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Thema: Besteht die Möglichkeit für Bossing?

  1. #1
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    Standard Besteht die Möglichkeit für Bossing?

    Hallo zusammen,

    ich habe seit geraumer Zeit Probleme mit meinem Chef, welche anscheinend immer schlimmer werden und ich habe die Befürchtung das es sich bereits um Bossing handelt oder um den Anfang, vielleicht ist ja auch nichts.

    Zu mir:

    Ich Ingenieur in einer Deutschen Firma, in dieser Funktion bin ich u.a. verantwortlich für rechtsverbindliche Messungen gegenüber anderen Instituten, welche ich auch gegen die Interessen meines direkten Vorgesetzten durchsetzen muss.

    Daneben stehen hauptverantwortlich noch Dinge wie Theoretische Betrachtungen unserer Produkte, Laborverantwortung, Azubis, Technische Betreung von externen Einrichtungen usw., aber auch der schwammige Punkt Aufträge. Insgesamt komme ich auf ca. 10-14 mittlere bis große Pakete.
    Dies ist auch für alle Kollegen in einer Liste zusammengefaßt, bloß dort stehen 5-6
    Pakete oder sogar nur 1 großes mit Auflistung was dazu gehört.
    Auf den ersten Blick nicht verkehrt, wenn da nicht die Menge währe.

    Mein Chef:

    Ist unwesentlich älter als mit einem höherem Akademischen Grad, wenn auch fachfremd.
    Er legt sehr viel wert auf einen entspannten persönlichen Umgang und möchte am liebsten regelmäßig abends auch noch mit uns weg. Was Ideen oder Erweiterungen von Arbeitspaketen angeht, würden ich und andere Kollegen Ihn als sehr Begeisterungsfähig und Sprunhaft einstufen, was dazu führt das mehrmals am Tag / Woche Pakete gestrichen geändert erweitert oder neu erfunden werden.
    Anfänglich hielt sich dies auch noch in Grenzen für Ihn stand eine Große Beförderung an, die einen echten Sprung dargestellt hätte. Vor ca. einem halben Jahr haben wir überraschend erfahren, dass diese Stelle ausgeschrieben wurde und jemand anderes den Posten bekommen könnte. Vor 2-3 Monaten stand dann fest das jemand kommt der den gleichen / ähnlichen Berufsweg bzw. Ausbildung hat wie, nur einige jahre älter.
    Erschwärend ist noch das selbst auf nachfrage nach verbindlichen Terminen oder Anweisungen keine Antwort außer daß müßt ihr selber entscheiden kommt.

    Rahmenbedingungen:

    - 1-2 Tage die Woche werden mit Sitzungen belegt, verteilt über die Woche.
    - Die Sitzungen liegen nicht am Anfang oder Ende der eines Tages sondern über mehrere Stunden in der Mitte.
    - Daurch bleiben vorher und nachher 1-2 Stunden für andere Dinge
    - Hinzu kommenhäufige Flurbesprechungen
    - Überstunden sind nicht erwünscht, teilweise haben die Kollegen sogar verbot (nicht ich)

    Zur Situation:

    Ich werde ständig darauf hingewiesen, wie toll meine Arbeit doch währe und wie gut ich mit den Kollegen umgehen würde, was mich ehrlich gesagt nervt ich bin wie ich bin.
    Danach kommen dann die Kritik oder Angriffe, was aber nur unter vier Augen statt findet, ansonsten hier und dort mal ne Spitze aber nie vor höheren Vorgestzten. Wenn ich mich dann Verbal zur wehr setze kommt ganz schnell ein Termin über ein vier Augen Gespräch.

