AW: Mobbing oder einfach nur zu sensibel für das Arbeitsleben????
Hallo icing77
Du bist nicht zu sensibel sondern Opfer eines schwerwiegenden Vergehens von ggf. Datenschutzverletzung des Vorgesetzten.
Das öffentliche Anzweifeln einer ärztlichen Diagnose und Therapie kann verdammt teuer zu stehen kommen. Die haltlosen Vorwürfe die da zusätzlich im Raum stehen zeugen jedenfalls von einem Tyrannen der mit seinen Mitarbeitern umgeht wie mit einem Stück Schei...!
Es sieht sehr schlecht aus für dich weil in deiner Abwesenheit alle oder zumindest die Mehrheit der Kollegen darauf eingeschworen wurden, dass du ein Simulant und Drückeberger bist der seine Kollegen im Stich lässt. Für sich genommen eine Ungeheuerlichkeit. Es steht wohl kaum in Aussicht auch nur einen Zeugen zu bekommen der für dich aussagen würde. Sein Schicksal wäre dann ebenfalls besiegelt. Und jeder der das von draussen betrachtet wie man dir mitspielt und Skrupel hat "mitzuspielen" im Spiel des Chefs und oder Vorarbeiters der wird den Schwanz einziehen.
Dein Ruf ist wahrscheinlich vollkommen ruiniert. Ihn wiederherzustellen könnte unmöglich sein bzw. werden weil dich keiner mehr ernst nimmt und schon gar nichts mehr glaubt.
Was könnte man tun
1. Eine mögliche Variante wäre, dass du dich dem Arzt offenbarst wie man dir am AP mitspielt. Was für Vorwürfe gefallen sind und welche "Kompetenz" deinen Fall zu behandeln man ihm als Arzt bescheinigt. Dann würde ich mal hören was er dazu sagt. Schlussendlich hat man ihn auch beleidigt und öffentlich gedemütigt indem man seine ärztliche Kunst in Zweifel gezogen hat. Im Pausenraum in deiner Anwesenheit z.B.
Es könnte sein, dass der Arzt dich dann jedoch um eine Zeugenaussage ersucht. Und in diesem Moment fällt dann eine schwerwiegende Entscheidung die dich vor folgende Situation stellt.
Verlust des Arbeitsplatzes weil wenn du gegen deinen AG in einem Straf-Prozess aussagst, dann wird eine Weiterbeschäftigung wohl nicht mehr tragbar sein. Für keine Seite.
oder aber
2. Du überlegst und entschliesst dich aus existenziellen Gründen den Mund zu halten bis Gras über die Sache gewachsen ist. Wenn es wächst? Es wird sich erweisen ob sich die Situation wieder verbessert oder ob du nun definitiv das "Schwarze Schaf" der Gruppe bist. Der ultimative Sündenbock der für jeden Mist der passiert die Rechnung bekommt seist du nun beteiligt oder auch nicht. Wichtig ist für deine Widersacher, dass du es dir, gefangen in deiner Existenzangst, klaglos gefallen lässt.
Dann steht die Möglichkeit offen erst mal innerlich zu kündigen. "Dienst nach Vorschrift" zu üben und auf Durchzug schalten. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis auch das nicht mehr zur Kompensation reichen wird. Sie werden einen Weg finden dich eben noch tiefer zu treffen.
Leichter könnte dieser Weg dadurch werden wenn du trotzdem noch Kollegen am AP hast die zu dir halten und seelisch moralische Unterstützung leisten können. Vielleicht sind ja doch nicht alle so daneben wie es den Anschein macht.
oder aber
3. Sofort anfangen einen neuen Job zu suchen, der dir auch den kaputten Rücken aus der Schusslinie nimmt. Das muss vielleicht nicht mal in einer anderen Gemeinde sein oder die Privatwirtschaft sondern ein Schonarbeitsplatz innerhalb der Verwaltung/Organisation. Dazu würde ich mal die BG anrufen was die zu dem Bandscheibenvorfall meint. In der Baubranche und artverwandten Berufen gehört dieses Schadensbild, meine ich zumindest, zu den Berufserkrankungen. Es gibt da spezielle Therapiebehandlungen die notwendig sind und auch am AP müsste sich ggf. mal jemand von der BG einfinden, um über präventive Massnahmen zu wachen.
Ob der öffentliche Dienst an die BG angeschlossen ist kann ich nicht beantworten. Doch mit max. zwei, drei Telefonaten ist das bei der BG abgeklärt. Die könnten, falls tatsächlich zuständig, ggf. auch erwirken, dass du einen Schonarbeitsplatz bekommst und auch mal nachfragen warum das nicht bereits längst schon geschehen ist. Zumindest vorübergehend bis das vollständig ausgeheilt ist. Das geht normalerweise schon mal zwischen 12 und 18 Monaten wenn die Bandscheibe vollständig defekt ging und der nucleus pulposus = Gallertkern ausgelaufen ist, also keine leichtere Bandscheiben Protrusion vorliegt die noch nicht zum Supergau führte.
Ich masse mir mal an das zu wissen. Ich bin selbst geprüfter Lizenz-Trainer für Sportrehabilitation. Selbst wenn die "Alltagstauglichkeit" schon weitaus früher wieder hergestellt ist, die Belastung gerade mit auslösenden Torrsionskräften durch Streckung bei gleichzeitiger Rotation der Wirbelsäule hat dagegen strikte zu unterbleiben. Das tut man in der Regel immer wenn man schaufelt oder Blumen, Sträucher und Bäume aber auch Begrenzungspfosten setzt.
Ich hatte reihenweise Kunden vom Bau, aus Gärtnereien und Landwirtschaft in meinem Studio die ich diesbezüglich in der Folge-Reha betreut und neue Bewegungsmuster mit ihnen einstudiert habe damit so etwas nicht noch einmal passiert.
Diesbezüglich kann der Arzt ein Zeugnis/Attest ausstellen an den AG damit er sich an die Vorgaben hält und dir die vollständige Genesung nicht verwehrt wird. Das hinterlässt auch den entsprechenden Eindruck und hinterlegt einen eindeutigen schriftlichen Beweis , dass der AG davon in Kenntnis gesetzt wurde.
Dass die Kollegen meckern wenn einer krank wird, stelle ich fest, ist normal. Denn sie müssen dann ja für den Ausfall mit ihrer Arbeitskraft gerade stehen. Der Job muss ja trotzdem erledigt werden.
Dabei ist man selbst auch höchst sensibel wenn andere krank sind. Ist man jedoch selber krank erwartet man da hingegen immenses Mitleid der Kollegen, was man ja beim Kollegen ebenfalls nicht aufbringen konnte/wollte. Da zerbricht der (Schein)Heiligenschein ja oft nur allzu leicht wenn man dann jemanden konkret auf sein ambivalentes Verhalten anspricht ;-))
Mein Fazit: Lass dir das alles mal durch den Kopf gehen und äussere dich lieber erst noch einmal hier bevor du schlafende Bären oder Hunde weckst oder konsultiere einen Anwalt wenn du einen Rechtsschutz hast zu einer unverbindlichen Rechtsberatung. Vielleicht hat jemand anders hier noch andere Alternativen im Petto der sich im Mainstream des öffentlichen Dienst-Filzes besser auskennt wie ich.
Viele Grüsse
Martin
"Nimmt man die Menschen so wie sie sind macht man sie schlechter. Nimmt man sie hingegen so wie sie sein sollen, macht man sie zu dem was sie sein können." JW v. Goethe
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