Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Staffing oder fehlerhaftes Verhalten meinerseits?

  1. #1
    Registriert seit
    30.01.2011
    Beiträge
    3

    Standard Staffing oder fehlerhaftes Verhalten meinerseits?

    Hallo,

    ich bin seit 2 Jahren Teamleiter eines 11-köpfigen Teams, bestehend aus Spezialisten für unterschiedliche Aufgabengebiete. Wir arbeiten überwiegend projektorientiert nach einem Projektplan, welcher zu Beginn des Jahres einvernehmlich aufgestellt und im Laufe des Jahres einvernehmlich fortgeschrieben wird. Ich lege Wert auf größtmögliche Transparenz, wertschätzendes, harmonisches Miteinander und auf eine selbständige, teamorientierte Arbeitsweise eines jeden Enzelnen. Meine Führungsaufgabe sehe ich, den Rahmen hierfür zu gestalten.
    Nun habe ich einen intelligenten Mitarbeiter, den ich persönlich schätze, dem ich mehrfach mitgeteilt habe, dass ich mit dessen Arbeitsweise und Ergebissen nicht zufrieden bin. Sein Arbeitsverhalten belastet mich.
    So fordert der Kollege seit Jahren, eine klare Abgrenzung seines Spezialgebietes, seiner Zuständigkeit zu den anderen Gebieten, er fordert einen Anpassung seiner Arbeitsplatzbeschreibung. Ich kann seine Argumentation nicht nachvollziehen, da sie sachlich aus meiner Sicht nicht begründet ist, sage es ihm auch, gestatte ihm aber einen entsprechenden formalen Antrag an übergeordneter Stelle stellen zu dürfen, was er bis heute nicht gemacht hat. Ich gehe im Rahmen der Projektplanung soweit auf seine Wünsche ein, stelle dann aber fest, dass er bei Eingrenzungen auf weitere Eingrenzungen beharrt......
    In Sachgesprächen weicht er regelmäßig vom Kernthema ab und wird weitschweifig. Mt Mühe hole ich ihn dann jeweils zurück. Oder er verharrt auf seine Meinung und lässt andere Sachargumente nicht zu, verhält sich in einem belehrenden Tonfall "...Nun erkläre ich es dir nochmal...". Oder im sachlichen Ringen um eine gemeinsame Lösung geht er zunächst nur zum Schein auf die Argumentation ein um am Ende wieder seine Variante durchzusetzten, oder tut so als sei er im Gespräch einverstanden, wir treffen eine Vereinbarung und anstatt an der Zielsetzung zu arbeiten schreibt er einen Vermerk und sabotiert so das Ergebnis der vorherigen mündlichen Vereinbarung. ......
    Brennt etwas in seinem Bereich an, eine Vorlage aus seinem Aufgabenbereich erweist sich als fehlerhaft, weist er jegliche Schuld von sich und übernimmt keine Verantwortung.
    In solchen Fällen verweist er erneut auf seine aus seiner Sicht "unzureichend abgegrenzten Arbeitsplatzbeschreibung" und besteht auf seine Meinung.
    Gebe ich Ihm (seiner Intension folgend) einen engumrissenden klaren Auftrag (ohne eigenen Gestaltungsspielraum) so erweitert er die Vorgabe auf ein nicht umsetzares Maß und beschreibt in ausführlicher Tiefe die Unmöglichkeit zur Durchführung dieses Auftrages (z.B. ein Auftrag zur Erstellung von 5 Algorithmen weitet er selber auf 1.000 aus und problematsiert dann in enem langen Vermerk die Undurchführbarkeit "meiner" Vorgabe "1.000 Algorithmen"). Gleichzeitig verschwendet er wertvolle Arbeitszeit und beschäftigt mich zudem mit seinem nicht zielorientierten Arbeitsverhalten.

    In der Zusammenfassung frage ich mich, was mit Ihm los ist. Welche Fehler mache ich selber? In Gesprächen weicht er mir aus. Er macht deutlich, sich als Fachmann zu fühlen, welcher die .......meiste Arbeit hat und durch fehlende Abgrenzung zudem ständig Aufgaben Anderer wahrnehmen muß......(ist nicht so, was u.a. die Projektplanung belegt)

    Der studierte Kollege ist nach meinem Befinden intelligent und fähig, durchweg gute Ergebnisse zu liefern, soweit er es will.

    Der Kollege hatte bereits vor meiner Zeit vergleichbare Probleme mit dem vorherigen Vorgesetzten. Dieser hatte Ihm mangelnde Kritikfähigkeit und mangelnde Teamfähigkeit vorgehalten. Aus diesen Gründen wurde Ihm bisher ein berufliches Weiterkommen verwehrt. Der Kollege ärgert sich über die aus seiner Sicht unfähigen Vorgesetzten, denen er sich hoffnungslos ausgeliefert fühlt. Ich habe Ihm von Anfang an immer wieder gesagt, dass er eine faire Chance habe. Ich habe Ihm mehrfach gesagt, was ich von Ihm in der konkreten Situation erwarte. Ich habe Ihm auch gesagt, dass ich mich dann für sein Weiterkommen aktiv einsetzten werde. Mal war es besser, dann wieder schlechter.

    Was kann ich noch tuen, gerne würde ich Ihn fördern, aber er nimmt wenig an, lässt sich nicht führen, hat ständig Recht, übernimmt keine Verantwortung. Welche Fehler mache ich selber (oder mache ich mir zuviele Gedanken, sollte einfach nur durchgreifen und meine Optionen als Chef nutzen und so meine eigenen Nerven schonen)?

    Was empfehlt ihr mir?

  2. #2
    Registriert seit
    22.06.2005
    Beiträge
    2.008

    Standard AW: Staffing oder fehlerhaftes Verhalten meinerseits?

    Hallo einstein_nein

    Ich möchte dir, nach Studium all dessen was du geschrieben hast, nur zwei Fragen stellen. Gehe in dich und frage dich folgendes

    1. "Wäre es meine Firma, würde ich diesen Mitarbeiter noch einmal einstellen?"

    2. "Inwieweit steht mir meine Angst, durch eine harte Entscheidung Gefühle zu verletzen, dabei im Wege, die richtigen Schlüsse zu ziehen?"

    Meine Buchempfehlung: Bruce Tulgan: "Einer muss er Chef sein"

    Der spielt mit dir Katz und Maus und missbraucht, aus meiner Sicht, schamlos und hochmütig dein Bedürfnis nach Harmonie am AP. Dazu nutzt er all seine "Intelligenz" und outet damit seine Fehlstellung im System. Wäre es ein High-Performer an dessen Arbeit nichts aber auch gar nichts auszusetzen wäre, dann könnte man drüber reden. Aber so....? Pass gut auf, dass dir dieser "faule Apfel" nicht bald die ganze Kiste wurmstichig macht!

    Denk mal drüber nach.

    Gruss Martin

  3. #3
    Avatar von Oje
    Oje ist offline besonders erfahrenes Mitglied des Mobbingforums
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    402

    Standard AW: Staffing oder fehlerhaftes Verhalten meinerseits?

    Klare Ansagen dürfen freundlich klingen, müssen aber nichtdestoweniger klar bleiben.
    Klar ist, dass er die Zusammenarbeit sabotiert und erschwert.
    Frag ihn ob ihm das aufgefallen ist, wenn nein, Rüge.
    Ist es ihm aufgefallen, lass dir erklären weshalb er sich so verhält,
    und gib ihm eine deutliche Richtung an, an die er sich zukünftig halten sollte,
    damit die Arbeit wieder Früchte tragen kann statt im Sande zu verlaufen.
    Wenn das nicht eingehalten wird, musst Du wieder zu ihm gehen,
    und mit ihm gemeinsam sein Verhalten analysieren,
    um hinterher strafend seine Kompetenzen in Frage zu stellen und
    ihn sogar bei Bedarf zu sanktionieren, zB im Endeffekt sogar zu ersetzen.
    Dies solltest Du mit ihm gemeinsam ausarbeiten,
    denn er liegt dir am Herzen, und möglicherweise weiss er gar nicht,
    was er falsch macht bzw besser machen kann.

    Falls er resistent ist gegen effektive Arbeit im Team,
    sollte er sich überlegen ob er den richtigen Job hat,
    und du dir, ob du den richtigen Mitarbeiter hast, egal wie nett er privat sein mag.

    LG

    PS das was Du schreibst lässt mich aus der Hüfte die Diagnose Asperger verlauten
    Geändert von Oje (15.02.2011 um 14:30 Uhr)
    Geld regiert die Welt.
    Geld hat kein Gewissen.

  4. #4
    Registriert seit
    27.04.2015
    Beiträge
    10

    Standard AW: Staffing oder fehlerhaftes Verhalten meinerseits?

    Dieser Kollege ist sehr unzufrieden mit Seiner Lage und weiß sich nicht besser zu helfen als gegen jede Form von Autorität negativ eingestellt zu sein. Ihm zu helfen wird schwierig sein, da er schon krankhaft auf Gegenwehr eingestellt ist. Somit ist eine Änderung nicht möglich aus heutiger Sicht. Für ein Vorgesetzter eine frustrierende Erfahrung. Ich denke aber daß bei solche Leute ein bestimmte Art von Aufbau von Selbstwertgefühl notwendig ist. Ich bin selber ein großer Freund von der klassische Führungsstil: Lob und Tadel. Sprich, man kann ein Mensch gleichzeitig durch Anerkennung und Tadel in eine bestimmte Richtung lenken. Dadurch wird der Mensch auf positive Art verunsichert und verändert sich automatisch. Das klingt jetzt abstrakt, vielleicht sogar diffus aber es funktioniert. Ich hatte einmal einen Lehrer der dieser Stil beherrscht hat und es gelang ihm sogar eine ganze Schulklasse für Mathematik zu begeistern. Keiner der Schulkameraden/-innen wurde von Kritik verschont. Sogar die 1er Kandidaten aber jeder bekam auch Lob wenn irgendwie möglich.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Mobbing oder nur Paranoia meinerseits?
    Von Ezio im Forum Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing durch Kollegen, Ist das Mobbing, werde ich gemobbt ?
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 01.12.2011, 22:24
  2. Mobbing, Staffing oder....??????
    Von madita10 im Forum Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing durch Kollegen, Ist das Mobbing, werde ich gemobbt ?
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 17.10.2011, 11:57
  3. Staffing
    Von [Imported Guest] hugo im Forum Staffing, sensible Vorgesetzte werden brutal gemobbt, Lehrer von Schülern gemobbt,
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 01.12.2008, 19:10
  4. Hilfe wg staffing gesucht
    Von [Imported Guest] hugo im Forum Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing durch Kollegen, Ist das Mobbing, werde ich gemobbt ?
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 13.11.2008, 14:19
  5. Staffing, das unerkannte Problem
    Von snake im Forum Staffing, sensible Vorgesetzte werden brutal gemobbt, Lehrer von Schülern gemobbt,
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 15.08.2007, 20:26

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •