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Thema: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

  1. #1
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    Standard Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hallo,
    ich arbeite im Öffentlichen Dienst und habe schon länger ein Mobbing-Problem.
    In 2008 war ich schon mal mehrere Monate krank geschrieben. Nach einer Reha bin ich wieder an die Arbeit
    gegangen.
    Doch das Mobbing ging weiter. Es kamen von einigen Kollegen dauernd irgendwelche Anschuldigungen gegen mich,
    wahrscheinlich weil man mich aus der Abteilung raus haben wollte.
    Schließlich wurden sogar mehrere Dateien von meinem Computer gelöscht, die aber wieder hergestellt werden
    konnten. Ich musste zum Chef, und er veranstaltete ein regelrechtes Verhör, in dem ich ihm mitteilte,
    dass ich die Dateien nicht gelöscht habe.
    Danach ließ ich mich wieder krankschreiben, das war Ende November 2009.
    Seither bin ich krankgeschrieben.

    Und nun kam im Juli 2010, mehr als ein halbes Jahr später, eine Abmahnung wegen dieser gelöschten Dateien.
    Es hieß, man gehe davon aus, dass ich die Dateien gelöscht habe. Dass ich gemobbt würde, das wäre eine
    reine Schutzbehauptung.
    Eine Woche später erhielt ich die Aufforderung zu einem Termin beim Amtsarzt.

    Ich frage mich nun, was das alles zu bededeuten hat.
    Warum schickt man mich jetzt zum Amtsarzt? Wird jetzt angezweifelt, dass ich krank bin, oder ist das
    normal nach längerer Krankheit? Wie soll ich mich bei diesem Temin verhalten?

    Was passiert, wenn ich danach wirklich wieder arbeiten muss?
    Das Mobbing wird sicher weitergehen, und nach dieser Abmahnung habe ich nun das Gefühl, dass ich
    mich überhaupt nicht mehr wehren kann.

  2. #2
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hi Kitty

    Zu dir könnte der Film passen: "Richard Kimble, Auf der Flucht!"

    Das was der AG nun anstrengt nach einem halben Jahr "Krankheit" ist vollkommen normal.
    Der Amtsarzt wird dich untersuchen um festzustellen ob du nun nicht mehr arbeiten kannst oder arbeiten willst.

    Letzteres scheint mir eher der Fall. Nicht weil du von Natur aus faul bist sondern weil du Angst hast wieder zur Arbeit zu gehen.
    Wie lange willst du noch davonlaufen? Was bringt die Krankschreiberei? Die macht alles nur noch schlimmer. Die Kollegen bekommen noch mehr Munition um auf dich draufzuhauen. Du lieferst sie ja Kistenweise fertig aufmunitioniert auf die MG Patronengurte.

    Ich frage dich Kitty: Wie lange willst du noch warten um dein Leben in die Hand zu nehmen, dich der Situation zu stellen und eine Lösung nicht die Flucht zu wählen.

    "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" heisst es in einem Sprichwort. Du wirst aufpassen müssen, dass dir dieser Vorgang nicht zum Rohrkrepierer wird.
    Du wirst eine Weile Katz und Maus spielen können mit ihnen doch am Ende wirst du als Verlierer aus dem Ring gehen, das garantiere ich dir. Du hast nichts auf der Hand was dir den Kopf aus der Schlinge zieht und eine Persönlichkeit vor der ma nicht unbedingt sagen könnte, dass sie zielgerichtet und entschlossen handelt.

    Wach auf aus deinem Traum, dass sich irgendwie alles von selbst regeln wird. Wenn es dir dort nicht mehr gefällt, dann such dir einen neuen Job! Aber so......?
    Glaubst du deine Kollegen werden jubeln, dass sie deinen Job auch machen müssen? Glaubst du sie werden dich dafür mögen? Wie glaubst du überhaupt würden und werden Aussenstehende dein Verhalten betrachten?

    Stell dich den Realitäten bevor sie dich mit Macht einholen. Drück dich nicht weiter vor der Konfrontation die eh unausweichlich ist. Mit jedem Tag der vergeht wird deine Position schlechter. Willst du dass sie dich fertig machen, dann mach so weiter wie bisher und ich prophezeihe dir, dass es beim nächsten Job nicht besser sondern noch schneller bergab geht. Die Angst ist wie ein Geschwür die dich von innen her zerfrisst. Willst du zulassen, dass sie vollends Besitz von dir ergreift und dich zerstört?

