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Thema: Was tun wenn der CHEF von seinen Mitarbeitern gemobbt wird??

  1. #1
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    Standard Was tun wenn der CHEF von seinen Mitarbeitern gemobbt wird??

    Hallo erst mal

    Ich schreibe hier als Frau eines Mobbing-Opfers. Warum? - Weil ich meinen Mann von Tag zu Tag immer mehr leiden sehe und seit gestern Abend, kann ich einfach nicht mehr *nur* zuhören.
    Aber erst mal eine Kurzfassung.

    Mein Mann ist seit Jahren Küchenchef und hatte bei seinen vorigen Arbeitsstellen nie Personalprobleme. Ich wills mal so ausdrücken, er ist glaub ich der beste Chef den man sich wünschen kann, bevor er kürzer tritt, lässt er lieber andere früher gehen und stellt sich selbst hin zum putzen!
    Seit nun knapp zwei Jahren hat er die Arbeitsstelle ins Grenznahe Ausland gewechselt. Das ganze ist sozusagen zwar ein Saisonjob, wird aber das ganze Jahr bezahlt. Das heißt von März bis November wird durchgearbeitet und der Rest ist Urlaub.
    ER kam in eine Truppe die seit 10 Jahren einen Chef hatte, dem alles egal war. Jeder konnte kommen und gehn wann er will, es wurde nur das nötigste gemacht und den Rest Zeit wurde damit verbracht iPhone zu spielen und Alkohol zu trinken!
    Nun hatte sich mein Mann, das ganze letztes Jahr für 1 MOnat angesehen um zu wissen, wie hier alle ticken. Um es kurz zu fassen, er hat es mit der freundlichen Tour und auch mit der harten Tour versucht - vergebens! Kurz um, die Saison endete letztes Jahr, das man ihm sogar Schläge angedroht hat! 2 Mitarbeiter die Zeitgleich mit ihm angefangen haben, sind schon während der Saison nicht mehr erschienen, weil sie die Mobbingattacken nicht stand hielten.
    Nach Saisonende, hat er sich mit dem zuständigen Führungsmensch zusammen gesetzt und hat ihm verdeutlicht, wenn das nächste Saison weiter so gehen würde, dann sucht er sich etwas anderes.
    Der oberste (der von Restaurant keine Ahnung hat) versprach ihm Unterstützung, schließlich wolle er Ihn ja nicht verlieren!
    Die neue Saison fing an und auch die Problematik gleich mit. Ich könnte ein Buch schon darüber schreiben, was man alles gegen meinen Mann intrigiert hat. Es fängt an mit *schlechtem* Essen unterjubeln, Kundenbeschwerden-die keine sind, Geschäftsinformationen zurück halten, Arbeitsverweigerung und von der verbalen Beleidigungen ganz zu schweigen.

    Ein erneutes Gespräch mit der Führungsposition: Herr M. ich kann soweit nichts machen, es läuft ja alles! Einzigst den Alkohol werden wir streichen! Und zum Spüler ( der sich weigert Toiletten zu putzen) kann man nur sagen, er hat ja eine andere Nationalität, da muss man sowas akzeptieren...! häää bitte was? Nur weil einer aus Tunesien kommt, muss er seiner arbeit nicht nach gehen??

    Also ihr seht schon, auch von oben gibt es keine Rückendeckung.
    Vorgestern ist dann einer der neuen Mitarbeiter zusammen gebrochen, weil er es nicht mehr ertragen konnte gemobbt zu werden und immer mitanhören zu müssen, was sie alles gegen meinen Mann aushecken und sie ihn behandeln.
    Er lag meinem Mann weinend (!) in den armen und sagte: *B. ich weiß nicht wie du das hier aushälst, 21 Mann sind nur am rummotzen und hacken auf dir rum, ich kann nicht mehr - du bist so ein toller Chef, aber diese Arschkriecher machen mich zum Wrack, ich komm ab morgen nicht mehr - tut mir leid*

    Mein Mann versucht zwar sich sowas nicht anmerken zu lassen, aber ich sehe wie es stetig mit ihm bergab geht. Wir haben schon oft darüber geredet und er hat auch schon mit den Leuten gesprochen, aber es nützt alles nichts - die Intrigen gehen weiter. Gestern ist er dann fast selbst zusammen gebrochen und ich hab ihm geraten am Mo zum Doc zu gehen. Er hat mir gerade eben eine SMS geschickt, dass er es wirklich macht und dass heißt schon viel, denn er ist in den letzten 8 Jahren nur 2 Tage krank gewesen!!!

