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Thema: Ich werde behandelt wie ein kleines Kind!

  1. #1
    Registriert seit
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    1

    Beitrag Ich werde behandelt wie ein kleines Kind!

    Hallo zusammen,

    in diesem Beitrag geht es um meinen dominanten Vater. Ich hoffe, ich kann die Situation verständlich beschreiben.

    Ich bin 28 Jahre alt und wohne zusammen mit meinem Vater und meinem Bruder in einem Dreifamilienhaus, d.h. jeder hat seine eigene abgetrennte Wohnung. Da ich mich neu orientieren wollte, absolviere ich derzeit eine 2. Ausbildung und befinde mich momentan im 2. Lj.

    Seit 4 Wochen habe ich nun einen Freund. Meine Familie kennt ihn noch nicht. Das muss für euch vielleicht ziemlich naiv klingen, aber bereits nächsten Monat will ich mit meinem Freund zusammenziehen. Das wäre das erste Mal dass ich ausziehen möchte. Das habe ich gestern auch meinem Vater eröffnet und habe mir dabei auch seine Meinung eingeholt. Dass er "schockiert" war, kann ich gut nachvollziehen... aber leider musste ich mal wieder, wie es in meiner Familie, speziell aber bei meinem Vater eben einfach immer so ist, feststellen, dass man hier keine Chance auf freie Entfaltung hat. Er meinte darauf dass es halt mein Leben ist (soweit akzeptabel) als er dann aber realisiert hat, dass es nächsten Monat schon so weit sein wird, kam dann nur "Da muss sich der Familienrat mal zusammensetzen und beraten" Wo ich mich schon wieder fragen muss: Warum denn bitte? Da wird die Entscheidung bereits im Vornherein abgenommen und so getan, als würde ich mich voll und ganz auf die Meinung meiner Familie verlassen und nach deren Entscheidung dann handeln. Was soll sowas? Vor allem: Mein Freund tut mir jetzt schon leid, der kann sich dann wie ein begossener Pudel kommenden Samstag meinem Vater vorstellen und dann wird darüber gesprochen. Ich seh ihn schon vor mir wie im Verhör, die Neonlampe ins Gesicht leuchten...

    Und es ist einfach immer so: Egal was ich machen möchte, ich hab immer das Gefühl als müsste ich meinen Vater "fragen". Ich bin 28 Jahre alt! Ich weiß, dass ich auch sagen könnte "Mir doch egal, ich mach was ich will" aber da muss man auch wieder vorsichtig sein, sonst könnte sich seine Majestät übergangen fühlen... Und für meinen Freund wäre das natürlich auch eine schlechte Basis.

    Und noch ein kurzer Einblick in meine Familie (Flodder): Mein Schwager packt eigentlich meine komplette Familie nicht. Erzählt uns im Betrunkenen Zustand wie scheiße wir doch alle sind (Stichwort: Dominanter Vater) macht mich total rund und versucht mich schlecht zu machen und sitzt aber 1 Woche später mit uns am Tisch zum Essen und tut so als wäre nichts.

    Meine Schwester, die angehende Hobbyalkoholikerin, die mir, ebenfalls im Betrunkenen Zustand erzählt, dass ich ja sowieso noch nichts im Leben hinbekommen habe.

    Mein Bruder, der ständig durch Sticheleien Anerkennung braucht, mich früher in meiner Kindheit misshandelt hat und dazu seine baldige Frau, die sich von meiner Familie ablehnt fühlt und meinen Vater "seltsam" findet.

    Da könnte ich noch mehr Geschichten erzählen, was so innerhalb der Familie geschieht. Mich fragt nie einer wie es mir geht. Es kommen immer nur dann alle angetanzt, wenn es ein "Problem" geben könnte! Oder wenn man seine Nase in Dinge stecken kann, die keinen was angehen. Umso größer die Schlammschlacht ist, umso mehr Vergnügen.

    Aber genau von denen, soll ich mir jetzt alá Talkshow-Style erzählen lassen, wie ich mein Leben zu führen habe? Mir schwillt schon der Hals zu wenn ich daran denke! Wirklich! Gleichzeitig hab ich aber Angst, dadurch abgelehnt zu werden.

    Ich hab sowieso vor allem Angst, vor allen Entscheidungen, die ich in meinem Leben treffe. Ich hab immer das Gefühl, dass ich das eigentlich nicht darf. Nicht ohne Zustimmung.

