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Thema: Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

  1. #1
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    Standard Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

    Hallo,
    ich weiss nicht mehr weiter.
    Ich bin 44 Jahre alt, und die letzten 38 Jahre ähneln mehr einem Krieg.
    Gemobbt wurde ich schon so lange ich zurückdenken kann.
    Ob in der Schule oder später am Arbeitzplatz oder durch dritte.
    Und genausowenig wie man sagen kann die anderen sind immer schuld, genausowenig kann die Schuld immer nur bei mir liegen.
    Wenn ich Schuld bei mir finden soll ist es wohl das ich einfach abweiche von dem was Menschen als normal bezeichnen. Ich bin kreativ (zumindest als es mir gut ging), gehöre zu den "Highsensitves", und schleppe leider auch einen guten IQ mit mir rum.
    Inzwischen kann ich rein gar nichts mehr.
    Wenn ich meine Tiere versorgt habe und dann noch so etwas bringe wie beispielsweise ein Brot zu backen, dann sind das sehr sehr grosse Unternehmungen für einen Tag.
    Ich bin inzwischen mit PTSD diagnostiziert worden. Auslöser war vermutlich die letzten 5 Jahre als Organistin wo ich ganz böse gemobbt wurde nachdem ein neuer Pastor angestellt wurde.
    Aber auch das Leben davor war nicht rosarot.
    Und jetzt bin ich da wo ich sage: "Es geht wirklich nichts mehr."
    Meine Gesundheit ist pfutsch (nicht nur psychisch auch physisch), Geld ist die Hälfte von einem Sozialhilfeempfänger (das ist alles was ich selber noch irgenwie rauswirtschaften kann).
    Mein kleines Haus sieht auch mehr einer Bruchbude ähnlich als einer Menschenwohnung. Geld für Renovierungsarbeiten ist schon lange nicht mehr da. Umzug auch nicht möglich, weil kein Geld.
    Ja. Zirkus ohne Ende.
    Und keine Ahnung wie man das Ruder wieder rumreissen könnte.

    Liebe Grüsse.
    Geändert von Dänische_Schnecke (08.12.2015 um 22:19 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

    Hi Schnecke,
    Du hast mein ganzes Mitgefühl und ich bin sicher, dass Du hier viele hilfreiche Tipps bekommen kanst. Was Du davon verwerten willst oder kannst das pickst Du dir dann raus.
    Ich nehme an,dass Dein Doktor Dir zusammen mit der Diagnose auch eine Therapie vorgeschlagen hat. Hast Du eine solche Therapie schon angefangen? Du schreibst, dass Du kreativ warst und musikalisch bist Du anscheinend auch (Organistin). Vielleicht versuchst Du mal, Deine Kreativität wieder etwas auszuleben. Wenn Du dich scheust unter Menschen zu gehen, auch der PC bietet da ungeahnte Möglichkeiten. Vom virtuellen Keyboard angefangen bis hin zum Malen oder Photo/Grußkarten selber machen.
    Dann würde ich an Deiner Stelle Sozialhilfe beantragen, das nimmt zumindest etwas den finanziellen Druck. Aber vor Allem geh zu einem guten Psychotherapeuten. Gute sind zwar dünn gesät,aber es gibt sie. Alleine und ohne prof. Hilfe ist es schwer aus einer PTSD Situation heraus zu kommen. Jeder Flash verstärkt nur das Trauma.
    Du bist zu jung um so weiter zu leben, aber Du besitzt doch innere Stärke. Wer ab 6 Jahren gemobbt wurde und trotzdem früher nicht aufgegeben hat schafft es auch, mit der jetzigen Situation fertig zu werden.

