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Thema: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

  1. #1
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    Standard Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Hallo,
    in meinem neuen Job bin ich jetzt seit 5 Monaten und fühle mich dort nicht wohl.
    Offensichtlich habe es (mal wieder!) nicht geschafft, mich reinzufinden in so eine Gemeinschaft.
    Nun bin ich ziemlich hin- und hergerissen.
    Einerseits weiß ich, dass so etwas nicht nur Anlaufschwierigkeiten sind, sondern ich eigentlich keine Chance habe. Darum trage ich mich mit dem Gedanken, mich selbständig zu machen. Von Kunden etc. bekomme ich immer gute bis sehr gute Rückmeldung, besonders auch von den Teilnehmern meiner Kurse. Ich habe auch bei einem früheren Auftraggeber mal angefragt, ob ich für sie mal wieder etwas schreiben kann. Nun befindet sich ein Auftrag über 3400€ auf dem Postweg zu mir. :-) Nur mit meinen Chefs und Kollegen komme ich nie klar, obwohl ich mich für freundlich, hoch motiviert und konstruktiv halte.

    Andererseits frage ich mich, ob ich vielleicht zu überempfindlich bin und besser auf diesem gut bezahlten Job bleiben sollte, der mir vom Thema her sehr liegt und viel Spaß macht. Wenn nur die Zusammenarbeit in der Firma nicht so zäh wäre und ich mich nicht isoliert fühlen würde. Ich muss auch sagen, dass ich früher schon brutaler und offensichtlicher gemobbt wurde, daher bin ich mir gar nicht sicher, ob das überhaupt Mobbing ist oder ich nur das Gras wachsen höre.