    Er weiß einfach nicht mehr weiter und ganz ehrlich - wer kommt schon gegen 21 Mann an?
    Hat jemand von euch Erfahrung mit sowas?

    Und Danke fürs zuhören!

  2. #2
    Minna ist offline besonders erfahrenes Forumsmitglied des Mobbingforums
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    Standard AW: Was tun wenn der CHEF gemobbt wird??

    Hallo Seven,

    du hast es in deinem ersten Satz bereits beschrieben, dein Mann steckt lieber selber zurück, damit Mitarbeiter früher Feierabend machen können. Genau da liegt der Haken, so viel Gutmütigkeit wird leider ausgenützt. Am Ende ist er dann selber der dumme. Das hört sich jetzt für dich bestimmt hart an, aber manchmal muss man den Tatsachen einfach ins Auge sehen, dann kann man gezielt etwas dagegen unternehmen. Dein Mann ist der Vorgesetzte dieser Mitarbeiter und "ER" gibt die Anweisungen, da er auch für diesen Bereich verantwortlich ist. Es wird höchste Zeit, dass er über seinen gutmütigen Schatten springt und mit der Faust auf den Tisch haut. In dieser Position ist er auch befugt Abmahnungen zu schreiben, das heißt auch gegen Mobbing kann er mit dieser Methode dagegen vorgehen. Sich und seine Mitarbeiter gegen diese Attacken schützen, da sitzt er am längeren Hebel. Ich bin überzeugt, nach der ersten Abmahnung einer dieser bestimmten Person, ist Schluss damit. So etwas kommt in eine Personalakte ! Gerade dein Mann als Chef kann etwas dagegen unternehmen, wenn nicht er, wer dann?
    Sprich mit ihm und er soll sich diese Unverschämtheiten nicht länger bieten lassen.

    Viel Glück Minna

  3. #3
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    Standard AW: Was tun wenn der CHEF gemobbt wird??

    Oh je - das muss für dich eine schlimme Situation sein, so hilflos zusehen zu müssen, wie es deinem Mann immer schlechter geht. Du kannst nichts tun, außer zuhören. Aber immerhin, das ist eine ganze Menge und dein Mann kann sich glücklich schätzen, dich mit deinem Verständnis an seiner Seite zu haben.

    Aber nun zum eigentlichen Thema. Sich abgrenzen können - das ist für meine Begriffe ein Kardinalsproblem, das dein Mann zu haben scheint. Dazu kommt die gefährliche Kombination, dass ihm nicht wirklich bewusst ist, was es heißt, Vorgesetzter und Chef zu sein. Er hat bislang sehr viel Glück gehabt, wenn er seelisch stressfrei durch diese Aufgabe ging.
    Aber die Realität sieht eben anders aus und hat ihn bei diesem Job nun in geballter Form eingeholt.

    Er sollte sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen und schnellstens etwas tun, um sich fit zu machen - sprich, er sollte schnellstens lernen, Vorgesetzter zu sein. Und dazu gehört nun mal auch, dass man sich mit Entscheidungen, die man als Chef treffen muss, unbeliebt macht. Man kann nicht everybody's Darling sein, das kann nur schief gehen und sorgt zusätzlich dazu, dass er seine Glaubwürdigkeit verliert und es ihm - wie du gerade selbst erleben musst - gesundheitlich immer schlechter geht. Und das bei einem Job, der ihm sicherlich unglaublich viel Spaß macht!