    Als Aufhänger für seine Kritik nimmt er gerne bestimmte Punkte

    Ein Projekt welches im Juni - Juli fertig sein sollte und vier Wochen verzug hatt, aus dem ich mich aber wörtlich raushalten sollte, was dann nicht so gemeint war. Nachdem mir klar wurde raushalten heißt nicht raushalten, habe ich die Notleine gezogen und den Bereich für andere Dinge blockiert damit alles fertig wird und der schaden noch begrenzt werden kann. Da unser Bereich dort auch keine Aufgaben hatte! Um dort aber eine Aufgabe zu platzieren kamm jemand aus einem anderem Bereich, der dort ganz dringend etwas zu erledigen hatte. Dieser Bereich hatte und hat eigene Kapazitäten um diese spezielle Aufgabe zu erfüllen. Auf den Hinweis dass dies aber nicht ginge wurde geantwortet, ich müsse den globalen Überblick haben und eine Lösung finden. Irgendwie unter großen Schwierigkeiten wurde dann ein Weg gefunden der alles bis heute verzögert hat.
    Seit dem Schreibe ich mir alles auf was mich betrifft, was übrigens vorher nicht nötig war und nicht gut ankommt,

    Dann kamm wieder die mögliche Beförderung und es kehrte ruhe ein.
    Nach einiger Zeit war aber klar dass daraus endgültig nichts wird!

    Dann fing die Zeit mit Profilierungsaufgaben gegenüber der Geschäftsführung an, wo alle an Präsentationen arbeiten mußten was wir (er) geschafft haben (hat).

    Die mir zugeteilten Punkte habe ich termingerecht abgeschlossen und übergeben.
    Darauf habe ich gesagt bekommen mach bei Gelegenheit noch bestimmte Ergänzungen fertigt, aber bereite dich schon mal auf das nächste Thema vor du fährst zu xyz.
    Pflichtgemäß habe ich mich auf das Thema vorbereitet und im Anschluß daran begonnen die Ergebnisse aufzuarbeiten. Zwischendurch die hohe Sitzungs und Arbeitspaket Belastung. Wohlwissend ich habe das eine Paket auf Anweisung nicht fertig machen können.

    Kurz vor Weihnachten mußten wir Abteilungsintern festellen das wirklich Private Dinge bzw. vertrauliche Dinge seitens eines Kollegen an unseren Vorgesetzten weitergegeben wurden, darauf hin bekammen wir alle Einzelgespräche. Als uns klar wurde wer genau der Kollege ist haben wir ihn freundlich behandelt aber von Informationen die Ihn nicht angehen ferngehalten.
    Mir wurde dann ein Teil seiner Aufgaben übertragen, welcher sich augenscheinlich gut in meine Pakete integrieren läßt. Dies hat mich schon gewundert! Als betreffender Kollege dann anfing Termine für mich zu machen habe ich ihm lauter und ernst klargemacht das ich das selber kann und er wüßte genau worum es geht.

    Außerdem wurde ich aus meiner Beraterfunktion aus einem wichtigem Projekt abberufen, wo ich auf bitte des Projektleiters eingebunden war.

    Mittlerweile hatte ich ein erneutes Gespräch mit meinem Chef indem mir mehrere Punkte vorgeworfen wurden und ich an dessen Ende zu einem Persönlichkeitscoaching geschickt wurde. Selbstverständlich auf Firmenkosten! Als Beweis für meine Persönlichen Defizite sieht er das ich mich wehemend gegen Vorwürfe wehre und zu meiner Meinung stehe, was auch mal in einem ernsterem Tonfall geschehen kann.
    Am Anfang wurde aber wieder wehemend darauf hingewiesen wie gut ich doch währe und multitaskingfähig ich bin, solange ich keine Verbindlichkeiten hätte.

    Konkrete Punkte Chef:

    a) ich würde Verbindlichkeiten scheuen

    b) ich würde Aufgabenpakete nicht fertig machen, insbesondere Theoretische die allen nutzen würden.

    c) es läge eine ungesunde Entwicklung vor

    d) ich könnte alle Verantwortung für die nächste zeit abgeben ohne das jemand komisch darüber denken würde.

    e) er hat hinter meinem Rücken mit Kollegen gesprochen, die mir dies aber glücklicherweise zugetragen haben, dabei wurde aber Betriebsratsmitglieder ausgeklammert.

    f) ich währe zu großen teilen für den Streß von einigen Kollegen verantwortlich.

    g) meine Terminplanung stimmt nicht.

