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Thema: Ist das Mobbing?

  1. #1
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    Standard Ist das Mobbing?

    Hallo zusammen,

    gerne würde ich euch meine Situation schildern, da ich ziemlich unsicher bin, ob es sich um Mobbing handelt.
    Seit Januar arbeite ich nun in einer Abteilung, die aus mir und meinem Chef besteht (mittlerweile eine Kollegin mehr).
    Ich wurde in dieser Abteilung nach meiner Ausbildung übernommen. Ich wusste schon von Anfang an, dass ich dort nicht für immer bleiben möchte, war aber sehr froh überhaupt eine Übernahmestelle zu bekommen und ganz abgeneigt war ich von der Thematik auch nicht.
    Zu Beginn war alles noch super, mir wurde sehr viel erklärt und mein Chef hat sich viel Zeit genommen. Irgendwann war die "Einarbeitung" abgeschlossen und er fing an, mich als "Leibeigene" zu benutzen. Ein Glas Wasser bringen, für ihn Sachen aus dem Drucker holen, er ruft mich an, um ihn zu anderen Leute zu verbinden (als ob er kein Telefon hätte) usw. Ich habe ihn darauf angesprochen, es hat sich aber nichts geändert. Mit der Zeit wurden mir immer mehr Aufgaben entzogen, ohne seine Rücksprache konnte ich nichts mehr tun, ich durfte selbst nichts entscheiden. Das geht soweit, dass ich zum Teil wochenlang überhaupt nichts zu tun habe. Wenn mein Chef im Urlaub ist, langweile ich mich den ganzen Tag, weil ich nichts zu tun habe. Ich bin nicht als Sekretärin angestellt, habe aber mittlerweile nur noch Sekretariatsaufgaben (steht so nicht im Arbeitsvertrag und nicht in der Stellenbeschreibung). Mit wurde jegliche Verantwortung entzogen. Ich habe keinen eigenen Aufgabenbereich, alles läuft auf Zuruf (war so nicht abgesprochen).
    Mittlerweile habe ich eine neue Kollegin, mit der ich mich sehr gut verstehe und der ich auch vertraue. Mein Chef hat angefangen bei ihr negativ über mich zu sprechen. Kritik, die er an mich hat, sagt er nur ihr, spricht mich persönlich nie darauf an. Sie erzählt es dann mir. Desweiteren kontrolliert er mein Telefon auf Anrufe in Abwesenheit, weil er den Verdacht hat, ich ginge nicht ans Telefon. Er durchsucht meinen Schreibtisch, obwohl dort nichts sein könnte, was für ihn relevant ist. Meine Kollegin und ich haben ihn darauf angesprochen, dass wir nichts zu tun haben und mittlerweile gibt er uns wahllos irgendwelche sinnlosen Aufgaben, von denen wir genau wissen, dass es nichts bringt.
    Ich fühle mich mittlerweile nicht mehr wie ich selbst, sondern total unterdrückt und erniedrigt, alles ist mir egal, ich habe Kreislaufprobleme und Schlafstörungen.
    Wenn ich einmal krank bin, wünscht er mir am Telefon "Gute Besserung" und es sei überhaupt nicht schlimm, ich solle mich auskurieren.
    Zu meiner Kollegin sagt er, ich sei ja sehr oft krank und regt sich auch bei anderen Kollegen über mich auf.
    Außerdem bin ich der Sündenbock, werde aus verschiedenen Abteilungen angepampt für Dinge, die mein Chef verbockt hat und ich ausbaden muss.
    Ich habe das Gefühl, er versucht mich "unten zu halten".
    Weiß bald nicht mehr weiter, das belastet mich sehr.
    Ist das Mobbing oder bin ich einfach empfindlich (wie mein Chef sagt)?
    Danke für eure Antworten.

