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Thema: Diskriminierung am Arbeitsplatz und Kündigung

  1. #1
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    Standard Diskriminierung am Arbeitsplatz und Kündigung

    MeinVorstellungsgespräch verlief sehr positiv. Ich war die beste Bewerberin fürdiesen Platz, trotz meiner Behinderung. Der Arbeitgeber sagte mir beimVorstellungsgespräch, dass er sich sehr gut vorstellen könnte, micheinzustellen. Der Grund dafür war unter anderem auch, dass an diesem Standortbereits eine schwerhörige Kollegin arbeitete und wenn ich dazu käme, könnte ersich eine gute Zusammenarbeit und Austausch mit dieser Kollegin vorstellen. Ichwar ebenfalls sehr froh, eine hörgeschädigte Kollegin in der Firma zu haben.Ich war auch einverstanden als Krankheitsvertretung zu arbeiten.Ich habe michsehr auf meinen ersten Arbeitstag gefreut. Allerdings bekam ich von Anfang anleider keine Unterstützung und Hilfe seitens der Kollegen. Der Vorgesetzte hatmich allein gelassen und nicht in die Abläufe in der Abteilung angeleitet.In den ersten3 Wochen bemerkte ich bereits, dass es in der Abteilung etwas nicht stimmte.Während der Probezeit wollte ich in der Abteilung so viel wie möglich Aufgaben,Kollegen und Vorgesetzten kennen lernen. Dies benötigte allerdings Zeit.Bereits in der ersten Arbeitswoche begann eine Kollegin mich zu mobben. Dassteigerte sich so, dass ich immer mehr Stress und Druck durch die Kollegenerfuhr. Obwohl ich meine eigenen Aufgaben zu bewältigen hatte, musste ichnebenbei noch einige anderen übernehmen.Ein paarKolleginnen hatten hinter meinem Rücken negativ über mich gesprochen undabfällig über meine Behinderung geäußert. Nach einiger Zeit hatte die Kollegin,die mich gemobbt hat, immer mehr Kollegen dazu angestiftet mich auch zu mobben.Als ich meine hörgeschädigte Kollegin darauf angesprochen habe, hatte sie mitUnverständnis in meine Richtung regiert und wollte mit mir darüber überhauptnicht sprechen. Sie war regelrecht aufgebracht, dass ich sie über das Themaangesprochen habe. Ich war oft allein und von den anderen Kollegen isoliert.Irgendwann wollten mir keine Kollegen mehr behilflich sein oder etwas erklären.Ich habebereits sehr früh zusammen mit dem Personalrat sowohl bei LVR als auch inZusammenarbeit mit IFD einen Antrag auf Arbeitsassistenz gestellt. Leiderdauerte die Bearbeitung dieses Antrages sehr−sehr lange, sodass ich bis zumSchluss keine Arbeitsassistenz erhalten habe. Ich hatte diese Problematik auchbeim Arbeitgeber geäußert und dieser hat mir zugesagt, Gelder für einenDolmetscher zur Verfügung zu stellen. Allerdings kamen diese Gelder erst im November,nachdem mir bereits gekündigt wurde. Zu dieser Zeit war ich bereits arbeitslos.Nachdem ichendlich einen Dolmetscher bestellen konnte, habe ich versucht mit meinenKolleginnen einen Austausch und klärende Gespräche zu führen. Diese Gesprächesind aber meist negativ verlaufen, da meine Kollegen zu keinem Austausch bereitwaren. Es gab meistens Vorwürfe in meine Richtung, dass ich nicht schnell genugarbeiten würde und die Aufgaben nicht schnell genug begreifen würde, was vonmir aber stets verlangt wurde. Aufgrund der fehlenden Einarbeitung durch meineKollegin konnte ich aber nicht alles in der kurzen Zeit umsetzen.Wir hattenschlussendlich einen Gesprächstermin mit allen Kollegen und meinem Vorgesetztengehabt, wo die ganze Abteilung anwesend war. Ich habe zu diesem Zeitpunktbereits einen Entschluss gefasst, nicht mehr in der Abteilung arbeiten zuwollen. Das war einfach zu viel Druck und es hat mich sehr belastet, auchgesundheitlich, in so einem Umfeld arbeiten zu müssen. Zwischenzeitlich hatte ich bei eineranderen Abteilung als eine kurzfristige Aushilfe tätig. Ich habe sofortgemerkt, dass das Team in dieser Abteilung ganz anders war und ich habe michdort sehr wohl gefühlt. Leider konnte ich in diese Abteilung nicht wechseln, dadort leider keinen freien Platz mehr gab.
    Es war ein sehr schwerer und emotionalerMoment für mich, als ich einen Vorschlag zum Aufhebungsvertrag gemacht habe,gerade wegen der Angriffe gegen mich seitens der anderen Kollegen aus meinerAbteilung. 2 Tage später bekam ich eine E-Mail von meinem Arbeitgeber, dass derAufhebungsvertrag aufgrund der falschen Formulierung abgelehnt wird.
    Nach diesemGespräch war ich lange krankgeschrieben. Ca. 3 Wochen später bekam ich eineKündigung, in der viele Unwahrheiten standen. Ich war innerlich verletzt undgeschockt über die Formulierungen in der Kündigung. Daraufhin habe ich sofortbeim Personalrat und auch bei der IFD angerufen.Ich habeberichtet, dass in der Kündigung folgendes stand: „Die Kolleginnen beklagensich bei Herrn……über ein verbal und Körperlich zunehmend aggressives Auftretenvon Fr….“ Sie haben meine starke Mimik, Gestik und Körpersprache beim Gebärdenmit aggressiven Verhalten verwechselt. Zumal weiß ich, dass mein Vorgesetztenicht jeden einzelnen Kollegen gefragt hat, wie ich mich Verhalten habe. Woherweiß er, dass ich mich aggressiv Verhalten habe? Ich weiß bisheute nicht, warum diese Kollegen so viele Unwahrheiten über mich erzählthaben, die sogar in die Kündigung mit eingeflossen sind. Ich bin mir keinerSchuld bewusst. Ich habe mich stets korrekt verhalten. Ich finde esunglaublich, dass so was überhaupt möglich ist.Ich hatte zumersten Mal in meinem Leben eine Kündigung seitens des Arbeitsgebers bekommen.Auch war ich noch nie an einem Arbeitsplatz gemobbt worden. Diese Situationbelastete mich sehr.Nach mehrerenGesprächen mit dem Personalrat und mit meinen Freunden, habe ich Mut gefasstund zum ersten Mal habe ich mich entschlossen nun einen Anwalt zu nehmen undgegen den Arbeitgeber zu klagen. Ich hatteinzwischen 2 gerichtliche Verfahren. Bei beiden Verfahren hatte ich 2verschiedene Anwälte, die im Grunde okay waren. Allerdings war ich bei beidenVerfahren nicht Hundert Prozent zufrieden gewesen. Es wurde in beiden Verfahrennicht alles beleuchtet. Es wurden keine Zeugen vorgeladen und mehrere Themengar nicht angesprochen/ behandelt. Dies habe ich in mehreren Gesprächen mit demPersonalrat erläutert. Auch der Personalrat war mit dem Ausgang des Verfahrensnicht zufrieden.Zum Abschlussstelle ich fest, dass ich froh bin nicht mehr in dieser Abteilung tätig zusein.