    Ich habe folgende Kommunikationsprobleme:
    1.) In meinem Büro habe ich das Gefühl, dass ich störe. Ich sitze in einem Sechserbüro und obwohl eigentlich jeder von uns mal telefoniert, ist es bei den anderen doch eher sporadisch (alle zwei Tage ein Telefonat) und bei mir mehrere am Tag, auch einstündige Telefonate. Es kommen auch öfter mal Kollegen vorbei, um etwas zu diskutieren, und da meine fünf Kollegen alle im selben Projekt arbeiten, besprechen die auch recht viel miteinander. Oft ist es so laut, dass ich kaum telefonieren kann. Und die anderen wohl auch nicht. Sich auf die Arbeit zu konzentrieren ist manchmal auch schwer. Ich suche manchmal einen Besprechungsraum auf, um zu telefonieren, aber das klappt auch nicht immer. Zum Glück kann ich mich gut konzentrieren. Manchmal bekomme ich aber doch mit halbem Ohr mit, dass einer meiner Kollegen über mich Witze macht oder sich über mich ärgert. Neulich beschwerte er sich, dass ich "im Gegensatz zu uns allen" Fortbildungen bekommen solle. Davon weiß ich nichts, ich glaube, er meint Punkt 3. Irgendwie habe ich mit den Kollegen bisher fast nur übers Wetter oder über das Kantinenessen gesprochen, obwohl ich jeden Tag mitgehe zum Essen. Wir werden gar nicht warm miteinander.
    2.) Als ich neu war, hätte eigentlich mein Chef definieren müssen, auf welche Mailverteiler ich drauf kommen soll. Er hat aber wochenlang nichts getan, also nahm ich mir das Adressbuch heraus und erstellte eine Liste von Mailverteilern von denen ich glaube, dass sie relevant sind. Mein Chef segnete sie ohne Änderung ab. Später stellte es sich heraus, dass ich auf einen Mailverteiler gar nicht drauf sollte, das gab ein wenig Ärger. Gleichzeitig habe ich Angst, dass ich vielleicht auf Verteilern nicht drauf bin, auf die ich drauf sollte. Aber das kann ich nicht so richtig einschätzen. Ich verpasse ganz sicher einige Informationen. Ein Mal verpasste ich z.B. die Information, dass Donnerstag und Freitag eine interne Schulung stattfindet. Ich erfuhr am Donnerstagabend zufällig davon und meldete mich noch schnell an. Freitag hatte ich allerdings auch schon Termine und verpasste so dass meiste des Kurses. Ich habe große Angst, dass ich ziemlich viele Informationen verpasse. Nächsten Montag ist auch wieder eine wichtige Veranstaltung, von der ich zufällig vorigen Donnerstag erfuhr. Ich kann dann auch an einem wichtigen Teil nicht teilnehmen, weil ich nicht alle Montagtermine verschieben konnte.
    3.) Wegen 2.) habe ich darum gebeten, dass wir in unserer Abteilung auch "Team-Meetings" machen wie in anderen Abteilungen auch. Oder dass ich bei den Team-Meetings einer anderen Abteilung teilnehmen darf, um besser in die Firma integriert zu sein und mehr mitzubekommen, was läuft. Mein Chef meinte was von wegen ich müsse eben Flurfunk hören und wir seien doch ein kleines Team, da kriegt man sowieso mit, was die anderen machen. Es gab jetzt trotzdem so ein Meeting vorige Woche. Der Kollege betonte aber gleich, dass sie das nur wegen mir machen, weil sie wüssten ja, was die anderen so tun. Die anderen erzählten also über ihre Projekte, aber der Chef schnitt mir dann das Wort ab und meinte "Wenn die Frau H erst anfängt zu erzählen, werden wir heute nicht mehr fertig." Ich schlug vor, nur zwei meiner Projekte vorzustellen, aber das wollte er nicht. Der Kollege schlug vor, dass es genügen würde, dass wir diese Besprechung nur alle sechs Wochen machen. Wir haben uns auf vier Wochen geeignigt. Mal sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass mein Chef diese aus seiner Sicht sinnlose Veranstaltung einfach "vergisst".
    4.) Mein Chef reagiert "allergisch" auf mich. Das hat natürlich auch mit Stress zu tun, wenn er Termindruck hat, wird er unausstehlich. Aber auch ansonsten ist er sehr ungeduldig, wenn er sich mit mir besprechen muss und fällt mir dauernd mitten ins Wort und findet tausend Gründe, warum er sich eigentlich nicht mit mir besprechen will. Beispielsweise will ich "mir doch sowieso noch keine Gedanken gemacht" habe oder "nicht weiß, wovon ich da rede". Mit dieser Begründung schickt er mich dann schnell wieder fort. Bei Fragen reagiert er sauer, was, glaube ich, auch damit zusammenhängt, dass er manche nicht beantworten kann. Wenn irgendetwas schief geht, dann unterstellt er, dass das an mir liegen müsse. Beispielsweise hat ein Geschäftspartner mehrmals Besprechungen mit mir fünf Minuten vorher abgesagt und ein Mal ist er auch gar nicht gekommen, ein Anruf in seinem Sekretariat ergab, dass er diese Woche Urlaub hatte (!). Er hat immer wieder Zuarbeit versprochen und nie geliefert. Wenn ich meinen Chef um Hilfe bat - er kennt ihn schon lange - meinte er nur ganz vorwurfsvoll, dieser Mann sei immer sehr, sehr zuverlässig. Und mein Chef schien sich nur Sorgen zu machen, dass ich langjährige Partner der Firma vergrätze. Dabei habe ich diesem Mann wirklich nichts Böses getan!
    5.) Ich habe seit Monaten - laut Urteil meines Chefs - keine sinnvolle Idee mehr gehabt. Was meiner Meinung nach nur daran liegt, dass der andere Chef bei unseren Planungs-Meetings schon lange nicht mehr dabei war. Davor war es auch schon so, dass mein eigener Chef gegen alles irgendwelche Einwände hatte, und ich nur meine eigenen Ideen weiterverfolgen konnte, wenn der andere Chef die Idee gut fand. Und der mochte fast alle meine Ideen. Allerdings hat mein direkter Chef es geschafft, so einige meiner Projekte inzwischen in die Tonne zu treten à la "Das was sie da gemacht hatten, taugte ja eh nichts" oder "Sie schaffen den Termin ja sowieso nicht". Wenn das so weitergeht, habe ich nach dem 17. Januar gar nichts mehr zu tun, weil ich keine neuen Projekte mehr starte.
    6.) Man hat mir anscheinend von Anfang an nicht zugetraut, dass ich mit Kunden kommuniziere. Daher übernehmen das meine Chefs selbst. Nun hat mir mein Chef neulich gesagt, dass sie mich über die Probezeit hinaus behalten wollen. Er klang dabei als wäre er dazu gezwungen worden, so etwas zu sagen. Er wies mich noch darauf hin, dass ich "massive Kommunikationsdefizite mit den Kunden" habe. Da müsse ich dringend noch stark an mir arbeiten. Dabei hatte ich aber nur mit einem einzigen Kunden überhaupt erst Kontakt gehabt! Vielleicht meinte er ja auch mein Problem mit dem Herrn von oben, der lieber in den Urlaub fuhr als unsere Besprechung wahr zu nehmen.
    7.) Für eine meiner Aufgaben brauche ich regelmäßig Daten aus der Buchhaltung. Mein Ansprechpartner dort beantwortet aber fast keine meiner E-Mails. Ich muss immer persönlich rüber, aber auch das hilft nicht immer. Er verspricht mir etwas, ich warte zwei Wochen, aber es kommt nichts. Mein Chef hat mich schon mehrmals heftig angeschnauzt und so hingestellt als hätte ich vergessen, die Daten anzufordern. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und sagte ihm, dass ich sie angefordert HABE. Daraufhin ist er wohl in die Buchhaltung gegangen und hat den Menschen zusammengeschissen. Nun spricht der Mann aus der Buchhaltung gar nicht mehr mit mir. Wenn ich ihm zufällig wo begegne und ihn grüße, sieht er mich an mit einem Blick à la "Wenn Blicke töten könnten". Ohne Gruß natürlich. Von dem bekomme ich wohl keine Zahlen mehr. :-(
    8.) Es gibt noch einige Leute mehr, die grundsätzlich nie meine E-Mails beantworten, selbst wenn sie wichtig oder dringend sind. Ich habe diesen Leuten nichts getan. Nicht dass ich wüsste.
    9.) Bei meinem Chef habe ich dauernd das Gefühl, dass er mich versucht zu verarschen. Anfangs hat er mir oft vor Besprechungen in der großen Runde Informationen vorenthalten, Fragen nur teilweise beantwortet oder falsch beantwortet, so dass ich dann in der Runde gar nicht mitreden konnte. Dauernd stellte er mir Suggestivfragen à la "Das war jetzt sicher ein wenig viel Information auf ein Mal für Sie", woraufhin ich Dussel auch noch zugab "Ja, war recht viel." Diese Antwort muss ihn sehr gefreut haben, denn ein paar Wochen lang sagte er in fast jeder Besprechung - nicht nur unter vier Augen, sondern auch in größeren Runden - "Liebe Frau H, das war Ihnen jetzt sicher wieder zu schwierig." Sehr schön war auch die Sache mit der Zielvereinbarung. Wir hatten abgemacht, 6 sei mein Ziel und er versprach, er würde das Formular dann noch ausfüllen. Was er natürlich nicht tat. Er verspricht oft etwas zu tun, was er dann nie tut. Als ich ihn wieder darauf ansprach, setzte er wieder eine Besprechung an über die Ziele und fing an, mein Ziel seien 8. Ich erinnerte ihn daran, dass wir beim letzten Mal 6 abgemacht hatten. Er gab sich nicht mal Mühe, Überraschung zu heucheln.