    Punkte von mir:

    a) wir hätten zuviele Sitzungen, wurde abgestritten und behauptet es würde zuviel Kaffee getrunken.

    b) mir würden konkrete Termine und Anweisungen fehlen, wurde als Versuch die Verbindlichkeit an ihn abzuschieben abgetan.

    c) auf den Hinweis das er mein Chef ist, wurde die Stimmung noch arktischer als zuvor.

    d) da ich nicht Weisungsbefugt bin kann ich mir aus anderen Abteilungen nur Termine geben lassen und ihm mitteilen, darauf wurde gesagt das währe quatsch.

    Ich könnte noch einige Punkte aufführen was aber den Rahmen sprengen würde.
    Noch habe ich den Rückhalt meiner Kollegen und einen guten Ruf bei den Hauptvorgesetzten ich befürchte aber, dass systematisch daran gearbeitet wird das dies nicht mehr so ist.

    Wie ist eure Meinung dazu

    Der Torben

  2. #2
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    2.008

    Standard AW: Besteht die Möglichkeit für Bossing?

    Hallo Torben

    Ich will versuchen es, aus meiner persönlichen Sicht auf deine Darstellung, auf den Punkt zu bringen.

    Zuerst würde ich dieses Wort weder hier und noch weniger am AP gebrauchen. Was du darstellst ist aus meiner Sicht eine zu eskalieren drohende Konkurrenzsituation. Ich sehe Tendenzen der Verhärtung aber noch immer Spielraum für eine gütliche Beilegung.
    Jede weitere Terminologie die auf Konfrontation gerichtet ist wird eine Auflösung deutlich erschweren.
    Bossing ist ein schwerer Vorwurf an einen VG, den ich erst dann erheben würde, wenn alle anderen Massnahmen versagt haben.

    Schlüsselfaktor und Ausgangspunkt für deine momentane Situation ist aus meiner Sicht die geplatzte Beförderung deines Chefs.

    So wie du ihn beschrieben hast, stellen sich auch seine Vorwürfe dar. Der alten Weisheit folgend, dass: "Probleme die einer macht, Ausdruck sind für die Probleme die einer hat!", macht ihn das leicht berechenbar. Dies kann sich noch als grosser Vorteil erweisen.

    Er sucht sich wohl

    1. einen "Sündenbock" der ihm die Beförderung vermasselt hat, wenn er der Überzeugung ist, dass es nicht seine Schuld sein kann. Das glaube ich noch am ehesten.
    Seine Flüchtigkeit und mangelnde Fähigkeit zu priorisieren und zu strukturieren sticht ins Auge wenn man deinen Ausführungen folgt.
    Doch das ist genau die Aufgabe des Managers. Nämlich klare Strukturen zu schaffen, um die anstehenden Aufgaben so effizient und gewinnbringend für das Unternehmen zu bewältigen. So gut wie irgend möglich.
    Wenn mir dies als Aussenstehender nach diesen wenigen Zeilen bereits auffällt, dann hat die Unternehmensführung dies gewiss schon längst erkannt und ergo, sich richtig und nachvollziehbar, für jemand anderen in der Beförderungsrunde die Tür geöffnet.
    Das will dein Chef natürlich, mangels Selbstreflektion, nicht wahr haben. Deshalb projiziert er exakt seine Versäumnisse auf den "Sündenbock" Das bist DU.

    2. Weil er sich nicht sicher sein kann ob du ihm gegenüber loyal bist, noch dazu wohl zu den Spitzenkräften gehörst, könnte er zur Annahme neigen, dass du ihm den Todesstoß bei der Beförderung versetzt hast. Z.B. mit Indiskretionen über ihn und sein Führungsverhalten. Vielleicht weil du seinem Chef wiederum sehr nahe stehst und dieser etwas in dieser Richtung geäussert hat was hoffentlich nicht auf direktem oder zumindest auf Umwegen zu deiner Person führt. Das wäre denkbar.
    In diesem Moment sieht er dich als Konkurrenten der eliminiert werden muss oder zumindest deutlich geschwächt. Deine Macht und deinen Einfluss iste s was er fürchtet. Daher muss er dich bekämpfen und benutzt dabei natürlich die "Schmutzigen Tricks".