    Du schreibst, er wäre der beste Chef, den es gibt.
    Meine Definition von einem guten Chef ist diese: Verlange nie etwas von den anderen, was du nicht selbst auch leisten und vorgeben kannst. Delegiere die Arbeiten an diejenigen, die dafür eingestellt wurden. Mach' klare Ansagen, wie eine Arbeit auszuführen ist und welches Ergebnis du erwartest und beobachte, ob jeder verstanden hat, worum es geht. Wenn es Probleme gibt, such' das Gespräch und findet gemeinsam heraus, wie du denjenigen unterstützen kannst, damit er seiner Aufgabe und deinen Anforderungen gerecht wird.
    Lass dich nicht zum Spielball machen oder gar zur Marionette, an der alle nur ziehen und sich so ein bequemes Leben auf deine Kosten verschaffen.
    Verschaffe dir Respekt mit klaren Anweisungen, Lob und Anerkennung. Hab immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Belange deiner Mannschaft.
    Sei konsequent.

    Ich vermute, dein Mann hat in einigen Punkten Nachholbedarf, um wieder für sich ins ruhige Fahrwasser zu gelangen. Vielleicht habt ihr in eurer Nähe die Möglichkeit, dass er sich einen Coach diesbezüglich nehmen kann, der zum einen nicht die Welt kostet, aber eine enorme Hilfe dabei sein kann und Licht ins Dunkel für ihn bringen kann bei der Frage: Was ist ein Chef, wie ist ein Chef und was kann ich tun, um das auszufüllen und mich dabei wohl in meiner Haut zu fühlen.

    Wenn du noch Fragen hast oder ich euch vielleicht mit mehr Informationen hilfreich zur Seite stehen kann, um geeignete Hilfe zu finden - und zwar, bevor dein Mann ernsthaft krank wird -, dann lass es mich bitte wissen. Über meine Website kannst du mir auch eine email schreiben, die ich schnell beantworten werde.

    Viel Glück euch beiden und vor allen Dingen viel Kraft und Gesundheit
    Sabine
    www.ilp-therapie.net

  4. #4
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    Standard AW: Was tun wenn der CHEF gemobbt wird??

    Hallo seven76

    Aus meiner Sicht gesehen ist dein Mann nicht wirklich ein guter Chef. Das Gut sein definiert sich nicht danach wieviel Arbeit er den Mitarbeitern abnimmt sondern wie gut er darin ist, dass dirchzusetzen, dass jeder seinen Job macht für den er/sie bezahlt wird. Ich kann Coach/Sabine nur vollkommen zustimmen.
    Bis jetzt wiederholt er stets die Strategie, die ihm bisher im gewohnten Umfeld den Erfolg eingebracht hat.
    Bei Mitarbeitern die das schätzen und akzeptieren und reife Persönlichkeiten sind funktioniert das vielleicht gerade noch so aber wehe wenn es eine andere Kultur des Ausnutzens gibt die bereits vor deinem Mann sich etablieren konnte.

    Zu den Fakten

    Das Team ist 21 Mann stark. Damit ist er drei mal überfordert. Es gibt eine Regel nach der ein Team über 7 Mitgliedern anfängt eine Eigendynamik zu entwickeln die je mehr es sind nicht mehr von einer Person kontrollierbar bzw überschaubar ist. Man kann nicht überall gleichzeitig sein. Das wissen die Mitarbeiter nur zu gut. Das nutzen sie nach Belieben aus. Wenn er dann am Putzen ist, werden sie sich das Maul über ihn zerreissen wie "blöd" dein Mann doch wirklich ist. Damit verschafft er sich keinerlei Respekt bei diesen Leuten.

    Im Gegenteil! Er lässt sich bedrohen und kuscht davor. Solche Mitarbeiter haben den Fristlosen! Das hat er sträflich verpasst.

    Um sich wieder bzw. überhaupt die Herrschaft über die Schafeherde zu verschaffen muss er mit der Eisenwurz regieren. Null Toleranz gegenüber solchem Verhalten oder Arbeitsverweigerung. Wenn er für diese Entscheidung erst den nächsthöheren Chef fragen muss, ist er machtlos und der Meute ausgeliefert.
    Dein Mann hat seinem Chef mit Kündigung gedroht, statt, sie ihm wegen dieses unloyalen Verhaltens ihm gegenüber, geradewegs auf den Tisch zu legen bzw. für die Verhandlung über die Kompetenzen in der Zukunft, bereits fertig vor sich auf den Tisch zu legen und im Fall des Scheiterns auszuhändigen.