  2. #2
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Das würde ich als Mobbing bezeichnen. Selbst wenn der Chef der Meinung ist, du kannst den Job nicht ausfüllen geht das so gar nicht. Habt ihr eine Personalabteilung oder einen Betriebsrat mit dem du redne könntest? Vielleicht einen, der nicht gleich ein Riesenfaß aufmacht, sondern da moderierend wirken kann? Nach meiner Erfahrung bringt Konfrontation nur als letzter Ausweg was...

  3. #3
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Ich habe schon einige Gespräche mit der Personalabteilung geführt und dort auch das Thema interne Versetzung angesprochen. Leider tut sich da gar seit Monaten nichts. Ich sehe eigentlich nur noch den Ausweg zu kündigen oder intern zu wechseln, wenn sich etwas ergibt. Ich habe schon gar keine Ambitionen mehr die Situation zu klären, sondern sehe als einzige Lösung nur den Austritt aus der Abteilung. Es ist wirklich unerträglich, da ich als Berufsanfänger wenig Chancen habe...

  4. #4
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Vanilla1989

    Wenn Du dort keine Aufgabe hast, was willst Du dann dort noch?

    Willst Du den lieben langen Tag die Zeit totschlagen? Kein Wunder reagierst Du hoch sensibel auf alles andere was sich um Dich herum bewegt.
    Hättest Du eine Aufgabe die Dich ausfüllt und würdest damit einen wertvollen Beitrag leisten wäre auch Dein Selbstwert nicht am Boden.
    Alle die Spekulationen und all das Andere würde sofort verschwinden. Du hättest gar keine Zeit darüber nachzudenken.

    Die grössten Unruhen und Querelen in meinen Teams hatte ich immer genau dann wenn die Auslastung schlecht war.
    Dann fangen die Mitarbeiter, aber auch die Chefs an sich andere "Aufgaben" zu suchen.

    Und nichts gefällt Ihnen offensichtlich mehr als über Andere zu lästern, herabzuwürdigen und/oder fiese Intrigen zu schmieden, die dann, wenn der Laden wieder anlaufen soll, diesen in ein Chaos und Tollhaus verwandelt haben.
    Ich nutze diese Zeiten dann immer für Schulungen und Kompetenzaustausch zur Mitarbeiterentwicklung. Etwas, das heute in vielen Firmen, wie mir scheint, zu einem Fremdwort geworden ist.
    Das verbessert nicht nur die Leistungsfähigkeit der "Truppe" sondern fördert auch aktiv gute Beziehungen der Kollegen untereinander.

    "Nichts ist schlimmer zu ertragen als unwissend tätig zu sein!" JW v Goethe

    Such Dir eine Aufgabe die Dir und Deinen Präferenzen entspricht und es wird sich Dein Leben nur noch positiv entwickeln.
    Hierfür musst Du jedoch wissen welche diese Deine Präferenzen sind!
    Kennst Du diese?

    Gruss Martin
    Geändert von Herbert 44 (26.05.2013 um 22:28 Uhr)

  5. #5
    Minna ist offline besonders erfahrenes Forumsmitglied des Mobbingforums
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Vanilla 1989,

