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Thema: Ist das Mobbing?

  1. #1
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    Standard Ist das Mobbing?

    Hallo zusammen. Ich arbeite seit zwei Monaten in einem neuen Betrieb und bin branchenfremd. Ich sitze allein mit meinem Kollegen (10 Jahre betriebszugehörigkeit) im Büro und dieser arbeitet mich ein bzw. Ich arbeite in Zukunft mit ihm weiter. Er beleidigt mich jeden Tag, wie dumm ich sei, wirft mir Beleidigungen an den Kopf und reagiert wütend wenn ich ihn etwas frage. Leider sieht es so aus, dass ich mich in einer schlechten Situation befinde. 1. weil er schon so lange im Betrieb ist und 2. weil ich weiter mit ihm zusammen arbeiten muss. Ist das bereits Mobbing für euch? Wie würdet ihr reagieren? Danke vorab

  2. #2
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Wie beleidigt er Dich ? Was sagt er ?

  3. #3
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Beleidigungen wie ich wäre zerstreut, ich hätte ja eine Psychose, ich wäre dämlich. Um nur einiges zu nennen.

  4. #4
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Goofy,

    ein schlechter Einstieg in den neuen Job. Schlechter er nicht sein könnte.
    Das Verhalten des einarbeitenden Kollegen ist vollkommen inakzeptabel.
    Für mich kein Mobbing, das eher hinterrücks durch eine ganze Gruppe dynamisiert wird, sondern das Verhalten eines mit der Aufgabe der Einarbeitung fälschlich gewählten und daher auch überforderten Mitarbeiters.
    Einer, der, ob seinem Frust die Arschkarte gezogen zu haben, auch noch keinen Funken Anstand besitzt und seinem Frust Dir gegenüber ungezügelt freien Lauf lässt.

    Dazu kommt der Druck der auf dem Kollegen lastet neben Deiner Einarbeitung auch noch das Tagesgeschäft abzuwickeln. Die Firma muss ja auch Geld verdienen und dazu muss auch er seinen Aufgaben gleichzeitig nachkommen.
    Das ist vielleicht eine Erklärung jedoch keineswegs eine Entschuldigung für eine derart derbe wie ehrenrührige Ausdrucksweise und Verhalten.
    Man kann über alles reden aber Urteile über die Person haben als solche keinen Platz!

    So kannst Du nicht arbeiten und schon gar keine Leistung erzeugen, weil Du ständig in Stresshormonen schwimmst, die Dir zudem verunmöglicht einen klaren und strukturierten Gedanken zu fassen.

    Hast Du Dich schon einmal bei seinem Vorgesetzten über die Situation ausgetauscht? Und wenn ja was meint der Chef oder VG des einarbeitenden Kollegen zur Situation?
    In welcher Branche bist Du tätig? Auf dem Bau vielleicht? Weil dort herrscht ein anderer, viel rauerer Ton als dort wo du vielleicht herkommst.
    Das würde ggf. das eine oder ander erklären, wobei einem Baupolier das Wort "Psychose" ggf. eher nicht zum Wortschatz gehört....

    Und weiter: Wie sehen die Prognosen aus? Was hast Du für einen Plan B in der Tasche? Weil so wie das aussieht könnte Dein Arbeitsverhältnis zum Ende der Probezeit ja enden wenn der Kollege nur solch überaus schmeichelhafte Bezeichnungen für Dich übrig hat?!

    Bin gespannt auf Deine Antwort

    Gruss
    Compliance

  5. #5
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Compliance,
    du scheinst über eine gute Menschenkenntnis über diesen Kollegen zu haben. Genauso sehe ich es auch. Ich denke er ist gefrustet über seine Situation auch im privaten. Das Gefühl hat auch eine Kollegin die mir ähnliches mitteilte. Er hat seine Emotionen nicht im Griff. Ich arbeite nicht auf dem Bau �� sondern in einem Vertriebs unternehmen. Die Prognose sieht so aus, dass ich für neue Projekte eingespannt wurde und weiterhin mit ihm im Büro arbeiten muss. Leider. Falls es jedoch bald zu einem Mitarbeiter Gespräch kommen sollte mit der Geschäftsführung, dass ich das erwähnen muss. Der Arbeitsmarkt sieht hier momentan nicht rosig aus. LG Goofy

  6. #6
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Goofy,

    erst einmal Danke für die Antworten :-)
    Sieht so aus, als würde der Kollege mit allen anderen Kollegen auch so umgehen wie mit Dir. Das hat ja auch eine Kollegin von Dir bestätigt.
    Es scheint also ein Wesenszug dieses Menschen zu sein. Damit ist schon einmal der Vorteil gegeben, dass es nichts mit Dir persönlich zu tun hat. Er ist einfach so wie er ist.
    Kein Mensch muss anständig zu uns sein. Auch wenn wir dies erwarten wenn wir anständig mit unseren Mitmenschen umgehen muss der andere nichts so sein wie wir uns das vielleicht wünschen.

    Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten diese Situation anzugehen. Hier nur ein paar Möglichkeiten die den Sinn dieser Tätigkeit für die Kunden wie Dich selbst, wie sich die zwischenmenschliche Beziehung zum Kollegen in deinem Kopf entwickelt sowie die Betrachtung der Eskalation bis zum bitteren Ende abzubilden versuchen.

