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Thema: Was kann ich noch versuchen?

  1. #1
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    21.03.2016
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    Standard Was kann ich noch versuchen?

    Hallo,

    ich hoffe ich bin nun im richtigen Thema gelandet.

    Ich fange einfach mal mit der Kurzfassung an. Meine gesamte Schulzeit wurde ich gemobbt. Von Freunden und auch Klassenkameraden. Manchmal hatte ich auch Freunde aber dann ging es nach einiger Zeit plötzlich wieder los mit dem Mobbing. Das ist nun 10 Jahre her. Ich hab das Thema immer tot geschwiegen, obwohl ich auch heute noch manchmal das starke Bedürfnis habe darüber zu reden was mir passiert ist. Es ist mal besser mal schlimmer. Zur Zeit ist es schlimm...
    Habe das Gefühl, dass mein Sozialleben drunter leidet, weil ich immer die Angst habe, wieder gemobbt zu werden, ausgegrenzt zu werden oder mich in liebgewonnenen Menschen getäuscht zu haben.
    An dem vergangenen Mobbing gebe ich insgeheim mir selbst die Schuld, mein Selbstwertgefühl ist am Boden, ich habe das Gefühl mit mir stimmt irgend etwas nicht, weshalb die meisten Menschen in Wahrheit von mir genervt sind und nur aus reiner Freundlichkeit nett zu mir sind.
    Ich bin mir nicht sicher ob meine Mitmenschen das auch so wahrnehmen.
    Ich weiß nicht wie ich aus dieser Situation ausbrechen kann. Ich will einfach nicht mehr so denken und ständig besorgt sein, wer mich als nächstes als "Opfer" sieht. Ich will wieder lernen zu vertrauen. Mir selbst und auch anderen Menschen.

    So ich denke das reicht für den Anfang. Bei Interesse schreib ich noch mehr.

    Vielleicht hat mir jemand Tipps was ich versuchen kann um mich besser zu fühlen?

    Ich danke schonmal fürs Lesen und Antworten.
    Grüße

  2. #2
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Hallo Malida,

    viele Mobbingopfer haben die gleichen Gedanken, mit denen du dich jetzt herumquälst. Man fragt sich "warum ich?"; "was ist an mir falsch?"... und dreht sich immer wieder im Kreis.
    Während der Schulzeit sind es die "falschen" Klamotten, das "falsche" Handy usw. Man denkt vielleicht auch anders als die anderen, sieht auch mehr und weigert sich schon daher, dem Leithammel so blind zu folgen, wie es die ganzen Mitläufer tun. Das merkt natürlich auch der Leithammel und versucht sein "Bestes" ,zu verhindern, dass auch andere einmal ihr Hirn einschalten. (Diese Erfahrung musste ich selbst manchen als Mobbingopfer)
    Das ändert aber nichts daran, dass man als Opfer unter einem angeschlagenem Selbstbewusstsein leidet und auch erst einmal seinen Platz in der Welt wieder suchen muss. Das dauert seine Zeit, aber man muss auch bereit sein, das ein oder andere Fettnäpfchen in Kauf zu nehmen. Der Unterschied besteht darin, nicht jedes Mal zu sagen "Ach, ich hab es doch gewusst, es geht wieder schief", sondern weiter zu machen. Kopf hoch "Shit happens" und durch. Dadurch gewinnt man auch wieder Selbstbewusstsein.
    Leute die Mobben wird man sein ganzes Leben lang irgendwo treffen. Sei es bei der Arbeit, oder auch Privat. Natürlich schmerzt es, wenn es gerade diejenigen sind, die man für Freunde hielt, aber du hast auch den Vorteil, diese Menschen einfach stehen lassen zu können. Dreh dich um, hak es ab. Freunde finden sich immer wieder. Auf Typen, die dich nicht so akzeptieren, wie du bist, kannst du pfeifen. Lerne los zu lassen. Nicht alles zu sehr an dich heran kommen zu lassen. Und versuche einmal, Situationen aus einer sachlichen Perspektive zu betrachten. Wobei es nicht darum geht, schon wieder bei sich auf Fehlersuche zu gehen, sondern seiner Umgebung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Du wirst merken, wie viel dir plötzlich an den anderen auffällt, was dir zuvor entgangen ist. Dann wirst du auch merken, dass sich deine Einstellung (auch dir selbst gegenüber) ändert. Du wirst mit Sicherheit auch fest stellen, dass du gar nicht so viele Fehler hast, wie du bisher geglaubt hast.
    Man muss es nicht allen Recht machen, oder sich immer wieder fragen, was man selbst falsch macht. Dann kommt man im Leben nicht weiter. Mache deine Fehler, lebe wie du es möchtest und "sortiere" von dir aus die Leute aus, die dir nicht gut tun. Das, was dann übrig bleibt, sind richtige Freunde. Und wenn es denn auch niemand ist, ja und! Irgendwo stolpert man immer wieder einmal über Menschen, mit denen man gern Kontakt hat, oder auch nicht.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen...

