Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

  1. #1
    Registriert seit
    19.04.2012
    Beiträge
    3

    Standard Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Hallo.

    Es ist viel Text geworden... wahrscheinlich zuviel um gelesen zu werden.

    Ich weis gar nicht so recht warum ich dies hier eigentlich schreibe.
    Ich rechne eigentlich weder damit, dass ich hier die große Erleuchtung finde, noch, dass irgendwer DIE Antwort für mich hat. Vielleicht darf ich nicht ein mal mit Verständnis rechnen.
    Irgendwie hoffe ich scheinbar dennoch auf Hilfe oder Tips von Menschen die möglicherweise in einer ähnlichen Situation sind oder waren.

    Es tut mir leid, aber zuvor möchte ich dass man sich ein Bild von mir machen kann, daher:
    Meine Geschichte.

    Seit meiner frühsten Kindheit war ich ein Aussenseiter. Grund dafür war ursprünglich meine ADHS Symptomatik. Grund für die ADHS Symptomatik war laut einer Psychotherapeutin im Krankenhaus (stationärer Aufenthalt), dass ich meinen Erzeuger nie kennengelernt habe und von dem Vater mit dem ich aufgewachsen bin häufig gewalttätig misshandelt wurde. Zusätzlich gab es als Resonanz auf mein "nervig sein" regelmäßig Prügel von Mitschülern. Schuld dafür suche ich noch heute ausschließlich bei mir selbst. "Ich war eben schwierig, scheinbar zu schwierig um es Anderen zumuten zu können"

    Nun, mit der Zeit legte sich die ADHS Symptomatik, ich erkannte dass ich mich ändern musste und versuchte seit der vierten Klasse mich zurück zu halten. Leider änderte das nichts am Aussenseiter sein. Nun wurde ich durch meine Unsicherheit im Umgang mit meinen Mitschülern erst richtig gemobbt, nicht nur verprügelt.

    Häufig habe ich durch Umzüge bedingt die Schule gewechselt, jedes mal eine andere Verhaltensweise und "Strategie" probiert. Das Resultat blieb das selbe. Mal mehr, mal weniger Gewalt, aber immer ausgegrenzt. Der Typ den niemand in seiner Gruppe haben will.
    Durch die vielen "Neuanfänge" wusste ich irgendwann gar nicht mehr wer ich überhaupt bin, ob ich bin.

    Irgendwann hatte ich die Schule hinter mich gebracht, zusammen mit einem anderen Mitschüler, war meine letzte "Strategie" in den beiden Jahren die der aufmüpfigen "Klassen Clowns". Mein erster wahrer Freund in meinem Leben.

    Nun musste ich feststellen, dass ich selbst überhaupt nichts mit meiner Zukunft anfangen konnte, keine Perspektive hatte und von der Aufgabe mir eine Ausbildung zu suchen völlig überfordert war. Von meiner Familie erhielt ich Unterstützung durch aussagen wie "Versager" und dass mein Name als Schimpfwort für meine beiden jüngeren Brüder benutzt wurde. Das heißt, wenn man einen meiner jüngeren Brüder "Martin" nannte, wussten sie gleich bescheid und wollten natürlich kein "Martin" sein.

    Folge war, 2 Jahre Wirtschaftsschule,
    3 Jahre schulische Ausbildung zum Technischen Assistent für Informatik unter erneutem Mobbing und ohne Abschluss,
    1 Jahr bei der KVHS auf "Jobsuche" per Praktika
    1 Jahr Ausbildung zum Außen und Großhandelskaufmann unter erneutem Mobbing im schulischen Teil, häufigen Fehl tagen und scheinbar ungenügender Arbeitsleistung im Lager. Ohne Abschluss.

    Darauf folgte mein Suizidversuch letztes Jahr, durch Vergiftung per Engels-trompeten Tee (etwa 20 Blüten). Ich nahm dazu alle Medikamente die so rumlagen und legte mich schlafen.
    Leider Gottes war ich auch dafür zu blöd und habe die falsche Trompeten Pflanze erwischt, welche offenbar nicht giftig war.
    Außer dem auskotzen all der Medikamente die ich dazu noch geschluckte habe war nicht viel passiert.
    Verstört und zitterig kam ich irgendwann aus meinem Zimmer und hab es meiner Mutter gebeichtet.