    Anfangs dachte ich, dass er vielleicht nur deshalb Bedenken hat, weil er schon schlechte Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht hat. Und war zuversichtlich, dass er schnell sehen wird, was ich drauf habe. Aber das hat er ja nicht. :-( Anscheinend hat alles was ich mache, seine Erwartungen bestätigt, dass ich die Falsche für den Job bin.

    Insgesamt läuft also gar nichts so richtig. Genau genommen fühlt es sich so an als würde alles immer langsamer laufen und teilweise auch gar nicht mehr. Aber vielleicht bin ich ja auch überempfindlich und das ist alles nur das normale Chaos? Aber wie kann ich herausfinden, ob mein Chef mich wirklich doof findet, ich meinen Kollegen wirklich auf den Keks gehe?

    Wie gesagt, ich bekomme von vielen Leuten auch positives Feedback und es gibt auch Leute, mit denen ich schon seit Jahren konstruktiv und gerne zusammenarbeite. Nur hat das alles mit meinen Nebenjobs zu tun. In der eigenen Firma bin ich seit zehn Jahren immer nur der Depp. (Habe leider schon einige ausprobiert in den letzten 10 Jahren. :-(( )

    Was meint ihr?

    Audrey
    Geändert von AudreyHepburn (16.10.2011 um 21:24 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Liebe Audrey

    Die meisten Unternehmen werden aus der Freizeit heraus gegründet. Es ist bei fast allen die ich kenne die Unzufriedenheit mit dem Job welche sie darüber nachdenken lässt ob sie nun über den Umweg einer Festanstellung in einem Unternehmen für ihre Kunden arbeiten oder ob sie das nicht gleich selbst tun sollten.

    Oft ist es eben so wie bei dir, dass du in der Freizeit im Nebenjob deine "Highlights" erarbeitest aus denen du wiederum die Kraft schöpfst an den Arbeitsplatz zurück zu gehen, weil er dir die nötige Sicherheit gibt welche man als Selbständiger oder Unternehmer eben nicht hat.

    Der finale Antrieb sich selbständig zu machen oder ein Unternehmen zu gründen ist nicht die Antwort auf die Frage wie man ein hohes Einkommen erzielt sondern die Antwort auf die Frage von persönlicher Freiheit und Unabhängigkeit seinen Kunden eine der Konkurrenz überlegene Ware oder Dienstleistung zu verkaufen und/oder zu erbringen.

    Ich mache jedoch keinen Hehl daraus, dass dies ein hohes Mass an Selbstdisziplin und organisatorischen Fertigkeiten und Fähigkeiten erfordert die von aussen betrachtet so nicht zu sehen sind.
    Während ein normaler Angestellter nach 8 h den Löffel hinschmeisst, sind es bei einem Selbständigen oder Unternehmer mindestens 10-12 h die er täglich und oft auch an den Wochenenden am Puls der Firma hängt. Und das mehrere Jahre, 3-7, bis man den "Durchbruch" geschafft hat.
    Hinzu kommt, je nach Branche, ständiger Ärger mit den Behörden sicher aber mit dem Finanzamt welches schon Geld sehen will bevor du auch nur den ersten Cent umgesetzt hast. Hast du dann erst mal Angestellte, dann geht der Tanz erst richtig los.
    Selbständig machen und in 2 Monaten Porsche fahren? Weit gefehlt! Bis dahin ist es meist bis auf wenige Ausnahmen die dann wirksam in der Presse breit getreten werden ein weiter Weg. Die wenigsten machen eine bahnbrechende Erfindung mit der sie mit geringsten Mitteln so richtig Asche machen.
    Die meisten Unternehmen werden in bereits bestehenden Märkten gegründet und tauchen damit ein in einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb. Und: Gehen oft genauso schnell in die Pleite wie sie gekommen sind.

    Dein Vorteil ist schon mal Kunden an der Leine zu haben. Überprüfe deine Alleinstellungs-Merkmale welche es dir ermöglichen sollten deine Marktchancen im Einzugsgebiet sehr genau auszuloten, welche Kunden du dir noch erschliessen kannst und versuche dann diese Kunden zu gewinnen.
    Bedenke aber, dass es fatal werden könnte wenn du im selben Teich fischst wie dein momentaner Arbeitgeber während du noch bei ihm angestellt bist. Das führt unweigerlich zum handfesten Interessenkonflikt, der dich u.U. teuer zu stehen kommen könnte. Nicht nur den Verlust des Jobs.