    dein Chef hat warscheinlich in dieser Firma "Narrenfreiheit", sonst würde er von der Geschäftsleitung eine auf den Sack bekommen. Wer weiß was ihn geritten hat, dass er sich um 180 Grad gedreht hat was sein Verhalten gegenüber dir verursacht hat. Vielleicht hast du ihn unbewusst zurückgewiesen... oder sonst was. Menschen können eigenartige Verhaltensmuster entwickeln und das manchmal von jetzt auf gleich.
    Es stimmt, nach einer Ausbildung wollen andere Arbeitgeber erst eine gewisse Berufserfahrung, deshalb ist es oft schwierig im Anschluss einer Lehre gleich eine neue Stelle zu bekommen. Jetzt wird es aber höchste Zeit dich anders wo zu bewerben, bevor du dein Selbstwewusstsein verlierst. Dieser Mensch schafft es auf längere Sicht und so weit soll es nicht kommen. Wichtig ist, dass du ein gutes Zeugnis bekommst und wenn nicht droh mit rechtlichen Schritten. Lass dich nicht unterbuttern, du bist auch wer und wenn es sein muss lass es sie spüren.
    Viel Glück für deinen weiteren Lebensweg, Minna
    Geändert von Minna (27.05.2013 um 11:29 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Psychobabbel,
    vielen Dank für deine Antwort. Wirklich sehr interessant und ich stimme dir total zu. Mit Sicherheit wäre das alles eine andere Situation, wenn es etwas zu tun gäbe. Leider ist ein Wechsel nicht so einfach und als Berufsanfänger kann man es eigentlich sowieso vergessen. Meine Präferenzen kenne ich, würde ich sie auch gerne intern weiter ausbauen, dies ist aber nicht möglich, da sich dort nichts ergibt. Bewerbungen habe ich auch schon geschrieben, erhalte aber trotz einem 1,.. Abschluss nur Absagen. Das fördert das niedrige Selbstwertgefühl nicht wirklich.
    Leider befinde ich mich wirklich in einer Ausnahmesituation. Es geht nicht vor und nicht zurück. Bin wirklich verzweifelt.

  7. #7
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Psychobabbel,
    vielen Dank für deine Antwort. Wirklich sehr interessant und ich stimme dir total zu. Mit Sicherheit wäre das alles eine andere Situation, wenn es etwas zu tun gäbe. Leider ist ein Wechsel nicht so einfach und als Berufsanfänger kann man es eigentlich sowieso vergessen. Meine Präferenzen kenne ich, würde ich sie auch gerne intern weiter ausbauen, dies ist aber nicht möglich, da sich dort nichts ergibt. Bewerbungen habe ich auch schon geschrieben, erhalte aber trotz einem 1,.. Abschluss nur Absagen. Das fördert das niedrige Selbstwertgefühl nicht wirklich.
    Leider befinde ich mich wirklich in einer Ausnahmesituation. Es geht nicht vor und nicht zurück. Bin wirklich verzweifelt.

    Hallo Minna,
    auch dir danke für deinen Beitrag. Wie gesagt, weder intern noch extern ergibt sich derzeit was.

  8. #8
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Vanilla

    Bestünde die Möglichkeit sich mit deinem Chef einmal an den Tisch zu setzen und ihn zu fragen warum er so unzufrieden mit Dir ist.
    Dann sich alles geduldig anzuhören und trotz vielleicht herber Kritik ruhig zu erfragen was er denn ganz konkret anders haben möchte und braucht damit die Leistung stimmt. Damit es voran geht. Für alle.

    Ich schätze Deinen Chef eher als schwache Persönlichkeit ein der nicht den Mut hat vor die Mitarbeiter zu treten, um nur schon zu formulieren was genau, wie bis wann erledigt werden muss.
    Stattdessen sucht er die Flucht durch Seitenhiebe mit denen er versucht seine Vorurteile und Meinungen über eine Person von Dritten bestätigen zu lassen.
    Dies Verhalten ist eindeutiges Zeugnis und Zeichen seiner Überforderung. Woher diese rührt kann ich nicht beurteilen. Wahrscheinlich steht er, aufgrund seiner Defizite, schon unter massivem Druck seiner VG.
    In diesen Situationen kommt immer der Ersatz-Stil des Vorgesetzten zum Vorschein. Das hier autoritär/destruktiv kritische Wesen zeigt sich dann von seiner übelsten Seite.
    Ein Scheusal das mit Macht, Befehlston und Rücksichtslosigkeit versucht sich Respekt zu verschaffen, um so die Leistung zu verbessern. Eine bessere Strategie, sich so selbst die Motiviertesten zu Feinden zu machen, gibt es wirklich nicht!