    LG

    Ilythia
    Geändert von Ilythia (01.04.2016 um 17:36 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Hallo Ilythia,

    erstmal vielen Dank für deine Antwort.
    Also ehrlich. Ich habe lange drüber nachgedacht. Rein rational gesehen bin ich voll und ganz deiner Meinung. Vom Gefühl her (mir selbst gegenüber) ist es etwas schwieriger.

    Ich weiß ich bin kompliziert und passe nicht überall dazu. Das ist ok für mich. Aber was mir in meinem Leben fehlt ist eine wirklich gute Freundin.
    Hab versucht einfach mal allgemein ganz neue Leute kennen zu lernen aber so wirklich klappte es nicht.
    Meine vorhandenen Kontakte sind oft eher sporadisch. Alle paar Wochen mal paar Sätze schreiben alle paar Monate mal paar Stunden sehen. Ganz ehrlich muss doch eigentlich an mir liegen. Die verhalten sich mir gegenüber so ziemlich alle gleich. Also liegts ja wohl an mir.

    Auch mit Kollegen ist es immer gleich. Wir reden, wir lachen. Wir machen Pläne zum Kaffee trinken. Aber bei den Plänen bleibt es dann auch.
    Ich versuche nicht irgendwas zu erzwingen. Wenn sie keinen Termin für mich finden dann hab ich einfach auch Besseres zu tun..

    Ich weiß nicht, wenn ich jemals wieder gemobbt werden sollte ob ich das schaffe. Hab ziemlichen Horror davor, auch wenn ich weiß das ich so nicht denken sollte. Hatte ja in den letzten Jahren öfters mal gefürchtet es würde wieder los gehen, dann passierte es aber zum Glück doch nicht.

    Grüße

  4. #4
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Hi Malida,

    schön, dass du dich meldest. Und da haben wir´s wieder. Kaum geht es nur um sporadischen Kontakt, suchst du den Fehler gleich bei dir. Lass es bitte! Diese Leute verbucht man unter Bekannte und nicht unter Freunde. Du darfst einfach von deiner Umgebung nicht zu viel erwarten. Je größer die Erwartungshaltung ist, umso mehr wird man enttäuscht. Aber vor allem merken die Leute das und niemand läßt sich gern zu etwas drängen. (Klingt jetzt etwas drastisch, aber ich denke, den Tenor verstehst du?!) Du möchtest gerne "richtige" Freunde haben, wie jeder andere auch. Aber gerade Freundschaften wachsen daraus, dass man es einfach so laufen läßt. Man gibt etwas von sich und wenn der andere möchte, gibt dieser etwas zurück. Diesen Zeitpunkt bestimmt aber jeder selbst.
    Also, alles mit der Ruhe.
    Was deine Arbeitskollegen angeht, ist das auch normal. Es wird viel gelabert über alles Mögliche, aber letztlich ist dann nach Feierabend die Familie, der / die Freund/in und auch der eigene Freundeskreis doch näher, als jemand, mit dem man vielleicht das gleiche Büro (z. B.) teilt. Da lautet der Leitsatz einfach nur : Es sind Kollegen und keine Freunde! Und das ist auch richtig so. Ich habe noch keine Firma erlebt, wo es gut war, wenn sich Arbeitskollegen auch noch außerhalb der Arbeitszeiten gesehen haben. Da schleppt sich zu viel Privates mit ein und damit sollte man, auch wenn man die Leute länger kennt, sparsam sein.