    Und aller Guten Dinge sind Drei

    3. Hat man ihm im oder nach dem Assessment deutlich zu verstehen gegeben, dass seine Fähigketen als Manager deutlich hinter den Erwartungen zurückstehen.
    Dadurch gerät er in Zugzwang und muss beweisen, dass er es kann und der "Beste" ist. Versteht allerdings den Auftrag nicht und sucht sein Heil in einem Machtspiel, dass er gegen einer seiner wichtigsten Mitarbeiter führt. Nur dadurch kann er an Profil gewinnen. Wenn er sich einen Loser sucht den er niedermacht wirkt er ebenso schwach wie sein Opfer. Nein es muss einer der starken, wenn nicht der stärkste sein. Ein weiterer Beweis seiner mangelnden Fähigkeiten und fehlender sozialer Kompetenz obendrein, was den Entscheid der GL im Nachhinein mehr als nur rechtfertigt.
    So wie er sich selbst die falschen Fragen stellt, so stellt er sie auch seinem Umfeld. Er hat es aus meiner Sicht nicht verstanden was man ihm mit der Übergehung bei der Beförderung gesagt hat bzw. sagen wollte.

    Ggf. hast du es mit einem Mix aus allen diesen Möglichkeiten zu tun. Was ich dargestellt habe ist der Versuch deines Chefs, mit Macht zu kompensieren, dass er ein starkes Problem mit erfahrener Ablehnung und der Hinterfragung seiner Fähigkeiten hat. Durch Andere aber auch sich selbst.

    Lässt man ihn weiter wüten, dann nimmst du schweren Schaden und die Firma obendrein, weil dadurch einer der Betsen, DU, in die Innere Kündigung getrieben wird.
    Nur mit dem Zweck, dass er dann wieder "glänzen" kann. Er folgt dem Antrieb: "Damit ich selbst größer werde, müssen all die Anderen schrumpfen."

    Als echter Manager sollte er aber stets und konsequent darüber nachdenken: "Wie und mit was muss ich meine Mitarbeiter fördern, damit sie der Firma zu Spitzenleistung verhelfen, für unsere Kunden?" Und erst aus dieser meiner Leistung wächst mein Einfluss.

    Dem sollte mal einer, nur ein Witz und tu das ja nicht ;-), den Spruch von Karl Gauss zustecken: "Nur in einem Land wo die geistige Sonne tief steht, werfen Zwerge grosse Schatten!"

    Ein Witz ist es auch, dass du als eine mit Arbeit überfrachtete Fachkraft, stellenweise zudem Mangementaufgaben wahrnehmen sollst oder gar musst, weil dein Chef es nicht tut oder nicht kann. Es ist seine Aufgaben Interaktion zu initiieren und zu lenken. Er ist verantwortlich für die Strukturen. Dafür bekommt er sein Gehalt. Nicht du!

    Ich hätte auch schon ein paar Gedanken und Empfehlungen diesen Konflikt konstruktiv zu lösen. Doch erst möchte ich von dir wissen, ob du meine hier ausgeführten Gedanken überhaupt interessant findest und ob die Sichtweise/Richtung, zu der ich tendiere, nachvollziehen kannst oder, noch besser, sich im Alltag spiegelt.

    Im Moment passiert in dir vielleicht etwas sehr gefährliches. So wie ich gelesen habe hat es bereits die eine oder andere Eskalation gegeben. Das passiert weil einem das emotional berührt, weil am Selbstwert gerüttelt wird. Emotionen, nicht Intuition, welche Affekte auslösen, sind in solchen Fällen wie dem deinen die schlechtesten Ratgeber. Sie können, so berechtigt sie sein mögen, dir schweren Schaden zufügen. Weil jede Regung deinerseits, in diese Richtung, dem Gegner zuspielt. Er jeden Ausbruch, gegen dich, an anderer Stelle ausschlachtet.

