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Thema: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

  1. #1
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    Standard Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Hallo,
    ich möchte gerne mal die Frage stellen, inwieweit man sich von dem Vorgesetzten/Chef schlecht behandeln oder kritisieren lassen muss.
    Ich war mal auf einer Fortbildung zum Thema Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten, und da wurde uns vermittelt, dass es so ist, dass der Chef im Grunde alles sagen kann, wogegen man als Mitarbeiter vorsichtig Kritik formulieren müsste. Das haben wir dann auch mit verschiedenen Fallbeispielen und im Zweierpaar geübt. Für mich ein sinnloses Unterfangen – aber egal.
    Mir geht es darum wo die Grenzen sind.
    Und damit meine ich jetzt nicht Beleidigungen. Die sind sowieso tabu und niemand muss sich von einem Vorgesetzten als „Idiot, Schwachkopf“ bezeichnen lassen. Würde das mein Chef zu mir sagen, wäre ich sofort beim Personalrat und würde auch auf jeden Fall Strafanzeige bei der Polizei stellen.

    Ich habe es leider schon viel zu oft bei anderen gesehen (und auch bei mir selbst), dass der Chef kritische Anmerkungen im herablassenden Ton sagt, die dann kommentarlos geschluckt wurden.

    Ich sehe es nicht mehr ein etwas hinzunehmen, wenn es aber tatsächlich nicht so ist.

    Beispiel: Mein Chef holt mich ins Büro und sagt zu mir, dass ich schneller arbeiten soll, weil er mit meinem Arbeitstempo nicht zufrieden ist. Ob das tatsächlich berechtigt ist, darum geht es mir nicht. Denn gleichzeitig ist es so, dass mein Chef sehr oft zum Rauchen draußen ist und sich mit anderen unterhält, während er das anderen verbieten will.

    Und ich sehe es einfach nicht mehr ein etwas hinzunehmen, wenn es aber tatsächlich so ist wie beschrieben und ich nicht sagen soll, dass man seine Arbeitsleistung doch selbst bemängeln könnte und er doch selbst aus Steuergeldern bezahlt wird.
    (der Chef ist nicht der Inhaber/Firmenchef ist sondern wir sind im öffentlichen Dienst).

    Warum sollte man sich so etwas gefallen lassen und schlucken, wenn man doch einfach sagen kann wie es wirklich aussieht?

    Ich bin einfach nicht mehr bereit mich so einem rückständigen Welt (- und Menschen)bild zu unterwerfen, das einfach nur auf einer konservativen Ideologie des 19. Jahrhunderts beruht, wo Kurfürsten ihre Leibeigenen hatten.
    Zu sagen "ich bin der Chef" ist keine Begründung.

    Ich bin bereit mich dagegen aufzulehnen.
    Geändert von XSonnenblumeX (12.09.2019 um 09:45 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Tja, da ist sie wieder. Die Gretchenfrage, wann Kritik berechtigt ist, oder wann nicht.


    Ich denke, man sollte in der Lage sein, dann auch einmal sich selbst zu hinterfragen. Arbeite ich tatsächlich zu langsam? Sieht meine Arbeit tatsächlich so schlampig aus? (als Beispiel)
    Einem selbst mag das ja nicht auffallen. Jemand anderem dann aber schon.
    Gut, der Ton macht die Musik, wenn man dann etwas gesagt bekommt und andere (Chefs) sind auch nicht über jeden Zweifel erhaben.
    Trotzdem sollte man Kritik nicht gleich als Beleidigung auffassen. Und wie oft dein Chef zum Rauchen geht, oder ein Pläuschchen hält, hat dich letztlich nicht zu interessieren. Du bist eingestellt worden, um das zu tun, was du nun einmal täglich in deiner Arbeit zu machen hast. Machst du deine Arbeit gründlich gibt es auch keinen Grund zur Kritik.

  3. #3
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Trotzdem sollte man Kritik nicht gleich als Beleidigung auffassen. Und wie oft dein Chef zum Rauchen geht, oder ein Pläuschchen hält, hat dich letztlich nicht zu interessieren. Du bist eingestellt worden, um das zu tun, was du nun einmal täglich in deiner Arbeit zu machen hast. Machst du deine Arbeit gründlich gibt es auch keinen Grund zur Kritik.
    Hallo Artemina,



    ich glaube du hast meinen Beitrag missverstanden.

    Es geht mir darum, dass ich dieses Über- und Unterordnungsprinzip in Form von Chef und Mitarbeiter grundsätzlich in Frage stelle, weil ich der festen Überzeugung bin, dass dies die Ursache von Mobbing ist. Wir sind alle gleich und keiner sollte dem anderen in irgendeiner Weise übergeordnet sein.

