Einzelschicksal?

Ich habe eine gute Bekannte, die in einem Bekleidungsgeschäft als Fillialleiterin gearbeitet hat. Ihren Job hat sie immer gewissenhaft und zur Zufriedenheit des Besitzers ausgeführt. Irgenwann hieß es Sie bekommt Unterstützung von einer jüngeren Kollegin. Von Anfang an hat diese Kollegin ihr den Job aus der Hand genommen und gemobbt wo es nur ging. Das ging soweit das der Ladenbesitzer schließlich auch meinte, die jüngere Kollegin hätte Recht, und sie solle sich nicht so anstellen.

Der gesundheitliche Absturz folgte, und die Bekannte konnte nicht mehr arbeiten. Dieses oder ähnliche Schicksale teilen wahrscheinlich viele Gemobbte. Nur wie es dann weiterging, da läuft in Deutschland nicht nur etwas falsch, sondern das Sozialsystem müßte mal grundlegend geändert werden.

Die Bekannte bekam zunächst ALG 1 und dann Hartz IV. Zusätzlich mußte sie umziehen weil ihre Wohnung 7m² zu groß war, die Umzugskosten laufen natürlich als Darlehen. Der soziale Aspekt ist, sie ist versorgt. Derjenige, der nicht arbeiten will, bekommt den gleichen Hartz IV Satz. Gerecht? Ich frage mich nur, wie man sich von rund 130,-Euro im Monat gesund ernähren kann! Ein Fernsehsender hat mal untersucht, was für 130,-Euro an frischen Lebensmitteln zu bekommen ist. Es reicht nicht für den ganzen Monat.

Hartz IV, dafür, hat meine Bekannte 40 Jahre in die Sozialkassen eingezahlt, und etwas für die Gesellschaft geleistet. Die Rente wird nicht gewährt, weil keine Reha gemacht wird. Würde sie an einer Reha teilnehmen, heißt das für sie, sie landet mit einer akuten Erkrankung auf der Intensivstation.

Sie bekommt immer erzählt was nicht geht, aber wie ist ein menschenwürdiges Dasein mit Hartz IV möglich? Mittlerweile ist sie 58J. alt, also noch 7 Jahre Hartz IV? Natürlich wird die zu erwartende Rente geschmälert, durch die ALG II Jahre. Vielleicht hat sie dann ja 20,-Euro mehr im Monat?

Grüße Simon51