  2. #2
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    Standard AW: Diskriminierung am Arbeitsplatz und Kündigung

    hallo Seelenruhig,

    Du hast uns hier sehr schön ausführlich von Deiner recht unerfreuliche Situation berichtet. Allerdings bist Du ja nun mit 2 Anwälten vor Gericht gezogen. Ist es inzwischen zu irgendeinem Urteil gekommen?
    Ich denke mal, dass Du dir hier einfach mal alles von der Seele schreiben wolltest? Ich frage das, weil sich mir aus Deinen Ausführungen nicht so ganz erschliesst inwiefern wir Dir hier helfen können oder was Du an uns evtl. für Fragen hast?
    LG
    Gerdis

  3. #3
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    Standard AW: Diskriminierung am Arbeitsplatz und Kündigung

    Beim Gericht war es sehr unangenehmen.
    Das Arbeitsverhältnis zwischen mir und dem Arbeitgeber wurde beendet. Der Auslöser war die Mobbing Geschichte.

    Ich hatte damals meinen Arbeitgeber im Rahmen einer Kündigungsschutzklage verklagt. Es ging damals um die Terminierung der Kündigung.

    Einige Zeit später hatte ich noch eine Klage auf Schadenersatz gestellt, getrennt von der Kündigungsschutzklage.

    Bei der zweiten Klage hatte ich auf Schadensersatz geklagt, um die sechsmonatige Verlängerung des Vertrages. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich Schadensersatz sowohl für mein Arbeitszeugnis (was nicht richtig ausgestellt wurde) und für Mobbing erhalten werde. Allerdings entschied das Gericht, dass die Mobbinggeschichte zu der Kündigungsschutzklage gehört. Deswegen wurde meine Klage auf Schadensersatz nur auf Arbeitszeugnis bezogen.

    Folgendes kann ich aber gar nicht verstehen:

    Bei meiner 2. Klage hatte ich auch keinerlei Stellungnahme vom Arbeitgeber wegen Mobbing Anschuldigungen bekommen, obwohl wir das eigentlich angeklagt hatten.

    Der Arbeitgeber hat zwar vor Gericht ausgesagt, allerdings waren seine Aussagen ohne „Ergebnis“. Es gab keine Entschuldigungen oder Begründungen/ Erklärungen warum ich gemobbt wurde, wie diese Situation zustande kommen konnte. Es wurden auch keine Mitarbeiter angehört (laut meines Anwalts ist es wohl nicht üblich, dass bei solchen klagen überhaupt Zeugen vorgeladen werden). Für mich sah das so aus, als hätte man das einfach unter den Tisch fallen lassen. Wir wussten, dass der Arbeitgeber in dieser Sache einen großen Fehler gemacht hat und versucht hat sich rauszureden/ raus zu winden. Wie gesagt, eine Stellungnahme habe ich nicht erhalten.