    Und sag deinem Arzt einen schönen Gruss: Er ist eine Loser! Sonst hätte er schon längst den Überweisungszettel in die Hand genommen und deinen Fall in die Hände gegeben wo er hingehört.

    Tut mir leid für die harten Worte. Aber anders kann ich das nicht sehen.

    Gruss Martin
    Geändert von Psychobabbel (24.07.2010 um 13:18 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Tut mir leid für die harten Worte. Aber anders kann ich das nicht sehen.
    das zieht das mobbingopfer nur runter. der amtsarzt soll die krankheit feststellen und krankschreiben .fertig.

  4. #4
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hallo Munkel

    Was ist denn das für eine Lösung? Ich zieh Kitty nicht runter. Da werden andere für sorgen.
    Mit Weichspüler ist so etwas nicht aufzulösen.

    Was meinst du mit: ".....und krankschreiben fertig." Wer zahlt das alles. Die KV und die Versicherten? Und wie lange? Bis zur Rente?

    Das ist nicht mein Stil. Wenn es ein Problem gibt, dann ist es in der Regel die schlechteste Lösung davor wegzulaufen!

    Gruss Martin
    Geändert von Psychobabbel (24.07.2010 um 18:07 Uhr)

  5. #5
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hallo,
    ich glaube, da machst du es dir zu einfach.
    Wieder hingehen, und alles wird gut? Nein, so einfach ist das nicht.
    Immerhin habe ich das ja schon versucht.

    Ich war in 2008 schon mal für 6 Monate krank geschrieben. Dann habe ich eine Reha in einer psychosomatischen Klink gemacht.
    Und danach bin ich wieder arbeiten gegangen, habe sogar die Abteilung gewechselt, um einen ganz neuen Anfang zu machen.
    Doch die neuen Kollegen waren schon von den anderen Kollegen so gegen mich aufgehetzt worden, dass sie mich gar nicht
    in ihrer Abteilung haben wollten. Noch dazu ist dies eine Abteilung, die fast gar keine Arbeit mehr hat, und demnächst aufgelöst
    werden soll. Deshalb war es ihnen schon gar nicht recht, dass ich noch dazukam, denn so fürchteten sie, dass die restliche Arbeit
    noch schneller erledigt ist, und die Auflösung der Abteilung noch eher kommt.
    Dennoch habe ich versucht, das Beste daraus zu machen, und zu allen freundlich zu sein, und meine Arbeit zu machen.
    Aber die Kolleginnen haben sich von Anfang an gegen mich gestellt.
    Immer wieder gingen sie zum Chef, und beschwerten sich über mich, immer mit irgendwelchen Anschuldigungen.
    Einmal soll ich angeblich den Stecker aus dem Computer gezogen haben, dann fehlten einer Kollegin Seiten aus einer Akte usw.
    Und schließlich waren einige Dateien an meinem Computer gelöscht und ich musste zum Chef.
    Ich war völlig fertig, und ich konnte einfach nicht mehr. Ich bin jetzt auch schon seit einigen Monaten in Psychotherapeutischer Behandlung.
    Ich habe kaum noch geschlafen, hatte Albträume und Magenschmerzen. Und ich habe sogar schon richtige Angstzustände, traue mich kaum
    noch raus, weil ich Angst habe, meinen Kollegen in der Stadt zu begegnen.
    Mir geht es nicht gut.

    Und dann sagst du einfach so, ich solle nicht weglaufen und wieder arbeiten gehen.
    Wenn das so einfach wäre, dann hätte ich das schon längst gemacht.
    Ich denke, du hattest noch nie so ein Problem, denn sonst könntest du mich verstehen.

    Ich weiß im Moment gar nicht wie es weitergehen soll. Ich werde erstmal den Termin beim Amtsarzt abwarten,
    und wenn ich dann wieder arbeiten gehen muss, dann werde ich eben wieder hingehen. Aber was dann passieren wird,
    kann ich mir schon vorstellen. Besser wird es sicherlich nicht, ich fürchte, das Mobbing wird weitergehen
    Und auf Unterstützung vom Chef kann ich nicht hoffen.
    Aber was bleibt mir anderes übrig. Einfach einen neuen Job suchen, das ist auch nicht so einfach. Ich bin auch
    schon 40 Jahre alt, da findet man auch nicht mal so eben was Neues.

