Hallo,

natürlich kann da Jeder das machen, was er/sie möchte. Leider sind die Gefahren dieser Aufstellungsmethode nicht so bekannt. Ich denke mir, es kommt auch darauf an, wer das Familienstellen durchführt.
Ob da viele Interpretationen geliefert werden und ob die aufstellende Person dann damit auch zurecht kommt.
Es ist immerhin ein sehr sensibler Bereich, in dem auch Trigger vorkommen können.
Wenn nun die durchführende Person, die aufstellende Person nicht gut genug kennt, kann das schon zu einer Falle werden.
Außerdem ergeben sich aus dem Familienstellen Handlungen, die das gesamte System betreffen, aber nur eine Person ist anwesend, nämlich die aufstellende Person.
Echte Familieninterventionen sind meiner Meinung nach jedoch nur möglich, wenn da alle relevanten Personen miteinbezogen werden. Sonst kommt es leicht zur Auswahl eines Sündenbocks, der sich letztlich nicht wehren kann, weil er ja vom geschehen keine Ahnung hat. Die aufstellende Person ist deshalb auf der Gewinnerseite, weil sie die Dinge aus ihrer Sicht darstellt. Naturgemäß wird sie darauf hinsteuern, die relevanten Aspekte außer acht zu lassen, damit sie sich nicht selber angreifbar macht.
Außerdem ist dieses Aufstellen deshalb etwas seltsam, weil es einige Male passiert, was dem Aufsteller dann ja auch zu Einkommen verhilft. Wer ein Einkommen auf diese Weise erziehlt, der muss sich auch die Kritik gefallen lassen, dass er dann denjenigen, die ihm das Einkommen ermöglichen, auch gerne Entlastung geben will, weil die ja wiederkommen und weiterempfehlen sollen.
Ob die Aufsteller sich mit echten eigenen Anteilen beschäftigen? Jedenfalls geht es ihnen gut hinterher und sie kommen deshalb auch immer wieder gerne zu den Aufstellungen und empfehlen die auch gerne weiter.
Ein Psychomarkt, wenn man so will.
Letztlich ist das ligitim, wenn denn nicht so manches Mal sich die Situation für den ahnungslosen Sündenbock gravierend ändern würde, zugunsten des Aufstellers.
Ehrlich gesagt, finde ich sowas schon irgendwie seltsam und es gibt auch hinsichtlich der Aufstellungen nach Hellinger jede Menge Kritik.
In meiner Ausbildung war die Familienaufstellung lediglich ein minimaler Lerninhalt, sodass wir die Erfahrung machen konnten, wie sich Klienten in so einer Situation fühlen und was sich verändern kann. Es war kein therapeutischer Lerninhalt, denn wir waren ja nicht in Therapie.
Naja, die Arbeti in so einer Lernwerkstatt kann ich nicht beurteilen, denn ich war da nie und würde auch nie hingehen. Ich muss zugeben, da habe ich schon auch Vorurteile, weil ich zweimal auf meinem Arbeitsplatz so eine Hellinger Aufstellung mit gemacht habe. Die fand ich einfach übel, auf Deutsch gesagt.Wir wurden sogar gezwungen, die Aufstellung zu machen!
Einfach nur übel!

Ibag