    Ich kann deine Angst vor erneutem Mobbing sehr gut verstehen. Das einmal erlebt zu haben, egal, wie lang der Zeitraum war, läßt einen nicht mehr so schnell los. Prägt einen auch. Aber deshalb in "ständiger Angst" zu leben, dass es vielleicht wieder los gehen sollte, nur, weil ein paar Leute einem vielleicht kühl begegnen oder die Zähne beim "Guten Morgen" sagen kaum auseinander kriegen, steht nicht dafür. Jeder hat seine Fehler und du darfst dir deine auch erlauben. Ebenso, wie du aber auch einmal Grenzen setzen kannst. Auch das stärkt das Selbstbewusstsein und zeigt auch deinem Gegenüber, dass du kein Spielzeug bist, dass man aus der Ecke holt, wenn´s gerade passt.

    Grüße ebenso

    Ilythia

  5. #5
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Danke Ilythia deine Worte regen mich sehr zum Nachdenken an, was gut ist

    Und ja ich habe den Tenor verstanden.
    Was ich meinte war, dass ich nicht versuche Freundschaften mit meinen vorhandenen Kontakten zu erzwingen, sondern eher das es mich nervt und teilweise auch belastet, dass mir Kontakte fehlen mit denen Freundschaften entstehen können. Das wird mit meinem zunehmendem Alter (und jetzt muss ich selbst schmunzeln) irgendwie immer schwieriger.
    Bei der Arbeit frag ich mich nur manchmal wie Leute das machen (in der Schulzeit fragte ich mich das schon). Es gibt Menschen die sind sofort überall beliebt und werden sofort gemocht. Ich habe bei mir nicht das Gefühl, dass das jemals so war. War eigentlich eher das Anhängsel. Vielleicht ist das heute noch so.......
    Floskeln nerven mich wie wir gehen mal zusammen da und da hin. Kann man sich schenken wenn man nicht vor hat es auch wirklich zu tun. Ich finde es ziemlich unhöflich. Heißt nicht, dass ich mein Leben danach ausrichte. Und ich gebe dir Recht. Freundschaft und Arbeit verträgt sich nicht. Zumindest nicht ab dem Punkt an dem man wieder getrennte Wege geht. Mal mit ein paar Kollegen Kaffee trinken oder sowas, find ich aber fürs Team gar nicht so schlecht. Unter Beachtung gewisser Grenzen versteht sich.

    Mit einer kühlen Begegnung mit Kollegen/ Bekannten habe ich weniger Probleme. Schwierig wird es für mich, wenn 5 Leute vor mir den selben Fehler gemacht haben wie ich aber ich alleine den Ärger dafür kassiere. Schwierig wird es auch, wenn man meine Kompetenz in Frage stellt nur weil ich in einem familiären Unternehmen gelernt habe und nun in einem großem Unternehmen bin. Wenn ich frei habe (arbeite nur Teilzeit) vergessen die auch gerne mal mich anzurufen zu Teambesprechungen (die mir persölich wichtig sind) obwohl ich mehrmals zu mehreren Kollegen gesagt habe sie sollen anrufen oder kurz in FB schreiben damit ich daran teilnehmen kann. Es sind lauter Kleinigkeiten, die aber summiert schon eine Menge sind.