    Darauf folgte irgendwann der psychologische Test beim Arbeitsamt und die freiwillig Einweisung in den stationären Bereich für Psychotherapie der Klinik Norden.
    Derzeit befinde ich mich noch zum Anschluss in der Tages Klinik.

    Nun erwartet man von mir, dass ich mich wieder aufrappel und eigene Energien investiere.
    Und irgendwie, kann ich einfach nicht mehr.
    Ich habe zu große Angst das sich dieser rote Faden in meinem Leben einfach weiter fortführt.
    Ich weis, dass ich das selbe nicht noch einmal durchstehen kann. Dazu fehlt mir der Lebenswille.
    Ich bin blockiert, komme nicht mehr voran, denke nur ans aufgeben, sehne mich immer noch ehr einfach nach dem Ende.
    Und ich weiß, dass sollte es sich ergeben, ich beim nächsten mal die richtige Pflanze einfach kaufen werde.

    Ich habe keine Ahnung woher ich Mut und Kraft nehmen soll. Ich stehe auf einer Stelle und komme nicht mehr vorrand. Wie komme ich da nur raus?

  2. #2
    Registriert seit
    08.01.2011
    Beiträge
    933
    Blog-Einträge
    20

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Guten Morgen! Deine Eltern haben total versagt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich weiß nicht, welchen Rat ich Dir geben soll, obwohl ich lange überlegt habe!! Du bist ja nur noch eine Hülle, ohne Lebensmut! Eigentlich kann Dir nur der Therapeut helfen, aber total blöde Aussage, Energie aufbringen, wenn keine da ist!!! Freunde hast Du auch nicht, daß ist Mist!! Ich bin kein Fachmann auf diesem Gebiet!!! Mir fällt da nur eins ein.Es gibt doch solche Lebensgemeinschaften, die auf Bauernhöfen leben und begleitet werden von Sozialarbeiter und Therapeuten, da wo junge Menschen wieder zu sich finden. Manche bleiben da auch, machen irgendwann eine Ausbildung ud leben da weiter. Eine Möglichkeit für Dich!! der Therapeut von Dir muß doch in der Lage sein Dir Vorschläge zu machen, wie und wo Du wieder zu Dir kommen kannst! Alleine schaffst Du es nicht!! ich mach mich mal schlau, wenn ich was weiß, melde ich mich wieder! Bis dahin, führe Gespräche und sag Deinem Therapeuten, wo nichts mehr ist, kann man nichts holen, oder fordern. Evtl. liest ja Sabine Deinen Beitrag und hat einen guten Ratschlag für Dich!! Gruß Biggi - ehrlich, ich bin ratlos!!!

  3. #3
    Registriert seit
    08.01.2011
    Beiträge
    933
    Blog-Einträge
    20

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Hallo! Also im Internet steht viel drin! Kontakt- und Begegnungsstätten für psychisch erkrankte Menschen von Astrid Delcamp 14,95 Euro + Informationen, wo man anonym anrufen kann und sich beraten lassen kann. Du hast ja schon hier geschrieben, dann kannst Du auch anonym anrufen! Auch müßte die Krankenkasse wissen, was, wo und wie Du Hilfe kriegen kannst! Gruß Biggi

  4. #4
    Registriert seit
    22.06.2005
    Beiträge
    2.008

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Hallo Martin

    Es antwortet dir ein anderer "Martin". Obwohl ich mir, aus Zeitgründen und neuer Prioritäten, eigentlich vorgenommen hatte hier nicht mehr auf Beiträge zu antworten berührt mich Dein Fall ganz besonders und ich will daher versuchen Dir Trost und neue Hoffnung in Dein Leben zu tragen

    Auch wenn es paradox aussehen mag. Meine Geschichte ähnelt der Deinen, hat aber an einem bestimmten Punkt einen anderen Verlauf genommen. Ich bin heute sehr erfolgreich und ein glücklicher Mensch.

