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Thema: Trauma als Ursache von Mobbing

  1. #1
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    Standard Trauma als Ursache von Mobbing

    ...fragt man sich doch oft. Wir bewegen und zwischen zwei Polen: ängstlich-aggressiv und mitfühlend.
    Vielleicht liegt jeder Form von Mobbing eine Traumatisierung zugrunde. Ansonsten würde man doch das Leiden des Opfers spüren
    und könnte selbst nicht Täter werden. Leute, die Leid in anderen Menschen fühlen können, sind an einem friedvollen und konstruktivem Umgang
    mit anderen interessiert.

    Doch die Täter haben aus ihren Bewusstsein verdrängt, dass ihre Grenzen auch verletzt wurden. Ihnen ist es nicht bewusst,
    und ihnen ist auch der Schmerz nicht bewusst, auch nicht mehr die Ursache ihrer Angst oder dass sie überhaupt Angst haben.
    Sie sind sich ihres Hasses vielleicht gar nicht bewusst oder nur seiner Ursache.

    Doch wieso machen sie mit dieser Verdrängung dann einfach weiter? Einerseits weil die Wahrheit die Psyche überwältigt.
    Doch ich häufig vielmehr, weil die Wahrheit gefährlich ist, wenn die Eltern die Ursache dieser Gefühle sind, denn Kinder sind von
    ihnen ja existenziell abhängig.

    Häufig werden als Ursachen von Mobbing Randbedingungen angegeben unter denen sich Mobbing mit hoher Wahrscheinlichkeit erweitert.
    Doch diese Randbedingung sind so zu verstehen, dass sie den verdrängten Hass eben ansprechen. Sie können auch Wut erzeugen, doch
    Wut kann man konstruktiv auflösen, wenn Menschen daran interessiert ist. Es scheitert aber, weil traumatisierte Menschen ihren Hass
    auf andere projizieren, seil sie sich mit den Tätern, die sie zu Opfern machten, identifiziert haben.

    Dann fragt man sich auch, warum Traumatisierung als Ursache von Mobbing selten angegeben wird? Warum sehen das manche nicht
    oder darf nicht gesagt werden? Das legt doch die Vermutung Nahe, dass Traumatisierung weiter verbreitet ist, vielleicht sogar Teil unserer Kultur?
    Man kann doch in anderen nicht sehen, was man vor sich selbst zensiert, weil man möglicherweise ähnliches erlebt hat.

    Und wieso machen viele als Opfer das Mobbing ein bisschen mit? Nehmen wirklich alle Opfer war, wann ihre Grenzen verletzt werden?
    Warum tun manche Kinder nichts dagegen, wenn sie gemobbt werden oder setzen sich nicht zur wehr?
    Eine Erklärung wäre, dass sie selbst nicht genau wahrnehmen, wann ihre Grenzen verletzt werden und sich nicht wehren, weil die Täter ihre Eltern waren,
    und die Kinder wollten sich nicht wehren, weil sie den Eltern zu sehr vertrauten oder weil sie abhängig sind, weil die Wahrheit zu schmerzhaft ist, zu bedrohlich.
    Daher deformierten sie ihre Psyche schon vor dem Mobbing, um als Opfer in einem Familiensystem zu überleben. Und andere Kinder registrieren dies und nutzen das aus.

    Man kann das Mobbing beenden, aber man kann doch schwer durch äußere Maßnahmen den Hass in den Tätern auflösen.
    Die Kindererziehung in Deutschland ist über die Jahrhunderte immer besser geworden, sodass wir zum Glück diese großen "heißen" Kriege hier nicht mehr haben. Doch um Mobbing zu beenden muss die Kultur der Kindererziehung weiter verbessert werden. Erziehung durch körperliche Gewalt haben wir
    weitgehend hinter uns. Erziehung durch Lob und Liebesentzug (Manipulation und emotionale Gewalt) noch nicht. Wann entscheiden sich die breite Masse wohl gegen solche Maßnahmen und wird auf Beziehung, Mitgefühl und Unterstützung setzen?

    Wie ist es bei euch? Wie war eure Beziehung zu den Eltern? Wie hat euch das beeinflusst in Hinblick auf Mobbing-Situationen?

  2. #2
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    Standard AW: Trauma als Ursache von Mobbing

    Das ist echt ein sehr weites Feld, wie ich denke. Bei mir war es vielleicht eine gewisse Gutgläubigkeit in die meisten Menschen, mit der ich erzogen wurde. Aber natürlich auch mit bestimmten Warnungen vor Leuten, die einem nichts Gutes wollen.
    Gewisse Traumata, die man in Kindheit und Jugend nunmal erleben mußte, prägen einen auch das ganze Leben lang. Das ist ja hinreichend bekannt.
    Und daraus resultiert dann auch eine Anfälligkeit, Mobbingopfer zu werden.

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