Hallo,
Ich finde es toll, dass es so ein Form gibt, und habe schon mit Gewinn einige eurer Beiträge gelesen.
Ich bin in Österreich für einen Konzern in der IT tätig, gehe langsam auf die 50 zu.
Vor ca. 5 Jahren wurde die IT in eine eigene Firma ausgelagert.

Mein bisherige Abteilung wurde aufgelöst, ich kam mit der selben Tätigkeit in eine neue Abteilung.
Bereits vorher wurde ich von einem Kollegen gemobbt.
Dieses Verhalten hat sich intensiviert, so dass ich kaum noch vernünftig arbeiten konnte.
Ich habe dies dem Vorgesetzten gemeldet, darauf hin ging es erst richtig los.
Der Vorgesetzte hat mich zuerst gemobbt, dann meine Arbeit schlecht beurteilt.
Im Jahr darauf wurde ich in eine andere Abteilung zwangsversetzt, wo sich das Spiel wiederholt hat.
Jetzt wieder Mobbing, gegen Jahresende intensiver.
ich habe dann mehrere Vorgesetzte, und als das nichts nützte, den Betriebsrat eingeschaltet.
Der Betriebsrat hat mir daraufhin mit dem Vorstand gedroht und gesagt, dass es "Mobbing bei uns nicht gibt".
Es folgte eine weitere Zwangsversetzung.
Alle Versetzungen wurden vom Betriebsrat vorangetrieben, mit dem Argument mir
"helfen zu wollen, eine meinen Fähigkeiten entsprechende Stelle zu finden".

Daraufhin bin ich zur Gewerkschaft, die dann ein Briefchen an den Vorstand geschrieben hat.
Die Wirkung dieses Schreibens scheint jetzt nach wenigen Monaten wieder verpufft zu sein.
Die Gewerkschaft scheint auch ihre Seilschaft im Betriebsrat schützen zu wollen,
obwohl ihr die extreme Nähe des Betriebsrats zum Vorstand bekannt ist.
Gegenüber mir ist der Betriebsrat immer wieder als "Handlanger zum Überbringen schlechter Nachrichten" (Macchiavelli) aufgetreten.

Als weitere Möglichkeit ist mir von der Gewerkschaft eine Klage wegen Mobbing vorgeschlagen worden.
ich möchte damit aber noch warten, und kenne die Erfolgswahrscheinlichkeit und Risiken eines derartigen Verfahrens nicht.
Je älter ich werde, desto wahrscheinlicher ist auch der Erfolg einer Kündigungsklage, die ich im Fall X natürlich sofort machen würde.
Wenn ich meinen Arbeitgeber wegen Mobbing verklagen würde, halte ich eine Kündigung für wahrscheinlich.
Der Betriebsrat müsste dem zwar zustimmen, wozu er derzeit nicht bereit ist, er würde sich dadurch aber ein paar unangenehme Fragen ersparen.

In Hintergrund vermute ich auch Unterstützer, die aber dies nicht offen zugeben würden.
Insgesamt hat das Ganze den Charakter eines Schwelbrandes, der in regelmäßigen Abständen immer wieder ausbricht.
Es ist jedoch recht beschämend, dass weder Betriebsrat noch die Gewerkschaft bereit sind, dem konsequent entgegen zu treten.
Jetzt ein paar Fragen:
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?
Hat das ganze System (und täglich grüßt das Murmeltier)?
Was sind Kriterien für den Erfolg einer Klage wegen Mobbing (Österreich)?
Gibt es Erfahrungen mit Kündigungsanfechtungen?
Warum wird ein Mitarbeiter (Ich) nicht gekündigt, der über einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren in 3 verschiedenen Abteilungen (angeblich) nur Mist gebaut hat?
Dank im Voraus.