  6. #6
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hi Kitty

    Ich mach es mir gewiss ganz und gar nicht einfach. Ich finde eben du machst es dir einfach. Ich habe in meinem Beitrag mit keiner Silbe erwähnt, dass du das dort ewig aushalten, wieder dort hingehen und arbeiten sollst.
    Und so wie es aussieht mündet dieser Job eh in einer Kündigung früher oder später. Was aus meinem Beitrag nicht zu dir durchgedrungen ist. Was kommt danach?
    Willst du in Tat und Wahrheit anderen dein Geschick überlassen? Wie geht es weiter wenn sie dich tatsächlich kündigen? Was passiert dann?
    Wirst du dich dann nicht auch wieder auf die Suche machen müssen? Wirst du bis dahin jünger und selbstbewusster?

    Wer einen Beruf gelernt hat, Fachkraft ist, der hat bis 45 noch nicht so die Probleme als jemand der dort drüber liegt. Ich selbst habe mit 42 gewechselt nach 18 Jahren im selben Job, weil ich bis zur Rente noch mal etwas Spannung wollte und nicht nur Routine.

    Es gibt nur die Grenzen, die du dir selber setzt. Ich habe mich selbst über soviele schlechte Meinungen und Schwarzmaler hinweg gesetzt, dass ich sie gar nicht mehr zählen kann. Alle sagten damals ob ich nicht mehr alle Glocken am Christbaum habe. Und ich hatte trotzdem Erfolg. Nachdem ich einen kurzen Einbruch im Gehalt hatte verdiene ich huete mehr als früher, viel mehr.

    Warum also immer an das denken was schief gehen kann? Das nimmt einem Menschen auf Dauer nur den Mut die Zukunft mit Zuversicht und Hoffnung zu betrachten.
    Wir alle müssen Fehler machen im Leben. Wie sonst lernen wir etwas neues. Wenn wir alles gleich von Anfang an immer perfekt beherrschen würden, dann gäbe es keine Notwendigkeit Schulen zu bauen oder eine Ausbildung zu machen.

    Aus meiner Sicht ist es ein Fehler in diesem Job weiter zu machen. Du weigerst dich den Fehler zu korrigieren weil die anderen schuld sind an der Situation. Das mag ja sein, aber macht die Lösung wie sie sich jetzt darstellt Fortschritte? Geht es dir durch die verfolgte Strategie auch nur ein wenig besser? Hat sich das Problem damit gelöst?
    Haben deine Therapeuten auch mal über deine Zukunft nachgedacht und dich zur Handlungsorientierung geleitet statt dich in deiner Haltung zu unterstützen? Machen sie sich zu Co-Klienten?
    Oder aber auch anders: Wenn sie dich für die Zukunft fit machen wollen, hast du dich verweigert? Wenn du nicht willst, dann ist alle Mühe vergebens die die Therapeuten aufbringen. Dein Wille und die Entschlossenheit eine Veränderung herbeizuführen ist entscheidend ob du die nötigen Veränderungen in deiner Weltsicht und Handlungswelt in die Realität umsetzt. Ansonsten bist du das, was man beratungsresistent bezeichnet.

    Du ergibst dich vielleicht in deine Opferrolle nach dem Motto:

    1. Die anderen sind schuld, dass es mir schlecht geht. Sie müssen schauen, dass es mir wieder besser geht. Sieht es denn danach aus?
    2. Bis jetzt habe ich noch meinen Job. Warum sollte ich kündigen. Was die tun ist Unrecht. Ich habe nichts getan! Das mag gut sein. Doch teilen sie diese Einsicht? Und wie lange wird es dauern bis dies geschieht?
    3. Die haben mich mit ihrem Verhalten krank gemacht. Na wartet, ich lass euch zahlen bis ihr schwarz werdet. Ich strafe euch so dafür, dass ihr mir das angetan habt! Wie lange glaubst du geht das noch gut? Was kommt danach?