    Grenzen setze ich inzwischen. Früher war ich eher verschüchtert und konnte das nicht. Habe lang daran gearbeitet aber heute schaffe ich es jedem direkt vor den Kopf zu knallen was mich gerade stört, ruhig und sachlich zu diskutieren, nein zu sagen und wenn es zu weit geht mein Gegenüber auch mal stehen zu lassen um zu einem späteren Zeitpunkt ein ruhiges und klärendes Gespräch zu suchen (sofern das Gegenüber dazu in der Lage ist). Ich glaube manchmal das is das Einzige was mich davor retten kann, das dieser Mobbing Horror, der bei mir viel zu lange und zu oft ging wieder anfängt. Trotzdem weiß ich nicht ob ich je damit abschließen kann

    LG

  6. #6
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Ach ja, diese überall beliebten Typen kenne ich auch. Aber glaube mir, so einen tollen "Job" haben die dann auch nicht. Stehen ständig unter Beobachtung (in diesem Sinne auch Leistungsdruck). Irgendwer zerreißt sich immer das Maul. Die einen positiv, die Neider natürlich negativ. Einige sind tatsächlich von dieser Person überzeugt, andere wollen nur ein Stück vom Kuchen, neidische Charaktere nur wieder eine Gelegentheit "Recht" zu haben. Fehler werden doppelt so hart zerpflückt, wie bei jemanden, der "ganz normal" ist. Nicht, weil der Fehler so besonders heraus sticht, sondern weil demjenigen eben jeder auf die Finger schaut.
    Klingt nicht besonders prickelnd, oder?!

    Klar nervt das, wenn X Leute den gleichen Fehler machen und du dafür die Lorbeeren erntest. Ich denke doch, dass du dann etwas sagst. Leider sind die wenigsten Vorgesetzten dann in der Lage, "die Bremse zu ziehen". Schön wird es natürlich dann, wenn man diesen Fehler als richtig erklärt bekommt und dann eins drauf bekommt. Tja, ohne Krallen und Ellenbogen geht es wohl heut zu Tage überhaupt nicht mehr. Da ist es völlig egal, ob der Kollege, der es einem erklärt hat, es gar nicht böse meinte. Aber zugeben wird er es nicht. Es gibt dagegen aber auch kein Patentrezept. Zuviel Streit in der Firma fällt irgendwie immer auf den Falschen zurück.

    Jedenfalls kann ich aus dem letzten Abschnitt herauslesen, dass du doch schon einiges (an dir) geschafft hast! Es kostet viel Überwindung, seine (eigentlich falsche) Schüchternheit in den Griff zu bekommen und auch einmal ein kleines Reißzähnchen zu sein. Das du dabei sachlich und vor allem ruhig bleiben kannst; Hut ab! Das schaffen nicht alle. ( Ich ertappe mich bei solchen Gelegenheiten heute noch dabei, wie ich demjenigen am liebsten sonstwas - am Besten noch außerhalb des Jugendfreien Bereiches - an den Kopf knallen möchte und am liebsten noch den Tacker hinterher werfen) Natürlich mache ich das nicht. Sich aber soweit im Griff zu haben, heißt schon einiges. Also mach dich mal nicht kleiner als du bist!

    Mobbing nagt lange an einem. Schon, wenn man seit der Schulzeit nichts anderes "gewöhnt" ist. Dagegen anzukämpfen ist tatsächlich eine Mammutaufgabe. Den Kopf in den Sand zu stecken nutzt da noch am wenigsten. Aber das tust du ja nicht. Durchhänger darf man sich auch einmal erlauben. Trotzdem solltest du versuchen, damit aufzuhören, dich immer wieder zu fragen, ob du damit abschließen kannst. Das ist dann nur wieder in Richtung "immer im Kreis drehen". Konzentriere dich statt dessen auf die Dinge, die allein dir wichtig sind und zieh sie - nach Möglichkeiten - durch. Auch dadurch gewinnt man wieder mehr Selbstvertrauen.