    Alles, alles Gute für Dich

    Salü

    Gerdis

  3. #3
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    Standard AW: Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

    Hi Gerdis,
    danke für Deine Input.
    Therapie habe ich angefangen, ja. Und mein Psychiater wirkt eigentlich auch wie ein vernünftiger. Also nachdem ich ihm ein paar Unarten abgewöhnt habe. Zum Beispiel beim allersten Treffen. Was macht der Mann? Nach dem Motto: "oh jetzt müssen wir die misstrauische Schnecke aus ihrem Häuschen locken, und was machen wir dann da? Übergiessen sie mit zuckersüssem Lob". YRKS!!!!!!!
    Lobe mich wenn du was hast wo du meinst mir gebühre Lob, sonst halt den Schnabel.`tschuldigung.
    Und zum Thema "wie um Himmels Willen kriegst du soviele Katzen, einen Hund und dich selber satt für nicht mal 13 € im Monat???!!!???" Einfach: Futter gibt´s aus der nächsten Tonne. Reaktion vom Psychiater mit überfreundlichem Gesicht und genauso zuckersüsser Stimme: "Ahhhhhh. Dann bist du also eine Containerin." Und sein Gesichtsausdruck vermochte doch nicht seinen übergrossen Ekel zu verbergen. Igittigit, Essen aus der Tonne. Worauf meine Reaktion war: "Lass gut sein. Ich sehe Dir an das du dich ekelst".....
    "Tja. Lieber Psychiater. Ich komme kommuniziere schon einen sehr sehr grossen Teil meines Lebens hauptsächlich mit Tieren. Und diese Art der Kommunikation ist "surprise, surprise" nonverbal. Man lernt dabei jede noch so kleine Änderung wahrzunehmen."
    Was kreativsein anbelangt. Uha. Das gibt mir momentan leider nur noch mehr Stress. Ob es das Strickzeug ist kannst Du dir sicher sein das selbst die einfachsten Dinge sich verwickeln.
    Musik, weder zuhören noch selber ausüben, gibt auch Stress. Letzten Freitag war ich von meinen Eltern eingeladen. Da gab´s die Fledermaus. Und noch nicht mal da kam ich zur Ruhe und konnte es geniessen.
    Sozialhilfe? Gibt´s nicht. Ich bin nämlich so dumm und klammere mich noch an meinem letzten kleinem Halmstroh fest, einem winzigen Webshop, der momentan aber wirklich mehr als schlecht läuft. Da hatten ein paar Menschen echt Mist gebaut letztes Jahr. Da lief er so einigermassen. Und dann brauchte ich eine neue Plattform. Und die Genies die darangegangen sind haben den Webshop so gut wie ermordet. Seitdem läuft er nur noch humpelnd. Und wieder mangels Geld kann ich mir da nicht Expertenbeistand einholen und muss das auch noch irgendwie selber richten.......
    Selbst am PC kann ich kaum mehr Kontakt zur Aussenwelt aufhalten. Bin oft einfach zu fertig irgendetwas von mir zugeben.
    Und zum Beispiel gehe ich morgen wieder zur Behandlung und dann bin total reif für die Insel wenn ich wieder zu Hause bin. Dann liegen Hund, alle Katzen, mein Entenfindelkind und ich nur noch im Bett für den Rest des Tages. Und keine Panik: Entenfindelkind hat spezialgenähte Windeln an, sonst.... ja....
    Liebe Grüsse
    von der Dänischen Schnecke

  4. #4
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    762

    Standard AW: Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

    Hallo Schnecke,
    Sozialhilfe beantragen bedeutet doch nicht, dass Du deinen Webshop aufgeben mußt. Gerdis hat ganz Recht wenn sie meint, dass Dich das finanziell zumindest entlastet. Dein Therapeut, na ja. Gut, er muß sich auch erstmal an Dich " herantasten", aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass er mit PTSD nicht so viel anfangen kann.
    Was meinst Du mit " neuer Plattform" ? Wenn Du damit die Gestaltung einer neuen Website meinst, das kannst Du auch selber machen ohne teure Experten. Das weiß ich, weil ich selber auch schon sowas gestaltet habe.
    Ich würde an Deiner Stelle mit kleinen Schritten sozusagen von "Außen nach Innen" anfangen. Estmal die finanzielle Situation in den Griff bekommen, damit Du da nicht Container Klimmzüge machen mußt, dann weiter mit der Therapie um irgenwann wieder in der Lage zu sein, in Deinen Hobbies Entspannung zu finden. Evtl. doch einen anderen Therapeuten suchen. Nur " Ansäuseln" bringt nichts und wenn er sich deutlich anmerken lässt, dass Deine Containeraktionen ihn anekeln, ist er sicher nicht der Richtige. Ein guter Therapeut ist neutral und zeigt nicht seine persönlichen Gefühle. Zumindest würde ich das so erwarten.
    Was ist mit Freunden oder guten Bekannten? Könnten die Dir beim Renovieren Deines Häuschens helfen? Vieles kann man selber machen wie Anstreichen, Spachteln und auch das Eine oder Andere reparieren. Vielleicht kannst Du damit anfangen wenn es Dir etwas besser geht?
    Ich wünsche Dir Glück und Erfolg, liebe Schnecke. Mein Mitgefühl für Deine jetzige Situation hast Du auf jeden Fall.

    LG

    Cinderella

  5. #5
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    Standard AW: Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

    Hallo Cinderella,
    erst einmal Danke für Deine liebe Antwort.
    Dann ein Geständnis: ich bin eine Schnecke..... Dänische_ Schnecke..... Ja. da haben wir das Problem: ich schnecke in Dänemark durch die Gegend. Und da kriegst Du immense Probleme wenn Du Sozialhilfe UND Webshop haben willst. Geht nicht!
    Dann kommen Rechenstücke wie folgt.
    In einem Monat kaufst Du für 2000,- kr Ware. Im selben Monat verkaufst Du für 1000,- kr. Soweit so gut. Da passiert Dir mit dem Betrag von der Sozialhilfe nichts.... Im nächsten Monat verkaufst Du dann wieder für 1000,- kr. Okay denkst Du. Im letzten Monat hatte ich ja für 2000,- kr eingekauft.... Also geht das Rechenstück jetzt mit Null auf..... Nein! Du lernst jetzt was ganz Neues: eine Ausgabe ist nur eine Ausgabe in dem Monat wo sie getätigt wurde. Im nächsten Monat ziehen wir die deswegen die 1000,- kr von der Sozialhilfe ab! Aber lieber Mensch: eine EINnahme, ja, die ist natürlich auch eine Einnahme im nächsten Monat. Also verdienst Du in diesem Monat mehr als den Betrag der Sozialhilfe, ja, dann ziehen wir dir das von dem nächsten Monat oder den nächstnen Monaten ab.... Totaler Zirkus. Wenn einem noch nicht schlecht ist, dann wird es einem.
    Wie soll man da noch konstruktiv mithelfen aus dem Sumpf zu kommen? Also klar: ich will auch nicht das die Sozialhilfe für immer ist. Und ich will auch nicht das die Sozialhilfe irgendwie ausgenutzt wird damit ich grosse Geschäfte machen kann. Aber so wie das gehändelt wird hier, geht es bestimmt gar nicht.
    Freunde und Bekannte? Hm... Leider. Mein Netzwerk ist platt. Entweder weil selber ausgewandert (sie konnte es nicht mehr mitanschauen wie ich immer weiter und tiefer abgesoffen bin) oder die letzten habe ich mich selber von verabschiedet (ich habe keine Energie mehr Kontakt zu erhalten).
    Ein guter Therapeut sollte auch meines Erachtens neutral sein. Aber den den ich jetzt habe ist der erträglichste bisher. Also muss ich erstmal mit dem überleben so gut es geht. Habe momentan nicht mehr die Kraft für mehr Experimente.
    Und nun muss ich noch sehen wie ich wieder einen ordentlichen Schlaf auf die Reihe kriege. Der ist mir jetzt auch noch ganz kaputtgegangen. Normalerweise gehe ich zwischen 12 und 1 Uhr nachts ins Bett und stehe dann um 8.30 / 9.00 auf. Aber jetzt? Totales Chaos. Ich kann nicht einschlafen. Erst total spät gegen 3 oder 4 und bin dann am nächsten Morgen / Vormittag total gerädert. Wache schwindelig auf, mir ist übel und wackele aus dem Bett. da ist auch einiges schief.
    Wenn ich ein Tier wäre hätte man mir schon längst den Gnadenschuss gegeben!
    Liebe Grüsse
    Dänische_ Schnecke
    Geändert von Dänische_Schnecke (16.12.2015 um 12:46 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