    Ich habe nun mit allen Gedanken die ich mir machen musste um diesen Beitrag zu verfassen 45 Minuten meiner kostbaren Zeit aufgewendet. Ich mache es mir somit weder einfach noch leicht. Also ich persönlich schätze immer die Meinung von Aussenstehenden. Ich frage auch heute noch immer proaktiv mein Umfeld ab was sie in unserer Zusammenarbeit gut finden oder eben nicht so gut, wo mehr Support gefragt ist. Das öffnet mein Umfeld auch auf meine Bedürfnisse einzugehen. Wir geben und nehmen voneinander. Das um mich herum sind und betrachte ich als meine Kritiker. Von denen bekomm ich Antworten auf meine Fragen die mir meine Freunde nie geben würden weil sie Angst haben mich zu verletzen.
    Von Freunden kann man selten etwas lernen. Wenn du etwas über dich erfahren willst und etwas neues dazulernen willst, dann frage deine Kritiker!

    "Sometimes Feedback is hard"

    Glaube mir: Auch ich habe in meinem Leben viel gehört was mir zuerst gar nicht gefallen hat. Doch es war offensichtlich eine kluge Entscheidung dies nicht zu ignorieren und im Alltag zu berücksichtigen. Und diesen Kampf gegen meine Schwächen und gar nicht so tollen Persönlichkeitsmerkmale führe ich bis heute unentwegt. Und du kannst mir glauben: Es haben schon viele Versucht Anlauf zu nehmen und mich umzustürzen wei sie es mit dir getan haben. Doch ich war wohl immer clever genug die Zeichen vorher zu sehen um geschickt auszuweichen. So gingen die Schläge meiner Gegner entweder ins Leere oder ich habe mich mit Macht verteidigt. Meine Waffen so scharf geschliffen, dass kein noch so dicker Panzer sie aufhalten konnte.

    Nicht jeder Mensch ist in der Lage zu handeln wie ein anderer. Das ist auch eine Tatsache. Wir sind alle verschieden. Das macht das Leben dafür aber reich und spannend.
    Aber genau deshalb passt auch nicht jeder Mensch in jede Kultur und in jeden Kulturkreis. Deshalb sollte man sich eben auch einen Job suchen der diesem Kulturkreis entspricht und in dessen sozialem Umfeld ich mich an gemeinsamen Werten orientieren und somit angemessen bewegen kann. Versuche ich mich im für mich falschen sozialen Umfeld zu etablieren werde ich unweigerlich anecken. Ein Pazifist wird es beim Militär wohl zugegebenermassen schwer haben als ein Waffennarr. Ein Autofahrer es wohl eher schwer haben einem Motorradclub beizutreten, ein Paukenspieler wohl eher schwer in einem Streichquartett mitzuspielen.

    Und immer ist dieser Einzelne, dessen Merkmale nicht zum Rest passen, ein Aussenseiter, wird sogar als störend und peinlich empfunden. Nach gewisser Zeit wird sich Widerstand formieren und versucht den "Fremdkörper" zu entfernen.
    Wer diese einfachen Mechanismen und die Wahrnehmung über deren Anzeichen einfach aus seiner Wahrnehmung ausblendet, der hat ein langes Marthyrium vor sich, an dessen Ende nicht selten die Vernichtung der Persönlichkeit als Preis steht.

    Emotional bist du für deine Kollegen und/oder deinen Chef bereits schon tot. Was also willst du da noch? Mach einen Deal mit desen Leuten. Einen Aufhebungsvertrag oder sonst was.

    Aber vor allem: Mach etwas!

    Gruss Martin

    PS: Jetzt ist es schon eine Stunde geworden;-)
    Geändert von Psychobabbel (26.07.2010 um 09:36 Uhr) Grund: Ergänzungen

  7. #7
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hallo Martin,
    zunächst einmal möchte ich mich bedanken, dass du dir soviel Zeit genommen hast, um mir zu antworten.

    Allerdings kann ich deine Meinung nicht teilen.
    Ich weiß nicht viel über dich, und es würde mich interessieren, ob du ein solch massives Mobbing schon einmal erlebt hast?
    Denn wenn nicht, dann wirst du dich auch nicht in meine Situation versetzen können.

    Du sagst, ich solle kündigen und was Neues probieren.
    Aber glaub mir, so einfach ist das nicht.
    Ich habe früher eine Ausbildung bei einem Rechtsanwalt gemacht, dann bin ich zum Öffentlichen Dienst gegangen.
    Dort bin jetzt seit über 20 Jahren, allerdings ohne Ausbildung.
    Wo sollte ich mich jetzt also bewerben.
    Ein Rechtsanwalt würde mich nicht mehr einstellen, da habe ich keinerlei Berufserfahrung.
    Und im Öffentlichen Dienst wird heute auch niemand mehr ohne Ausbildung eingestellt.
    Außerdem komme ich aus einer Kleinstadt, wo es fast nur noch 400 Euro-Jobs gibt.
    Da ich aber alleinstehend bin, muss ich einen Vollzeit-Job haben damit ich davon leben kann.