    Damit hat er sich auch bei seinem Chef unglaubwürdig gemacht. Hat sich was geändert? Was erwartet er noch? Mitleid? Fürsorge? In seiner Position?

    Es sei ihm gesagt: Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich hart erarbeiten. Er hat eine wahrhaft harte Nuss zu knacken. Wenn er das schafft, dann kann ihm keiner mehr was. Das ist das Fegefeuer durch das jeder mal gehen muss. Wenn ich zurück denke was ich schon alles erlebt habe? Mei Lieber!!

    Für all das auszuführen, was deinem Mann noch fehlt, ist hier nicht genug Platz. Deshalb möchte ich dir ein Buch empfehlen, was deinem Mann, in dieser nicht leichten Situation, weiterhilft Entscheidungen zu treffen die unabwendbar sind. Will er ein wirklich guter Chef sein, muss er lernen etwas zu riskieren und nicht den "Lieben" zu spielen. Das positive Menschenbild soll er aber nicht verlieren. Auch ein Scheusal braucht kein Mensch! So wenig wie ein Weichei!

    Bill Cosby, einer der erfolgreichsten Entertainer Amerikas, antwortete einmal auf die Frage was sein Geheimrezept für den Erfolg ist: "Er kennt nicht den Weg zum sicheren Erfolg aber der sicherste Weg zum Scheitern ist, es allen recht machen zu wollen."

    Das Buch heisst: "Einer muss der Chef sein!" von Bruce Tulgan. Erschienen im Redline Verlag.

    Das Beste aus meiner Sicht was für deinen Mann im Moment auf dem Markt ist.
    Ich habe es bereits an andere empfohlen und kann nur Werbung machen für alle die in ihrem Team Probleme haben. Dort steht alles was ein Chef tun muss, um in der Tat erfolgreich zu sein. Ohne wenn und aber. Unterschreibe ich zu 1000%

    Ich bin selbst Teamleader und habe 24-26 MA. Mein Tag beginnt mit MA Gespräch und hört mit dem MA Gespräch auf. Dazwischen offenes und ehrliches Feedback so, daß jeder weiss wo seine Position am heutigen Tag zu Beginn und am Ende ist. Gute Leistungen anerkennen, weniger gute durch Entwicklungsgespräche eliminieren damit auch jene wieder auf Spur kommen. Tue ich das nicht mache ich meine Kollegen unglücklich. Unglücklich über den Job, unglücklich über mich weil ich meine Kollegen nicht wahrnehme. Dabei habe ich nicht für jeden jeden Tag viel Zeit. Deshalb ist effiziente Kommunikation gefragt. Das kann man lernen und muss nicht dazu geboren sein. Würde ich die Gruppendynamik nicht für meine Ziele nutzen, ich wäre genauso ausgeliefert wie dein Mann. Ich habe meine Leitungsträger hinter mir. Sie sind meine langen Arme und loyal. Das sind meine, oder vielmehr selbst Fürsprecher für die Unternehmensziele, welche andere bei Fehlverhalten in die Schranken weisen weil sie wissen wer zu ihnen hält und ihnen das Gehalt bezahlt.

    Mach deinem Mann ein Geschenk dass er gewiss sehr schätzen wird. Wenn er motiviert ist und aus dem, mit Verlaub, "Sauhaufen" eine funktionierende Organisation machen will, dann gibt es hierfür kaum eine einfachere und verständlichere Anleitung.

    Viel Erfolg bei dieser Remodulation wünsche ich Dir und vor allem deinem Mann. Auch sage ich im namen deines Mannes Danke für deine Fürsorge und Anteilname die es wahrscheinlich erst ermöglicht hat dies alles bis hierhin halbwegs zu ertragen. Danke für deine Geduld und Opferbereitschaft. Er darf sich glücklich schätzen solch eine Frau an seiner Seite zu haben.

    Gruss Martin

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