    Hallo Schnecke,

    jetzt wissen wir zumindest einmal, wo Schröder damals das Konzept für sein geliebtes Hartz IV her hatte. Da läuft es auch nicht anders. Ist es dort, wo du gerade bist so schwer einen "normalen" Nebenjob oder generell Arbeit zu finden? Dann wäre man wenigstens einmal diesen Zirkus mit der Sozialhilfe los.
    Das mit den Schlafproblemen kenne ich nur zu gut. Der Kopf will einfach nicht mehr abschalten. Ständig schwirren einem seine Probleme im Hirn herum. "Zwingt" man sich dann zu schlafen, kostet das einen bald noch mehr Kraft. Vor allem schleicht sich dieser Rhythmus auch allmählich in den Alltag ein und eh man sich versieht, schaut einem aus dem Spiegel ein Schreckgespenst entgegen. Was einen noch zusätzlich belastet, denn die "kleinen Schönheitsfehler" dank Schlafmangel bekommt man eben doch nicht nach ein paar wohldurchschlafenen Nächten einfach so wieder weg.
    Ich hab es damals durch autogenes Training so einiger Maßen in den Griff bekommen. Ist jedenfalls besser als irgendwelche Psychopharmaka. Auch, wenn es länger dauert, bis sich ein Erfolg einstellt.
    Sonst kann ich dir nur raten, soviel wie möglich vor die Tür zu gehen. Gewöhne dir doch so etwas wie einen täglichen Spaziergang an. Kllingt wie eine Binsenweisheit, ich weiß. Aber es hilft auch ein bisschen den Kopf wieder frei zu bekommen, sich abzulenken. Und, was ich dabei immer angenehm fand ist, dass man "keine Verpflichtung" dabei hat. Keine Freundin, die einem noch mit ihren Sorgen auf den Geist geht. Niemand, der ständig was von einem will. Einfach nur den Kopf bei einem "strammen" Marsch "freiblasen".
    Vielleicht hilft dir das ja ein bisschen...

    LG

    Ilythia

  7. #7
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    Standard AW: Mobbing, PTSD und dann sozialer Abstieg

    Danke Ilythia.
    Täglich Spaziergang: mindestens 8 km mit meinem Wattebausch, einem frechen Samojeden. Der wird schon dafür sorgen mich aus der und vor die Tür zu kriegen.
    Heute einen etwas anderen Mittagsschlaf...... Normalerweise kuschelt der Hund mit im Bett. Heute noch eine kleine extra Zulage: Entenkind mit Windel....
    Zum Schlafen zwingen. Das kann nicht gut gehen. Ich habe mir jetzt Tryptophan und Seratonin übers Netz bestellt. Ganz natürliche Sachen.
    Nebenjob oder Arbeit. Hm.... Nachdem ich aus meinem Job als Organistin vom Pastor rausgemobbt worden bin - kriege ich hier im Radius von 30 Km noch nicht mal mehr eine Vertretung angeboten. Und bin nvermutlich sowieso landesweit gesperrt - da ird getuschelt und die Welt ist nicht so gross.
    Dinge wie putzen, Lagerarbeit, Fliessbandarbeit oder Gärtnerei gehen nicht mehr. Weil neben Stress ist mein Körper auch total hin - 15 Jahre mit Gewalt und Überfällen, dann noch ein Schleudertrauma drauf, ja.... "Jubel"....
    Kommt noch dazu dass wir in Dänemark die Auflage haben bei einem neuen Job dem Arbeitgeber erzählen müssen das man mit Stress krank war. Und dann kriegst nie mehr was.
    Autogenes Training ist auch schon im Einsatz sonst käme ich schon gar nicht mehr aus dem Bett vor Schmerzen. Und ich bin auch kein Tier das Pillen schluckt - weder Schmerzkiller noch Psychopharmaka.
    Liebe Grüsse
    die Schnecke

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