    LG

    Ilythia

  7. #7
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Ich musste grade so lachen
    Ich ertappe mich bei solchen Gelegenheiten heute noch dabei, wie ich demjenigen am liebsten sonstwas - am Besten noch außerhalb des Jugendfreien Bereiches - an den Kopf knallen möchte und am liebsten noch den Tacker hinterher werfen
    .. ja das kenne ich xD

    Naja ich denke auch ein bisschen habe ich erreicht. Zumindest nach Außen hin. Meine Gefühlswelt ist leider ein Auf und Ab. Wobei ich glaube meine Fassade nach außen hin ist ganz gut, zumal die wenigsten Menschen sich glücklicherweise die Mühe machen mal genauer hinzusehen. Oft habe ich diese Egal Haltung, in der ich mich auf die Gegenwart und Zukunft konzentriere und zufrieden mit meinem Leben bin. Aber wenns allgemein stressig ist bei mir, dann reicht leider oft schon ein kleiner Auslöser und die ganze hart erarbeitete Resignation weicht und ich stecke wochenlang in einer Art Tief und mach mir nen Kopf was alles bei mir falsch läuft. Beim letzten Mal bin ich dann in diesem Forum gelandet. Es hält auch leider noch an...
    Aber ich nehm mir deinen letzten Abschnitt und ein paar andere Dinge die du geschrieben hast zu Herzen (versuche es zumindest, vielleicht hilft es ja) -danke für die wahren Worte-.

    Grüße

  8. #8
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Hi Malida,

    was Ilythia geschrieben hat ist genau die Antwort, die ich nach dem Lesen Deines Threads auch gegeben hätte.
    Verkehrt ist mit Dir sicher nichts, und Du bist mit Deinen Überlegungen und Schlußfolgerungen ja schon sehr weit gekommen.Dass Dir das Mobbing aus Deiner Schulzeit noch nachhängt kann ich verstehen. Sowas prägt.
    Wenn Du darüber berichtest, dass Du versucht hast neue Leute kennenzulernen, dies aber nur sporadisch geklappt hat, so mag es vielleicht daran liegen, dass man seine " Maske" nicht ständig tragen kann. Irgenwann merkt die Umgebung, dass da etwas unecht ist. Du bezeichnest Dich selber als kompliziert. In welcher Beziehung? Und wenn, dann sei eben kompliziert, sei Du selbst. Nur dann wirst Du beim Kennenlernen von neuen Leuten Erfolg - und nicht nur sporadisch- haben.Auch komplizierte Leute finden ihr " Deckelchen", das gerade die Kompliziertheit liebenswert findet.
    Was den Umgang mit Deinen Kollegen angeht, Hut ab. Da bist Du auf dem richtigen Weg. Wer so handeln kann zeigt doch, dass er eine starke Persönlichkeit hat und sich vor nichts verstecken muß.Ich finde durchaus, dass man Dich da nur bewundern kann!

    Salü

    Gerdis

  9. #9
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Hallo Gerdis, erstmal danke für deine Antwort und auch für die lieben Worte im letzten Abschnitt.

    Früher mal hatte ich es versucht mit einer Art Maske, ich hab mich verstellt um anderen Menschen zu gefallen. Das ging schief und ich konnte selbst nicht mehr in den Spiegel sehen und es war ein langer und schwerer Weg aber hab es vor einigen Jahren aufgegeben und versuche nicht mehr jemand anderem als mir selbst zu gefallen.
    Meine Fassade bezieht sich eher dadrauf, dass ich für mich behalte wenn es mir schlecht geht, zumindest bei Leuten die es nichts angeht. Ich bin eigentlich ein sensibler Mensch, bei manchen Dingen etwas Nahe am Wasser gebaut aber ich würde niemals vor fremden Menschen auch nur eine Träne vergießen oder Schmerz und Enttäuschung offen zeigen. Ich sage Menschen zwar offen die Meinung wenn ich mich ärgere, aber behalte für mich das ich mir wahrscheinlich noch tagelang drüber nen Kopf mache. Das ist mein Selbstschutz.
    Wahrscheinlich macht mich das auch gerade kompliziert. Denke ich wirke eher glatt, distanziert und langweilig auf die Leute. Ich schaue am Anfang erstmal und bin etwas ruhiger, da ich versuche mein Gegenüber einzuschätzen, was mir meistens auch ganz gut gelingt. Wenn ich nichts zu sagen habe dann rede ich auch nichts, sondern höre einfach zu. Daher bleibe ich wohl öfters außen vor.