    Davon kann ich ein Lied singen, welche Schwierigkeiten man sich damit selbst produzieren und haben kann. Ich bin und war selbst schon immer sehr impulsiv. Doch leidvolle Erfahrungen haben mich mittlerweile deutlich "weiser" gemacht.

    Betrachte alles was auf dich zukommt mehr als momentanen Zu-/Umstand, der mit dem Fluss der Zeit stetig neue Gesichter annimmt und damit fast in jede Richtung frei gestaltbar ist.

    Lass von dir hören

    Gruss Martin
    Geändert von Herbert 44 (30.01.2011 um 03:16 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Besteht die Möglichkeit für Bossing?

    Hallo Martin,

    deine Ausführungen finde ich sehr interessant und hilfreich!
    Den bösen Begriff wollen wir nicht weiter verwenden, aber der Gedanke kamm schon auf.
    Ähnliches sagte mir auch ein befreundeteter BR mit dem ich mich austauschen kann und welcher mich im ernstfall auch unterstützen würde, wie viele Kollegen auch. !!! Das Böse Wort ist dort nie gefallen !!!
    Das Coaching werde ich wohl mittnehmen, weil Dümmer werde ich nicht dadurch und außerdem ist dies vielleicht eine Möglichkeit unbefangen mit einem dritten über die Situation zu sprechen, zumal anscheinend ein Vorgespräch zwischen Coach und Chef stattfinden soll. Oder ist dies Verkehrt?

    Ich weiss nicht ob ich der stärkste bin oder nicht, aber bei meinen direkten Kollegen herrscht von Resignation bis bis Speichelleckerei alles, nur kein Selbstbewustsein mehr.
    Schlimm aber auch interessant finde ich den Ansatz, dass ganze als Schutz meiner Persönlichkeit zu sehen und so zu allen Seiten zu verkaufen.
    Und wie gehe ich mit dem Vorwurf um meine Pakete nicht abgeschlossen zu haben, obwohl dies auf Anweisung geschehen ist, dies sieht er Monentan als Trumpfkarte. Ich habe zwar vor Monaten angefangen alles mitzuschreiben was mich betrifft, mit Datum und Uhrzeit, aber das sind ja nur meine Notizen.
    Für mich habe ich beschlossen meine Arbeit so wie bisher zu erledigen und mich möglichst nicht auf die Emotionale Schiene schieben zu lassen, auch wenn dies manchmal nicht leicht sein dürfte.
    Ich würde mich über einen weiteren Austausch freuen.

    Der Torben

  4. #4
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    3

    Standard AW: Besteht die Möglichkeit für Bossing?

    Hallo Torben,

    dein Beitrag zeigt einge Parallelen zu meinen Ausführungen zum Thema "Staffing....", jedoch ist deine Sichtweise eine Andere.
    Im ersten Satz legst du dar, dass du "...rechtsverbindliche Messungen.......auch gegen die Interessen deines Chefs ....." durchführen mußt. Losgelöst von weiteren, für mich ein wenig komplizierten Ausführungen sagt mir mein "Bauch" , dass hier was nicht in Ordnung sein kann. Alles Weitere erscheint mir so kompliziert und verworren, dass ich mich nicht weiter auslassen möchte. Es zeigt aber, dass du ein wenig wertschätzendes, gespanntes Verhältnis zu deinem Vorgesetzten hast.
    Gruß

  5. #5
    Registriert seit
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    2.008

    Standard AW: Besteht die Möglichkeit für Bossing?

    Hallo Torben

    Hier meine Kommentare in Blau

    Zitat Zitat von Der Torben Beitrag anzeigen
    Hallo Martin,

    Das Coaching werde ich wohl mittnehmen, weil Dümmer werde ich nicht dadurch und außerdem ist dies vielleicht eine Möglichkeit unbefangen mit einem dritten über die Situation zu sprechen, zumal anscheinend ein Vorgespräch zwischen Coach und Chef stattfinden soll. Oder ist dies Verkehrt?

