Gefühlen gelesen. Bei einigen erschien es mir doch eher so, als ob Du sehr dünnhäutig manches hinein interpretiert hast, was nicht da ist ( absichtlich Order fallen lasse, Türe knallen ect.)
    Computerabstürze, Webseiten, die " einfrieren", Geräusche wärend eines Telefonats sind sicherlich nicht von bösen Kollegen verursacht worden sondern gehören lediglich zu den Tücken der Technik und dem Mikroschrottprogramm zur Stärkung der Nerven und der kleinen grauen Zellen. Das sind alles keine wirklich greifbaren Sachen.
    Ein Arbeitgeber kann Dich bei längerer Krankheit kündigen. Eine solche Kündigung ist jedoch an bestimmte Bedingungen gebunden wie z.B.bei einer schweren Krankheit mit negativer Prognose oder wenn ein Arbeitnehmer wegen "Kleinigkeiten" mehr als 6 Wochen im Jahr ausfällt, bei kleineren Betrieben wenn der längere Ausfall eines Mitarbeiters schwerwiegende wirschaftliche Folgen hat etc. Das sind nur einige Beispiele.
    Schau mal im Internet bei "Anwalt.de" nach einem geeigneten Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Deiner Nähe und schildere ihm Deine Probleme. Über die "Vorfälle" (Sabotage, Falschauskünfte) führe ein hier oft empfohlenes Mobbingtagebuch. Wie genau das gemacht wird kannst Du im Internet nachlesen.
    Viel Glück und starke Nerven, Du Armer




















  4. #4
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    @newborn: Vielen Dank für deine Antwort. Habe mich bei dreiTherapeuten auf die Warteliste setzen lassen, alle möglichen Stellen angerufen: Krankenkasse,Telefonseelsorge,Therapeute n,Krankenhäuser usw...Mein Fall klingt ähnlich wie deiner, da ist auch die Personalabteilung (HR) involviert. Kannst du mir näher schildern wie du vorgegangen bist und was genau bei dir passiert ist? Wie lange ging es bei dir? Wie bist du in Rehaklinik gekommen und wie lange warst du dort? Möchte die Abmahnungen aus der Personalakte entfernt haben,da ich nicht glaube dass ich mich noch sehr lange im Unternehmen halten kann,vorallem bei der Sachlage. Bei Bewerbungen mit anderem Unternehmen würde viell.das Thema auf den Tisch kommen, wenn ich ein schlechtes Zeugnis vom Unternehmen erhalte? Und meine Zukunft beim jetzigen Unternehmen wäre bei den Abmahnungen auch dahin(falls ich mich in dem Unternehmen jetzt durchboxen kann und es eine Zukunft geben kann). Bin jetzt seit 8 Wochen krank geschrieben. Hatte wirklich eine schwere Phase..


    P.S: Habe mich verschrieben, meinte natürlich ein Arbeitsverhältnis von 2,7 Jahren, nicht Monaten..und Arme,nicht Armer)

  5. #5
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    @BraucheRat
    Das ist ja ganz schön viel, was du alles auf einmal von mir wissen möchtest. Aber ich versuch's mal, möglichst viel auch zu beantworten.

    Mein ersterlebtes massives Mobbing liegt jetzt über 10 Jahre zurück und ging hauptsächlichst von meinem Chef aus. Bossing sagt man wohl dazu.
    Ich wollte es selbst nicht richtig wahrhaben, was da alles passierte und was da mit mir gemacht wurde, bis ich eines Tages dann psychisch und physisch völlig zusammenbrach, was dann sehr lange Krankschreibung zur Folge hatte.
    Was alles mein Chef an "Methoden" drauf hatte, da verzichte ich jetzt mal im Detail, weil die "Methoden" ja oftmals prinzipiell die gleichen oder ähnlichen sind, wie man eben psychisch fertig gemacht wird.