    Mir ist durchaus bewusst, dass nicht die ganze Welt außer mir geliebt wird. Ich sehe immer wieder Menschen wie sie sich anstrengen, um ihre Lügengeschichten und Märchen aufrecht zu erhalten, um anderen zu gefallen und interessant zu bleiben. Ich höre auch oft diese Scheindialoge, wo jeder einfach seinen Seelenmüll mal beim anderen abläd ohne das es interessiert wie es dem Gegenüber geht. Ich weiß auch, dass viele Menschen diese oberflächlichen Freundschaften haben und pflegen, nur aus dem Grund weil sie sonst einsam wären. Mir ist ebenfalls bewusst, dass viele Freundschaften nur an Party und Spaß orientiert sind und wenn es mal wirklich ein Problem gibt so einige Menschen schon alleine da standen obwohl sie davor einen rießen Freundeskreis hatten.

    Und trotzdem.. es ist zum verrückt werden. Ich denke schon meine Vergangenheit steht mir da sehr im Weg, weil es unmöglich ist zu vergessen. Ich könnte vieles leichter haben. Vor ein paar Jahren war ich endlich soweit, dass ich sagen konnte, dass ich keine Angst mehr vor meinen Mobbern habe und immer wenn ich mal einem zufällig begegne, dann merke ich, dass es stimmt. Darauf bin ich auch stolz. Aber seitdem bin ich keinen Schritt weiter gekommen.

    LG

  10. #10
    Registriert seit
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    Standard AW: Was kann ich noch versuchen?

    Hallo Malida,

    wenn ich so deinen ersten Abschnitt durchlese, kann ich nichts finden, dass irgendwie "unnormal" ist. Man muss nicht jedem auf die Nase binden, dass es einem gerade nicht so gut geht. "Im Gegenteil". Wenn die Menschen merken, dass es jemanden nicht so besonderst geht, der aber eben einem nicht "die Ohren voll jammert" erkennen das viele bei weitem mehr an.
    Und auch einmal nichts zu sagen, ist bei weitem besser, als dann irgend einen Mist zu labern. Solche Leute fallen dann eher unangenehm auf, weil man diesen Mist auch irgendwann nicht mehr hören kann.
    Mit den oberflächlichen Bekanntschaften hast du vollkommen recht. Das sind dann die Leute, die am schnellsten weg sind, wenn es einmal hart auf hart kommt. Darauf kann man getrost pfeifen.

    Malida, an dir ist nichts falsch! Du bist eben so, wie du bist. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass du krampfhaft doch nach einem Weg suchst, dich zu ändern um vielleicht doch irgendwo besser bei den Leuten anzukommen. Lass es!
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nichts bringt. Sich irgendwo anzugleichen, zu schauen, warum der eine beliebter ist, als der andere ist völlige Zeitverschwendung. Das habe ich auch erst lernen müssen. Aber seither habe ich auch oft genug fest gestellt, dass ich plötzlich "auf der anderen Seite" stand. Da war ich dann auf einmal der "Leithammel" der Clique oder in der Arbeit die "Beliebte". Eigentlich hatte ich gar nichts gemacht um mir diese "Stellung" zu verdienen. Außer vielleicht mir irgendwann eine "gesunde" LMAA - Einstellung anzueignen.
    Das kann zwar auch nicht ganz verhindern, dass man irgendwann einmal wieder auf Typen trifft, die einen mobben wollen. Aber es hilft, schneller Abstand zu gewinnen und sich auf das zu konzentrieren, was man selbst will.

    LG

    Ilythia

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