    Ich würde mich über einen Meinungsaustausch sehr freuen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es mir möglicherweise in der Zukunft helfen würde. Denn, ich habe schon sorgen, wenn ich jetzt einen neuen Job anfangen würde und dort merken würde, dass ich dort gemobbt werde, bin ich mir nicht sicher was ich genau tun soll, besonders wenn ich merke, dass der Arbeitgeber mich nicht unterstützt.

    Momentan bin ich frustriert und enttäuscht, weil ich sehr gerne ein Seminar zum Thema „Führung“ und „Mobbing“ machen würde. Allerdings bekomme ich keine Unterstützung von IFD und der Rentenversicherung, sie übernehmen keine Kosten. Sie begründet es damit, dass ich jetzt arbeitslos bin und das finde ich unfair. Gerade jetzt finde ich ist es ein guter Zeitpunkt, so ein Seminar zu besuchen und daraus zu lernen. Ich möchte versuchen bei einem neuen Job besser mit solchen Situationen umgehen zu können, oder diese gar zu vermeiden.

    Falls Sie Ihre Erfahrungen mit mir teilen möchte, würde ich mich sehr freuen.

  4. #4
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    Standard AW: Diskriminierung am Arbeitsplatz und Kündigung

    Hallo Seelenruhig,

    bei einem Gerichtsverfahren wegen Mobbing wird -wie Dir dein Anwalt schon gesagt hat- kein Zeuge vorgeladen. Es würde sich im Zweifelsfall auch keiner Deiner Kollegen bereit finden dort auszusagen. Sie möchten später im Unternehmen schliesslich keine Probleme bekommen. Und Stellungnahme oder Entschuldigung vom Arbeitgeber?? Wozu soll das noch nützen? Haupsache ist, dass Du den Streit gewonnen hast.
    In künftigen Fällen solltest Du ein sog. "Mobbingtagebuch" führen sobald Du den Eindruck hast, dass eine Mobberei anfängt. Wie genau so ein Mobbingtagebuch geführt werden muss kannst Du hier im Forum bezw. auch im Internet erfahren. Es hat vor Gericht keine echte Beweiskraft, dient aber doch als Gedächtnisstütze und nützt der Klärung der Situation.
    Führungs-oder Mobbingseminare sind schon speziell. Da wirst Du auch vom Jobcenter meines Wissens keine , auch nicht zumindest anteilmäßige finanzielle Unterstützung bekommen. Aber da bin ich kein Experte. Schau Dich mal in der Volkshochschule um.Vielleicht bietet man dort solche Kurse an, und die Volkshochschule ist eigentlich immer recht preisgünstig.
    Auch in einem neuen Job wirst Du -wenn Du Pech hast- Mobbing nicht vermeiden können. Mobbing entsteht aus vielen Gründen, weil Deine Nase jemandem nicht passt, weil jhemand Deinen Posten haben will oder hatte und nun um seinen Arbeitsplatz fürchtet etc. Alles kann aber nichts muss zwangsläufig passieren. Das ist eine Glücksache. Und wie man dann reagiert hängt von der jeweiligen Situation/Mobbingart ab. Dann kommst Du am besten wieder hier in das Forum
    Dir alles Gute

  5. #5
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    Standard AW: Diskriminierung am Arbeitsplatz und Kündigung

    Bei einem Gespräch hatte ich mein Mobbingtagebuch an den Vorgesetzten, den Abteilungsleiter und die Schwerbehindertenvertreter vorgezeigt.
    Der Vorgesetzte hatte große Augen und wusste (angeblich) von nichts. Eigentlich wollten wir alle Anwesenden meine Kollegin (mit der ich Zoff hatte) zu diesem Gespräch haben. Allerdings hatte sie an diesem Tag frei. Der Abteilungsleiter hatte mich gefragt, was wir nun tun sollen. Daraufhin habe ich Abteilung wegen Mobbing verlassen. Der Vorgesetzte war zwar geschockt, hat mich aber nicht weiter unterstützt
    Eigentlich wusste er, dass meine Kollegen und ich, wir Krach hatten. Das ganze Gespräch war für mich sehr schwer und ich hatte einen Nervenzusammenbruch.
    Deswegen wollte ich auch eine Stellungnahme bekommen, damit ich mehr verstehen kann, was eigentlich los war. Warum die Kollegen mich gemobbt und geärgert hat.
    Ich möchte unbedingt zu dem speziellen Mobbing Seminar für Hörgeschädigte. Ich war auch schon vor 4 Jahren bei einem Konfliktseminar gewesen. Das war sehr bereichernd und ich habe einiges lernen können, wie man mit Konfliktsituationen umgehen kann.
    Ich finde es echt doof, dass ich erste eine Arbeit vorweisen muss, bevor ich so ein Seminar (Mobbing) besuchen kann.


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