    Das wird zusätzlich an dir hängen wie "Scheisse am Schuh" Das zerstört deine Integrität über Nacht welche du als Unternehmer oder Selbständiger als unverzichtbaren Partner brauchst. Ein verhundster Leumund ist der erste Nagel in deinen Sargdeckel zum Bankrott.
    Die 2 Fragen die du dir im Vorfeld stellen solltest sind:

    1. Welchen Preis bin ich für meine persönliche Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit zu bezahlen bereit?
    2. Kann ich diesen Preis überhaupt bezahlen weil ich dadurch meiner Verantwortung gegenüber meiner jungen Familie dann nicht mehr nachkommen kann?

    Letztere erledigt sich wenn du noch keine hast. Bist du frei und ungebunden wird dir diese wie dann folgende Entscheidung/en gewiss einfacher fallen.

    Meinen beiden Söhne habe ich empfohlen jeweils Berufe zu erlernen mit denen man sich jederzeit selbständig machen kann. Die Arbeitswelt wird länger je mehr davon beherrscht werden für sich selbst Verantwortung zu übnernehmen.
    Den Job, die Festanstellung bis zur Rente wird es in einer immer kleiner werdenden Welt schon sehr bald nicht mehr geben. Da bin ich mir ziemlich sicher. Die alten Systeme haben ihre Zeit heute schon längst überschritten.
    Jene die sich bereits heute darüber Gedanken machen und nach Lösungen suchen sind die wirklich Cleveren welche vielleicht nicht schon Morgen aber gewiss Übermorgen auf der Gewinnerseite stehen werden.

    Denke gründlich über meine Worte nach bevor du eine so weitreichende Entscheidung triffst.

    Grundsatz: "Wenn du wenig Zeit hast, dann nimm dir zu Beginn am meisten davon!" Peter Drucker

    Viele Grüsse

    Martin Huber
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  3. #3
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Hallo Martin,
    das ist ja ganz pfiffig, dass Du hier versuchst, Kunden anzuwerben. Aber ich bin selbst Managerin und Beraterin,
    ich weiß mich selbst zu beraten. Auf meine Frage hast Du allerdings nicht geantwortet!

    Am Wochenende denke ich immer wieder, ich sei vielleicht überempfindlich. Aber heute hat mich mal wieder
    der Schlag getroffen. Ich war also bei dieser Veranstaltung und stelle fest, dass sie genau das ist, was ich
    die ganze Zeit gebraucht habe! Dort also werden diese Informationen ausgetauscht, an die ich nie rangekommen
    bin, die mir aber das gute Gefühl gegeben hätten, dass ich weiß, wie meine Firma arbeitet. Ich wusste nicht,
    wie ich das herausfinden soll. Diese Veranstaltung findet jeden Monat statt und ist sowas von Pflicht, dass man
    eine ausdrückliche Genehmigung der Geschäftsführung braucht, um nicht daran teilzunehmen. Und ich habe
    nun seit fünf Monaten gefehlt dort. Natürlich hat niemand nachgefragt, warum ich nicht komme, niemand hat
    mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich etwas Wichtiges verpasse. Weder mein Chef noch mein "Pate"
    noch meine "Teamkollegen" oder die Leute aus meinem Büro. Vielleicht haben sie sich sogar über mich geärgert,
    dass ich es wage, dort weg zu bleiben, und weil ich offensichtlich ganz viele Sonderrechte habe. :-(

    Allmählich ist es mir auch wurscht, ob ich überempfindlich bin, gemobbt werde oder ob ich irgendwie asozial bin.
    Fakt ist, dass ich auch nach fast einem halben Jahr in dieser Firma NICHT drin bin. Ich habe niemanden, der mir
    solche Informationen zukommen lassen würde, niemanden den ich mal etwas fragen könnte, ohne mich zu blamieren.
    Ich fühle mich dort nicht willkommen.

    Und wenn ich da weg gehe, bleibt mir außer Selbständigkeit nichts anderes mehr. In den letzten zehn Jahren bin
    ich an jedem Arbeitsplatz entweder gemobbt oder gebosst worden. Dieses Mal ist gar nicht das Schlimmste, was ich
    erlebt habe. Mich greift da niemand an (abgesehen von gelegentlichen persönlichen Beleidigungen durch meinen Chef),
    ich werde nur einfach ignoriert und nicht informiert.

    Übrigens fische ich nicht im selben Teich wie mein Arbeitgeber. Ich biete ganz etwas anderes an als die.
    Hauptberuflich habe ich, um mich ernähren zu können, mehrmals das Thema und die Branche wechseln müssen.
    Vermutlich ist das auch ein Grund, warum ich in meinem Nebenjobs so etabliert, bekannt und erfolgreich bin.
    Berühmt vielleicht sogar. Und was ich gerade hauptberuflich mache, da musste ich mich erstmal einarbeiten.
    Naja, immerhin habe ich das schnell geschafft, mein Arbeitgeber hat für sein Geld was bekommen.

    Audrey

  4. #4
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Hallo Audrey

    Weshalb hätte ich dir deine Frage überhaupt beantworten sollen? Du weisst die Antwort doch schon längst!

    Offensichtlich hast du etwas noch wertvolleres zu verkaufen und zwängst dich wider Willen in einen Job der dir nicht viel sagt und in eine Rolle die dir nichts gibt ausser Ablehnung. Glücklich bist du dort nicht und wirst du wohl auch nicht werden.