    Ich habe einfach ein anderes Menschenbild und in dem kommen solche Strukturen einfach nicht vor.

    Mein angebrachtes Beispiel mit dem langsamen Arbeiten und dem rauchenden Chef ist auch nicht was mir passiert wäre. Es ist ein Beispiel um zu verstehen was ich damit sagen will.
    Geändert von XSonnenblumeX (12.09.2019 um 13:35 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    wir sind alle gleich???? Das möchte ich aber sehr bezweifeln. So war es nie, und so wird es auch nie sein. Dabei meine ich nicht nur Bildungs-oder Intelligenzunterschiede, einbezogen sind auch Talente, Führungsqualitäten und eine ganze Reihe anderer Dinge. Ich habe mich in meinem Berufsleben nie als " untergeordnet" empfunden und hatte das Glück, dass meine Chefs/Vorgesetzte Persönlichkeiten waren, die aufgrund ihrer Kenntnisse und der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen diese Positionen zu Recht inne hatten. Das mag im öffentlichen Dienst anders sein, deshalb aber die Strukturen insges. anzuzweifeln bewz. abzulehnen ist nicht richtig zu Ende gedacht.

  5. #5
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Hallo cinderella,Selbstverständlich sind Menschen unterschiedlich veranlagt: der eine hat ein Talent für Zeichnen, der andere kann besser Rechnen und der andere gut komplexe Zusammenhänge erfassen.Aus dieser Tatsache heraus allerdings ein Recht abzuleiten, dass Person X über Person Y bestimmen darf, halte ich nicht nur für fragwürdig, sondern für grundfalsch.Ich kritisiere das gesamte System in dem wir leben massiv und behaupte, dass Mobbing genau deshalb existiert, weil eben hierarchische Unterschiede zwischen Menschen gemacht werden.Im Grunde befinden wir uns in einem Gefängnis, das von der Mehrheit der Menschen nicht als solches wahrgenommen wird, weil es uns bereits in der Schule beigebracht wird, unsere Autorität über uns selbst an der Tür zur Arbeit abzugeben. Dieser Missbrauch fängt ja bereits schon in der Vorschule an, wo Kinder früh lernen, dass sie besonders leistungsfähig sein müssen, um gegen die harte Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen.Vor der Industrialisierung im 19. Jahrhundert waren die Produktionsmittel und die Betriebe in einer Hand (und das war weit vor einer Zeit, in der es sowas wie eine DDR gab). Zwischen den Produktionsmitteln und den Produzenten fand dann eine Trennung statt, die mit Gewalt durchgedrückt wurde und jeder Aufstand dagegen niedergeschlagen wurde. Wenn man so will, war das nichts anderes als das was in der DDR passiert ist: Enteignung.Man kann diesem System auch nicht entkommen, denn jeder Jobwechsel oder Gang in die Selbstständigkeit würde ja insgesamt nichts ändern.Wir leben leider in einer Welt, wo der Mensch vom Kapital unterdrückt wird. Wieso müssen Rentner Pfandflaschen sammeln, während sich das Vermögen von den Reichen durch reines Nichtstun rasend schnell vermehrt?Warum kann es den Menschen nicht einfach gut gehen? Wieso muss eine Angstkulisse von der Regierung aufgebaut werden (Verlasst euch nicht auf die Rente, sondern sorgt privat vor), bei der Menschen kaputt gemacht und geknechtet werden?Ist das der Sinn vom Leben?Es ist nichts anderes als ein modernes Sklaventum - und wir alle finden es in Ordnung.

    Die Regierung wird ja u.a. von einer Partei gestellt, die im positiven Sinne von sich behauptet christlich zu sein. Ich behaupte und ohne zu übertreiben: Falls es wirklich eine Hölle gibt, so ist die hier auf dieser Erde und beginnt nicht erst nach dem Tod.

    ich könnte noch so viel mehr schreiben, von schlechter Ernährung durch brutale Massentierhaltung und daraus entstehenden gewollten Krankheiten, wofür wiederrum Medikamente der Pharmaindustrie und von der Krankenversicherung bezahlt, benötigt werden. Aber ich belasse es dabei.
    Geändert von XSonnenblumeX (13.09.2019 um 08:16 Uhr)

  6. #6

    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Hallo Sonnenblume,

    aus meiner Sicht sollte sich jeder einer Kritik stellen. Es ist eine grundlegende Führungsaufgabe, Kritik zu äußern, wenn das Ergebnis der Arbeit unbefriedigend ist.

    Eine schlechte Behandlung ist ein sehr subjektives Erlebnis. Ob sich jemand schlecht fühlt und welche Kommunikation dieses Gefühl auslöst, hängt auch von der Persönlichkeit des Empfängers ab. Auch die Tagesform spielt eine Rolle.

    Jeder kann immer nur sich selber verbessern. Die Hoffnung, der Andere würde sich irgendwann ändern, braucht oft sehr langen Atem. In diesem Sinne halte ich persönliche Weiterbildung für den einzigen Weg. Nur wer sein eigens Verhalten anpassen kann, wird auch beim Gegenüber eine Veränderung erleben. Geben ist hier seliger als eh en.

    Die Konfliktkultur einer Organisation spielt hier eine wichtige Rolle. Wie gehen die Führungskräfte mit Feedback um, wenn sie selber Fehler gemacht haben? Veränderungen brauchen viel Zeit und immer auch Impulse durch neue Kollegen.

    Übrigens gibt es Untersuchungen die direkte Zusammenhänge zwischen Konfliktkultur und Krankenstand belegen. Den Frust und Druck machen krank
    Mediation-beckmann.de

  7. #7
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Hallo XSonnenblumeX

    Natürlich gibt es sittliche Grenzen, sogar gesetzliche, die ein Vorgesetzter eigentlich nicht überschreiten darf. Trotzdem passiert dies häufig und sogar immer häufiger.

    Die Frage ist daher eigentlich anders herum zu stellen warum Menschen in Führungspositionen bestellt werden, die wahrnehmbar der Erfüllung von sittlichen und gesetzlichen Ansprüchen nicht genügen.

    Ob mich eine Kritik innerlich verletzt oder nicht liegt immer in den Augen des Betrachters. Also mir selbst. Damit habe ich das eigentliche Problem und nicht derjenige der diese Kritik äussert.
    Ob nun berechtigt oder nicht teilt mir der Kritikgeber seine Befindlichkeit zu einem Sachverhalt oder Beziehungsverhältnis mit. Das kann einerseits schön und nett, andererseits aber auch das krasse Gegenteil dessen sein.
    Viele Menschen und damit auch Vorgesetzte besitzen nur noch einen geringen Teil der sozialen Kompetenzen die unser Mütter und Väter durchaus noch inne hatten.

    Der Mensch ist heute mehr denn je Egoist und dementsprechend verhält er sich auch. Den Menschen heute fehlen mehr denn je die Zwischentöne mit denen man jedem Menschen eigentlich alles sagen kann.
    Mit Taktgefühl und Anstand gelingt es jede Kritik wirkungsvoll vorzutragen ohne den anderen zu verletzen.

    Bei einem Mitarbeiter der sehr starken und sehr belästigenden Körpergeruch verströmte habe ich mich beispielsweise schon vorab dafür entschuldigt für das was ich ihm nun mitteilen möchte.
    Mit diesem Intro war das darauf folgende Gespräch das auf eine sehr sehr intime Ebene zielte kein Problem mehr.

    Hätte ich angefangen mit: "Sie stinken wie ein Pferd!" wär es das wohl gewesen. Er hätte mir wohl keine Sekunde mehr zugehört. Zudem hätte ich jede Form des Anstandes verletzt.

    So steht es auch dem Mitarbeiter gut, wenn er sich in die Offensive begibt statt abzuwarten was der Chef irgendwann zu sagen hat. Und wie kommst, der Chef im Druck der sich über gewisse Zeit aufgebaut hat meist mit einer Kritikform herausplatzt die dann unangemessen ist oder gar darüber hinaus.
    Was übrig bleibt ist Wut auf beiden Seiten. Beim Chef warum der oder die das selbst nicht merkt und er erst aktiv werden muss. Der Mitarbeiter warum der Chef so patzig geworden ist wenn nicht sogar am Rande der Beleidigung operiert mit seiner Kritik.
    Ein Chef oder besser VG der es nicht gewohnt ist regelmässig Mitarbeitergespräche zu führen läuft daher schneller Gefahr sich im Ton zu vergreifen als einer der das täglich macht und seinen Mitarbeitern möglichst direkt, diskret unter 4 Augen und damit auch annehmbar Feedback gibt. Der jedes Kritikgespräch auch damit abschliesst was er am Mitarbeiter besonders schätzt und dieser so auch eine positive Botschaft mitnimmt die ihn bestärkt sein Bestes zu geben.

