Hallo w,
das ist ein Horror, den du gerade erlebst.
Dein Mann scheint da ein paar Baustellen zu haben, die ihm selbst heftig zusetzen und ihn so reagieren lassen. Er verletzt, weil er selbst hilflos ist, vielleicht auch Angst hat. Vieles hat er - wie du ja selbst auch weiß - nicht anders gelernt in der Kindheit. Das schleift sich natürlich ein und prägt ihn für sein Leben, es sei denn, er möchte selbst etwas daran ändern.
Ein kleiner Lichtblick ist ja, dass er selbst von sich sagt, er hätte ein kleines Selbstbewusstsein. Es besteht berechtigte Hoffnung, dass er eines Tages das Verlangen hat, genau daran zu arbeiten, dass es wachsen und entstehen kann.
Allerdings, und das ist die schlechte Nachricht, das muss er selbst erkennen und auch wollen!
Und wann ist das in der Regel, wenn ihm alle Fälle wegschwimmen, sein Kartenhaus zusammenbricht, er alleine dasteht und dann schmerzlich erfährt, was ihm wirklich wichtig ist im Leben. Bist das du mit dem Kind, dann wird er sich wohl in Bewegung setzen und alles dransetzen, genau das nicht zu verlieren.
Du hast es selbst genau richtig erkannt, du kannst ihn nicht ändern - das kann er nur selbst und er muss es wollen.
Da gibt es zum Glück heutzutage Wege, die nicht unbedingt beim Psychiater enden müssen.
Wovor er wohl auch noch Manschetten an, was sollen denn die Leute denken, er ist doch nicht verrückt usw...
Du bist auf dem richtigen Wege, etwas an deinem Verhalten zu ändern.
Was ich dir aber auch gerne empfehlen möchte und ich hoffe, dass das mit ihm möglich ist: suche das Gespräch, sprich darüber, wie es dir damit geht und vermeide dabei, ihm Vorwürfe zu machen. (schwierig, ich weiß :-))
Sucht gemeinsam nach Lösungen und tauscht euch darüber aus, wie jeder sich die gemeinsame Zukunft und das Leben mit dem anderen vorstellt.
Gutes Gelingen und viele Grüße
Sabine.


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