    Das Besondere waren lediglich bei mir während der ganzen Zeit des Mobbings noch 2 fast zeitgleiche Abmahnungen, die sich auf Vorgänge bezogen, die damals bereits mehrere Wochen zurücklagen (ich hatte da zwischendurch noch Jahresurlaub) und bei denen es mir daher unmöglich war, das Gegenteil der Anschuldigungen gegen mich auch schlagkräftig zu beweisen. Also sehr geschickt eingefädelt, alles.
    Auf Anraten meiner Gewerkschaft verfasste ich dennoch entsprechende Gegendarstellungen nach bestem Wissen und Gewissen und übergab diese der zuständigen Personalchefin (HR) mit der Bitte/Erwartung/Aufforderung zur Prüfung meiner Gegendarstellungen und der möglichst abschließenden Entfernung der Abmahnungen aus meiner Personalakte. Daraufhin tat sich seitens HR wochenlang überhaupt nichts, bis ich dann mal nachfragte, wie es mit der Bearbeitung steht... - aber ich wurde nur abgewiesen mit der Bemerkung, daß diese Abmahnungen sowieso nach Ablauf eines Jahres wieder aus der Personalakte verschwinden bzw. gelöscht werden würden ...und daß sie Wichtigeres zu tun hätten, als sich damit zu befassen.
    Den vorhandenen Betriebsrat in dieser Angelegenheit einzuschalten sah ich als zwecklos an, da weithin bekannt war, daß dieser mit HR unter einer Decke steckt. Und welche Krähe hackt der anderen schon ein Auge aus?! Die Rechtsabteilung meiner Gewerkschaft konnte mir auch nur sagen, daß ich nach meinen Gegendarstellungen erst mal nichts weiter machen könnte, ... als abzuwarten. - "Tolle Aussichten"! Und das Ganze im stetigen Bewußtsein, daß eine weitere, dritte Abmahnung im laufenden Jahr schon meine Kündigung bedeuten würde bzw. könnte.

    Wie lange jedoch das Mobbing insgesamt ging, wozu ich das Procedere mit den Abmahnungen nicht mal direkt dazu rechne, kann ich nicht mal genau sagen, weil ich nicht mehr festmachen konnte, wann's genau begann. Es verlief, wie so oft auch bei anderen, sehr, sehr schleichend (mindestens ein halbes Jahr, vielleicht auch 1 Jahr oder länger - ?)... bis zu meinem oben erwähnten Zusammenbruch.
    Erst am übernächsten Tag danach war ich überhaupt in der Lage dazu, einen Arzt aufzusuchen. Mein Hausarzt überwies mich sofort zum Facharzt (Psychiatrie)... und dann folgte eine fast anderthalbjährige Arbeitsunfähigkeit infolge des Mobbings (gekennzeichnet vor allem durch Depressionen, Angst- und Eßstörung).

    Nach etwa 3 Monaten Krankschreibung nahm ich bei meiner behandelnden Fachärztin, die gleichzeitig Therapeutin war, zunächst an einer Gruppentherapie teil. Doch meine Fachärztin riet mir bald darauf zu einer Einzeltherapie und übergab mir dazu eine mehrseitige Liste mit unglaublich vielen Therapeuten und deren Anschriften und Telefonnummern, die ich dann einige Zeit abarbeitete.
    Anmerkung:
    Diese Liste war wahrscheinlich deshalb so umfangreich, da es sich um eine Großstadt + Umland handelte.
    Na, jedenfalls konnte ich ungefähr 3 Therapeuten aus der langen Liste eruieren, die mir Termine innerhalb von 2 bis 3 Wochen anbieten konnten.
    Und mindestens 3 Adressen brauchte ich auch, wie sich dann herausstellte, weil die ersten beiden Therapeuten der blanke Reinfall, um nicht zu sagen: Horror waren. Also erst der 3. Therapeut konnte mir wirklich helfen. Da stimmte auch die Chemie zwischen ihm und mir.

    Und meine erste diesbezügliche Reha hatte ich dann nach etwa 8 oder 9 Monaten Krankschreibung beantragt, als es mir wieder ETWAS besser ging. Die Genehmigung dauerte dann etwa 1 bis 2 Monate. Und die Reha selbst wurde dann erst einmal auf 3 oder 4 Wochen festgesetzt.
    Während der Reha gab es aber mehrmals Verlängerung für mich, sodaß dann insgesamt 10 Wochen daraus wurden. Wenn ich mich recht entsinne, war ich da einst Ende März hingefahren und wurde Anfang Juni (allerdings erst einmal weiterhin arbeitsunfähig) entlassen.

    So, ich hoffe jetzt, deine Fragen erst einmal beantwortet zu haben. Wenn etwas fehlen sollte, dann frage einfach nochmal nach.

