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Thema: Vom Sinn und Unsinn des Mobbing–Tagebuches.

  1. #1
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    Standard AW: Vom Sinn und Unsinn des Mobbing–Tagebuches.

    Irgendwie habe ich dieses Mobbing-Tagebuch nie verstanden, zumindest nicht als Beweismittel. Das ist doch meine persönliche Sichtweise der Dinge, oder? Also völlig subjektiv. Natürlich kann es mir selbst helfen, später nochmal nachzuvollziehen, wie die Dinge gelaufen sind, und als solches ist es berechtigt, aber was kann ich damit beweisen? Im schlimmsten Falle kann sich jemand ein solches Mobbing-Tagebuch doch zusammenlügen, oder?

    Ich bin froh, daß mein Mobbing in erster Linie schriftlich gelaufen ist, aber selbst da ist die Subjektivität des Betrachters im Spiel. Mobbing nachzuweisen ist leider in den meisten Fällen schwierig und da sein Recht zu bekommen wohl auch Glückssache .

  2. #2
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    Standard AW: Vom Sinn und Unsinn des Mobbing–Tagebuches.

    Habe diesen Beitrag eben erst gefunden. Wollte aber doch noch meinen Senf dazu geben.

    In mitten meines Traumas Mobbing war ich nicht in der Lage mich privat hinzusetzen und mich nochmal damit zu befassen.

    Es ging nicht!

    Auch gestern wieder erlebte ich in der Selbsterfahrungsgruppe eine einst starke nun völlig gebrochene Frau, die absolut handlungsunfähig geworden ist und meiner Meinung nach dringend aus diesem Prozess erst mal raus muss.

    Sie ist selbst im Betriebsrat und weiß jedem zu raten.

    Doch nun weint sie unentwegt, ist kaum in der Lage, ihren Haushalt zu führen. Geschweige denn konzentriert zu arbeiten.

    Ich finde das eine Zumutung, von den schwer Betroffenen zu erwarten, dass sie auch noch Buch über derlei führen sollen.

    Denn oft ist der Prozess Mobbing so schleichend, auch glaubt man zunächst an seine bekannten Kräfte, die doch immer zur Verfügung standen, bis man eines Tages so zermürbt ist und nicht zuletzt vor einem Haufen Scherben steht, ohne recht wahrzunehmen, wie dieser Prozess in das Privatleben greift, in die Freizeit, in die Ehen, in die Erziehung der Kinder.

    Auch der Rat, sich schnell Hilfe zu holen ist sicher gut, aber durch dieses Schleichen eben auch nicht immer umsetzbar.

    Ich, als erstmaliges Opfer habe nun die Antennen in Zukunft sicher den Anfängen zu währen. Jedoch gestandenen Männern und Frauen, die sich derlei in ihrem langen Berufsleben nie ausgesetzt sahen oder wie ich ja auch, immer mobbenden Kollegen die Stirn bieten konnten,
    können nur schwer begreifen, wie sie da hinein geraten konnten.

  3. #3
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    Standard AW: Vom Sinn und Unsinn des Mobbing–Tagebuches.

    ich habe seit einiger Zeit ein Tonbandgerät und nach jeden Vorfall versuche ich mein Bericht aufzunehmen. Schreiben tue ich wenn ich kann, aber in den Tonband sprechen, schaffe ich mit samt Gefühlsausbrüche
    Ethik

  4. #4

    Standard AW: Vom Sinn und Unsinn des Mobbing–Tagebuches.

    Tagebücher sind immer gut, auch das Mobbing-Tagebuch, wenn es auch als Beweismittel überhaupt nichts bringt. Aber den meisten Leuten hilft es, einfach niederzuschreiben und erst mal das Geschehen aus dem Kopf und auf das Blatt zu bringen. Nachdem dann bei mir das Schlimmste vorbei und ich einigermassen gesundheitlich wieder genesen war, habe ich mir das Tagebuch hervorgeholt und angefangen zu schreiben und zu schreiben, und es ist ein Roman daraus geworden. Vielleicht hilft meine Geschichte ja dem einen oder anderen Betroffenen, klar nicht rechtlich, sondern eher seelisch, habe ich mir so gedacht und das Buch veröffentlicht. "Einen schönen guten Tag!" nennt es sich. Ich kann nur sagen, Kopf hoch, es geht alles einmal zu Ende und es gibt immer wieder einen Neuanfang. Der Job ist nicht alles im Leben, und er darf dieses nicht kaputt machen.
    (ISBN 978-3-86557-242-4)

  5. #5
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    Standard AW: Vom Sinn und Unsinn des Mobbing–Tagebuches.

    Ein Tagebuch ist dann wichtig, wenn Mobbing ausgeübt wird und wir nicht nicht der Lage sind,
    Tatzeit, also Datum + Uhrzeit und den Tathergang aus dem Kopf jederzeit herbei zu zitieren.
    Da Mobbing aus vielen kleinen Einzelhandlungen besteht und oft ohne Wissen des Opfers Intrigen
    gesponnen werden, die sich nur in zahlreichen kleinen Gesten zeigen, ist so etwas eben hilfreich
    Man neigt eben dazu sich nur die wirklich drastischen Taten zu merken,
    die allein stellen aber oft nur die Spitze des Eiberges dar.
    Daher kann ein Tagebuch einem helfen, sich einen Überblick zu verschaffen.
    Es hilft ausserdem, belastende Dinge auszusprechen bzw niederzuschreiben.
    Ausserdem ist es oft so, dass jemandem, der sich etwas aufschreibt, mit mehr Respekt begegnet wird!

    Also nicht nur Nachteile.
    Geld regiert die Welt.
    Geld hat kein Gewissen.

  6. #6
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    Standard AW: Vom Sinn und Unsinn des Mobbing–Tagebuches.

    Ich führe schon 4 Jahre ein Mobbingtagebuch, zwar schreibe ich nicht mehr so viel wie früher, wahrscheinlich weil anfangs das Mobbing schlimmer war ( als ich noch neu war) als heute, weil ich mich gewehrt habe, wie z. B. Betriebsrat, Moderator e.c., Psychologe, muß mich auch heute noch gegen Schikanen wehren, aber anfangs war es schlimmer. Wenn ich das Tagebuch von Anfang an lese, muß ich weinen,es war sehr schlimm. Aber toll ist es heute auch nicht gerade! Und sehr gut geht es mir auch nicht. Glaube schon, daß es ein kleines Beweismittel ist, wegen Datum, Uhrzeit, Zeugen u. Vorfall. Später kann man sich doch nicht mehr daran erinnern ( Datum, Uhrzeit,Zeugen).
    LG Diddi

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