    1. Frage Dich warum Du dort überhaupt angetreten bist. Macht Dir die Aufgabe an sich Spass und wie begegnet Dir der Rest der Kollegen. Wenn die auch so sind wie der Einarbeiter, dann stellt sich die Frage wie lange Du das auszuhalten gedenkst bzw. vermagst. Sind die übrigen Kollegen okay, so kann man auch mit "nur" einem Ar... am Ende zurecht kommen. Denn wirklich ernst nimmt diesen Menschen wahrscheinlich auch sonst niemand mehr.
    Also Durchzug schalten wenn er mal wieder einen Ausbruch hat und wenn er fertig ist fragen: "Ich verstehe nicht was sie mir eigentlich mitteilen wollen, bzw. was ich aus dem was sie mir gerade gesagt haben eigentlich lernen kann damit es beim nächsten Mal besser klappt?" Dann mag er vielleicht erneut ausstecken, doch dann ist wirklich sonnenklar wer hier das eigentliche Problem hat ;-)

    2. Frage Dich: Was gibt es Gutes an diesem Menschen? Etwas muss da ja sein das er ausserordentlich gut macht sonst wäre er vermutlich nicht mehr dort beschäftigt. Man kommt an solche Menschen durchaus heran wenn man trotz ihrer Ungehobeltheit auch mal was freundliches, anerkennendes zu Ihnen sagt. Und nichts eignet sich besser als bei den unbestreitbaren Stärken dieses Menschen den Faden aufzunehmen. Vielleicht mangelt es ihm an echter Anerkennung seiner Leistung, was ich durchaus vermute, bzw. ins Kalkül ziehe. Sein Frust über was auch immer muss ja irgendwoher kommen und irgendwer wird schlussendlich zur Zielscheibe für dies Entladung dieses "Overload".
    Zum Beispie mitl: "Wissen Sie Herr X Sie sind in meinen Augen so kompetent, dass ich mich frage warum Sie eigentlich stets so ungehalten sind? In meinen Augen haben sie das eigentlich nicht nötig? Sehen Sie ich bin neu hier und gewiss eine Träne im Moment und kann Sie noch nicht so unterstützen wie Sie sich das wahrscheinlich wünschen. Ich bin wie viele andere hier auf Ihr Know How angewiesen. Ich möchte mit Ihnen kooperieren und mein Bestes geben, damit auch Sie es in Zukunft leichter haben und sich weniger ärgern müssen. Warum machen wir beide es uns eigentlich so schwer?"

    3. Du kannst das Ganze in einen offenen Streit eskalieren. Das Recht hättest Du dazu gewiss allemal. Er hat Grenzen überschritten die man eigentlich nicht überschreiten darf. Doch was nimmt der Kollege dann mit? U.U.: Siehst keiner hier mag mich, dann ist es nur recht und billig meinerseits die anderen auch nicht zu mögen!" Wird bzw. ist das was er mit seinem Verhalten herbeiführt, bewusst oder nur unbewusst, sein Lebens-Script, seine Selbsterfüllende Prophezeiung.
    Im Grunde ein armer Mensch, der nicht gelernt oder erfahren hat was Liebe und Zuneigung ist und im Leben bedeutet. Hat er sich eine Panzer aus Eis zugelegt der nur durch menschliche Wärme schmelzen kann.
    Denke den offenen Streit bis zum Ende und beurteile dann, rechne nach was euch beide das kosten wird....

    4. Du bist im Vertrieb tätig. Er auch. Als Vertriebsmitarbeiter verkauft ihr die Befriedigung von Wünschen an eure Kunden. Seien das nun Dienstleistungen oder Produkte. Das ist einerlei.
    Was aber wenn ihr dabei zutiefst unglücklich seid? Wie gut könnt ihr anderen Menschen ihre Wünsche erfüllen, wenn ihr selbst, Du und er, zutiefst unglücklich seid?
    Frag ihn doch mal am Morgen mit einem Lächeln. "Und Herr X wie fühlen Sie sich denn heute?" "Hatten Sie ein schönes/erholsames Wochenende nachdem ich Sie so gestresst habe?"
    Wenn er patzig kommt solltest Du nicht gleich aufgeben. Dann weisst Du wenigsten gleich woran Du bist und hast die Explosion schon vorweg genommen.
    Mir sagte einmal einer: "Das geht Sie einen feuchten Dreck an" Ich dann: "Okay" und bin einen Schritt zurück gegangen und schob hinterher: "Dann lass ich Sie wohl besser heute in Ruhe."
    Doch noch bevor der Tag zu Ende ging, hat er sich bei mir entschuldigt. Jemandem der etwas nettes zu uns sagt so anzupatzen hinterlässt meist ein schlechtes Gewissen. Zumindest wenn noch ein letzter Funke guter Kinderstube in solch einem Menschen vorhanden ist.

    Trotz allem und wenn der Jobmarkt noch so schlecht aussieht, solltest Du Dir vielleicht doch Gedanken machen einen Plan B zu entwerfen. Denn wenn alle guten Bemühungen am Ende doch ins Leere laufen, wirst Du am Ende dort nie glücklich werden können. Diese dauernde Belastung mit Distress wird sich in den Beziehungen am AP wie deinem übrigen Leben ausbreiten wie ein Krebsgeschwür das Dich von innen zerfrisst....

    Es gibt immer einen Weg. Die Voraussetzung dafür ist jedoch der Wille....
    Der Krieg, ob Angriff oder Verteidigung, so möchte ich noch anfügen, ist jedoch immer die schlechteste aller Optionen.

    Viele Grüsse
    Compliance

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