    Er verhält sich wie der berühmte Hund den man in die Sackgasse getrieben hat und Dir nun die Zähne zeigt und Dich anfällt.
    Sein Verhalten offenbart mit wie vielen Mängeln behaftet sich das Repertoire der Denk- und Handlungsalternativen deines VG der Umwelt präsentiert. Und er merkt es nicht einmal. Bzw. weiss sich keinen Rat mehr.
    Von Führung und Leistungsmotivation hat dieser Mensch wahrscheinlich nur sehr wenig Ahnung. Er ist ja nicht einmal im Stande selbst die Fassung zu wahren, geschweige denn sich selbst zu führen.
    Aber: Er ist immer noch Dein Chef.

    Du könntest das Gespräch vielleicht so oder ähnlich eröffnen wie etwas weiter unten beschrieben. Wichtig ist: Gib Deinem Gegenüber die Chance auf eine positive Reaktion. Selbst wenn er es aufgrund seines Verhaltens eigentlich nicht verdient hat.
    Dazu ist es trotz aller unschönen Vorfälle wirklich wichtig sich defensiv zu zeigen.
    Kürzlich hatte ich eine Firma beraten die draussen bei den Kunden nur noch Flächenbrände der Unzufriedenheit toben hatte.
    Beinahe alle Kunden konnten, indem ich mir alles geduldig und rückfragend angehört hatte, wieder besänftigt werden. Weil sie mal so richtig Dampf ablassen durften und sogar ausdrücklich von mir dazu aufgefordert wurden.
    Da auf die Worte dann auch Taten folgten sind sie wieder zur weiteren Kooperation bereit. Weil da einer kam der glaubhaft machte und den Beweis antrat sich in Tat und Wahrheit um ihre Bedürfnisse zu kümmern.

    Sehe auch Du den Chef als einen, Deinen unzufriedenen Kunden, den Du wieder für Dich und Dein Geschäft gewinnen willst. Du weisst, dass etwas schief gelaufen sein muss und er vielleicht zu Recht verärgert ist.
    Warum genau, das entzieht sich Deiner Kenntnis. Daher ist es essentiell wichtig für Dich das in Erfahrung zu bringen.
    Denke immer daran, dass ein nicht zufriedener Kunde das Schlimmste ist was einem Geschäft passieren kann. Deinem Geschäft: Der Vanilla1989 GmbH & Co. KG.

    Das Schlimmste was man sich und dem Kunden antun kann ist sich nicht darum zu kümmern, den Konflikt zu verdrängen, oder aus blanker Angst vor dem Konflikt zu kneifen.
    Konflikte sind ein ganz natürlicher und unvermeidbarer Bestandteil unseres Lebens. Versucht man sie zum umgehen statt sie zu lösen so wird das in ihnen schlummernde Wut-Potenzial ständig ansteigen bis es irgendwann zur Explosion kommt.

    Nun aber zum Eröffnungsteil

    "Vielen Dank Herr XYZ, dass sie sich die Zeit nehmen für dieses Gespräch. Ich habe mir viele Gedanken gemacht in den letzten Tagen und ich weiss, dass ich in der Vergangenheit wohl einige Fehler in ihren Augen gemacht habe.
    Leider haben wir nie eingehend darüber gesprochen und ich spüre wie ich mehr und mehr ins Abseits gerate. Ebenso spüre ich wie dies das Klima am AP sehr belastet.
    Ich weiss, dass ich auch noch sehr jung bin und unerfahren. Doch ich möchte Ihnen versichern, dass ich bereit und willens bin mich weiter zu entwickeln. Dazu muss ich jedoch wissen was genau anders sein muss, um ihre Anforderungen bzw. die unserer Kunden zu erfüllen. Wären sie bereit mir noch eine Chance zu geben, um die bestehende Unzufriedenheit wieder zu korrigieren?"

    Was würdest Du selbst von einem Menschen denken und halten der dich zuvor so richtig zur Weissglut gebracht hat und nun mit diesen Worten vor Dir sitzt und um ehrliches und schonungsloses Feedback bittet?
    Was würdest Du selbst als Chefin von einem MA denken, den Du innerlich schon abgeschrieben hast, der mit diesem Gesprächsauftakt an Deine Tür klopft?