    Der Grund dürfte das Elternhaus gewesen sein, allem voran durch die Liebe meiner Mutter, in dem ich mich wenigstens teilweise wieder "regenerieren" konnte. Das blieb Dir leider, so wie es aussieht, in ausreichendem Masse versagt.
    Das was dort und auch sonst überall passiert ist lässt sich jetzt nicht mehr verändern und ist als gegeben hinzunehmen. Die Trauer in Dir darüber ist jedoch sehr gross und sie nimmt dich gefangen. Es fehlt dir ein entscheidendes Stück deiner Selbst-Werdung. Dein Urvertrauen in Dich selbst und die Welt.
    Diese Lücke lähmt Dich weil Du an dieser "Brücke" stehst und vor Dir nur Nebel. Das Nichts!

    Deshalb, weil das bessere Ufer gar nicht in Sicht ist, lohnt es sich auch nicht den ersten Schritt nach vorne zu tun. Es ist Dir der Sinn Deines Lebens, der auch Dir bei allem Schmerz vorhandene wundervolle Kern deines Daseins, abhanden gekommen. Deshalb wohl auch Dein Versuch es vorzeitig zu beenden. Ich kann Deinen Schmerz fühlen. Was ich aber auch weiss und aus deinen Zeilen herauslese welch Intellekt hinter all deinen Worten steckt. Welch tiefes Nachdenken über Sinn und Unsinn des Lebens Dich geformt hat derlei Worte zu finden um deine Gefühle zu fassen.
    Welch Klarheit und Einsicht in die Dinge die passiert sind.

    Ich hatte erst neulich eine Klientin die ebenfalls durch Jobverlust in einer schweren Lebenskrise steckte und dringend einen Neuanfang brauchte. Sie hat die Verantwortung für ihre Kinder und wollte und musste einen Weg finden das alles zu überwinden.
    In Ihr war eine tiefe Leere. Nicht zu wissen was all das soll. Warum das Schicksal ausgerechnet immer nur für Sie die "faulen" Äpfel bereit hält.
    Ich fragte Sie: "Was glauben Sie ganz persönlich und spontan, müsste auf dieser Welt verändert werden, um sie zu einer besseren zu machen?"

    Ohne zu zögern antwortete Sie: "Das Denken und Handeln der Menschen!" Und mit einem Mal hellte sich Ihr Gesicht auf. Wurde ihr klar was ihr Sinn, der Sinn ihres Daseins war und ist. Hinter all dem Nebel verborgen war und mit einem Mal freigesetzt wurde.
    Nun bin ich mit ihr auf der Reise zu erkunden was ihre Präferenzen sind. Wo genau ihr Platz bei der Erfüllung dieses Auftrages sein könnte genau das zu bewerkstelligen bzw. mit ihrem Dasein zu unterstützen. Und wir kommen schnell voran. Weil nun Klarheit darüber herrscht wo es hingehen soll. Das Ziel ist der Weg und der Weg ist das Ziel.

    Die Umkehrung all des erlittenen Schmerzes und Unbill des bisherigen Lebens in eine konträre positive Handlung eben dies zu verändern ist es was auch Dich zu einem wahrhaft Grossen machen kann. Warum? Weil ganz einfach tausende Menschen und Kinder genau an derselben Not leiden wie Du. Mit steigender Tendenz gibt es immer mehr Kinder die genau in der selben Situation sind wie Du. Denen Liebe und Zuwendung fehlt.
    Es ist einem Kind, so zumindest meine Erfahrung, in seiner tief empfundenen Not eigentlich ziemlich egal von wem es diese bekommt. Hauptsache es ist einer da.
    Schon oft hatte ich Kinder fremder Eltern im Arm die an meiner Brust weinten und sich einkuschelten. Weil da einer war und ist der Verständnis und Trost für sie aufbringt. Ihnen Halt gibt den sie in dieser Welt so sehr vermissen.
    Und ich muss Dir offen gestehen, dass ich in solchen Momenten immer Tränen des Glücks in den Augen hatte, diesen armen Geschöpfen das zu geben was mir selbst und oft so sehr gefehlt hat. Ich hatte mich schlussendlich selbst im Arm und konnte das Glück und die Tränen meiner Kindheit und Jugend ausweinen.

    Ich selbst habe mein Leben und Wirken mittlerweile der Entwicklung und Reifung von Menschen verschrieben. Weil ich selbst so manchen miesen Chef hatte habe ich es mir selbst zur Aufgabe gemacht meinen Mitarbeitern ein wirklich guter Chef zu sein. Das konnte ich niemals werden ohne mehr über mich selbst und die Menschen zu erfahren. Ohne diese Selbsterkenntnis wäre es mir niemals möglich geworden.