    Außerdem würde es mir nur Nachteile bringen, wenn ich selbst kündigen würde.
    Ich würde 3 Monate kein Arbeitslosengeld bekommen, und vom Arbeitgeber auch keine Abfindung.
    Deshalb wäre es dumm von selbst zu kündigen.

    Du schreibst, irgendwann werden sie mir sowieso kündigen. Vielleicht, das weiß ich nicht.
    Und wenn, dann kann ich es nicht ändern. Aber dann werde ich Kündigungsschutzklage einreichen,
    und wenigstens noch eine Abfindung verlangen.

    Ich weiß auch wirklich nicht, warum ich gehen sollte. Hast du nicht selbst gesagt, weglaufen wäre keine Lösung?
    Aber genau das würde ich doch mit einer Kündigung machen.
    Warum sollte ich gehen? Eigentlich müssten die Leute gehen, die für das Mobbing verantwortlich sind.
    Wenn ich jetzt kündige, dann haben die gewonnen, und suchen sich vielleicht das nächste Opfer.
    Soll es denn immer so weiter gehen?
    Ich finde, man muss sich gegen so etwas wehren. Und deshalb werde ich kämpfen, so lange ich kann,
    und nicht einfach kündigen.

    Ich bin seit einiger Zeit in therapeutischer Behandlung. Meine Therapeutin sagt, ich müsse mehr Selbstvertrauen gewinnen,
    um mich in Zukunft von Anfang an dagegen zu wehren.
    Du schreibst, ich wäre wahrscheinlich in dieser Umgebung ein Außenseiter.
    Ja, so fühle ich mich inzwischen. Aber das heißt ja trotzdem nicht, dass dies der falsche Job für mich ist.
    Immerhin habe ich dort fast 20 Jahre gearbeitet, ohne dass ich jemals Probleme hatte.
    Die Probleme kamen erst mit den neuen Kollegen. Deshalb denke ich auch nicht, dass das alles an mir liegt.

    Mobbing ist etwas wirklich Schlimmes. Und es verbreitet sich immer mehr.
    Man muss einfach irgendwann etwas dagegen unternehmen, sonst wird es immer leichter,
    unbeliebte Mitarbeiter einfach rauszumobben. Das darf nicht passieren.
    Deshalb werde ich nicht einfach aufgeben, sondern versuchen dagegen anzukämpfen.

    Gruß,
    Kitty

  8. #8
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hallo Kitty

    Ja man hat mich gemobbt und man versucht es ständig wieder. Ständig werden neue "Interessengemeinschaften" geschmiedet die vor allem eins zum Ziel haben.: Mich und meine Position zu schwächen. Deshalb betrachte ich mein Leben als immerwährenden Kampf bis ich in Rente gehe. Und wer weiss was dann kommt. Ein netter Nachbar?

    Fakt ist, dass ich mir niemanden so nahe kommen lasse, dass er genug weiss, um mir wirklichen Schaden zufügen zu können. Leute mit denen ich geschäftlich zu tun habe halte ich auf sichere Distanz zu meinem Privatleben und was tief in mir drinnen vorgeht. Das macht mich ein Stüch weit unnahbar. Viele bedauern das. Ich möchte nicht von jedem wissen warum. Denn, da teile ich deine Meinung rennen immer mehr mit dem Dolch unterm Jacket herum den sie dir ohne mit der Wimper zu zucken in die Rippen stossen wenn sie auch nur den geringsten Vorteil dadurch für sich sehen.

    Ich denke dir ist es geanuso ergangen. Neue Kolegen, die sich auf Kosten der in der Aggression schwächeren, eher zurückhaltenden Kollegen profilieren wollen zeigen keinerlei Skrupel oder Rücksichtnahme auf verdiente Mitarbeiter. Ihre Gier ist auf mehr Geld, höheren Rang und immer mehr Macht fixiert. Ein schlechtes Gewissen kennen sie nicht. Es wird einfach ausgeblendet. Masslose Egoisten mit dem Hang zur Megalomanie und menschenfeindlich.
    Davon werden jeden Tag immer wieder welche neu geboren. Gegen die muss man sich wehren.