    Wenn der Coach sich durch das Vorgespräch nicht beeinflussen lässt ist es gut. Lässt er sich auf die Meinung des Chefs ein, dann ist das schlecht weil er Vorurteile übernimmt. Ist es ein externer Coach, dann stehen die Chancen vielleicht besser. Ist es ein interner halte ich dies für schlecht weil dessen Unparteilichkeit dadurch gefährdet ist. Du wirst schnell merken wo die Reise hingehen soll. Achte genau auf die Fragen und stelle Gegenfragen wenn du merkst in eine Rechtfertigungshaltung gedrängt zu werden. Dann wäre die Frage erlaubt ob dies ein Coaching Gespräch sein soll oder eher ein Verhör? Nur damit dir klar ist, auf welcher Ebene das Spiel gespielt wird.

    Ich weiss nicht ob ich der stärkste bin oder nicht, aber bei meinen direkten Kollegen herrscht von Resignation bis bis Speichelleckerei alles, nur kein Selbstbewustsein mehr.

    Wie du selbst schreibst hast du eine sehr gute Reputation in den übergeordneten Etagen. Vielleicht sogar die bessere als dein Chef? Was sollte denn anderes sein Motiv sein als das Bestreben genau diese Reputation zu schädigen? Das Motiv führt immer zum Täter. Hat er ein Motiv gegen dich zu schiessen und was könntest du ihm geliefert haben. Ganz klar da wo er sein Trumpfblatt sieht. In dem nicht erfüllten Auftrag den er dir entweder als Falle gestellt hat oder sich ob seiner eigenen Verzettelung und inkonsequenz gepaart mit schlechter Priorisierung, selbst eingebrockt hat. Ich denke er sieht daroin den Grund seines Scheiterns und will jetzt jemand anderen dafür büssen lassen. So wie du die Motivation deines Umfeldes beschreibst hat er das Spiel bei anderen schon erfolgreich durchgezogen.
    Warum also sollte er bei dir scheitern? Wie gesagt dieses Muster macht ihn berechenbar. Nicht unbedingt besser aber eben berechenbar ;-)

    Schlimm aber auch interessant finde ich den Ansatz, dass ganze als Schutz meiner Persönlichkeit zu sehen und so zu allen Seiten zu verkaufen.
    Und wie gehe ich mit dem Vorwurf um meine Pakete nicht abgeschlossen zu haben, obwohl dies auf Anweisung geschehen ist, dies sieht er Monentan als Trumpfkarte. Ich habe zwar vor Monaten angefangen alles mitzuschreiben was mich betrifft, mit Datum und Uhrzeit, aber das sind ja nur meine Notizen.

    Da du keine durch Zeugen gestützte Gegenbeweise hast ist er mit dem langen Arm des Chefs (noch) im Vorteil. Doch solche Dinge wetzen sich ab. Wenn einer, selbst der Chef immer wieder auf den gleichen Pferden reitet werden die auch müde werden und keiner will es mehr hören. Deshalb tust du sehr gut daran deine Arbeit so sorgfältig wie immer zu erledigen. Schicke Emails mit Rückmeldungen und Lesebestätigungen für den Abschluss von Projekten oder auch wie du sagst "Arbeitspaketen". Schick dir jeweils ein "bcc" Kopie nach Hause auf dein privates Email. Dort ist immer der ganze Verteiler zu sehen. Selbst wenn die Daten deines Accounts im Geschäft seitens des Chefs vollständig gelöscht werden würden, hat dies dennoch Beweiskraft. Erhältst du in kurzer Frist keine Rückmeldung negativer Art, dann hast du das Ding im Trockenen. Wenn dann einer behauptet, dass er es nicht erhalten hat, steht er mit abgesägten Hosenbeinen da. So geschehen erst neulich wo einer versucht hat mir das Messer in den Rücken zu stossen. Dann ging ein Email mit den richtigen Leuten im Verteiler auf die Reise und der andere hatte sich selbst in beide Knie geschossen! AUA!!! Wie peinlich für ihn ;-)) Wer anderen eine Grube gräbt... ist selbst ein Schwein!
    Mit solchen Leuten bekommt man es immer wieder zu tun. Das ist vollkommen normal. Töricht aber, in Kenntnis dieser Eigenschaft, ist es dann, sich keine geeigneten Waffen zurecht zu legen, wenn sie es dennoch immer wieder wagen anzugreifen. Denke immer daran: Ein geschlagener Feind wird sich immer wieder voller Rachsucht erheben, solange bis er final besiegt ist. Entweder gekündigt oder, mit Verlaub, tot.
    Merke: Je direkter und persönlicher der Angriff auf den Gegner, welcher ihn nicht final vernichtet, desto hasserfüllter wird der Wunsch nach Rache sein, desto mehr Energie wird der Gegner in den Kampf investieren.
    Besser ist es sich Aal glatt zu machen. Den Aal den man nicht mit blossen Händen fest halten kann und der einem immer wieder durch die Finger glitscht.
    Also besser die richtigen Verteidigungstaktik zu wählen als selbst den Angriff zu führen. Konziliant und eloquent die Attacken des Gegners zu kontern oder besser ihn ins Leere laufen zu lassen. Wenn er mit Schwung die Tür aufbrechen will diese zu Öffnen zum Angrund hin in den er dann ungebremst hineinstürzt.
    Das hat durchaus erzieherische Effekte. Einer wollte mir in kurzen Abständen 5 mal ans Bein pinkeln. Und prompt ist er 5 x ins Plumpsklo gestürzt. Die Zauberformel heisst. 100% Dokumentation. Das ist wie Steinchen streuen oder Bäume markieren im Wald den man nicht kennt.

    Für mich habe ich beschlossen meine Arbeit so wie bisher zu erledigen und mich möglichst nicht auf die Emotionale Schiene schieben zu lassen, auch wenn dies manchmal nicht leicht sein dürfte.

    Das ist eine weise Entscheidung. Lass dich nicht verrückt machen. Steh über den Dingen und zeig, dass dich das emotional nicht berührt. Und so wenig dich das emotional berührt, beharre auf Fakten für jede Behauptung. Gefühle zählen nicht sondern Zahlen. Und wenn er auf diesen Gefühlen beharrt, dann muss es einen Grund dafür geben. Dann ist die Frage erlaubt, was in ihm diese Gefühle auslöst oder was du faktisch ihm angetan hast, dass er dich so behandelt.
    Schlaue Fragen zu stellen ist besser als sich zu rechtfertigen oder abzugrenzen.
    Abgrenzen kann man sich auch mit einer Frage: "Wie soll ich damit umgehen, wenn sie mir ohne faktischen Hintergrund solche groben Versäumnisse unterstellen?" Wird er laut, dann hast du schon gewonnen. Tut er dies vor andern dann schon zweimal. Dann gibt es nur einen Affen im Raum.
    Um nach Ausreden zu suchen braucht es wenig Intellekt. Um schlaue Fragen zu stellen schon!
    Und wer schlaue Fragen stellt, führt die Unterhaltung.

    Was könnte man also tun. Ich zitier ein paar Sequenzen aus dem Eröffnungthread


    a) ich würde Verbindlichkeiten scheuen. Meine Frage(n) wären dann: "Welche Verbindlichkeiten genau? Könne sie mir das bitte genauer erläutern? Worauf genau stützt sich ihre Aussage/Feststellung (ja nicht das Wort Behauptung benutzen)?"

    b) ich würde Aufgabenpakete nicht fertig machen, insbesondere Theoretische die allen nutzen würden. Welche Aufgaben meinen sie genau? Wie kann ich etwas besser machen wenn ich nicht rechtzeitig Feedback erhalte?" Oder "Ich bin betrübt, dass ich das erst jetzt erfahren muss. Wäre es nicht produktiver gewesen mich rechtzeiotig darauf hinzuweisen?"

    c) es läge eine ungesunde Entwicklung vor. "Das ist ein schwerer Vorwurf der mich aus heiterem Himmel trifft! Was genau ist ungesund und wie und wer reflektiert das, kommt zu solchen Informationen und in der Folge derartigen Schlüssen?" "Was genau ist mein Beitrag, welcher der der übrigen Beteiligten und was müsste ihrer Meinung nach geschehen?"

    d) ich könnte alle Verantwortung für die nächste zeit abgeben ohne das jemand komisch darüber denken würde. "Damit ich es richtrig verstehe erlauben sie mir bitte folgende Frage: Sie sind durch Informationen von "jemandem" also zur Überzeugung gelangt ich sei verantwortungslos gar überflüssig. Welcher Natur sind diese Informationen und was bestätigt ihnen diese Haltung bezogen auf meine tägliche Arbeit und die erbrachten Ergebnisse?"


    Und nicht zu vergessen: Gleich zu Anfang würde ich dem Gegenüber bekanntgeben mir Notizen im Gespräch zu machen damit ich Stichpunkte für die weitere Bewertung und Verhaltensanpassung habe. Ausserdem würde ich ihm eine Gesprächsnotiz als Zusammenfassung per Email schicken. Selbstverständlich mit "cc" an im Gespräch geannte oder gefallene Namen und natürlich mit "bcc" nach Hause. Glaub mir: Er weiss wie wenig Menschen auf Formalien legen. Die meisten sind damit sehr nachlässig weil sie das im Grunde hassen und fangen erst damit an wenn ihnen das Wasser schon bis zum Hals oder Unterkante Oberlippe steht. Man muss dies als immerwährende Prävention sehen. Was geschrieben steht kann man nicht mehr ungeschehen machen. Es ist in Stein gemeisselt. Oder man muss eine Gegendarstellung machen die selbst wieder an der Glaubwürdigkeit kratzt weil er es nicht war der den ersten Schalg getan hat sich also in der Rolle des Rechtfertigenden wiederfinden muss.

    Worte hingegen sind lediglich Schall und Rauch. Wir denken an Adenauer der da sagte, als man ihn nach seiner abgefaulten Hand fragte bei der Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955,: "Was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an!"

    Als Bundeskanzler mit 85 kann man sich das vielleicht leisten. Als Chef nicht. Damit ist deine Glaubwürdigkeit final im A....! Also zwinge ihn in das enge Korsetts einer eigenen Fallstricke und er wird es enorm schwer haben dir zu schaden. Je mehr er starmpelt desto enger werden sich die Stricke festziehen.

    Wenn auf diese Fragen, welche ich oben formulierte, nichts kommt oder dir sogar mit Macht verweigert wird Gesprächsnotizen zu machen, spätestens dann weisst du, dass du dich mitten im Krieg befindest.
    Dann spätestens wird es Zeit sich Verbündete zu suchen. Nach Möglichkeit eine Etage über der des Chefs. Mit einem vertraulichen Gespräch. Nicht über die Beziehung zum VG sondern über die Sicht der nächsthöheren Etage auf deine persönliche Leistung, wenn diese dort wahrnehmbar ist. Niemals den Chef in Misskredit bringen. Das ist ein NO GO!! Der Chef des Chefs wird alleine dadurch merken, dass etwas am Kochen ist. Hast du dort eine gute Reputation, dann wird er von alleine hellhörig werden. Versichere dich und sorge dafür, dass es mächtigere Menschen als deinen Chef gibt die deine Arbeit weiter oben sehen und schätzen!
    Das ist die beste Lebensversicherung die man haben kann.
    Denke immer daran: "Was man nicht sieht existiert nicht!" Schau also dass du weithin sichtbar bist. Allem voran als leuchtendes Beispiel für Leistung, Aufrichtigkeit, zuvorkommend und loyal. Dann bist du wie aus Schmierseife. Keiner kann dich packen.

    Ich würde mich über einen weiteren Austausch freuen.

    Der Torben
    Viele Grüsse

    Martin
    Geändert von Herbert 44 (01.02.2011 um 21:58 Uhr) Grund: Ergänzungen

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