    Mein Credo und meine Empfehlung ist es immer den Dingen voraus zu eilen. Als Mitarbeiter habe ich mit stets in regelmässigen Abständen Feedback geholt bei meinen VG. Ich habe nie auf den Termin des jährlichen MA Gespräches gewartet. (wenn es denn eines gab)
    Das machte es mir leicht meinen Standort und meine Leistung abzufragen und ständig zu verbessern. Meinem Chef es leicht fällt mit mir diese Dinge deutlich entspannter zu erörtern da ich ja derjenige war der nachgefragt hat und im Detail wissen will was gut und was besser gemacht werden kann/muss.
    So hatte ich auch immer eine gute Beziehung zu meinen VG auf Augenhöhe. Wo das nicht gelang habe ich die Konsequenzen gezogen und bin gegangen.

    Nichts auf der Welt ist es wert um es mit Sorgen zu erkaufen
    Napoleon Hill

    In diesem Sinne
    Gruss Compliance

  8. #8
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Hallo Compliance,

    danke für deinen Beitrag, nur klingt er so schön theoretisch (ist nicht böse von mir gemeint).

    Es ist richtig, dass heute Leute in Führungspositionen gesteckt werden, die nur die formalen Voraussetzungen (also der entsprechende Abschluss) erfüllen. Nur weiß wohl jeder, dass das mit der Eignung gar nichts zu tun hat.

    Ein Chef oder besser VG der es nicht gewohnt ist regelmässig Mitarbeitergespräche zu führen läuft daher schneller Gefahr sich im Ton zu vergreifen
    Meine Chefin ist so eine.
    Wir haben bei uns keine Mitarbeitergespräche.
    Sie hat mich vor vielen Jahren einmal zu sich ins Büro bestellt und hat mich übel angegangen, dafür hasse ich sie bis heute bzw. ich fühle mich bis heute ungerecht behandelt.

    Lustigerweise (oder eigentlich dramatischerweise) ist es so, dass zur Zeit eine andere Kollegin von mir richtig übel gemobbt wird. Nicht von meiner Chefin.
    Ich bin der einzige der mit ihr darüber redet - es interessiert sonst niemanden. Obwohl doch jeder wissen sollte, was so etwas mit Menschen macht.
    Aber es zeigt mir, dass auch ich mir das nicht eingebildet habe.
    Ich werde sie wahrscheinlich auch zum Personalrat begleiten.

    Den Kontakt zu meiner Chefin versuche ich zu vermeiden und spreche im Grunde so gut wie gar nicht mit ihr bzw. ich versuche sie so gut es geht zu ignorieren, von einem neutralen "Guten Morgen" abgesehen.
    Dabei wäre es als Vorgesetzte ihre Aufgabe den Kontakt zu mir zu suchen und ihn auf der Mitararbeiterebene zu halten. Dazu ist sie unfähig (oder will es nicht, oder beides).

    Kündigen? Den Gefallen tue ich ihr nicht. Das muss sie schon machen. Das Problem ist nur: Das wird dann richtig teuer für den Arbeitgeber.

    Ob mich eine Kritik innerlich verletzt oder nicht liegt immer in den Augen des Betrachters. Also mir selbst. Damit habe ich das eigentliche Problem und nicht derjenige der diese Kritik äussert.
    Richtig, nur heute glaube ich, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss. Nur lernt man so etwas leider weniger in jungen Jahren und lässt das über sich ergehen, so wie ich es tat.
    Heute würde ich ganz anders reagieren und ihr sagen, dass ich nicht ihr Sohn oder Vater bin mit dem sie vielleicht so reden kann.
    Geändert von XSonnenblumeX (06.11.2019 um 13:00 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Hallo XSonnenblumeX

    ein recht herzliches Dankeschön erst einmal für Deine Antwort :-)

    Kann sein, dass sich das alles für Dich sehr theoretisch anhört. Tun Dinge immer wenn man sie so vielleicht noch nie betrachtet oder noch besser ausprobiert hat.

    Deine Chefin ist offenbar ein richtiges "Schätzchen". Ein Mensch dem Menschen und deren Gefühle so ziemlich egal sind, womit wir wieder beim Egoisten wären.
    Damit ist auch schnell erklärt warum es in ihrem Verantwortungsbereich Mobbing gibt. Dann sind die MA ja mit sich selbst beschäftigt und sie hat ihre "Ruhe".
    Es ist irgendwo bewundernswert, dass Du das dort aushältst. Solange Du nicht in direkten Kontakt mit der Chefin kommst scheint das für Dich noch akzeptabel zu sein.
    Da sie Dich weitgehend scheinbar ebenso zu meiden versucht, dürfte es dementsprechend auch wenig Berührungspunkte geben.
    Solange die Arbeit läuft scheint es eine Art Waffenstillstand zu geben. Doch was passiert wenn das einmal nicht der Fall ist?