    Noch was anderes zum Schluß:
    Falls du beabsichtigst, von dir aus zu kündigen, weil du einen anderen Job gefunden hast, ist es dann wichtig, ein "ordentliches" Arbeitszeugnis vom bisherigen Arbeitgeber zu erhalten.
    Du hast meines Wissens nach grundsätzlich Anspruch auf ein sog. wohlwollendes Arbeitszeugnis, auch oder gerade wenn noch Abmahnungen oder andere Diskrepanzen beim/mit dem bisherigen Arbeitgeber bestehen.
    Nach Erhalt eines Arbeitszeugnisses gerade in solchen Fällen sollte man dieses unbedingt UND umgehend dann von einem Anwalt für Arbeitsrecht oder der Rechtsabteilung seiner Gewerkschaft daraufhin prüfen lassen, ob das Wohlwollen auch eingehalten wurde.
    Ich stand selbst mal vor der Situation, als letztlich nur noch mein Anwalt vom bisherigen Arbeitgeber ein doch wohlwollendes Arbeitszeugnis für mich einfordern konnte, weil es eben zuvor nicht in allen Punkten dem gerecht wurde. Und es hatte Erfolg!
    Geändert von newborn (18.04.2019 um 00:50 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    @newborn: Das kenne ich auch bestens, dass man nicht mal mehr die Kraft hat,nach den Ereignissen/Vorfällen auf der Arbeit sofort zum Arzt zu gehen und tagelang mit dem Thema beschäftigt ist. Ich hatte Selbstmordganken, Zusammenbrüche, musste Beruhigungstabletten nehmen,Erbrechen,Lähmungen in den Armen und Beinen,Erbrechen,eigentlich alles Mögliche,dabei bin ich kein eigentlich überhaupt nicht der Mensch der zu impulsiven-autoagressiven und selbstzerstörerischen Handlungen neigt. Eines Tages bin ich bei der Personalabteilung zusammengebrochen,habe die Arbeitsstelle verlassen,stand so neben mir,dass ich sinnlos durch die Stadt gefahren bin,konnte an dem Tag keinen Arzt mehr aufsuchen. Am nächsten Morgen musste ich die grössten Kraftanstrengungen unternehmen,um überhaupt beim Arbeitgeber anzurufen und mich krankzumelden und habe die voraussichtliche Krankheitsdauer falsch genannt. Deswegen wurde ich abgemahnt. Einfach Wahnsinn...Was hat dein Arbeitgeber getan? Wie sahen die Mobbinghandlungen aus? Weswegen wurdest du abgemahnt?....Ja,mir ist das auch wichtig einen guten Psychotherapeuten zu finden,wo die Chemie stimmt - das ist das A und O, und einen guten Anwalt..Das schlimme an den Abmahnungen ist, dass sie von der Sachlage her richtig waren, aber die Situationen wurden provoziert. Jeder versteht,wie man sich richtig krankmeldet und dass man den Arbeitsplatz nicht unangemeldet verlassen darf usw. P.S:Mein HR(neuer Personalmanager) hat Jura studiert..Worauf sollte man bei der Wahl des Psychotherapeuten und Anwalts achten? Gibt es
    Rehakliniken,die auf Mobbing spezialisiert sind? Bei längerer Krankschreibung kann der Arbeitgeber auch kündigen und hat dann auf ganzer Linie gewonnen. Ich versuche noch auf der Arbeit durchzuhalten. Gehe am Samstag nach 8 Wochen wieder dahin(wünsch mir Glück) und parallel weitere Schritte Richtung eigener Zukunftsgestaltung zu tun.

  7. #7
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    und ja es ein schleichender Prozess, anfangs glaubt man nicht,dass es ernst ist,bis sich die Lage immer weiter verschärft..Eine ehemalige Personalmanagerin wollte mit mir sogar Kraftvergleiche machen (physisch-hat extra richtig ausgeholt und bei der Besprechung einen extrem festen Händedruck gegeben usw.und psychisch-hat verschiedene Machtspiele betrieben); der neue Personalmanager weicht jedem Gespräch aus und setzt auf seine Rechtskenntnisse-leider auch erfolgreich; das ist einfach der Wahnsinn. Dabei bin ich überhaupt kein schwacher Mensch,gar nicht..und ich denke dass niemand das verdient hat. Wenn ein Arbeitnehmer nicht passt, kann man über alles reden, es gibt andere Mittel und Wege..Du hast Glück gehabt, dass das Unternehmen dich nicht gekündigt hat,oder hast die richtigen Schritte getan.Respekt.Ziehe meinen Hut