    Aus diesem Grund liegt nie etwas Wichtiges auf meinem Schreibtisch herum, sichere ich meine Daten jeden Tag und pflege einen guten Umgang mit meinem Chef, der täglich im Bilde ist was im Laden läuft. Die meisten meiner Kollegen sind in dieser Hinsicht eher nachlässig und haben so offensichtliche Versäumnisse, dass sie mir nie gefährlich werden können. Ich beurteile ständig mein Umfeld und trage mit meinem weithin sichtbaren Engagement für die Firma und die Performance dafür Sorge, dass ich meinen Widersachern immer eine Nasenlänge voraus bin. Und weisst du was, das macht richtig Spass zu sehen wie andere sich darüber ärgern, dass ich so gut informiert, so motiviert und so unangreifbar bin. Durch meine Leistung und durch meinen Auftritt der stets von Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und unermüdlichem Einsatz für die Firma und meine Kollegen gekennzeichnet ist.

    Das alles hab ich nicht in die Wiege gelegt bekommen. Ich musste es mir hart erarbeiten und viel Leid und Schmerz bis zum heutigen Tag erdulden aufgrund der Fehler die auch ich bis hierhin gemacht habe. Und es wird weitergehen. Das Lernen wird nie enden so lange ich lebe. Dessen bin ich mir (selbst)bewusst.

    Deine Therapeutin hat recht: Du brauchst mehr Selbstvertrauen! Was denkst du könnte dir dieses verschaffen?
    Selbstbewusstsein strahlt man aus sagt man. Selbstbewusstsein lässt uns stark wirken sagt man. Das ist richtig! Aber was ist Selbstbewusstsein wirklich?
    Bevor ich dir meine Version darlegen möchte, wäre ich dir dankbar deine ganz persönliche Meinung zu hören.

    Du weisst nicht viel von mir. Ich von dir auch nicht. Aber ich sehe in dieser relativ kurzen Zeit Dinge die sich in deinem Leben im Kreis bewegen.
    Helfen kannst du nur dir selbst. Kein Therapeut und kein Forum kann die Räder die sich in deinem Kopf drehen auf die andere Seite wenden. Dazu bist nur du in der Lage.

    Ich finde deinen Fall deshalb so spannend, da du auf meine provokanten Thesen zumindest im letzten Beitrag richtig kontra gegeben hast. Das sagt mir, dass du noch nicht tot, nicht besiegt bist. Das finde ich gut! Du hast dich nicht aufgegeben! Du bist bereit zu kämpfen wenn es sein muss.
    Um einen Kampf zu gewinnen braucht man gegen eine Übermacht selbst Verbündete. Hast du noch welche am Arbeitsplatz und wie könntest du sie für deinen Kampf mobilisieren?

    Du schöpfst viel aus den Erfahrungen und Stimmungen der Vergangenheit, um deine jetzige Situation zu analysieren und dich selbst zu stabilisieren. In wie fern könnte dies für die Gestaltung der Zukunft für dich nutzbar gemacht werden? Hast du da eine Idee?

    Nimms mir nicht krumm. Ich will dir ganz bestimmt nichts böses. Doch nur wo zwei Fronten aufeinandertreffen wird sich mit Blitz und Donner das reinigende Gewitter entladen, die Wolken ihre Last abladen und wenn der Regen auf fruchtbaren Boden fällt wird sich aus dem zuvor toten Boden etwas neues lebendiges dem Licht entgegen strecken und empor steigen, sich zu einem neuem Leben formen.

    In diesem Sinne würde ich mich über einen weiteren Fortgang freuen.

    Gruss Martin
    Geändert von Psychobabbel (26.07.2010 um 23:21 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hallo,
    du hast viel geschrieben, aber ich denke, man kann deine Situation nicht mit meiner vergleichen.

    Ich mache das alles nun schon mehrere Jahre lang mit, und meine Situation an der Arbeit wird immer schlimmer.
    Inzwischen habe ich schon einen so schlechten Ruf in diesem Amt, weil immer mehr Kollegen gegen mich aufgehetzt werden.
    Und ich habe von keiner Seite Unterstützung, nicht vom Chef und noch nicht mal vom Personalrat.
    Das habe ich ja nun gesehen, nachdem ich diese Abmahnung bekommen habe, für gelöschte Dateien,
    ohne dass es irgendeinen Beweis gegeben hätte.

    Was hätte ich also anderes machen sollen, als mich krankschreiben zu lassen?

    Und nun schickt man mich zum Amtsarzt.
    Und das war ja eigentlich auch meine Frage.
    Was passiert da? Wie soll ich mich verhalten?
    Und was ist, wenn der Amtsarzt sagt, ich bin gesund?
    Muss ich dann sofort wieder an die Arbeit gehen, auch wenn
    mein Arzt mich krankgeschrieben hat?
    Anscheinend kann mir diese Fragen hier aber auch niemand beantworten.

    Ich weiß, dass ich an der Mobbingsituation im Moment nichts ändern kann.
    Kündigen werde ich auf jeden Fall nicht.
    Ich weiß auch, dass es gut wäre, ein bisschen selbstbewusster zu sein,
    aber das ist nun mal nicht so einfach, wenn man in einer Depression steckt.

    Ich weiß im Moment einfach nicht, wie es weitergehen soll.
    Und ich habe irgendwie das Gefühl, dass das keiner so richtig versteht.

  10. #10
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    Standard AW: Mobbing, Krankheit, Abmahnung

    Hallo Kitty

    Der Amtsarzt wird dich auf deinen Gesundheitszustand hin untersuchen und die Diagnose des Kollegen überprüfen.
    Wenn also ein Depression von deinem Arzt diagnostiziert wurde, dann wird er u.U. einen pyschologischen Test mit dir machen, um sich davon zu überzeugen und/oder dich an einen unabhängigen psychologischen Gutachter überweisen der dann diese Anamnese mit dir durchführt.

    Es kann aber auch sein, dass der Amtsarzt zu deinem Verbündeten wird, denn wenn da ein paar Dinge krumm laufen, dann wird sich die Kasse ggf. zuschalten, um für eine Aufklärung zu sorgen. Das kann dir sogar den Ball zuspielen, um aus dieser Situation heraus zu kommen.

    Erzähl dem Amtsarzt wie man ohne Beweise dich unter Druck setzt und sogar abmahnt. Dass du Vorverurteilungen ausgesetzt bist, die der Tatsachen entbehren, dass man dich versucht auszuschalten und gegen dich verbündet, dass du diesem omnipräsenten Druck nicht mehr standhalten kannst und sich diese Angstzustände und Angstattacken bis in den Schlaf hinein verfolgen, du nicht mehr los kommst von dieser allgegenwärtigen Bedrohung, dass du schon regelrecht paranoid auf jede Kritik reagierst weil sich alles ineinander vermengt. Kurz dein Leben eine einzige Hölle ist und du nicht weisst wie dir geschieht. Du wolltest und willst doch alles in deinem Leben gut machen!

    Sprech mit deinem Therapeuten darüber. Er weiss Bescheid, bzw. sollte wissen, was zu tun ist. Nimm das Gutachten des Therapeuten mit, der die Diagnose bestätigt und einen aktuellen Bericht zu deiner jetzigen Verfassung.

    Ich glaube kaum, dass der Amtsarzt vor diesem Hintergrund dich einfach so wieder zur Arbeit schickt. Vielleicht ist dieser Besuch ja der Startschuss in eine Veränderung. Hab also keine Angst sondern sieh ihn evtl. sogar als Verbündeten, dessen Urteil u.U. eine Wende herbei führen kann. Sicher wird er kritisch prüfen was anliegt, das ist schliesslich seine Pflicht. Wenn er aber auch Arzt ist, dann ist es seine Pflicht Dir zu helfen und damit auch der Kasse, die ein selbstredendes Interesse daran hat, deine Gesundheit und Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen, zumindest haben sollte.

    Und selbst wenn der Amtsarzt sagt du seiest fit für den Job, dann kannst du immer noch dagegen halten. Ursache ist nicht der Job sondern die nicht zumutbaren Arbeitumstände und die Verletzung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers namentlich das Versäumnis des Chefs sich schützend vor dich z stellen um die Attacken abzuwehren die sich gegen deine geistige Gesundheit wenden.

    Ist das hilfreich für dich?

    Gruss Martin
    Geändert von Psychobabbel (28.07.2010 um 12:19 Uhr)

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