    Dass Du dort wirklich glücklich bist kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Und auch dass Du den Tag kommen siehst, an dem es wieder zu einer Auseinandersetzung kommen wird.
    Daher vielleicht auch Deine Frage wie und ob man dem Chef auf Augenhöhe begegnet, sprich der Andere, wer immer das auch sein mag, kein Recht hat Dich runter zu putzen wie schon einmal.

    Darauf gibt es nur eine Antwort: Es ist immer die Frage was es Dich kostet. Was es Dir wert ist?
    Entweder kostet es Deine Selbstachtung, wenn Du alles ohne Gegenwehr über Dich ergehen lässt, oder, wenn Du dagegen hältst, den Job wenn Du Pech hast.
    Ob bewusst oder unbewusst läuft diese Pro und Contra Rechnung immer im Kopf ab. In diesem Fall wie bei vielen anderen Dingen auch.

    Die Frage ist also nicht ob man sich alles gefallen lassen muss, sondern was ich bereit bin zu opfern, welchen Preis ich, um meiner Selbstachtung willen, zu bezahlen bereit bin.

    Ist mir meine Selbstachtung Goldes wert, so ist die Entscheidung klar. Dass man sich überhaupt nichts von dieser Art und Weise gefallen lässt. Selbst oder gerade dann wenn es den Job kostet.
    Dann ist man durch nichts und niemanden erpressbar!
    Ist mir meine Selbstachtung anders herum nicht so wichtig, so werde ich mich eben im wahrsten Sinne des Wortes immer soweit prostituieren (müssen), um sowohl den Job zu behalten als auch damit das monatliche Gehalt.
    Je abhängiger ich bin vom Job (innerlich durch die Angst vor der Veränderung oder durch selbst herbeigeführte Umstände wie z.B. Ver-/Überschuldung) oder, vielleicht treffender, vom Gehalt, desto mehr werde ich mir gefallen lassen müssen. Ansonsten streiche ich eben die Segel. Wenn es sein muss sofort und auf der Stelle. So einfach ist das.

    Man muss sich daher eigentlich gar nichts gefallen lassen. Je höher mein Grad innerer wie äusserer Freiheit desto unbeschwerter lebe ich von solchen Entscheidungslasten.
    Was wir uns alles gefallen lassen wird daher bestimmt durch den Grad unserer gelebten inneren wie äusserlichen Freiheit.
    Das ist keine Theorie sondern alltagstauglich.

    Frag Dich was Dir wirklich wichtig ist und Du wirst die Antwort bekommen die Dich weiterbringt. Denn DU hast auch bisher die Antwort gefunden die für Deine Situation und Person die allerbeste ist. In Dir selbst und nicht da draussen.
    Weder ich noch jemand anders kann Dir diese Antwort geben denn die Anderen oder ich sind nicht Du ;-)
    Du bist ein Unikat eine einzigartige Persönlichkeit die es so nicht noch einmal auf Erden gibt. Wie soll ich eine Antwort auf eine Frage formulieren, die sich niemals mit Deinen Lebenserfahrungen decken wird.
    Das Einzige was ich Dir geben kann ist das Mitteilen meiner Erfahrungen. Das Urteil ob diese für Dich konkret hilfreich sind oder nicht triffst immer nur Du allein.

    Ich drück Dir fest die Daumen, dass Du der gemobbten Kollegin helfen kannst mit der Situation fertig zu werden.
    Alleine Deine Anteilnahme ehrt Dich und lässt mich einmal mehr hoffen, dass gelebte Mitmenschlichkeit und Mitgefühl noch nicht in allen Menschen gestorben ist.
    Vielen Dank für Deinen Mut und Deine Mitmenschlichkeit, die Du Dir trotz aller Widrigkeiten bewahrt hast.

    Viele Grüsse
    Compliance

  10. #10
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    Standard AW: Wo sind die Grenzen des Chefs / sich auf Augenhöhe gegen Kritik wehren

    Hallo Compliance,

    sorry dass ich mich jetzt erst melde.
    Ich werde mich noch auf deinen Beitrag ausführlich melden.
    Falls du es nicht gesehen haben solltest, ich habe dir eine PN geschrieben.

    Liebe Grüße

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