    "Sich selbst zu erkennen ist die erste aller Wissenschaften" Platon

    Ich bin der festen Überzeugung, dass dies auch Dir noch immer möglich ist. Die schon beschriebene Klarheit deines Ausdrucks gibt mir die Zuversicht, dass Du gar nicht weit davon entfernt bist. Wenn du es wagst die Umkehrung zu formulieren und vielleicht neue, heute vielleicht vollkommen absurd erscheinende Schritte zu wagen welche in diese Richtung weisen, dann wird sich Dein Leben entscheidend verändern. Wird aus Deiner heute empfundenen Schwäche und Ohnmacht, morgen Stärke und Zuversicht.
    Vielleicht ist dann am Ende nicht der Kaufmann sondern der gütige und liebevolle Erzieher deine wahre Berufung. Dem Lebens-Auftrag folgend, den Dein bisher durchlebtes persönliches Schicksal Dir aufzugeben versucht. Es liegt an Dir selbst diesen Auftrag anzunehmen, Dir die entsprechenden Kompetenzen anzueignen und mit allem was du hast dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche nicht das selbe Schicksal erleiden müssen wie Du.
    Ich sehe diese Flamme in Dir. Ob es zum wärmenden Feuer für Andere wird oder werden darf musst Du selbst entscheiden.

    Ich möchte Dich darin bestärken weil ich an Deine Kraft glaube und mir bildhaft vorstellen kann was du bewirken könntest wenn Du, durch die Umkehrung Deines Leidens, die gleiche Kraft und Energie, welche Dich im Moment nach unten zieht, in die Gegenrichtung lenkst.

    Ich glaube an Dich weil ich weiss, dass Du die Kraft dazu hast und ich liebe Dich weil Du ein Mensch bist!

    Zwei Dinge empfehle ich Dir zu tun:

    1. Film anschauen: "Patch Adams" mit einem brillanten Robin Williams in der Hauptrolle.
    2. Ein Buch lesen: "Der Wille zum Sinn" von Victor Frankl

    Viele Grüsse schickt Dir und ein langes erfülltes Leben wünscht Dir

    Martin
    Geändert von Herbert 44 (23.04.2012 um 11:22 Uhr)

  5. #5
    Registriert seit
    19.04.2012
    Beiträge
    3

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Vielen Dank für eure Antworten soweit.

    Hallo Weidenbaum.

    Ja, ich ertappe mich oft bei dem Gedanken, dass meine Eltern versagt haben.
    Auf der anderen Seite weis ich jedoch, dass es mir auch nicht wirklich weiter hilft das zu denken.
    Stattdessen weckt es in mir nur Groll über etwas dass sich nun nicht mehr ändern lässt.

    Dennoch merke ich, dass ich noch immer sehr emotional werde wenn es in Gesprächen mit mir oder in einer Gruppe um die Kindheit und die Eltern geht.

    Ich versuche derzeit aus den Vorträgen von Robert Betz etwas schlauer zu werden.
    Nur fällt es mir dennoch oft sehr schwer seine Ideen umzusetzen. Erst recht wenn er wieder mit seiner Idee von "wir sind Göttliche Wesen mit unendlicher Schöpferkraft" und Lichtarbeit kommt.

    Dank ihm gerate ich zumindest nicht mehr so schnell in eine Situation in der ich jemanden verurteile, der es zu diesem Zeitpunkt einfach nicht besser wusste.
    Statt die Ohnmacht zu akzeptieren, dass "Andere" an meinem Leid schuld sind, soll ich laut ihm auch die Verantwortung für alles negative annehmen.
    Da ich nur so nicht in Hilflosigkeit ertrinke und die Macht erhalte etwas an und in mir zu ändern.
    Nur ist das alles irgendwie nicht so einfach wie es sich anhört.

    Psychobabbel,
    vielen Dank für die Ermutigung und die Idee, wie ich ehemaligem Leid einen Sinn verleihen könnte.
    Etwas ähnliches habe ich auch in Robert Betz Vorträgen gehört.
    Dennoch glaube ich nicht daran, dass ich so wie ich nun bin, besonders Kindern oder Jugendlichen eine Unterstützung sein kann.
    Egal wie oft ich mir sage dass es falsch ist, verspüre ich noch immer eine tief sitzende Abneigung und Angst gegenüber Kinder und Jugendliche.
    All die Jahre Gewalt und Mobbing, niemand war da der mir helfen konnte, nicht Lehrer und nicht Eltern. Verzweiflung, Hilflosigkeit, mit dem gewissen jeden Morgen, dass ein weiterer dieser Tage ansteht. Ich kann das was ich dabei gefühlt habe und noch immer fühle nicht anders beschreiben als mit dem Wort Vergewaltigung.

    Ich habe bisher durch Vorträge und Psychotherapeuten, sowie auch durch dich und andere viel gehört und gelesen was ich rein logisch als "richtig und wertvoll" erkenne.
    Dennoch gelingt es mir unlogischer Weise, noch immer nicht allein dadurch wieder Kräfte zu entwickeln durch die ich aufrichtig sagen könnte, "ich will leben, ich will für mich leben und in meinem Leben für mich kräfte investieren".
    Stattdessen, stecke ich noch immer mit dem Kopf im Sand fest und schaffe es nicht Interesse für mich selbst zu entwickeln.

    Es ist glaube ich keine Frage des Verständnisses, es ist irgendwas anderes. Aber was? Und wie kann ich genau das ändern? Dies ist der Punkt an dem ich einfach nicht mehr weiter weis.

    Danke für diese beiden Empfehlungen, die du gemacht hast.
    Ich werde sie mir definitiv ansehen bzw lesen.
    Geändert von hiko (23.04.2012 um 19:15 Uhr)

  6. #6
    Registriert seit
    08.01.2011
    Beiträge
    933
    Blog-Einträge
    20

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Hallo! Ja, Du bist seelisch und moralisch vergewaltigt worden!!!Gut ist, daß Du Dir Hilfe gesucht hast und sie annimmst! Die Zeit wird es zeigen, wie weit Du damit kommst und ob es Dir wirklich hilft! Aber gebe nicht auf, Du mußt da durch, sonst sehe ich schwarz für Dich, daß will kein Mensch! Diese Verarbeitung wird dauern, ich wünsche Dir die erforderliche Kraft dazu! Das Leben ist Himmel und Hölle gleichzeitig, fast nix ist einfach und das was Du erfahren mußtest, ist sehr schwer zu verstehen, anzunehmen und zu verarbeiten! Aber glaub mir, am Ende des Tunnels ist ein Licht, daß schaffst Du,ich glaube fest daran! Gruß Biggi

  7. #7
    Registriert seit
    22.06.2005
    Beiträge
    2.008

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Hallo Martin

    Wie auch immer Du Dich entscheiden magst, wichtig ist, dass es Dir gerecht wird.

    Gerade ich bin auch einer der mit seiner Lösung schnell parat steht. Das was Du zu Arbeit und Kontakt mit Jugendlichen sagtest ist absolut nachvollziehbar und zu respektieren.

    Das Wort Vergewaltigung trifft deine Empfindung des vollkommenen machtlosen Ausgeliefert-Seins wieder. Es ist nur natürlich das abzulehnen. Der sogenannte "Rosenkohl" oder "Spinat"-Effekt.
    Wenn Rosenkohl oder auch Spinat wirklich gesund sein mag, es gibt Menschen die ihn einfach nicht mögen. Sie dazu zu zwingen verstärkt diese Wahrnehmung noch mehr und setzt noch stärkere Aversionen frei.
    Es war nur ein Gedanke. Mehr nicht.

    All das was Dir andere zugefügt und angetan haben hat extreme Wunden in deine Seele geschlagen. Und selbst wenn diese Wunden verheilen, so werden sichtbare tiefe Narben bleiben. Wie an unserem Körper auch. Man kann sie sehen man kann sie fühlen Und solange wie die Narben die Beweglichkeit einschränken werden wir bei jeder Bewegung schmerzhaft an unsere Wunden erinnert. Es geht lange bis wir nicht mehr daran denken, weil erst wenn wir wieder unsere volle Beweglichkeit zurück erlangt haben fühlen wir uns frei.
    Davon bist du noch ein gutes Stück weg. Aber Du hast Dich auf den Weg gemacht. Lass Dich nicht davon abbringen. Bewege Dich um nicht von den Narben überwuchert zu werden.
    Gib Dich nicht auf! Lass die Satans-Brut nicht gewinnen! Das Leben ist schön auch wenn es zuweilen stinkt.