    Es wäre schön Deine Gedanken und vielleicht aufkommenden Bedenken hierzu zu erfahren.

    Viele Grüsse

    Martin
    Geändert von Herbert 44 (02.06.2013 um 01:36 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Vanilla1989

    Schade, dass Du hierzu bislang keine weitere Meinung mehr hast.
    Niemals käme mir in den Sinn vollkommene Zustimmung zu meinen Darstellungen zu erwarten. Das kann und darf hier nicht das Ziel sein.
    Doch wenn jemand sich Gedanken und die Mühe macht eine 360° Sichtweise zur Diskussion zu stellen, das bin ja beileibe nicht nur ich, dann sollten wir auch darüber diskutieren.

    Nur durch das Eintauchen in die unterschiedlichsten Gedankenwelten bildet sich in jedem Einzelnen ein immer deutlicheres Bild seiner Umwelt.
    Am Arbeitsplatz oder wo auch immer er unter Druck steht kann der Betroffene keinen Schritt wagen ohne Risiko. Hier hingegen schon.

    Hier kann jeder seine Meinung kundtun ohne Risiko entdeckt oder gepeinigt zu werden. Warum tun es die Meisten nicht?
    Und wenn Du nun findest, dass das was eins oben dran steht für Dich so so dermassen fremdartig oder gar regelrecht Schei.... ist, dann sag es!
    Ich fühle mich durch weder gekränkt noch herausgefordert. Meine Beiträge sind Ausdruck meiner Meinung wie auch ein Angebot zur Diskussion.
    Und darf, begründet auf das reichhaltige Feedback meiner unmittelbaren Umwelt, behaupten zu den Menschen zu gehören die, wenn sie Fragen stellen, die Antwort nicht scheuen.

    Lass es uns anders angehen: Was macht es so schwierig für Dich auf meinen Beitrag zu antworten?
    Und wenn es Dir hier schon so schwer fällt, um wie viel schwerer ist es dann im direkten Kontakt mit deinem Umfeld?

    Oder hab ich Dich mit meinem Beitrag gar beleidigt, weil ich Deine Position verlassen und in eine neue Position/Sichtweise gewechselt habe?
    Hast Du damit Schwierigkeiten? Das könnte auch einer der Schlüssel sein warum Du am AP die Problem hast, die Du hast?

    Weiter oben benannte ich die Entwicklung der Mitarbeiter als den Schlüssel für hervorragende fachliche Leistung wie auch die Beziehungen.
    Mit Deinem geschilderten, ganz konkreten Problem oder gar den Problemen hast Du nun die Gelegenheit Deine Entwicklung dahingehend zu steuern mit diesem Problem fertig zu werden.
    Dazu ist es aber erforderlich die Seiten, die Position der Betrachtung zu wechseln, um zu ergründen warum der Andere reagiert wie er reagiert.

    Dabei ist es essenziell sich nicht stoisch dauernd die Frage zu stellen warum der Andere nicht das tut was ich will sondern herauszufinden was das "missing link" in der Beziehung ist.
    Dieses ist der wahre Grund warum man aneinander vorbei redet.
    Die Lösung liegt niemals in der Erfüllung der eigenen Wünsche und Sehnsüchte sondern immer im Fokus was das eigentliche Ziel ist und wer, wann, wie und in welcher Weise beitragen muss, um das gemeinsame Unternehmen zum Erfolg zu führen.

    Wer stets und unnachgiebig nach dem sucht und vom Umfeld fordert, was ihm am liebsten ist, offenbart dem Umfeld seine eigene Unbeweglichkeit und damit übergroße Egozentrik.
    Und damit beschwört er zwangsläufig immer den Unmut seines Umfeldes herauf mit dem er so in einen unauflösbaren Interessenkonflikt eintritt, der mehr und mehr nur noch emotional und nicht mehr rational betrachtet wird.
    Die Frage warum es dazu kam, wie es kam, muss beantwortet werden. Nicht die Frage warum der andere nicht will wie ich will.
    Die letztere Frage bezieht sich nur auf den anderen. Die erste Frage hingegen auf den Beitrag beider Parteien. Schliesst also den eigenen Beitrag mit ein.

