Hallo zusammen
Bin neu hier und auf Euer Forum gekommen, weil es für die Schweiz nichts Vergleichbares gibt. Mein Fall scheint ziemlich bizarr und "quer in der Landschaft" zu liegen. Gäbe es sowas wie Mobbing-Meisterschaften, die Tochter meines Lebenspartners hätte allerbeste Aussichten auf einen oberen Podestplatz.
Um es vorwegzunehmen: Da es keinen Vertrag zwischen mir und meinem Lebenspartner gibt, gibt es für niemanden irgendwelche materiellen Vorteile durch das Mobbing.

Im November 2012 erlitt mein Lebenspartner (seit nun 20 Jahren) eine schwere Hirnblutung mit nachfolgendem Hirnschlag, von der er sich nie mehr wirklich erholte. Seine nächsten Angehörigen sind seine zwei erwachsenen Kinder, wovon die Tochter dominant ist und "1. Ansprechperson". Zunächst funktionierte das, man traf sich jeweils zu dritt in den diversen Kliniken zu Arztbesuchen u.ä. Seit März 2013 befindet sich mein Partner in einem nahen Pflegeheim, wo ich ihn fast täglich besuche. Seine Tochter wohnt mit ihrer Familie direkt neben dem Heim.

Von nun an wehte "ein anderer Wind". Die Tochter organisierte alles Mögliche über meinen Kopf hinweg. Sie sabotierte alle meine Versuche, mit ihr zusammenzuarbeiten, bewirkte auch, dass nur noch ihr Bruder und sie zu Arztbesprechungen durften und ich ausgeschlossen wurde. Ueber allfällige Arztbesuche, Therapien usw. wurde ich nicht mehr informiert, musste mir alle Infos soweit möglich selbst holen. Zum Glück ist das Personal generell nett und anständig, konkret ändern können sie die Situation aber auch nicht. Immerhin ist mein Lebenspartner, da er seine Urteilsfähigkeit verloren hat, vor kurzem über einen Beistand der Erwachsenenschutzbehörde unterstellt worden.

Völlig vor den Kopf gestossen fühlte ich mich durch ein weiteres Beispiel von absolut rücksichtslosem und schamlosem Verhalten. Ist wohl so, dass ich von meiner Herkunft her die Latte hinsichtlich Rücksichtnahme eher hoch ansetze. Meine verstorbene Mutter gehörte zu den denkbar anständigsten und rücksichtsvollsten Menschen. In ihrer Familie hatte Gastfreundschaft einen hohen Stellenwert (ihr Vater/mein Grossvater besass und führte ein spanisches Restaurant in einer Schweizer Stadt). Umso schockierender war es für mich, als ich erleben musste, dass diese Tochter meinen Lebenspartner immer wieder mal im Rollstul zu sich rüberholte, ohne mich jemals auch einzuladen (früher war ich bei seinen eher seltenen Besuchen bei ihr in 90% der Fälle mit dabei).

Die Tochter quälte mich in der Folge mit einer Unzahl von widerwärtigen "Kleinigkeiten", die in der Summe dann eben nicht mehr so klein sind. So luchste sie mir bei der Räumung des Bastelraumes den Raumschlüssel ab, der Beistand brauche diesen. Als dann die Räumungsmänner kamen, erwarteten diese den Schlüssel bei mir und wussten von nichts (der Beistand auch nicht). Folge: Entsprechende Verzögerungen und Umtriebe..
Bei der Frage nach einer allfälligen Wiederholungs-Reha in einer Klinik mit wunderbarem Park hat die Tochter den Leuten weisgemacht, ihr Vater mache sich "eh nichts aus Natur" (eine glatte Lüge!), man könne die Reha gerade so gut oder besser im Winter machen. In Wahrheit ist der Winter für uns beschwerlich (mein Partner mag dann nicht nach draussen und meine Hündin müsste die ganze Zeit im kalten Auto hocken).

Einen schweren Schock erlitt ich, als die Tochter mich "zufällig" über eine Begegnung mit der neuen Heimärztin stolpern liess. Die ursprünglich zugeteilte Heimärztin war von ihr abgesetzt worden, nachdem sie mich zu einem Gespräch empfangen hatte. Die neue Heimärztin machte mir nun klar, dass sie rechtlich nur die Kinder meines Lebenspartners über Medizinisches informieren dürfe, auch in einem Notfall. Ich konnte noch meinen schwarzen Humor hervornehmen und sagte. "Schön, dann könnten sie meinen Lebenspartner also theoretisch heimlich beerdigen, wenn etwas ist.." 1 1/2 Tage später begegnete ich meiner Nachbarin im Treppenhaus und erzählte ihr von der Sache, nebenbei erwähnend, das ich seither nichts mehr hatte essen können. Sie ist eine richtige kosovarische "Mamma" (gegen 100kg, hat 4 Söhne grossgezogen). Einige Zeit später klingelte es an der Tür und das müsst Ihr Euch jetzt mal vorstellen: Eben hatte ich den Schock meines Lebens erlitten und da stand diese Nachbarin draussen mit einem Riesenteller Gemüserisotto mit Poulet und sagte liebevoll-energisch: "Das musst Du essen, dann geht es wieder gut"... Zum Glück gibt es Menschen wie sie sowie einige weitere liebe Leute.

Wenig später erhielt ich die Zusicherung des Stationsleiters, dass ich im Falle einer Verschlechterung meines Partners in jedem Fall von der Station benachrichtigt würde. Wenigstens das!
Heute war ein schöner Sonntag und das Föhnwetter liess die Berge nahe erscheinen wie auf einer Postkarte. Wie schön könnte die Welt doch sein, wenn es gewisse Menschen nicht gäbe...