    Ich habe Menschen gesehen die von Unfällen zerschmettert so gut wie tot waren. Ihr Lebenswille liess sie nicht brechen und wollten einfach nicht aufgeben.
    Und sie vollbringen zum Teil heute sportliche Höchstleistungen. Doch das verlangt keiner von Dir.

    Man hat nichts minder getan als Dich gebrochen. Einer meiner Kollegen meinte einmal als wir vom Thema sprachen "Mobbing ist Mord" und da hat er Recht. Wenn ich über deine Geschichte nachdenke ist es sogar noch schlimmer als das. "Die biblische Hölle" in der diejenigen endlose Qualen erleiden ohne je davon erlöst werden zu können.

    Vor Jahren habe ich mich mit der Hypnotherapie von Milton H. Erickson, Phoenix Arizona beschäftigt, der mit dieser Form der Therapie fantastische Ergebnisse für seine Patienten erzielte und die moderne Therapie mit seiner Arbeit enorm bereichert hat. Man kann ihn als einen der Väter, wenn nicht sogar den Begründer der gezielten paradoxen Intervention bezeichnen.
    Wenn man seine Fälle liest gibt er offen zu, dass er eigentlich selbst oft gar nicht wusste was er da tat. Er tat es einfach aus reiner Intuition und mit dem Willen und Glauben seinen Patienten zu helfen. Er war ja nicht nur Psychiater sondern auch ein praktischer Arzt
    Erst viel später wurde sein Werk wissenschaftlich untersucht. M.H. Erickson ist in den 70'ern bereits verstorben aber seine Therapie lebt noch weiter.

    Ich weiss nicht ob das etwas für dich wäre doch habe ich durch das Studium der Fälle und Arbeitsweise von Erickson den Eindruck gewonnen den Protein Computer in unserem Kopf re-programmieren zu können. Kaputte "Programme" zu reparieren oder sogar gegen ein neues "Setup" zu ersetzen.

    Es wäre vielleicht einen Versuch wert. Aber eben nur eine weitere Idee.

    Du hast wie jeder Mensch hier auf Erden das Recht auf ein glückliches und erfülltes Leben.

    Keiner von uns kann Dich final von irgend etwas abhalten. Du bist alleine Herr über Dein Leben.
    Was wir aber tun können ist Dir zu zeigen, dass wir aufrichtiges Mitgefühl und Anteilnahme an deinem Schicksal nehmen.
    Dass Du ein wertvoller Teil dieser Gesellschaft bist und diese Gesellschaft, deren Mitglieder auch wir hier sind, Dir etwas schuldig ist.
    Und wenn sich hier Menschen finden die Anteil nehmen, dann wird dies auch anderswo gewiss der Fall sein.
    Gib Dir die Chance geliebt zu werden. Gib den Wunden Zeit zu heilen und setz Dich nicht selbst unter Druck.
    Auch wenn die Rationale Dir sagt was eigentlich gut und richtig sein mag so ist Dein Gefühl noch der Blockade ausgesetzt.
    Es ist irrational weil emotional und unterliegt ganz anderen Gesetzen die mit mathematischen Gleichungen oder Präzision nicht erklärbar sind.

    Du wirst viele gute Menschen brauchen, um Dich davon zu überzeugen, dass es auch wirklich gute gibt.
    Ich wünsche mir für Dich, dass sie Dir in grosser Zahl begegnen werden.

    Viele Grüsse
    Martin
    Geändert von Herbert 44 (23.04.2012 um 21:48 Uhr)

  8. #8
    Registriert seit
    19.04.2012
    Beiträge
    3

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Danke ihr zwei für euer Mitgefühl, danke.
    Vielleicht finde ich ja noch den Weg den ich gehen muss.

  9. #9
    Registriert seit
    16.02.2012
    Beiträge
    8
    Blog-Einträge
    3

    Standard AW: Ich finde keine Kraft mehr weiter zu machen. (Depression, Antriebslosigkeit, gescheiterter Suizidversuch)

    Hallo Hiko,

    hier ist Anna Kolinsky, ist nicht mein richtige Name, aber ich habe unter diesem Pseudonym meine beiden Bücher veröffentlicht.