    Während ich wohl kaum die Chance habe etwas im Anderen wirklich zu verändern so habe ich die Chance bei mir sehr wohl.
    So habe ich also die Gelegenheit und Macht, durch die Veränderung meines Verhaltens in einem ganz bestimmten Punkt, die Situation als Ganzes zu verändern. Die Karten neu zu mischen.
    Dies gilt von der Harmlosen bis hin zu den Sphären der höchsten Eskalation. Bewegung kommt immer nur dann zustande wenn mindestens einer sich bewegt. Also etwas anderes zu tun als zuvor.

    Wenn ein Chefkoch ein neues Rezept entwickeln möchte für ein neues Gericht in seinem Restaurant, wird er sich zuallererst die besten Roh-Zutaten und Gewürze kaufen.
    Dann wird er beginnen diese so zu komponieren und zuzubereiten, dass am Ende eine Geschmacksexplosion bei den Gästen ausgelöst wird, die sie dazu bewegt immer wieder und immer zahlreicher in dieses Restaurant zu kommen und das Gericht zu bestellen.

    Auf diesem Weg werden eine ganze Reihe von Versuchen scheitern und die ganze Mühe und das Geld für die Zutaten buchstäblich im Kübel landen, weil es nicht in gewünschter Weise funktioniert, nicht geschmeckt hat.
    Wird der Koch nun den nächsten Versuch in gleicher Weise nun wiederholen wie zuvor? Gewiss nicht, weil er ja das Ergebnis bereits kennt. Das wäre ausgesprochene Verschwendung und damit Schwachsinn!
    Er wird also gewisse Veränderungen vornehmen.
    Weniger Pfeffer dafür vielleicht mehr Salz, Thymian, Koriander.... usw. usf. vielleicht sogar noch neue Zutaten und Gewürze sich anschaffen und in das Rezept integrieren müssen.
    Nach einer kurzen, Glück gehabt, oder auch einer mehr oder weniger langen Reihe von Versuchen, die Regel, kommt am Ende ein Ergebnis heraus, dass am Ende die Gäste des Hauses mit seinem Geschmack verzaubert.
    All das was zwischendrin geschah sieht der Gast hingegen nicht. Der Gast will es ja gar nicht sehen. Er geht ins Restaurant und möchte einen aussergewöhnlichen Moment des Geschmacks und des Service geniessen.
    Dafür ist er bereit u.U. eine ordentliche Stange Geld hinzulegen. Dafür erwartet er im Gegenzug nicht enttäuscht zu werden.
    Hat alles gepasst, so wird er ein ordentliches Trinkgeld geben und das Lokal seinen Freunden und Bekannten empfehlen. Hat es nicht gepasst und kann ihn das Lokal nicht mit einer Extraleistung dafür entschädigen, so wird er ggf. nie wieder kommen und auch nie eine Empfehlung aussprechen. Im Gegenteil.

    In Deinem konkreten Fall bist Du im Lokal der Koch und Dein Chef dein Gast. Und nicht umgekehrt, was Deine bisherige Sichtweise zu sein scheint. Was also tust Du oder auch nicht, um Deinen Gast zufrieden zu stellen bzw. mehr als das, um ihn von Dir zu begeistern?
    Das ist die Frage die Du dir und der Du dich stellen musst.

    Das ist auch die Kern-Verkehrung die so oft zu einer Konfliktsituation am AP führt. Welche dann in Spannungen und knallharten Konflikten zwischen den VG und den MA mündet.
    Und weil der VG in der hierarchisch höheren Machtposition zuhause ist übt er Druck aus. Dann fühlen sich die MA "gebosst".
    Zur Verteidigung der MA muss hier allerdings klar und deutlich gesagt werden, dass sie in den Führungsetagen leider auf immer weniger Führungskompetenz stossen, was dann die Bezeichnung "Bossing", für das Verhalten des VG, in Tat und Wahrheit auch rechtfertigt.
    Als Teil des Konfliktes kann sich der Mitarbeiter aber seiner Rolle und der Analyse seines Beitrages zur Situation nicht entziehen. Dann hat er exakt zwei Möglichkeiten.