  8. #8
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    Ach ja,noch eine Frage: Wie bist du eigentlich mit deiner Krankenkasse verblieben? Bist du gesetzlich versichert? Meine Krankenkasse hat noch vor Ablauf von 6 Wochen (noch in der Entgeltfortzahungsphase des Arbeitgebers) angerufen und wollte wissen was ich vorhabe,wie lange die Erkrankung dauert und was da los ist. Wie war es bei dir? Hast du der Krankenkasse vom Bossing auf der Arbeit erzählt? Und stand Mobbing am Arbeitsursache als Krankheitsursache in deinem Attest?..Habe im Internet gelesen,dass man das lieber der Krankenkasse nicht mitteilen sollte, da diese sich den Arbeitgeber vorknöpfen kann und dieser wiederrum aus „Rache“ unter einem Vorwand kündigen kann; auch fristlos. Oder den MDK der Krankenkasse um Hilfe bitten kann. Und dann kommt man in diese „Rechtfertigungslage“ und ist dabei in der schwächsten Position. Eine Wieder-Eingliederung am Arbeitsplatz wäre dann auch unmöglich.

  9. #9
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    Hallo BraucheRat,

    das sind ja wieder eine Menge Fragen von dir. Ich fange mal mit dem letzten an.
    Mobbing ist keine Krankheit und somit steht Mobbing auch nirgendwo in einem Attest!

    Der Arzt diagnostiziert Krankheiten, die Auswirkungen von Mobbing sind und von denen ich schon einige oben nannte, weitere können hinzukommen. Vordergründig sind es meist psychische Erkrankungen, die meist mittels Diagnoseschlüssel auf der AU-Bescheinigung direkt der Krankenkasse übermittelt werden.
    Wenn deine Krankenkasse (ich bin übrigens gesetzlich versichert) dich anruft und mehr über deine Erkrankung erfahren möchte, verweise sie bitte ausdrücklich und ausschließlich an deinen behandelnden Arzt, denn nur der kann der Krankenkasse verwertbare Informationen über dich geben.
    Schließlich kann bei den meisten psychischen Erkrankungen nicht einmal dein behandelnder Arzt die Dauer der Erkrankung einschätzen. Daß Erkrankte/Patienten der Krankenkasse direkte Auskünfte über ihren aktuellen Gesundheitszustand geben müssen, habe ich noch nie erlebt und auch noch nicht davon gehört. Dies ist zudem absolut unüblich. - Also: Mit der Übergabe/Zusendung einer aktuellen AU-Bescheinigung an deine Krankenkasse hast du deine wesentliche Mitteilungspflicht gegenüber der Krankenkasse erst einmal erfüllt.

    Weiterhin: Der Arbeitgeber hat auch keinerlei Recht, von der Krankenkasse Näheres über deine Erkrankung zu erfahren. Nicht umsonst wird ja jede AU-Bescheinigung zweifach ausgefertigt: eine für die Krankenkasse und eine für den Arbeitgeber (ohne Diagnose). Also deine Ängste, dich rechtfertigen zu müssen, sind m.E. unbegründet.

    Stichwort: Therapeuten
    Das kannst und mußt du nur selbst ausprobieren. Es gibt i.d.R. ein Erstgespräch, in dem es vor allem um das Ziel der Therapie geht und in dem sich Patient und Therapeut wie "abtasten" können, ob die "Chemie" zwischen ihnen grundsätzlich stimmt. Wenn das eben nicht passt oder/und es keine Einigkeit über das Ziel gibt, mußt bzw. solltest du es bei einem anderen Therapeuten probieren.
    Beispiel: Meine erste Therapeutin wollte mit mir als akut Mobbing-Betroffener Tiefenpsychologie machen und war der festen Ansicht, daß die Ursachen für mein Verhalten im Mobbing nur in meiner Kindheit zu suchen sind... ich aber brauchte dringend therapeutische Hilfe in meiner damaligen Situation im und nach dem Mobbing... - na, jedenfalls brach ich nach 2 Sitzungen ab, weil es völlig nach hinten los ging... und ging zum nächsten Therapeuten.
    Bei Anwälten ist es nach meiner Erfahrung fast noch schwieriger, den "Richtigen" zu finden. Aber auch da gibt es i.d.R. ein Erstgespräch, bei dem man ausloten kann, ob es weitergehen kann. Auf jeden Fall sollte es ein Fachanwalt für Arbeitsrecht sein.

    Bezüglich Reha-Kliniken habe ich mich hier schon mal geäußert:
    http://forum.mobbing.net/showthread....2742#post52742 -> Beitrag vom 09.02.19 unter "Nickname"
    Klar gibt es psychosomatische Reha-Kliniken, die auf Mobbing (meist in Kombination mit Burnout) weitgehend spezialisiert sind. Dies im Web herauszufinden, ist schon einigermaßen mühsam.
    Ich hatte es eher einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß ich in eine Reha-Klinik kam, deren Chef damals Spezialist auf dem Gebiet war, was mein Therapeut bei mir als wesentlich erkannte, nämlich "PTED" -> https://de.m.wikipedia.org/wiki/Post...terungsstörung
    Mein Therapeut und der damilige Klinik-Chef kannten sich zudem noch persönlich durch Kongresse u.a..
    Schwierig wird es jedoch dann, wenn man bei der Reha- Beantragung (bei der Rentenversicherung) schon einen bestimmten Klinikwunsch äußert. Aber das ist ein Thema für sich.

    Erst einmal alles beantwortet?
    Geändert von newborn (18.04.2019 um 22:55 Uhr)

  10. #10
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    Standard AW: Bossing am Arbeitsplatz und zwei Abmahnungen

    @BraucheRat
    Ich habe gerade noch was gefunden, worauf ich noch nicht eingegangen war (Zitat von dir):

    "... Was hat dein Arbeitgeber getan? Wie sahen die Mobbinghandlungen aus? Weswegen wurdest du abgemahnt?...."

    Antwort:
    Im Detail kann ich mich nicht mehr daran erinnern, zum Teil, weil ich sehr vieles bei der Reha aufarbeiten und damit für mich etwas abschließen konnte, zum Teil, weil ich's für mich verdrängt habe bzw. verdrängen konnte.
    Im Wesentlichen waren es immer wieder sich wiedersprechende Arbeitsanweisungen meines Chefs: Einerseits halste er mir immer mehr zusätzliche Aufgaben auf, andererseits mahnte er mich, doch keine Mehrarbeit zu machen. Ich machte ihn immer wieder darauf aufmerksam, daß die zusätzlichen Aufgaben nur mit Mehrarbeit zu bewältigen sind, was er zunächst auch einsah und womit ich grundsätzlich überhaupt kein Problem hatte. Einerseits sollte ich erforderliche Mehrarbeit machen, dann wieder überhaupt nicht. Nicht Geschafftes ohne Mehrarbeit wurde mir ständig angelastet... wenn ich aber Mehrarbeit machte, was vorwiegend dann in der Folge der Fall war, wurde ich ebenso "angeschissen", was dann manchmal abends darin gipfelte, daß er mich im Büro einschloß (er hatte einen Schlüssel für die gesamte Abteilung) oder mir das Licht einfach ausschaltete... - ich hoffe, ich habe das einigermaßen verständlich rübergebracht (?).
    Weiterhin sollte ich dann noch ziemlich plötzlich in eine völlig andere Abteilung umgesetzt werden, weil angeblich in der bisherigen Abteilung eine Planstelle zuviel besetzt wäre. Und das Ganze ohne eine notwendige Änderungskündigung. Da hatte ich dann meine Gewerkschaft mit Erfolg eingeschaltet... - aber ich war zu diesem Zeitpunkt schon so "mit den Nerven fertig", daß dann doch mein Zusammenbruch kam.

    Was die 2 fast gleichzeitig erfolgten Abmahnungen anbetrifft, so kann ich mich jetzt aus dem Stehgreif nur noch an die eine erinnern. Ich habe das aber noch alles irgendwo abgeheftet da...
    Bei der einen wurde sich auf unentschuldigtes Zuspätkommen zur Arbeit berufen, an einem einzigen Tag, der zum Zeitpunkt der Abmahnung schon ungefähr 6 Wochen zurücklag. Zwischenzeitlich war ich da außerdem fast 4 Wochen im Jahresurlaub... und konnte mich da nur noch dunkel daran erinnern, daß es da mal einen Tag gab, an dem ich zu spät kam. An diesem Tag entschuldigte ich mich selbstverständlich bei meinem Teamleiter für mein Zuspätkommen... - 6 Wochen später wurde aber das Gegenteil behauptet und mir zur Last gelegt mit einer schon vorbereiteten, fertig schriftlich ausgestellten Abmahnung. - Fieser geht's ja wohl nicht mehr, dachte ich mir da.

    So, das war's grob zu meinen Geschichten dazu.
    Ich hoffe sehr, das reicht dir erst einmal.

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