    Und das beste ist, dass mir mein Freund schon gesagt hat, da ich ihm die Unterhaltung mit meinem Vater auch schon erzählt habe, dass das bei mir schon fast in Hörigkeit bzw. richtiger Angst vor meinem Vater ausartet. So kennt er mich nicht. Das ist so mit der einzige Bereich in meinem Leben, wo mir das Rückgrat fehlt. Wie schätzt ihr das ein? Wie soll ich das lösen bzw. in Zukunft lösen?

    Ich hoffe das kam jetzt nicht allzu wirr rüber

    Ich wollte mich nur mal mitteilen... und vielleicht hat ja einer auch Erfahrung mit sowas.

  2. #2
    Registriert seit
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    Beiträge
    2.219

    Standard AW: Ich werde behandelt wie ein kleines Kind!

    Hallo Moggelchen,

    im Prinzip kannst du dich nur lösen, wenn du tatsächlich ausziehst und dich dieser Dauerdominanz komplett entziehst. Ist es denn wirklich nötig, deinem Freund eine derartige Situation ("Inqusition" durch deinen Vater) zuzumuten? Gerade nach vier Wochen Beziehung, ist das doch noch reichlich früh.

    Du bist 28 und erwachsen. Ich kann zwar verstehen, dass es schwer ist, sich aus so einer "Zwickmühle" zu befreien, gerade wenn man es gewohnt ist, bei Entscheidungen immer "Rückendeckung" gehabt zu haben. Aber du hast auch ein eigenes Leben. Das scheint dein Vater nicht akzeptieren zu wollen. Es gibt Dinge, die nur du allein entscheiden kannst und davor braucht man auch keine Angst haben.
    Stell dir einfach mal die Frage, ob du dein ganzes Leben fremdgesteuert leben möchtest! Das ist natürlich "bequem". Entscheidungen werden einem abgenommen, also muss man auch keine Verantwortung übernehmen, wenn etwas schief läuft. Ich vermute aber mal, dass du nicht so bist.
    Dein Vater muss lernen, dass er dich als eigenständigen Menschen akzeptiert und respektiert. Das wird nicht einfach sein, nachdem er seine "Machtposition" gewöhnt ist.
    Mit einer ständigen dominanten Figur im Hintergrund kann man sich nicht "frei"entwickeln, oder auch Selbstvertrauen aufbauen. Wehe, man zeigt, dass man zu eigenmächtigem Handeln sehr wohl selbst in der Lage ist! Schon wird man wieder klein gemacht, damit der andere seine Machtposition nicht aufgeben muss. So kann man auf die Dauer nicht leben.
    Pack dein Ränzlein und zieh aus. Mach gar nicht so ein "Drama" daraus. Je weniger er mitbekommt, umso weniger kann er dir dazwischenfunken. Und versuche, eine Weile auch einmal keinen Kontakt aufzunehmen, damit du zur Ruhe kommst.
    Ich denke, wenn du erst einmal dort weg gezogen bist, fällt auch ein ganzer Teil "Druck" von dir ab und du wirst dich mit der Zeit immer selbstsicherer fühlen. Und auch zu dir selbst finden.

    LG

    Ilythia

  3. #3
    Registriert seit
    01.05.2015
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    636

    Standard AW: Ich werde behandelt wie ein kleines Kind!

    Hallo Moggelchen,
    wie Ilythia schon geschrieben hat, nichts wie raus aus diesem Umfeld. Was hält Dich denn bei einer Familie, die Du selber als " Flodder" bezeichnest??? Wer zahlt denn im Moment die Miete für Deine Wohnung? Gehört dieses 3 Familien Haus Deinen Eltern? Wenn Du zu Deinem Freund ziehst wirst Du feststellen, dass der Einfluß Deines Vaters mit der räumlichen Entfernung schwindet. Du hast doch auch Deinen Freund als Rückhalt. Zieh aus und lass den Kontakt zu Deiner Familie für eine Weile ruhen. Manchmal ist es ja auch so, dass dominante Persönlichkeiten ihre Macht nur solange ausüber bis mal Widerstand kommt. Solange Dein Vater merkt, dass er Dich "beherrschen" kann, wird er seine Position auch ausnutzen. Wenn er nun merkt, dass Du deinen eigenen Weg gehst und Dir nichts mehr vorschreiben lässt, wird er sich möglicherweise Dir gegenüber ändern. Aber wie auch immer, mit 28 solltest Du Deine eigenen Wege gehen. Dir zu sagen, nach 4 Wochen mit jemandem zusammen zu ziehen solltest Du dir überlegen ist ein guter Rat. Dir aber zu sagen, " darüber beraten wir ob Du das machen darfst" ist eine Vorschrift, die Du dir nicht gefallen lassen mußt.
    Kurz, zieh aus!

    LG

    Krautjunker

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