    1. Indem er haarklein und dediziert sich bemüht herauszufinden was der Chef, ggf. der Inhaber des Unternehmens, warum anders haben möchte, damit das aufhört. Und: In der Folge seine Arbeitsweise/Handlungen dahingehend anpasst.
    2. Wenn der MA spürt, dass er diesem Menschen, egal wie er es anstellt, nie etwas recht machen kann, dann wird es schleunigst Zeit, dass er sich einen neuen Arbeitsplatz sucht. Weil der Chef und ggf. der Unternehmer selbst nicht weiss, was er wirklich will oder dem angemessen Ausdruck zu verleihen versteht = Mangel an Kompetenz.
    Dieser damit offenbart selbst über keine strategische wie strukturelle Vorstellung davon zu haben, wo der Laden eigentlich hin soll und damit planlos herumspringt wie ein tollwütiger Wolf. Heute soll so gearbeitet werden und Morgen so. Dieses Trommelfeuer destruktiver Kritik macht auf Dauer jeden noch so widerstandsfähigen MA krank oder treibt ihn in die innere Kündigung. Und das Unternehmen damit früher oder später in ernsthafte Schwierigkeiten und/oder sogar in die Insolvenz.
    Sicher ist so ein Arbeitsplatz damit also auch nicht. Ausnahme: Das Beamtentum. Dort kann, den vielen Beiträgen folgend, jeder, mit Verlaub, Idiot ungestraft tun und lassen was er will. Daher bin ich ein erklärter Feind eines Beamten-Apparates der vergessen hat, dass Beamte Staatsdiener sind. Der Staat ist die Gemeinschaft der Bürger. Also ist ein Beamter Diener jedes rechtschaffenen Bürgers und nicht ein über alles erhabene Macht- und Befehlshaber.

    Ein mieser Chef ist gleichzeitig immer ein Symbol eines ebenso schlecht geführten Unternehmens, das, wenn nicht ein aussergewöhnliches Produkt mit Monopolstatus dahinter steht, immer Schwierigkeiten und viele Reklamationen zu bearbeiten hat und sogar nicht davor zurückschreckt seine Kunden, wie MA zu übervorteilen. Auf Seiten der MA gehören hierzu nicht bezahlte aber wie selbstverständlich erwartete Überstunden, Repressalien bei der Urlaubsbewilligung bis hin zum Vorwurf des Simulierens und/oder gar finanzieller Repressalien bei Krankheit, wie z.B. Lohn- oder Urlaubsabzug.

    Beispielsweise Deutschland wird zu Recht immer noch als Service-Wüste bezeichnet. Aus genau diesem Grund. Weil, mit Verlaub, besonders die Menschen im deutschsprachigen Raum zwar gerne einen guten Service in Anspruch nehmen, aber selbst in den wenigsten Fällen auch bereit sind anderen diesen zu liefern. Jedes Unternehmen auf welches die oben genannte Beschreibung passt, ist Symbol der Rechtfertigung dieser Behauptung.
    Wer das verstanden hat und das fortan anders tut, der hat im selben Moment seinen Kunden, seinen Mitarbeitern und sich selbst ein gewaltiges Glücks- wie Erfolgspotenzial erschlossen.

    Ich hoffe es gibt auch ein paar VG die hier unterwegs sind und sich Gedanken über diese meine Gedanken machen.

    Gruss Martin
    Geändert von Herbert 44 (07.06.2013 um 10:27 Uhr)

  10. #10
    Registriert seit
    23.04.2014
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    Standard AW: Ist das Mobbing?

    Hallo Vanilla , du bist jung und dynamisch.Such dir einen anderen Job.Ich denke du schaffst das.

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