    Wenn deine Nebentätigkeiten so erfolgreich sind, dass sie dich bereits zu einem "Hidden Champion" gemacht haben, dann frage ich mich warum du noch zögerst? Hast du Angst vor dir selber?
    Oder brauchst du den Halt einer Firma? Was bist du dann letztendlich für eine Beraterin? Erschöpft sich dies auf ein spezielles Fachgebiet oder ist es tatsächlich eine umfassende auf Strategie und Mission bezogene Beratung bzgl. Unternehmensgründung und Führung?

    Letzteres kann es ja fast nicht sein, denn sonst hättest du deine Entscheidung doch längst schon getroffen.
    Eine externe Einschätzung ob du zu empfindlich bist kann mit dem was hier an Informationen vorliegt wohl kaum ein Mensch seriös beantworten.
    Was ich aber feststelle, dass ist ein hohes Mass an Autarkie und der Wille dein Leben selbst bestimmen zu wollen. Warum tust du es nicht einfach?

    Wenn du die Zeit, ich denke 9-10 h pro Tag, und Energie welche du jetzt als eher ermüdend und sinnlos empfindest in die Aufgabe investierst, welche dir wirklich Freude macht dich in den Flow versetzt und damit Erfüllung gibt, deine Passion voll und ganz in den Dienst deiner gefühlten Bestimmung stellst, dann kann es ja kaum schief gehen?
    Ausser der Markt setzt dir Grenzen die du heute nicht sehen kannst oder zu prognostizieren in der Lage bist. Das ist das unternehmerische Risiko dem auch du dich dann stellen musst.

    Wenn es dir bisher unmöglich war eine funktionierende soziale Bindung zu den Kollegen und Chef am AP herzustellen, was soll es dann bringen sich für dieses Ziel zu verbiegen? Was würde dabei für dich auf der Strecke bleiben und was würden du und die Übrigen dadurch neues, gar besseres gewinnen?

    Wenn du selbst Managerin und Beraterin bist, dann stelle ich mir an diesem Punkt die Frage warum du dir diese Fragen nicht selbst schon längst gestellt und beantwortet hast? Fragt man so die Mitbewerber aus? Das hingegen könnte man als pfiffig bezeichnen!

    Ich habe es nicht erwähnt, aber die Administration dieses Forums hat mir erlaubt meine Geschäftsadresse hier zu kommunizieren. Immerhin habe ich schon einige hundert Beiträge und Stunden hier Präsenz und versuche einen Teil des Leids mit meinem Engagement zu lindern. Das mir das nicht bei Allen gelingt liegt in der Natur der Sache und begründet in den Unterschieden persönlicher Präferenzen der übrigen Menschen die hier unterwegs sind. Nur für einen kleinen Teil bin ich wahrscheinlich gut. Ausserdem rechne ich kaum damit, dass mich hier jemand bucht. Die Leute hier stehen oft mit dem Rücken zur Wand und sind mit keinem Wohlstand begütert der es ihnen erlauben würde sich auf privater Basis beraten zu lassen.

    Auch ich geniesse beruflichen Erfolg. Berühmt bin ich deshalb nicht und ich weiss auch gar nicht ob ich das werden will. Mir liegt nur eines am Herzen. Der Erfolg meiner Kunden für ihre Kunden die Besten zu sein. Nur ihr Erfolg ist auch der meine ;-)

    Mir ist sokratische Weisheit und Bescheidenheit lieber: "Ich weiss, dass ich nichts weiss!" als mich selbst in einem trügerischen Glanz zu sehen der mich gegenüber der Realität blendet. Das hilft mir den Boden unter den Füssen nicht zu verlieren ;-)

    Vielleicht liegt dort ja dein Kernproblem warum man dich so abweisend behandelt. Dieser Hinweis ist kostenlos!

    Gruss

    Martin Huber
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    "Nimmt man die Menschen so wie sie sind macht man sie schlechter. Nimmt man sie hingegen so wie sie sein sollen, macht man sie zu dem was sie sein können." JW v. Goethe

  5. #5
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Zitat Martin: "Wenn du selbst Managerin und Beraterin bist, dann stelle ich mir an diesem Punkt die Frage warum du dir diese Fragen nicht selbst schon längst gestellt und beantwortet hast?"

    ... weil vielleicht der Schuster immer die schlechtesten Schuhe hat ?!

    Bei unseren Klienten wissen wir das immer ganz toll - da schauen wir ja auch von außen, als UNBETEILIGTER drauf; wohingegen man zu sehr - auch emotional - involviert ist, wenn man selbst betroffen ist.

    Ich finde es vielmehr bewunderswert von Audrey, dass sie sich um Antworten bemüht und erkennt, dass sie irgendetwas anders machen kann und muss, wenn es funktionieren soll. Gerade weil sie über so einen großen Erfahrungsschatz verfügt, schwingt dennoch eine sympathische Bescheidenheit mit. Das hat man leider nicht mehr so oft in dieser Welt.
    Vielleicht ist es gerade das, was ihr in diesem Job so auf die Füße fällt. Vielleicht besteht die Firma vorwiegend aus Leuten, die sich auf vermeintliche Kompetenzen ausruhen, Kompetenzen, die sie gar nicht haben und deshalb nicht ohne Neid und auch Angst auf dich schauen, Audrey.

    Viele werden dir nicht das Wasser reichen können und können genau damit nicht umgehen.
    Die können aus meiner Sicht nicht mit der Souveränität und dem Können von dir umgehen, Audrey. Und du zeigst leider die fatale Reaktion, deren "Baustelle" oder Thema zu deinem zu machen. Das geht langfristig auf deine Kosten und der Preis ist verdammt hoch, den du bezahlst dafür - deine Gesundheit und letztlich dein Leben mit all der Zeit und Qualität!

    Daran solltest du arbeiten - Kommunikation ist da sicher ein zentrales Thema für dich.

    Sortiere mal für dich, was du schon alles erreicht und geschafft hast in deinem Leben und schau mal, ob du erkennen kannst, WIE du das gemacht hast.
    Denke nicht zu kompliziert, in der Einfachheit liegt der Schlüssel.

    Viel Erfolg, Kraft und viele gute Erkenntnisse.

    Sabine.

  6. #6
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Hallo Sabine, hallo Martin,

    so simpel ist es auch wieder nicht. Ich bin eigentlich eine Teamworkerin, die gerne mit anderen zusammenarbeitet. Und darum verunsichert mich das, was ich hier erlebe. Zumal es ja alles nicht das erste Mal ist. Dass ich zu einer Pflichveranstaltung nicht eingeladen werde, monatelang nicht, ist mir früher schon passiert. Damals sagte mir auch niemand Bescheid, sondern alle zerrissen sich hinten rum das Maul, dass ich mir anmaße, dort nicht hinzugehen, wo doch alle anderen hinmüssen. Ich bekam auch nach einem Jahr dann eine ganz schwere Anklage von meinem Chef. Als ich mich darum kümmern wollte, auf den Mailverteiler zu kommen, sagte mir mein Chef aber nicht, welche Person die Einladungen versendet, und versprach, sich selbst darum zu kümmern. Was er dann leider vergaß. Aus meiner Sicht fühlt es sich so an als hätten sie mich auflaufen lassen. Und dieses Mal wieder. Es hätte doch, wenn diese Veranstaltung alle vier Wochen stattfindet, irgendwann mal jemand fragen müssen. Vor vier Wochen BIN ich ja tatsächlich auch gefragt worden, aber wie! Ich wurde gefragt, wo ich gestern gewesen sei. Ich war auf Dienstreise, Punkt. Damit war für sie wohl die Frage zufriedenstellend beantwortet. Die Information, dass ich etwas verpasst habe, kam bei mir wieder nicht an.

    Ich arbeite hart daran, das alles nicht persönlich nicht nehmen und mich NICHT zurück zu ziehen. Denn dann wird alles noch schlimmer, obwohl ich mir ja eigentlich Mühe geben wollte, dass es besser wird. :-( Ich weiß, dass es dumm ist. Vermutlich muss ich mir selbst irgendetwas beweisen, obwohl ich doch aus Erfahrung weiß, dass solche "Missverständnisse" nicht aus Versehen passieren, nicht so massiv!

    Ich kann es jeden Tag spüren, dass ich hier nicht hin gehöre. Gestern war ich am Nachmittag auf einer Veranstaltung außer Haus, und als ich einem meiner Zimmerkollegen Bescheid gab, dass ich außer Haus bin und heute nicht mehr rein komme, macht er ein grimmiges Gesicht. Ja, ich weiß, dass ich die einzige bei uns im Büro bin, die auf solche Veranstaltungen darf, aber das gehört nunmal zu meinem Job!

    Heute hatten einzelne Kollegen noch eine Besprechung, die erst um 11 begann. Bevor der Kollege uns verließ (wir blieben zu zweit im Büro zurück), fragte er den anderen Kollegen, ob er auf ihn warten würde. Ich kenne das eigentlich so, dass man fragt: „Wartet ihr auf mich?“ So weit, so gut. Nun kam um 12 Uhr der Chef rein und fragte meinen Kollegen, ob der mit ihm essen geht. Er müsse bald weg und könne darum nicht warten. Der Kollege erklärte, dass er versprochen habe, auf X zu warten. Ich hatte zugehört und wollte gerade dem Chef sagen, dass ich auch warte, aber der drehte sich einfach weg und ging, ohne mich zu beachten. Das letzte Mal, als die Situation entsprechend war, ging ich mit meinem Chef alleine essen, aber ich merkte, dass es ihm nicht recht war. Er rannte geradezu zur Kantine rüber, so dass ich den Eindruck hatte, er versuche mich abzuhängen. Er hat sich später immerhin zu mir an den Tisch gesetzt und mit mir gesprochen. Immerhin. Heute versuchte er das offensichtlich zu vermeiden, indem er mich wie Luft behandelte. Kann aber auch sein, dass er im Stress war, ich weiß nicht.

    Ich habe wirklich das Gefühl als sei ich überempfindlich. So als warte ich nur darauf, weitere Anzeichen für Mobbing zu sehen, obwohl doch alle einfach nur ihr Zeugs machen und ich mich zu wichtig nehme. :-(

    Ich glaube, was die Sache auch so schwer macht für mich ist, dass ich Herr B nicht enttäuschen will. Er hat auf mich gesetzt und mich eingestellt und wäre sicher sehr enttäuscht, wenn ich kündige. Meine Arbeit ist recht wichtig, ich soll 20% des Umsatzes einwerben. (Es ist eine kleine Firma.) An sich läuft es ganz gut, nur mein direkter Chef ist so ein Bremser und hat mir schon so manches versemmelt. Aber da er mir manche Aufgaben nicht zutraut, übernimmt er immer einen Teil der ganzen Sache und "kommt dann nicht dazu". Die Hälfte meiner Arbeit ist für die Tonne.

    Ich werde demnächst ein Gespräch mit Herr B haben. Rein theoretisch könnte ich einfordern, eine Stabsstelle zu kriegen und unabhängig von meinem Team und aktuellen Chef arbeiten zu dürfen. Dadurch isoliere ich mich allerdings dann so richtig.
    Als Alternative habe ich mir noch überlegt, dass sie mich ja als Freiberuflerin für konkrete Aufgaben anheuern könnten. Dann könnte ich meine angefangenen Projekte fertig machen (statt dass sie abgebrochen werden müssen) und ich hätte sogar schon erste Einnahmen.
    Mal sehen. Aber vielleicht glaubt Herr B ja auch nicht mehr an mich, nachdem ich so eine üble "Pechsträhne" hatte. Wenn ich einen bösartigen Moment habe wie eben jetzt, frage ich mich, ob mein Chef tatsächlich so chaotisch ist oder ob er meine Projekte sabotiert hat. Allerdings ist er nach meiner Wahrnehmung auch bei Projekten, die ihm wichtig sind, genauso destruktiv und chaotisch. Ich glaub, der kann nicht anders.

    Audrey

  7. #7
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Die Frage hat er mir inzwischen selbst beantwortet...
    Ich hatte Montag eine Krise und bat Herr B abends per E-Mail um ein Personalgespräch. Das Gespräch ist dann nächsten Dienstag. Einerseits ist er ziemlich beschäftigt, andererseits will er vermutlich Zeit gewinnen, um einige Leute zu fragen, was sie von mir halten. Ich hoffe, er fragt auch R, das ist einer der Wenigen, die etwas Gutes über mich sagen würden. :-/
    Jedenfalls scheint er gleich Dienstagmorgen früh meinen Chef angerufen zu haben und irgendwie gefragt, ob was war oder so. Denn mein Chef beantwortete ganz früh noch alle meine unbeantworteten E-Mails der letzten zwei Wochen. Ach, das geht? Ich dachte, er sei ein Oberchaot, der keinerlei Überblick über seine Mailbox hat. Die meisten meiner E-Mails bleiben unbeantwortet, so dass ich ihn schon lange nur noch der Form halber um Genehmigung oder Hilfe bitte. Ich lasse ihm dann ein, zwei Wochen Zeit zum Antworten, frage vielleicht noch mündlich nach und mache dann einfach was ich für richtig halte. OK, aber nun ging das plötzlich.
    Ich bekam auch einen Gesprächstermin, um einige noch offene Punkte zu klären und er war wie ausgetauscht. Seit Monaten hatte ich ja keine einzige brauchbare Idee mehr gehabt (seine Meinung), aber nun hat er gleich zwei gut gefunden, selbst noch welche beigetragen und seine Kritik ganz konstruktiv formuliert. Jetzt bin ich total von der Rolle. Ich dachte, er sei der totale Kommunikationskrüppel, der gar nicht anders kann als abweisend und destruktiv zu sein und seine Launen ungefiltert rauszulassen. Oh doch, der kann schon. Der wollte nur nicht bzw. mir scheint, er wollte mir sogar deutlich zeigen, dass er nicht mit mir zusammenarbeiten will. Ach, so ist das. :-((

    Ich zerbreche mir ja seit Wochen den Kopf, was sich ändern müsste, damit ich mich dort wohl fühle. Aber irgendwie... Wie soll ich denn jemandem vertrauen, der mich absichtlich unhöflich behandelt und absichtlich meine Arbeit sabotiert??? Dummheit kann ich verzeihen, aber Bosheit nicht.

    Na, mal sehen. Es hängt ja auch ein wenig von Herr B und seiner Meinung ab (Was er beschließt, wird passieren). Aber er wird mich ganz sicher auch erstmal fragen, was ich mir denn wünschen würde. Puh, was wünsch ich mir? Könnte ich diesen Leuten denn vertrauen, wenn sie mich plötzlich zivilisiert behandeln würden? Und würden sie das überhaupt wollen oder stehe ich am Ende eh nur als die Unruhestifterin da, die sich beim Chef beschwert?

    Momentan fällt mir keine gute Lösung ein. Da die Firma recht klein ist, läuft man sich dort dauernd wieder über den Weg. Vermutlich wird das Gespräch am Dienstag einfach ein klärendes Gespräch, wo wir absprechen, wie lange ich noch bleibe. Ich würde gerne das was ich angefangen habe, noch ordentlich fertig machen, was bis Ende Januar dauert. Und wenn wir uns als Freunde trennen, vielleicht haben die ja mal einen Auftrag für mich. Ich kann gerne mal was für sie schreiben, schließlich kenne ich die Firma und ihre Produkte nun ein wenig.

    Seufz! Das hat man davon. Ich habe meinem Chef ECHT geglaubt und verziehen, dass er ein Kommunikationstrampel ist! Ich wusste ja gar nicht, dass der auch anders kann.

    Audrey

  8. #8
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Falls es jemanden interessiert: Doch, ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte. Nur die Kündigung habe ich nicht ausgesprochen. Erstens hat Herr B sich das eh schon gedacht und zweitens steht er auf meiner Seite und hat mich gebeten, noch sechs Wochen abzuwarten. Er wird sich höchstpersönlich drum kümmern.

    Ich hatte jetzt schon so schön für meine Firma Logo, Motto und Coporate Identity entworfen, Leistungsportfolio geschärft und Zielgruppen definiert. Aber wer weiß, ob ich es nicht doch noch brauche...

    Es gibt da ja zwei Probleme, über die ich gesprochen habe: 1.) die unmögliche Behandlung durch meinen direkten Vorgesetzten und 2.) den Betrug, der da abgeht, und den ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann.
    Nachdem ich jetzt weiß, dass 2.) von der Geschäftsleitung gar nicht so gewollt ist (im Gegenteil!) frage ich mich, ob 1.) nicht ganz gezielt inszeniert wurde. Diese Typen stecken miteinander unter einer Decke. Entweder betrügen sie sogar die Geschäftsleitung, um sich einen schönen Lenz zu machen, oder sie sind so bescheuert, Probleme unter den Teppich zu kehren, statt sie zu lösen. Jedenfalls mauscheln die da etwas, wovon man ganz oben noch nichts wusste. Herr B ist ganz bleich geworden bei meinem Bericht. Eigentlich wollte ich ja "nur" unter Protest kündigen, nun bin ich also Whistleblower, wie das auf Deutsch heißt. Früher nannten wir das noch Petze. Ich habe aber kein schlechtes Gewissen, was nun folgt, haben sie sich wohl verdient.

    Jetzt mal gucken. Ich würde das Ganze ja gerne aus wissenschaftlicher Distanz betrachten, wie nun Big Boss mit eisernem Besen durch die Firma düst. Allerdings betrifft es mich am meisten. Kann gut sein, dass der Krieg ganz schnell vorbei ist und man mir irgendwelche Fehler unterschiebt. Ich bin sicher, mein Chef kann eine ganz lange Liste von Sünden vorweisen, wenn´s auch nur Unterstellungen und Zusammengereimtes wäre.

    Am meisten ärgert mich, dass sie mich fast dran gekriegt hätten. Die haben mich allen Ernstes glauben gemacht, dieser Betrug sei gewollter Teil der Firmenpolitik und das ganze Gelaber von oben von wegen Respekt und Exzellenz und Co sei nur Blabla. Obwohl ich Herrn B so eine dreiste Lügerei gar nicht zutraue.

    Okeee, mein Weltbild ist wieder gerade gerückt. Ich stehe auf der richtigen Seite, und den Gestalten um mich herum zu misstrauen war genau richtig. Ich muss nur dauernd an den Spruch aus "Rambo" denken: "Sie haben einen Krieg begonnen, den sie nicht gewinnen können und den sie nicht verstehen werden." Mir könnte da noch was blühen, schließlich sind die anderen ziemlich ausgebufft. Ich sollte mir ein paar Sicherheitsmaßnahmen überlegen wie z.B. den Rechner nachts ins Schließfach zu legen, falls es nicht zu spät ist. Nee, dieses Posting schreibe ich natürlich mit dem Privatrechner, bin ja nicht blöd.

    It´s paranoia time!

    Audrey
    Geändert von AudreyHepburn (25.10.2011 um 20:21 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Naja, dass ich diesen Krieg nicht verstehen werde, war natürlich eine rambomäßige Übertreibung.
    Aber gewinnen kann ich ihn nicht. Heute war ich nicht im Büro und da wurde kurzfristig eine Besprechung angesetzt, bei der es um Grundsätzliches zu einem Projekt geht. Als ich zurück schrieb, ob wir das nicht an einem anderen Tag machen können, wurde auf Anweisung meines Chefs die Besprechung trotzdem heute abgehalten. Würde mich nicht wundern, wenn sie dabei zu dem Schluss kommen, dass ich aus dem Projekt jetzt raus bin. Meine Aufgaben werden in letzter Zeit sowieso immer weniger. Naja, was soll mein armer Chef auch machen, wenn ich für alle Aufgaben zu dumm bin??

    Ich wette, dass es jetzt so weitergeht, dass er Herrn B lang und breit erklären wird, wie dumm ich bin, wie schlechte Arbeit ich leiste, und dass ich bei der Beschreibung wie er mich behandelt, maßlos übertrieben habe. Und da sich bei meiner Arbeit schlecht nachweisen lässt, wie gut es bei einem anderen Mitarbeiter verlaufen wäre (es hängt ganz stark von Externen ab), kann man nun je nach Erwartung meine Arbeit für super oder für saumäßig halten. Fakt ist aber auch, dass durch Verbummeln oder durch Zutun meines Chefs manches den Bach runter ging, er rafft ja dauernd Teilaufgaben an sich. (Vermutlich auch weil er es mir nicht zutraut.)

    In den letzten Monaten habe ich echt alles gegeben, um diesen Job zu behalten. Aber nun frage ich mich, warum ich das tue. Außer dem Gehalt ist dort doch gar nichts in Ordnung für mich. Und es ist zu offensichtlich, dass mein Chef mich gar nicht behalten will. In eine andere Abteilung zu wechseln macht auch keinen Sinn, außer ich würde komplett die Aufgabe wechseln.

    Ich frage mich, ob ich nicht einfach gleich ohne Angabe von Gründen hätte kündigen sollen, statt es zu begründen und zu hoffen, dass sich noch etwas retten lässt.

    Audrey

  10. #10
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    Standard AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Naja, ich gehe morgen tapfer wieder ins Büro und gucke nach, ob ich dort noch einen Job habe. Da ich in der Probezeit bin und noch mehrere Wochen Urlaub zu kriegen habe, könnte ich ja auch mit sofortiger Wirkung rausfliegen. Ich würde aber doch gerne noch Übergaben machen, damit meine Arbeit nicht für die Tonne war!
    Audrey

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