    "Die eigene Wahrheit ist schwer zu ertragen ..."
    und dann noch mein Mobbingtagebuch "... sie tat mir leid, aber ..." Ich klage an! DIE EIGENE WAHRHEIT

    In beiden Büchern schreibe ich über mein Leben.
    An meiner eigenen Wahrheit (Biographie) bin ich fast zerbrochen, immer wieder am Boden gelegen, aufgestanden und weitergemacht, dann wieder am Boden gelegen usw.

    Im zweiten Buch schreibe ich über meine Mobbingzeit beim Finanz, am 18. Jänner 2012 bin ich dann in den Krankenstand gegangen, am 19. Jänner 2012 ist mein Mobbingtagebuch in den Handel gekommen, am 24. April 2012 hatte ich meine Entlassung erhalten.

    Jetzt stehe ich als Nestbeschmutzer da und habe keinen Job.
    Ich habe keine Existenzprobleme, da geht es etwas leichte, aber ich hab diesen Job, dieses Mobbing, Bossing einfach nicht mehr ausgehalten, deshalb dieses Buch ...

    Aber ich kann mich noch in den Spiegel schauen und mein Kopf ist endlich frei für andere Dinge.
    Dinge die ich schon immer tun wollte - Kindheitsträume leben und erleben!

    Vielleicht hast du auch einen Kindheitstraum, denk einfach mal nach, vielleicht fällt dir dieser Traum wieder ein und lebe dann diesen Traum.

    Wunden heilen zwar (Mobbingwunden usw.) aber dicke Narben bleiben, die eigene Wahrheit annehmen ist sehr schwer, aber wir alle haben unsere Wahrheit und diese Wahrheit ist nun mal unsere Persönlichkeit, ja und diese Persönlichkeit muss man akzeptieren und annehmen, auch andere Menschen sollten dieses akzeptieren, denn diese Persönlichkeit ist einmalig.

    Denk nicht nach WARUM WESHALB WIESO lebe einfach und akzeptiere deine Persönlichkeit, glaub mir, auch diese Persönlichkeit ist es wert angenommen und geliebt zu werden!
    Ich weiß wovon ich spreche, auch ich nage immer noch an meiner eigenen Wahrheit, aber es fällt mir schon leichter mich, meine eigene Wahrheit, meine Persönlichkeit so zu akzeptieren, wie ich bin, nicht leicht, aber langsam beginne ich mich sogar selbst zu lieben.

    Noch was, vielleicht gibst du dir selbst zu wenig Liebe, glaube mir, erst jetzt, ich bin jetzt 49 Jahre, fange ich an mich zu akzeptieren wie ich bin UND ES IST EIN WUNDERBARES GEFÜHL sich selbst kennen zu lernen!

    Alles Liebe auf deinem weiteren Weg und sehr viel positive Energie wünsche ich dir lieber Hiko

    Anna Kolinsky

Ähnliche Themen

  1. Mit Mobbing fing es an und endete im Gerichtssaal - Kurz vor dem Ziel keine Kraft mehr
    Von nov2013 im Forum Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing durch Kollegen, Ist das Mobbing, werde ich gemobbt ?
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 29.11.2013, 19:30
  2. Ich finde keine Worte für solche Nachbarn... Hilfe!?!?!?!
    Von digit im Forum Nachbarschaftsstreit, Mobbing durch Nachbarn, Nachbarn aus der Hölle, Gartenzaunkrieg
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 25.10.2013, 19:11
  3. Ich kann nicht mehr und weiß auch nicht mehr weiter
    Von Klaumada im Forum Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing durch Kollegen, Ist das Mobbing, werde ich gemobbt ?
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 29.06.2009, 09:22
  4. Keine Kraft mehr
    Von laila im Forum Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing durch Kollegen, Ist das Mobbing, werde ich gemobbt ?
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 18.05.2008, 18:48
  5. Mobbing, ich hab keine Kraft mehr!
    Von nicole im Forum Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing durch Kollegen, Ist das Mobbing, werde ich gemobbt ?
    Antworten: 35
    Letzter Beitrag: 22.04.2008, 08:56

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •